Wenige Katastrophen beherrschten, mit Blick auf die letzten Jahrzehnte, so lange die Medien, wie
Ölkatastrophen und insbesondere auch die verheerenden Unglücke auf Bohrinseln.
Das Öl ist zu einer Art Synonym und Sinnbild für menschengemachte Umweltverschmutzung geworden, weil
es, im Gegensatz zu anderen Umweltgefahren, sichtbarer ist, wobei die langfristigen Folgen auch hier nie absehbar sind.
Über Wochen sieht man dann zuerst die Bilder der verwüsteten Unglücksstelle und dann die ölverpesteten Gewässer und Uferlinien, die verklebten und verendenden Tiere, wie z.B. Wasservögel oder an der Oberfläche treibende Fische und schließlich die zum Großteil freiwilligen Helfer, die
verzweifelt versuchen, zu retten, was noch irgendwie zu retten ist und oftmals von Hand die Küsten vom Öl befreien.
Jedes Mal stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum passiert derart Schreckliches immer und immer wieder? Eine lange Liste lässt sich anlegen über die Ölunfälle und Ölkatastrophen und man würde feststellen, dass ihre Zahl in den letzten Jahren nicht ab-, sondern zugenommen hat.
Warum beherrscht der Mensch nach so vielen Jahren und höchstem technologischen Entwicklungsstand die Förder- und Transporttechniken immer noch nicht und, wenn dem so ist,
warum nutzt er sie trotzdem?
Wie können wir die Probleme bewältigen? Und was gibt es für
Lösungswege, um in Zukunft nicht mehr diesen Schreckensszenarien ausgesetzt zu sein?
Diesen Fragen zu Ölkatastrophen, den wohl zu den schlimmsten zählenden Umweltkatastrophen
unserer Zeit, exemplarisch am Beispiel der 2010 explodierten Bohrinsel "Deepwater Horizon" nachzugehen und eine Betrachtung der Risiken nicht nur aus technologischer sondern auch aus ethischer Perspektive zu wagen ist Ziel dieser Seminararbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Warum bauen wir Ölplattformen?
3. Die Katastrophe der Deepwater Horizon
3.1. Die Bohrinsel Deepwater Horizon
3.2. Verlauf der Katastrophe und vorgenommene Maßnahmen
3.3. Die Auswirkungen der Katastrophe
4. Lösungsansätze und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die technologischen Risiken und die ethischen Implikationen von Ölkatastrophen am Beispiel der Deepwater-Horizon-Explosion von 2010. Ziel ist es, die Ursachen für das wiederholte Auftreten solcher Umweltkatastrophen zu analysieren und die Dringlichkeit einer nachhaltigen Energiewende zu diskutieren.
- Abhängigkeit der globalen Gesellschaft vom fossilen Energieträger Erdöl
- Technische und ökologische Aspekte der Offshore-Ölförderung
- Ursachenanalyse der Deepwater-Horizon-Katastrophe und deren Eindämmungsversuche
- Kritische Bewertung der Umweltauswirkungen und eingesetzter Chemikalien
- Diskussion von Nachhaltigkeit und ethischer Verantwortung für künftige Generationen
Auszug aus dem Buch
Die Bohrinsel Deepwater Horizon
Die Deepwater Horizon war eine zwischen 1998 und 2001 für 350 Millionen Dollar Baukosten errichtete Exploration-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko, 84 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana. Dort wurden vom schweizer Unternehmen Transocean im Auftrag des britischen Öl- und Energiekonzerns BP Probebohrungen 1500 Meter unter dem Meeresspiegel durchgeführt, um neue Ölvorkommen zu erkunden. Die Plattform war eine Halbtaucherkonstruktion, das heißt, sie ruhte auf eingetauchten Säulen, die unter Wasser von Auftriebskörpern getragen wurden. Im September 2009 wurde im dortigen Tiber-Ölfeld die „bisher weltweit tiefste Bohrung ihrer Art bis in 10.685 Meter getrieben.“ Der Grund für diese aufwändigen und risikoreichen Bohrungen lag in der bereits beschriebenen Notwendigkeit, immer abgelegenere Ölvorkommen zu erreichen. „Die größeren technischen Schwierigkeiten führten, zusammen mit hohen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen, auch zu wesentlich höheren Risiken.“ Es war also durchaus bekannt, dass derartige Bohrungen mit Risiken verbunden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Ölkatastrophen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem ethischen Umgang mit den Risiken moderner Fördertechnologien.
2. Warum bauen wir Ölplattformen?: Hier wird die fundamentale Abhängigkeit der modernen Weltwirtschaft und Gesellschaft vom Erdöl sowie die Notwendigkeit zur Erschließung immer komplexerer Vorkommen erläutert.
3. Die Katastrophe der Deepwater Horizon: Dieses Kapitel detailliert den Aufbau der Plattform, den Unfallhergang sowie die (teils kontraproduktiven) Maßnahmen zur Eindämmung und deren fatale Umweltauswirkungen.
4. Lösungsansätze und Ausblick in die Zukunft: Abschließend wird die Notwendigkeit einer Abkehr von fossilen Brennstoffen sowie einer ethisch fundierten, nachhaltigen Energiepolitik für kommende Generationen gefordert.
Schlüsselwörter
Deepwater Horizon, Ölkatastrophe, Ölplattform, Erdölförderung, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Technologische Risiken, Ethik, Fossile Energie, Corexit 9500, Offshore-Bohrungen, Peak Oil, Klimawandel, Energiehunger, Umweltverschmutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Ölkatastrophen bei der Offshore-Förderung, dargestellt am konkreten Fall der Deepwater Horizon, und untersucht die damit verbundenen ethischen Dilemmata.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die globale Abhängigkeit von Erdöl, technische Risiken bei Tiefseebohrungen, die ökologischen Folgen von Leckagen und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energiewende.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt, wirtschaftlichem Profitstreben und moralischer Verantwortung für Umwelt und zukünftige Generationen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Berichten und Daten zum Unfallhergang und seinen Folgen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Gründe für Offshore-Bohrungen, die technischen Details der Katastrophe von 2010 sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den kurz- und langfristigen Auswirkungen auf das Ökosystem.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, Tiefseebohrung, ökologische Katastrophe, ethische Verantwortung und die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen.
Warum war der Einsatz von Corexit 9500 bei der Bekämpfung der Ölpest so umstritten?
Der Einsatz der Chemikalie war umstritten, da sie das Öl zwar oberflächlich „unsichtbar“ machte, aber toxische Wirkungen auf Lebewesen hat und von Kritikern als potenziell schädlicher als das Öl selbst eingestuft wurde.
Welche Rolle spielt der Begriff „Nachhaltigkeit“ im Ausblick der Arbeit?
Nachhaltigkeit wird hier als ethischer Imperativ definiert, der besagt, dass die Bedürfnisse der heutigen Generation nicht die Möglichkeiten und die Lebensgrundlage künftiger Generationen gefährden dürfen.
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- Simon Valentin (Author), 2014, Gefahren der Erdölförderung am Beispiel der Ölplattform "Deepwater Horizon", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/299240