Diese Arbeit wird die Person Caesar, sein Verhalten vor den Iden des März sowie die Motivation und Beweggründe der Verschwörer grob umreißen und soll eine Einsicht in das Geschehen um die Iden des März geben.
„Wer einen Tyrannen tötet, hat mit Sicherheit kein Verbrechen begangen. So denkt jedenfalls das Volk von Rom, dass die Tat als das glänzende aller guten Werke ansieht“ schrieb Cicero in seinem letzten Werk. Allgemein war der Tyrannenmord in der Antike positiv bewertet. Schon bei den Griechen galt wer einen Tyrannen tötet als Held. So erwarteten auch die Verschwörer gegen Caesar, dass sie nach dem Mord als Helden gefeiert würden. Es stellt sich die Frage, aus welchen Gründen die Verschwörer Caesar als Tyrannen sahen. Wenn man Aristoteles’ Politea über Tyrannen liest lassen sich einige Ähnlichkeiten zwischen Caesar und Aristoteles’ Definierung eines Tyrannen finden.
Das bedeutet aber nicht, dass die Senatoren und das Volk schlechteren Bedingungen ausgesetzt waren als vor Caesar. Ganz im Gegenteil waren viele der Senatoren erst unter und durch Caesar zu ihren Ämtern und ihrem Reichtum gekommen. Und das Volk liebte Caesar für seine Clementia. Caesar hatte außerdem den Bürgerkrieg beendet. Was die Senatoren wirklich störte, war das Ende ihrer Libertas, ihrem Recht als Gleiche untereinander um die Macht zu kämpfen. Caesar hatte sie alle um Längen in Macht und Einfluss überholt. Sie waren nun keine Entscheidungsträger mehr. Nur noch Repräsentanten für einen Senat, welcher keinen Einfluss mehr auf die Gesetzgebung hatte.
Ihr Wunsch Caesar zu töten, als Tyrannen darzustellen und daher all seine Entscheidungen rückgängig zu machen erscheint paradox. Da sie alle von Caesar in ihre Ämter eingesetzt wurden, würden sie diese dann eben auch wieder verlieren. Dies zeigt auch die Notwendigkeit die Gründe der Verschwörer, sowie das Verhalten Caesars, welches dazu führte dass er von den Senatoren als Tyrann gesehen wurde, genauer zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Caesars Person und sein Verhalten vor der Ermordung
3. Die Verschwörer
4. Die Tat
5. Die Folgen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Ermordung Gaius Julius Caesars an den Iden des März, wobei der Fokus auf dem Verhalten Caesars vor der Tat sowie der Motivation und den Beweggründen der Verschwörer liegt. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, warum die Senatoren Caesar als Tyrannen wahrnahmen und inwieweit diese Einschätzung in seinen politischen Handlungen begründet war oder durch andere Faktoren beeinflusst wurde.
- Analyse der politischen Laufbahn und des Führungsstils Caesars
- Untersuchung der Motive führender Verschwörer wie Brutus und Cassius
- Bewertung der zeitgenössischen Wahrnehmung Caesars im Vergleich zu antiken Tyrannendefinitionen
- Darstellung des direkten Ablaufs der Ermordung und der unmittelbaren gesellschaftlichen sowie politischen Reaktionen
Auszug aus dem Buch
3. Die Verschwörer
Fast alle der Verschwörer waren in ihrer Position, weil Caesar sie ernannt und in den Senat geholt hatte. Sie hatten durch Caesar ihre Stellung, sowie auch ihren Reichtum erreicht. Dies lässt es vorerst verwunderlich erscheinen warum sie sich gegen Caesar verschworen. Von den insgesamt ca. 60 Verschwörern ist uns nur von wenigen eine genauere Überlieferung erhalten, daher wird sich diese Arbeit auf die zwei führenden Personen konzentrieren. Diese waren Marcus Junius Brutus und Gajus Cassius Longinus, von welchen es auch die meisten Überlieferungen gibt. Von diesen Beiden lässt sich auf die Motive und Umstände der anderen Verschwörer schließen. Sie sind repräsentativ für die „Blüte des römischen Adels.“ Um des Standes Willen waren sie bereit persönliche Opfer zu bringen.28 Gaius Cassius Longinus war ein erfolgreicher Soldat, welcher im Bürgerkrieg zu den Anhängern Pompeius’ gehörte und von Caesar begnadigt wurde. Am 1.1.44 wurde er zum Praetor Peregrinus ernannt, was er aber laut der Quellen als eine Verletzung seiner Dignitas auffasste. Auch hatte Caesar das Konsulat 41 Brutus versprochen, welches Cassius Longinus bekleiden wollte. Auch dies soll ihn beleidigt haben, doch vor allem muss es ihn gestört haben, dass es keine für ihn vorgesehene Rolle gegeben hatte. Er schien eindeutig in Ungnade gefallen zu sein. Plutarch schreibt über Cassius, dass er eher private Gründe hatte, Caesar zu hassen, als dass er die Tyrannei verabscheute.29
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik des Tyrannenmordes ein und stellt die zentrale Fragestellung nach den Beweggründen der Verschwörer sowie der Wahrnehmung Caesars als Tyrann vor.
2. Caesars Person und sein Verhalten vor der Ermordung: Dieses Kapitel zeichnet den rasanten Aufstieg Caesars durch den Cursus honorum sowie seine maßgeblichen politischen Entscheidungen und seinen Führungsstil nach, die zu seiner Isolierung im Senat führten.
3. Die Verschwörer: Hier werden die Beweggründe der Verschwörer analysiert, wobei der Fokus auf den führenden Köpfen Marcus Junius Brutus und Gajus Cassius Longinus liegt und deren persönliche sowie politische Motive beleuchtet werden.
4. Die Tat: Dieser Abschnitt beschreibt den zeitlichen Ablauf der Iden des März, die Vorbereitungen der Verschwörer und die unmittelbare Durchführung des Attentats im Senat.
5. Die Folgen: Das Kapitel thematisiert die unmittelbaren Reaktionen der Bevölkerung und des Senats auf den Mord, die zur Flucht der Verschwörer und zur endgültigen Instabilität der römischen Republik führten.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Attentat zwar erfolgreich in der Tötung Caesars war, jedoch die ursprünglichen politischen Ziele der Verschwörer verfehlte und das Ende der Republik sowie den Aufstieg des Kaiserreiches einleitete.
Schlüsselwörter
Julius Caesar, Iden des März, Verschwörung, Tyrannenmord, Römische Republik, Senat, Marcus Junius Brutus, Gajus Cassius Longinus, Dictator perpetuus, Libertas, Politische Krise, Antike, Bürgerkrieg, Attentat, Machtkampf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die historischen Ereignisse rund um die Ermordung von Gaius Julius Caesar an den Iden des März sowie die Hintergründe und Motive der beteiligten Verschwörer.
Welche zentralen Themenfelder werden in dem Buch bearbeitet?
Die zentralen Themen sind Caesars politisches Verhalten vor dem Mord, die Psychologie und Motivation der Verschwörer sowie die politischen Folgen des Attentats für die römische Republik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, warum Caesar trotz seiner Erfolge von Senatoren als Tyrann wahrgenommen wurde und welche persönlichen oder politischen Gründe die Verschwörer für ihre Tat anführten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse antiker Quellen wie Plutarch, Sueton und Cicero sowie auf moderne Forschungsliteratur, um die Ereignisse kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Biografie Caesars, die Charakterisierung der Verschwörer, den Ablauf des Attentats sowie die Analyse der darauffolgenden gesellschaftlichen Reaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Caesar, Iden des März, Tyrannenmord, Senat, Brutus, Cassius, Römische Republik und die Wahrnehmung von Tyrannei in der Antike.
Welche Rolle spielte Cicero laut der Arbeit bei der Verschwörung?
Obwohl Cicero ein bekannter Gegner Caesars war, gehörte er laut den Ausführungen nicht zum engeren Kreis der Verschwörer, wurde jedoch aufgrund seiner Schriften später von Marcus Antonius als geistiger Vater des Mordes bezeichnet.
Wie bewertet der Autor den Erfolg der Verschwörung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Verschwörer zwar erfolgreich darin waren, Caesar zu töten, jedoch ihr eigentliches Ziel – die Wiederherstellung der Republik – scheiterte, da sie die politischen Folgen falsch einschätzten und den Weg in das Kaiserreich beschleunigten.
- Arbeit zitieren
- Fritjof Mellin (Autor:in), 2012, Die Iden des März, 44 v.Chr. Ein Überblick der Verschwörung gegen Caesar, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/298623