Basierend auf einer Geschichte von Neil Gaiman entstand in erneuter Zusammenarbeit von Matthew Vaughns mit Jane Goldman (Drehbuch), Ben Davis (Kamera), Ilan Eskeri (Musik) und Jon Harris (Schnitt) der Film "Stardust", der im Deutschen den Titel "Der Sternwanderer" trägt. Erschienen 2007, ist es Vaughns erstes Werk im Fantasy-Bereich.
Da die Geschichte einem modernen Märchen gleicht, bietet es sich an, zu prüfen, ob das Dramaturgie-Schema der Heldenreise nach Christopher Vogler für diesen Film funktioniert. Voglers Erweiterung baut auf Joseph Campbells "Reise des Helden" auf, nach der allen Geschichten „mythische Strukturen“ (Koebner, 2002, S. 131) zugrundeliegen, die anhand von Märchen erklärt werden (Campbell, 1953, S. 51).
Im Folgenden werden die einzelnen Stationen der Heldenreise unter Einbezug der Archetypen im Film "Der Sternwanderer" vorgestellt. Leitend dabei soll die Frage nach der Entwicklung des Protagonisten Tristan und die damit verbundenen Veränderungen in seiner Beziehung zu Yvaine sein. Besonderes Augenmerk wird auf sein Verhalten, die äußere Erscheinung und die Farbgebung gelegt. Abschließend werden einige Stilmittel angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Reise des Tristan Thorne
2.1 Prolog und Gewohnte Welt (Graphik 1)
2.2 Ruf des Abenteuers (Graphik 1)
2.3 Weigerung (Graphik 1)
2.4 Begegnung mit dem Mentor (Graphik 1)
2.5 Das Überschreiten der ersten Schwelle (Graphik 1)
2.6 Bewährungsproben, Verbündete, Feinde (Graphik 1)
2.7 Vordringen zur tiefsten Höhle (Graphik 1)
2.8 Die entscheidende Prüfung (Graphik 1)
2.9 Belohnung (Graphik 1)
2.10 Rückweg (Graphik 1)
2.11 Auferstehung (Graphik 1)
2.12 Rückkehr mit dem Elixier (Graphik 1)
3 Formales
3.1 Genremerkmale
3.2 Formal-ästhetische Mittel
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Dramaturgie-Schema der Heldenreise nach Christopher Vogler auf den Film „Der Sternwanderer“ anwendbar ist. Dabei steht insbesondere die charakterliche Entwicklung des Protagonisten Tristan Thorne vom unsicheren jungen Mann zum gereiften Helden im Zentrum der Analyse.
- Analyse der 12 Stadien der Heldenreise im filmischen Kontext
- Identifikation und Zuordnung archetypischer Charaktere
- Untersuchung der Beziehungsdynamik zwischen Tristan und Yvaine
- Bedeutung von visuellen Elementen, Farbgebung und äußerem Erscheinungsbild
- Betrachtung formal-ästhetischer Mittel und ihrer Wirkung
Auszug aus dem Buch
2.1 Prolog und Gewohnte Welt (Graphik 1)
Die ‚gewohnte Welt‘ ist der Startpunkt einer Geschichte. Sie zeigt den Helden in seiner gewohnten Umwelt (Vogler, 2010, S. 161). Die Exposition führt alle Figuren (ebd., S. 182f), Mängel (ebd. S. 170-176) und das Thema der Geschichte ein (ebd. S. 184). Vorausdeutungen auf kommende Ereignisse sind möglich. Einigen Erzählungen ist ein Prolog mit Informationen aus der Vorgeschichte vorangesetzt (ebd. S. 165).
Der Prolog in ‚Der Sternwanderer‘ zeigt dem Zuschauer Tristans Herkunft. Er etabliert die ‚andere Welt‘, ihre Eigenheiten sowie die Tatsache, dass diese wissenschaftlich als inexistent eingestuft wird (Vaughn et. al., Film, 01:28). Außerdem werden spätere Hilfsmittel – die magische Kette und das Schneeglöckchen (ebd., 04:00-05:00 ) – eingeführt. Ein Erzähler kommentiert all das – im Englischen gesprochen von Ian McKellen (IMDb, Cast, Abs. 3).
Beide Welten werden kontrastreich, aber so real wie möglich dargestellt (Vaughn et. al., Making of, 02:15): Wall, England als graues, verschlafenes, englisches Dorf vor 150 Jahren (Bild 1) und der Markt des magischen Königreichs Stormhold als Kontrast: bunt, lebendig, exotisch (Bild 2).
Mit dem Fehlen der Mutter wird der erste Mangel etabliert, der ein Auslöser für die Reise sein wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Films sowie Einordnung in den theoretischen Rahmen der Heldenreise nach Christopher Vogler mit Fokus auf Tristans Entwicklung.
2 Die Reise des Tristan Thorne: Detaillierte Analyse der zwölf klassischen Stadien der Heldenreise anhand des Filmverlaufs und der archetypischen Entwicklung der Hauptfigur.
3 Formales: Untersuchung der spezifischen Genremerkmale des modernen Märchens sowie der verwendeten filmästhetischen Mittel wie Montage und Kameraführung.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit des Dramaturgie-Schemas auf den Film und Einordnung des Werkes als unterhaltsamer „Feel-Good-Movie“.
Schlüsselwörter
Heldenreise, Christopher Vogler, Tristan Thorne, Der Sternwanderer, Archetypen, Dramaturgie, Charakterentwicklung, Märchengenre, Hollywoodstil, Parallelmontage, Filmalyse, Yvaine, Lamia, filmische Mittel, Mythos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Film „Der Sternwanderer“ unter Anwendung der theoretischen Konzepte zur „Heldenreise“ nach Christopher Vogler, um die Transformation des Protagonisten Tristan Thorne aufzuzeigen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die dramaturgische Struktur des Films, die archetypische Rollenverteilung der Charaktere sowie die symbolische Bedeutung von visuellen Stilmitteln für die Charakterentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Heldenreise als dramaturgisches Modell für den Film „Der Sternwanderer“ funktional ist und wie sich der Protagonist im Verlauf dieser Stadien verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Modell der Heldenreise (Vogler) als strukturelles Analyseinstrument nutzt, ergänzt durch filmästhetische Beobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die zwölf Stadien der Heldenreise, in denen jeweils die spezifischen Ereignisse und Entwicklungen im Film unter Einbeziehung von Fachliteratur untersucht werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Heldenreise, Dramaturgie, Archetypen, Charakterentwicklung und Filmanalyse definieren.
Welche Rolle spielen die Farben im Film laut dieser Analyse?
Die Farbgestaltung, etwa das graue England versus das bunte Stormhold oder das Leuchten von Yvaine, dient als visuelles Indiz für die emotionale Reise und den Entwicklungsstand der Charaktere.
Wie wird die Rolle von Victoria im Vergleich zu Yvaine eingeordnet?
Victoria wird als Repräsentantin für Tristans anfängliche Fehlannahmen („Mode“) identifiziert, während Yvaine als sein eigentliches „Need“ erkannt wird, was den zentralen Konflikt seiner Entwicklung darstellt.
- Quote paper
- Sabrina Wolf (Author), 2013, Das Dramaturgie-Schema der Heldenreise nach Christopher Vogler. Analyse von Tristan Thornes Entwicklung im Film "Der Sternwanderer", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/300036