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Die Mafiakommission als Institution zur Konfliktbearbeitung

Title: Die Mafiakommission als Institution zur Konfliktbearbeitung

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dominic Ajay (Author)

Sociology - Social System and Social Structure

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Summary Excerpt Details

„In Zeitungen, Büchern und Filmen wird viel erzählt über die Brutalität der Mafia. Natürlich ist nicht zu leugnen, dass sie tatsächlich existiert. Aber sie ist nicht ein erklärtes Ziel. (…) Die nach außen hin am abstoßendsten wirkenden Vergeltungsmaßnahmen, bei denen man sich wirklich die Hände schmutzig macht und die uns unnötig brutal erscheinen, geschehen nie aus Herzenslust und Spaß an der Freude, sondern ausschließlich in strengem Bewußstsein der Pflicht, aus Gehorsam und Selbstachtung.“(Falcone 1991: S.30)

Der Textausschnitt aus Inside Mafia von Giovanni Falcone erläutert gut das Problem, dass die Mafia hat. Die Omerta, dass Schweigegesetz, liegt unter verschiedenen Aspekten der Auslegung. Der hier beschriebene Artikelausschnitt hebt das Problem der Selbst- und Eigeninterpretation sehr gut heraus, denn er verweist auf das Problem der gewaltsamen Selbsthilfe und lässt relativ offen wie dieses Problem gelöst werden
soll. Denn offensichtlich gehört das Töten und der Mord zum alltäglichen Geschäft dieser Organisation. Diese und ähnliche Entscheidungen werden über die „Mafiakommission“ entschieden. Die Mafia weist dabei in Bezug auf die
Konfliktentstehung Parallelen zu segmentären Gesellschaften auf. Sie gleichen ihnen nicht vollständig, aber viele Mechanismen ähneln ihr.

Luhmann hat sich in seinem Werk „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ mit den wesentlichen Zügen einer segmentären Gesellschaft beschäftigt. Ich werde seine Thesen heranziehen, um zu prüfen welche Merkmale der Mafia, der der segmentären Gesellschaften gleichen.
Dazu werde ich den Fokus auf die historischen Faktoren und die internen Strukturen der Mafia richten, um die sozialen Prozesse und Dynamiken der Mafia besser in Relation zu setzten. Anschließend werde ich versuchen das Problem der gewaltsamen Selbsthilfe innerhalb dieser Geheimorganisation zu erläutern und wieso diese nicht als Konfliktbearbeitungsprozess genutzt werden kann.

Nach der anschließenden Analyse dieses Problem werde ich mich mit der Kommission als bilaterale Verhandlung beschäftigen und herausfiltern, wie die gewaltsame Selbsthilfe in eine Lösung umcodiert wird. Außerdem werde ich versuchen herauszustellen, wo die funktionalen Grenzen und Probleme der Kommission als Verhandlungsorgan liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Mafia. Eine segmentäre Gesellschaft?

2.1. Die symbolische Konstruktion der Mafia durch die gemeinsame Geschichte

2.2. Die Parallelen der Sozialstruktur der Mafia zu segmentären Gesellschaften

3. Das Problem der gewaltsamen Selbsthilfe innerhalb der Mafia als segmentäre Gesellschaft.

4. Die Mafiakommision als Legitimation und Konfliktbearbeitungslösung

4.1) Der Aufbau und die Funktion der Kommission in der Mafia

4.2) Die funktionalen Probleme und Grenzen der Kommission in der Mafia

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mafia als eine Form segmentärer Gesellschaft und analysiert, wie die „Mafiakommission“ als institutionalisiertes Konfliktbearbeitungsorgan fungiert, um gewaltsame Selbsthilfe innerhalb dieser Organisation zu regulieren oder zu legitimieren.

  • Soziologische Analyse der Mafia unter dem Aspekt der segmentären Gesellschaft
  • Historische und strukturelle Grundlagen der mafiösen Sozialordnung
  • Die Problematik der gewaltsamen Selbsthilfe als Konfliktlösung
  • Funktionsweise und Struktur der Mafiakommission
  • Grenzen des internen Konfliktmanagements durch Machtkonzentration und Korruption

Auszug aus dem Buch

4.1) Der Aufbau und die Funktion der Kommission in der Mafia

Das Grundproblem der Mafia ist der ständige Werte und Interessenkonflikt zwischen den Familien der in einen Machtkonflikt ausartet der wiederum zu gewaltsamer Selbsthilfe führt die das System gefährdet, wenn die Kommission nicht zwischengeschaltet ist. Um einen Konsens zu erhalten werden diese Konflikte mithilfe der Kommission in eine Verhandlung umgeleitet. Im Jahr 1957 führte man eine “Provincial commission” nach amerikanischem Vorbild, des von der Amerikanischen Cosa Nostra in den 1930ern etablierten Modells ein. (Paoli 2003 ,S. 53) Dieses Modell sollte zu einer Konfliktlösung beitragen. Die Idee ist eine Demokratische Wahl eines “capo mandamento” für jeden Bezirk gewesen : „each of which represented the territory of three or four neighboring families having the right to elect its own representative (called the capo mandato).”(Paoli 2003, S. 53)

Die Verteilung und die Entscheidung der Kommission sollte dabei in die Hände der einfachen Soldaten gelegt werden um eine Ausdifferenzierung von Machtverhältnissen zu gewährleisten und die Entscheidungen differenzierter Ausfallen zu lassen. (Paoli 2003 , S. 53) Die Kommissionsabgeordneten der einzelnen Familien wurden Mandatschefe genannt Die Kommissionen auf der Provinzebene haben einen Kommissionschef der von den Mandatschefen erwählt wird. Dabei finden die Verhandlungen in einer „face to face ear to ear“ Kommunikation statt. Es gibt dadurch keine Informationsverzerrung durch andere Mittelspersonen wie zum Beispiel durch die Mafiabosse die dann den Entscheidungen der Soldati durch die Ausdifferenzierung von der Familie nicht beiwohnen können. (Spittler 1980, S.156) An den Kommissionen wird hierbei unbewaffnet teilgenommen. Die Aktivität der einzelnen Familien werden durch dieses „Kollegialorgan“ koordiniert und gesteuert (Uesseler 1987, S.103)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Problematik der gewaltsamen Selbsthilfe innerhalb der Mafia vor und definiert das Ziel, die Mafia mittels soziologischer Thesen (Luhmann) als segmentäre Gesellschaft zu untersuchen.

2. Die Mafia. Eine segmentäre Gesellschaft?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entstehung der Mafia in Sizilien und zieht Parallelen zu Luhmanns Konzept der segmentären Gesellschaft, insbesondere durch symbolische Konstruktion von Zugehörigkeit.

3. Das Problem der gewaltsamen Selbsthilfe innerhalb der Mafia als segmentäre Gesellschaft.: Hier wird erläutert, warum gewaltsame Selbsthilfe in der Mafia oft in unkontrollierbare Fehden eskaliert, da jede Familie eigene Interpretationsspielräume der Regeln besitzt.

4. Die Mafiakommision als Legitimation und Konfliktbearbeitungslösung: Dieses Kapitel analysiert die Kommission als Institution, die durch Verhandlungen und Schiedssprüche versucht, den Konflikt in eine konsensuale Lösung umzuwandeln.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Kommission aufgrund ihrer Verwobenheit mit familiären Interessen und dem Mangel an universellen Regeln nur eingeschränkt funktionieren kann und eine permanente Gefahr von Fehden bleibt.

Schlüsselwörter

Mafia, Cosa Nostra, segmentäre Gesellschaft, Konfliktbearbeitung, gewaltsame Selbsthilfe, Mafiakommission, Omerta, Schiedsspruch, Luhmann, Sozialstruktur, Ehrenkodex, Fehden, Legitimation, soziale Kontrolle, Familienstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Struktur der Mafia und analysiert, wie diese Organisation ihre internen Konflikte mittels einer speziellen Institution, der „Mafiakommission“, zu verwalten versucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die soziologische Theorie der segmentären Gesellschaft, die historischen Wurzeln der Cosa Nostra, die Problematik der gewaltsamen Selbsthilfe und die Funktionsweise von institutionalisierten Verhandlungsprozessen innerhalb der Mafia.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie die Mafiakommission als Verhandlungsorgan gewaltsame Selbsthilfe eindämmen soll und wo die funktionalen Grenzen dieses Systems liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Analyse unter Anwendung systemtheoretischer Konzepte, insbesondere basierend auf den Thesen von Niklas Luhmann zur segmentären Gesellschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen und strukturellen Merkmale der Mafia dargelegt, das Problem der Eskalationsspirale durch Selbsthilfe erörtert und die Entstehung sowie die Probleme der Mafiakommission als Schiedsinstanz detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mafia, segmentäre Gesellschaft, Konfliktbearbeitung, gewaltsame Selbsthilfe und die Mafiakommission.

Was bedeutet der Begriff „Omerta“ im Kontext dieser Arbeit?

Die Omerta fungiert als Schweigegesetz und Legitimierungsinstrument, das die Kommunikation innerhalb der Organisation präzisiert, aber auch Spielraum für Eigeninterpretationen lässt.

Warum scheitert die Kommission laut der Arbeit häufig?

Die Kommission scheitert oft daran, dass sie keine neutrale Instanz ist, sondern durch Machtinteressen der Familien und Korruption unterwandert werden kann, was eine objektive Konfliktlösung verhindert.

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Details

Title
Die Mafiakommission als Institution zur Konfliktbearbeitung
College
Bielefeld University
Course
Conflictresolution
Grade
1,7
Author
Dominic Ajay (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V298386
ISBN (eBook)
9783656947950
ISBN (Book)
9783656947967
Language
German
Tags
mafiakommission institution konfliktbearbeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dominic Ajay (Author), 2013, Die Mafiakommission als Institution zur Konfliktbearbeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/298386
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