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Männlichkeitskonstruktionen als subversives Element in der "Melusine" des Thüring von Ringoltingen

Männlichkeit in der "Melusine"

Titel: Männlichkeitskonstruktionen als subversives Element in der "Melusine" des Thüring von Ringoltingen

Seminararbeit , 2015 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Barbara Spögler (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Thüring von Ringoltingens "Melusine" (1456) gilt als einer der ersten deutschen Prosaromane des Spätmittelalters. Dementsprechend umfangreich ist das Spektrum der bisher verhandelten Forschungsansätze zum literarischen Motiv der Melusine. In der hier vorliegenden Arbeit soll nun aus diesem äußerst heterogenen Forschungsfeld, der gendertheoretische Ansatz hervorgehoben werden, wobei der primäre Fokus der Analyse auf Männlichkeit respektive Männlichkeitskonstruktionen in der Melusine liegen wird.

Wurde der Text zwar bereits mehrfach mittels der Gender-Perspektive untersucht, dominieren dabei deutlich feministische Deutungsweisen, bei denen in erste Linie die Frauenfiguren und deren Weiblichkeit ins Zentrum des Forschungsinteresses gerückt werden.
Die Gender Studies befassen sich jedoch mit einem äußerst breiten Untersuchungsgegenstand, so dass neben dem Women‘s- und Queer Studies auch die Men‘s Studies zu ihrem Forschungsgebiet zählen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die mittelalterliche Geschlechterordnung

2.1 Wandel in der Sozial- und Klassenstruktur

2.2 Wann ist ein Mann ein Mann?

3. Maskulinität in der Melusine

3.1 Reymund als Negativexempel des Männlichen

3.2 Reymunds Söhne und Enkel als Inkorporation des Männlichen

3.3 Aktive Männlichkeit als Wiederherstellung der patriarchalen Ordnung

4. Melusines Männlichkeit

4.1 Melusine und der Phallus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Männlichkeitskonstruktionen in Thüring von Ringoltingens Prosaroman "Melusine" (1456) vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbruchsphase des 15. Jahrhunderts. Ziel ist es, die bisherige, primär feministisch geprägte Forschung um eine Perspektive auf die männlichen Identitätsentwürfe und das subversive Potenzial der titelgebenden Protagonistin zu erweitern.

  • Analyse des Wandels der mittelalterlichen Geschlechterordnung und deren Reflexion im Text.
  • Untersuchung von Reymund als "Negativexempel" männlicher Identität.
  • Kontrastierung mit den Söhnen und Enkeln als Träger einer aktiven, patriarchalen Männlichkeit.
  • Untersuchung der titelgebenden Figur "Melusine" hinsichtlich ihrer phallischen Symbolik und ihres subversiven Einflusses auf die Geschlechterhierarchie.

Auszug aus dem Buch

3.3 Aktive Männlichkeit als Wiederherstellung der patriarchalen Ordnung

Hätten wir in der Erzählung lediglich das Bild von Melusine und Reymund und ihrer spezifischen Form der Beziehung und Machtaufteilung, müsste man zweifelsohne von einer matriarchalen Herrschaftsform in der Melusine ausgehen. Da dies jedoch dem Publikum einer sich gerade verfestigenden patriarchalen Gesellschaft nur schwer zumutbar wäre, wird dieses matriarchale Moment durch zwei Momente aktiver, sich zugeigneter Männlichkeit außer Kraft gesetzt.

Zum einen zeigt sich die bereits exemplifizierte, exorbitante Männlichkeit der Söhne und Enkel als aktive Wiederherstellung der patriarchalen Ordnung. Dabei folgt die Machtaneignung in den von ihnen eroberten Ländern stets einer ähnlichen Logik: Durch männliche und ritterliche Tatkraft erwerben sie sich das Vertrauen der jeweiligen Herrscher und Könige, als es dann zum Ausfall der männlichen Herrschaftsfolge kommt, heiraten sie die jeweilige Tochter und werden so zum legitimen Herrscher des Gebiets. Im Gegensatz zu dem von Melusine vorgelebten Regiment der alleinherrschenden Frau mit einem Gatten als Repräsentanten an ihrer Seite, scheint in den eroberten Gebieten eine Frau als selbstbestimmende Herrscherin nicht möglich zu sein, weshalb sie allesamt unverzüglich mit einem männlichen Helden verheiratet werden. Somit stellen Melusines Söhne und Enkel als männliche Akteure und durch ihre eindeutige „Performance“ der Machtaneignung das Patriarchat – die Herrschaftsform der Männer schlechthin – wieder her und garantieren überdies den Fortbestand ihres Geschlechts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk im Forschungsfeld und begründet die Abkehr von rein feministischen Ansätzen zugunsten einer Analyse der Männlichkeitskonstruktionen.

2. Die mittelalterliche Geschlechterordnung: Dieses Kapitel arbeitet den gesellschaftlichen Wandel des 15. Jahrhunderts hin zum Patriarchat heraus und definiert das historische Verständnis von Männlichkeit.

3. Maskulinität in der Melusine: Der Hauptteil kontrastiert die passive Rolle des Protagonisten Reymund mit der aktiven, ritterlichen Männlichkeit seiner Nachkommen, um die patriarchale Ordnung zu dekonstruieren.

4. Melusines Männlichkeit: Hier wird untersucht, inwieweit die Protagonistin selbst phallische Züge trägt und damit die patriarchalen Strukturen subvertiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die unterschiedlichen Männlichkeitsbilder in der "Melusine" ein Spiegel der spätmittelalterlichen Identitätskrise sind.

Schlüsselwörter

Melusine, Thüring von Ringoltingen, Männlichkeit, Maskulinität, Gender Studies, Patriarchat, Subversion, Prosaroman, Reymund, Phallus, Geschlechterordnung, Mittelalter, Identitätskonstruktion, Machtstruktur, Familienmänner

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verschiedenen Männlichkeitsbilder und deren Konstruktion in Thüring von Ringoltingens Prosaroman "Melusine" aus dem Jahr 1456.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel der Geschlechterrollen im Spätmittelalter, die Rolle des Patriarchats und die subversive Wirkung weiblicher Herrschaft im Kontext literarischer Männlichkeitsentwürfe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die bestehende Forschungslücke bezüglich der "Men's Studies" im Kontext der Melusine-Rezeption zu schließen und die Komplexität der männlichen Identitätsentwürfe im Werk aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Gender Studies und stützt sich dabei auf theoretische Konzepte (z.B. Judith Butler, Walter Erhart), um literarische Figuren auf ihre performative Männlichkeit zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der passiven Figur Reymund, die aktive Männlichkeit seiner Söhne sowie die phallische Symbolik und subversive Wirkung der Melusine.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Titel der Arbeit sind Begriffe wie Patriarchat, Maskulinität, Performanz und Geschlechterordnung für das Verständnis des Textes essenziell.

Warum wird Reymund als "Negativexempel" bezeichnet?

Weil Reymund entgegen dem mittelalterlichen Ideal eines "Edelmanns" passiv agiert, sich in seinem Kummer suhlt und Melusine die Entscheidungsgewalt und Führung überlässt.

Welche Rolle spielt Melusines phallische Symbolik?

Die phallische Symbolik (verkörpert durch ihren Wurmschwanz) stellt ihre Dominanz dar, welche die patriarchale Ordnung herausfordert und letztlich zu ihrer Vertreibung führt.

Warum wird das Kloster durch Goffroy niedergebrannt?

Die Tat symbolisiert Goffroys radikale Ablehnung des geistlichen Lebens, welches er als Bruch mit der männlichen genealogischen Linie und ritterlichen Identität empfindet.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Männlichkeitskonstruktionen als subversives Element in der "Melusine" des Thüring von Ringoltingen
Untertitel
Männlichkeit in der "Melusine"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Germanistik)
Veranstaltung
Prosaromane des 15. und 16. Jahrhunderts
Note
1,0
Autor
Barbara Spögler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V296120
ISBN (eBook)
9783656939900
ISBN (Buch)
9783656939917
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Melusine Männlichkeit Gender Studies Prosaroman Mediävistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Barbara Spögler (Autor:in), 2015, Männlichkeitskonstruktionen als subversives Element in der "Melusine" des Thüring von Ringoltingen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/296120
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Leseprobe aus  22  Seiten
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