Hat sich die Europäische Strukturpolitik seit ihrer Gründung grundlegend verändert?
Um diese Frage beantworten zu können, wird die Arbeit zunächst an die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ansetzen, die für die Entwicklung der EU-Strukturpolitik entscheidend gewesen ist.
Anschließend wird die Historie der EU-Strukturpolitik dargestellt, in der die Ursachen für die Gründung der Struktur- und Kohäsionsfonds beschrieben werden, wie auch die neu hinzukommenden Herausforderungen durch die einzelnen Erweiterungsrunden der Europäischen Union.
Ebenfalls werden die wichtigsten Förderungsperioden und deren zentralen Schwerpunkte erörtert, damit zum Schluss dieser Arbeit diese Frage eindeutig beantwortet werden kann.
Als Literaturgrundlage dienen einerseits Publikationen der Europäischen Kommission, mit denen die Veränderungen und Ergebnisse der einzelnen Förderperioden festgehalten werden und andererseits die Monografie „EU-Strukturpolitik – Einführung in die Politik des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts“ des Politikwissenschaftlers Heinz-Jürgen Axt, mit dessen Hilfe die Entstehung der EU-Strukturpolitik analysiert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Historie der EU-Strukturpolitik
2.1 Die Entstehung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
2.2 Die erste Gründungsphase der EU-Strukturfonds
2.2.1 Europäische Sozialfonds
2.2.2 Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft
2.2.3 Europäische Fonds für Regionale Entwicklung
2.3 Die Bedeutung der Förderperiode von 1989 bis 1993 für die EU-Strukturpolitik
2.4 Die zweite Gründungsphase der EU-Strukturfonds
2.4.1 Kohäsionsfonds
2.4.2 Finanzinstrument für die Ausrichtung der Fischerei
2.5 Die Förderperiode von 1994 – 1999: Der Einsatz eines neuen Fonds
2.6 Agenda 2000: Die Reduzierung auf 3 Förderungsziele
2.7 Die Förderungsperiode von 2007–2013: Wettbewerbssteigerung
3. Die zukünftige Förderperiode von 2014-2020: Fokus auf die Europa 2020-Strategie
4. Ökologische Folgen der EU-Strukturpolitik
5. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der EU-Strukturpolitik seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, um festzustellen, ob sich diese Instrumente seit ihrem Bestehen grundlegend gewandelt haben. Dabei steht die Analyse der Anpassungsprozesse an neue politische Herausforderungen, Erweiterungsrunden und veränderte strategische Prioritäten im Fokus.
- Entwicklung und Dynamik der EU-Strukturfonds
- Rolle der Förderperioden für die Europäische Integration
- Anpassung der Strukturpolitik an EU-Erweiterungen
- Ökologische Auswirkungen und Nachhaltigkeitsziele
- Wandel von rein sozialen/wirtschaftlichen Zielen hin zu Wettbewerbsfähigkeit und Innovation
Auszug aus dem Buch
2.2 Die erste Gründungsphase der EU-Strukturfonds
Die Entstehungsphase der ersten drei EU-Strukturfonds, welche die Gründung des Europäischen Sozialfonds, des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft und den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung umfassen hat, geht auf wenige Jahre seit der Gründung der EWG in die Geschichte zurück. Die ersten drei EU-Strukturfonds sollten dabei die im römischen Vertrag genannten Ziele, insbesondere die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede beseitigen und eine Angleichung unter den Mitgliedsstaaten ermöglichen. Die EU-Strukturfonds werden als unterschiedliche finanzielle Zuschüsse dargeboten, die auch als internationale Transferleistung für die Mitgliedsstaaten bereitgestellt werden können, mit der Folge, dass diese die Beihilfen nicht zurückerstatten müssen. Da alle Strukturfonds zeitlich unabhängig voneinander entstanden und institutionalisiert worden sind, wird diese Entstehung auch als kumulativer Politikprozess angesehen. Somit sind die EU Strukturfonds nicht zeitlich zum selben Zeitpunkt entstanden, sondern im Laufe der Entwicklung der EWG aus bestimmten Ereignissen, wie unter anderem durch den Beitritt weiterer europäischer Staaten. In diesem Bezug wird die Entstehung auch durch „Spillover-Effekten“ gekennzeichnet, da mit der zunehmenden Integration politische Förderinstrumente erforderlich wurden. In dieser Arbeit werden die EU-Strukturfonds in zwei Gründungsphasen eingeteilt, da beide nicht nur zeitlich, sondern auch bezüglich ihrer Gründungsursache unabhängig voneinander entstanden sind und die Entwicklung der EU-Strukturpolitik nachhaltig verändert haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der EU-Strukturfonds als Instrument zur Verringerung regionaler Disparitäten ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem grundlegenden Wandel der Strukturpolitik.
2. Die Historie der EU-Strukturpolitik: Dieses Hauptkapitel zeichnet die historische Entwicklung der Strukturfonds von der EWG-Gründung bis zum Zeitraum 2007–2013 nach und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen jeder Förderperiode.
3. Die zukünftige Förderperiode von 2014-2020: Fokus auf die Europa 2020-Strategie: Dieses Kapitel erläutert die Neuausrichtung der Strukturpolitik hin zur Europa-2020-Strategie sowie die Bündelung der Fonds in einem gemeinsamen strategischen Rahmen.
4. Ökologische Folgen der EU-Strukturpolitik: Hier wird analysiert, wie sich die EU-Strukturpolitik im Laufe der Zeit verstärkt auf ökologische Aspekte wie Umweltschutz und erneuerbare Energien ausgerichtet hat.
5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die kumulative Entwicklung der EU-Strukturpolitik zusammen und bestätigt einen grundlegenden Wandel hin zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit.
Schlüsselwörter
EU-Strukturpolitik, Kohäsionsfonds, Europäische Union, Strukturfonds, Förderperiode, EFRE, ESF, Wirtschaftliche Integration, Regionale Disparitäten, Europa 2020-Strategie, Agrarpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Innovation, Umweltschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der europäischen Strukturpolitik und deren zentralen Instrumente (Struktur- und Kohäsionsfonds) von der Gründung der EWG bis zum Zeitraum 2014-2020.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Gründungsphasen der Fonds, die Auswirkungen der EU-Erweiterungen, die verschiedenen Förderperioden und die zunehmende ökologische Ausrichtung der Fördermaßnahmen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet: Hat sich die Europäische Strukturpolitik seit ihrer Gründung grundlegend verändert?
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Der Autor nutzt eine chronologische Analyse der historischen Entwicklung unter Verwendung von Fachmonografien, Publikationen der Europäischen Kommission und relevanter Rechtsverordnungen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Förderperioden und deren jeweilige inhaltliche Schwerpunkte, sowie die Analyse der ökologischen Folgen der EU-Strukturpolitik.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind EU-Strukturpolitik, Kohäsionsfonds, regionale Disparitäten, Förderperiode und Europa 2020-Strategie.
Welche Rolle spielt der Kohäsionsfonds für die europäische Angleichung?
Der Kohäsionsfonds dient dazu, EU-Staaten mit einem BIP pro Kopf unter 90% des EU-Medianwerts finanziell zu unterstützen, um ihre wirtschaftliche und soziale Anbindung an die restlichen Staaten zu gewährleisten.
Inwiefern hat sich der Fokus der Strukturpolitik ökologisch verändert?
Die Strukturpolitik hat sich von einer primär wirtschaftlich orientierten Förderung zunehmend zu einer Politik entwickelt, die aktiv Maßnahmen zur Umweltprävention und zur Förderung erneuerbarer Energien finanziert.
- Arbeit zitieren
- Julien Dietrich (Autor:in), 2015, Die Entwicklungen der EU-Strukturpolitik und die Auswirkungen für die Europäische Union, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/299791