In Zeiten einer immer weiter fortschreitenden Globalisierung, technischen Neuentwicklungen und eines sich ständig wandelnden betrieblichen Umfelds stehen Unternehmen vor immer größeren Herausforderungen (vgl. TIEMEYER 2013, S. 1). Damit einher gehen steigende Anforderungen an das Finanzcontrolling. Neben der Liquiditätssicherung des Unternehmens als zentrale Aufgabe entwickeln sich laufend weitere komplexe Aufgabenbereiche, die vom Finanzcontrolling als Schnittstelle zwischen Leistungsbereich und Führungsebene eines Unternehmens erfüllt werden müssen, um den Fortbestand der Unternehmung zu gewährleisten (vgl. KROPP, GILLENKIRCH 2004, S. 86).
So erwarten sowohl Führungsebene als auch der Leistungsbereich laufend kurzfristige und detaillierte Informationen über die aktuelle finanzielle Situation des eigenen Unternehmens, um auf Entwicklungen frühzeitig reagieren zu können. Diese Daten müssen schnell und umfassend an die Entscheidungsträger transportiert werden. Manuell und ohne IT-gestützte Werkzeuge kann das Finanzcontrolling diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden (vgl. LAUDON 2009, S. 8).
Doch welche Informationen benötigen die jeweiligen Bereiche und wie können die Daten vom Controlling erhoben werden? Welche Werkzeuge kommen als Auswertungsverfahren in Betracht und welche Anforderungen müssen diese erfüllen? Die vorliegende Arbeit untersucht, auf welche Kriterien bei der Auswahl und Einführung von informationstechnischen Werkzeugen ein besonderes Augenmerk gelegt werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung
2 Grundlagen
2.1 Definition Informationstechnik
2.2 Aufgaben und Ziele des Finanzcontrollings
2.3 Methodologie
3 Koordination und Steuerung des Finanzcontrollings
3.1 Koordination innerhalb des Finanzbereichs
3.2 Koordination mit dem Leistungsbereich
3.3 Koordination mit dem Führungssystem
3.4 Instrumente des Finanzcontrolling
4 Auswahl mittels Kriterienkatalog
4.1 Auswahlprozess
4.2 Anforderungen an IT-Werkzeuge allgemein
4.3 Anforderungen an IT-Werkzeuge im Finanzcontrolling
4.4 Nicht-softwaretechnische Kriterien
5 Bewertung der Auswahlkriterien
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen strukturierten Kriterienkatalog zu erarbeiten, der Unternehmen bei der Auswahl und Einführung geeigneter informationstechnischer Werkzeuge für das Finanzcontrolling unterstützt. Dabei wird untersucht, wie durch den Einsatz spezifischer IT-Software die komplexen Anforderungen an Finanzplanung, -steuerung und Berichterstattung effizient erfüllt werden können.
- Grundlagen der Informationstechnik und des Finanzcontrollings
- Koordination und Steuerung im Finanzcontrolling
- Entwicklung eines systematischen Kriterienkatalogs zur Softwareauswahl
- Differenzierung zwischen funktionalen, nicht-funktionalen und anbieterspezifischen Auswahlkriterien
- Bewertung der Kriterien auf Basis von Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
4.2 Anforderungen an IT-Werkzeuge allgemein
Generell wird bei den zu erfüllenden Software-Anforderungen zwischen funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen unterschieden (vgl. ROBERTSON, ROBERTSON 2013, S. 10). Funktionale Anforderungen legen fest, was die Software tun soll und beschreiben damit die Produktfunktionen, die der Anwender mit der Software durchführen kann (vgl. HANSEN, NEUMANN 2009, S. 351). Diese können je nach Projekt und Einsatzgebiet unterschiedlich sein. Die für das Finanzcontrolling relevanten funktionalen Anforderungen werden im Kapitel 4.2 näher erläutert.
Nichtfunktionale Anforderungen, die im Wesentlichen auch Bestandteil der Prüfung nach der ISO/EC 25000 sind, beschreiben hingegen, welche Eigenschaften die Software aufweisen soll und stellen damit Qualitätsaspekte dar, die grundsätzlich für nahezu alle Software-Systeme relevant sind. Hierzu zählen im Einzelnen die folgenden Aspekte (vgl. ROBERTSON, ROBERTSON 2013, S. 10):
• Aussehen und Handhabung
• Benutzbarkeit
• Leistung und Effizienz
o Zeit- und Verbrauchsverhalten
o Verfügbarkeit
o Korrektheit
o Flexibilität
o Skalierbarkeit
• Zuverlässigkeit
• Wartbarkeit
• Sicherheitsanforderungen
• Portierbarkeit
• Randbedingungen wie gesetzliche, politische oder kulturelle Bedingungen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Anforderungen an das Finanzcontrolling durch Globalisierung und technologische Entwicklungen und definiert das Ziel, einen Kriterienkatalog für IT-gestützte Werkzeuge zu entwickeln.
2 Grundlagen: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten rund um Informationstechnik und Finanzcontrolling sowie die für die Arbeit genutzten wissenschaftlichen Methoden dargelegt.
3 Koordination und Steuerung des Finanzcontrollings: Dieses Kapitel erläutert die Schnittstellenfunktion des Finanzcontrollings zwischen Finanzbereich, Leistungsbereich und Führungssystem sowie die wesentlichen Instrumente.
4 Auswahl mittels Kriterienkatalog: Hier wird der Prozess der Softwareauswahl detailliert beschrieben und ein Katalog aus funktionalen, nicht-funktionalen und nicht-softwaretechnischen Anforderungen entwickelt.
5 Bewertung der Auswahlkriterien: Dieses Kapitel wertet die entwickelten Kriterien basierend auf Experteninterviews aus und priorisiert diese für die praktische Anwendung.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der IT-Unterstützung für das Finanzcontrolling zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen wie die Integration der Liquiditäts- in die Budgetplanung.
Schlüsselwörter
Finanzcontrolling, Informationstechnik, Kriterienkatalog, Softwareauswahl, Liquiditätssicherung, Finanzplanung, Finanzsteuerung, Business-Software, IT-Management, Cash-Management, Budgetierung, Experteninterviews, Anforderungsanalyse, Finanzrisiken, Unternehmenssteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Auswahl und Einführung von IT-Werkzeugen (Software) zur Unterstützung der Aufgaben im Finanzcontrolling.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anforderungen an Finanzcontrolling-Software, das Zusammenspiel mit anderen Unternehmensbereichen sowie die Kriterien zur Evaluierung und Auswahl passender IT-Lösungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs, der als Leitfaden bei der Suche nach und Implementierung von geeigneten IT-Werkzeugen dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche sowie der Durchführung von Experteninterviews zur Validierung der Auswahlkriterien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Instrumente des Finanzcontrollings, definiert funktionale und nicht-funktionale Anforderungen an Software und bewertet diese im Kontext der Unternehmenspraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Finanzcontrolling, Kriterienkatalog, Softwareauswahl, Liquiditätssicherung, Finanzplanung und IT-Management sind die prägenden Begriffe.
Warum ist ein Kriterienkatalog vor der Softwareeinführung wichtig?
Er dient als elementare Vorarbeit, um eine strukturierte Abwägung zwischen verschiedenen Anbietern zu ermöglichen und sicherzustellen, dass die gewählte Software zum spezifischen Einsatzzweck passt.
Welche Rolle spielt die Integration von Datenquellen bei der Softwareauswahl?
Da die Software Informationen aus verschiedenen internen (z.B. ERP) und externen Systemen (z.B. Banken) verarbeiten muss, ist die technische Fähigkeit zur Integration der Daten eine essenzielle Anforderung.
- Quote paper
- Tobias Marsch (Author), Patrick Wegener (Author), 2014, Auswahl und Einführung von Werkzeugen für das Finanzcontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/299295