„Was der siebzehnjährige Jacob van Ruisdael 1646 in der Landschaftsmalerei leistet, kann ohne Übertreibung eine Revolution genannt werden“, schreibt Jeroen Giltaij, der van Ruisdael außerdem als „Wunderkind“ bezeichnet. In demselben Jahr nämlich entstanden van Ruisdaels erste Werke, in denen er anfing, Motive holländischer Landschaft zu verarbeiten, die so detailreich und realistisch sind, so überwältigend stimmungsvoll, so monumental von eigenwilliger Komposition, dass sie bis heute zahlreiche Sammler, Schriftsteller und Künstler inspirieren und beeindrucken.
Um diesen Jacob Isaackszon van Ruisdael soll es in der nachfolgenden Arbeit auch gehen. Über den Maler, der wohl entweder im Jahr 1628 oder 1629 in der holländischen Stadt Haarlem geboren wurde, ist nicht allzu viel bekannt. Jedoch wurde ihm das Künstlerische und die Malerei wohl in die Wiege gelegt, da sowohl sein Vater Isaack als auch sein Onkel Salomon van Ruysdael Maler waren. Außerdem unternahm van Ruisdael in seinen 20er Jahren einige Studienreisen durch Holland und unter anderem auch nach Deutschland, die als Inspiration für seine Werke dienten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1682 schuf er zahlreiche Meisterwerke, die bis heute stellvertretend für die holländische Landschaftsmalerei sind.
Drei der bekanntesten und besten Werke van Ruisdaels sollen an dieser Stelle besprochen werden, indem jeweils die Analysen verschiedener Autoren, Kunstkritiker und Kunsthistoriker herangezogen werden sollen und schließlich miteinander verglichen werden sollen.
Zunächst wird sich dem wohl berühmtesten Werk van Ruisdaels gewidmet, der „Mühle von Wijk“, bevor zu einem Gemälde übergegangen wird, das unter anderem Goethe so beeindruckt hat, dass er einen Essay dazu verfasste, nämlich dem „Judenfriedhof“. Schlussendlich wird noch auf die „Bleichwiesen von Haarlem“ eingegangen, das als ein Spätwerk van Ruisdaels, indem er seine Heimatstadt zeigt, bekannt geworden ist.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. „DIE MÜHLE VON WIJK“, UM 1670, ÖL AUF LEINWAND, 83 X 101 CM, RIJKSMUSEUM, AMSTERDAM
III. „DER JUDENFRIEDHOF“, UM 1655, ÖL AUF LEINWAND, 84 X 95 CM, STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN, DRESDEN
IV. „BLEICHWIESEN BEI HAARLEM“, UM 1670/75, ÖL AUF LEINWAND, 62 X 55 CM, KUNSTHAUS ZÜRICH
V. ZUSAMMENFASSUNG
VI. BIBLIOGRAPHIE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, drei bedeutende Werke des niederländischen Landschaftsmalers Jacob van Ruisdael – „Die Mühle von Wijk“, „Der Judenfriedhof“ und „Die Bleichwiesen bei Haarlem“ – anhand kunsthistorischer Analysen und zeitgenössischer sowie moderner Interpretationen tiefgehend zu untersuchen und ihre künstlerische sowie symbolische Bedeutung zu erörtern.
- Stilistische Analyse der Landschaftsmalerei von Jacob van Ruisdael
- Untersuchung der formalen Bildkomposition und Tiefenwirkung
- Symbolik von Vergänglichkeit und Naturkräften in Ruisdaels Werken
- Interpretation durch historische und moderne Kunstkritik (u.a. Goethe, Schmidt, Slive)
- Bedeutung der topographischen und architektonischen Details in den Gemälden
Auszug aus dem Buch
II. „Die Mühle von Wijk“, um 1670, Öl auf Leinwand, 83 x 101 cm, Rijksmuseum, Amsterdam
Eines der bekanntesten und unter anderem von Arnold Bode, Eugène Fromentin und Max Imdahl bewundertes und gelobtes Werk von Jacob van Ruisdael ist die zwischen 1665 und 1670 entstandene „Mühle von Wijk“.2
Der Kunstexperte Winfried Schmidt beschreibt es als „eine seiner schönsten Landschaften, reich in der Farbe […] und machtvoll in der Gestalt der Mühle“.3 Das Gemälde ist geprägt von dem großen Mühlenkörper und einem der Rheinarme, dem Lek. Die Mühle erhebt sich an der rechten Uferseite über den Rest der Landschaft: Büsche, Bäume, das Stadtbild mit seine Häusern, einer Kirche und einem Schloss. Durch den „perspektivischen Zug eines tiefen Horizonts“ werden die Mauern und die Türme der Stadt unter die Größe der Mühle gedrückt, deren Höhe und Mächtigkeit dadurch gesteigert wird. So wirkt sie wie ein das Ufer beherrschende Monument. Dadurch, dass van Ruisdael das linke Ufer des Lek nicht abgebildet hat, entsteht ein gewisses Gefühl von Weite, das einem die Illusion gibt, auf das offene Meer hinauszublicken. Damit wird das Höhenmaß des Mühlenkörpers nochmals verstärkt.4
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Einführung in die Biografie und Bedeutung von Jacob van Ruisdael sowie die thematische Hinführung zu den drei ausgewählten Hauptwerken.
II. „DIE MÜHLE VON WIJK“, UM 1670, ÖL AUF LEINWAND, 83 X 101 CM, RIJKSMUSEUM, AMSTERDAM: Untersuchung der formalen Bildgestaltung, der monumentalen Wirkung des Mühlenkörpers und der atmosphärischen Bedeutung von Wolken und Licht.
III. „DER JUDENFRIEDHOF“, UM 1655, ÖL AUF LEINWAND, 84 X 95 CM, STAATLICHE KUNSTSAMMLUNGEN, DRESDEN: Analyse der Vergänglichkeitssymbolik, der Rolle von Ruinen und Bächen sowie der berühmten literarischen Interpretation durch Johann Wolfgang von Goethe.
IV. „BLEICHWIESEN BEI HAARLEM“, UM 1670/75, ÖL AUF LEINWAND, 62 X 55 CM, KUNSTHAUS ZÜRICH: Erörterung der Darstellung niederländischer Produktivität und des Wohlstands sowie der räumlichen Wirkung der flachen Landschaft.
V. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit der Untersuchung, das die Komplexität von Ruisdaels Kunst und die Notwendigkeit einer präzisen formalen und inhaltlichen Interpretation unterstreicht.
VI. BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen zur Erstellung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Jacob van Ruisdael, Landschaftsmalerei, Die Mühle von Wijk, Der Judenfriedhof, Bleichwiesen bei Haarlem, Goldene Zeitalter, Kunstgeschichte, Symbolik, Vergänglichkeit, Bildkomposition, Haarlem, Johann Wolfgang von Goethe, Ölmalerei, Naturdarstellung, Niederländische Kunst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der Analyse dreier ausgewählter, berühmter Gemälde des niederländischen Landschaftsmalers Jacob van Ruisdael.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die formale Bildanalyse, die Interpretation der symbolischen Elemente wie Vergänglichkeit und Naturkraft sowie der kunsthistorische Kontext der Werke.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch den Vergleich verschiedener kunsthistorischer Analysen ein tieferes Verständnis für die komplexe Komposition und den Gehalt dieser Meisterwerke zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse, indem sie existierende Fachliteratur, Kunstkritiken und Interpretationen (wie die von Goethe oder Schmidt) zusammenführt und kritisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist in drei Kapitel untergliedert, die jeweils eines der Gemälde – „Die Mühle von Wijk“, „Der Judenfriedhof“ und „Die Bleichwiesen bei Haarlem“ – detailliert untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Landschaftsmalerei, Bildsymbolik, Goldene Zeitalter der Niederlande und die spezifischen Werktitel van Ruisdaels.
Welche Rolle spielt Goethes Essay für die Analyse des „Judenfriedhofs“?
Goethes Essay „Ruysdael als Dichter“ gilt als maßgebliche Interpretation, die das Bild als Allegorie der Vergänglichkeit etabliert hat und spätere Autoren maßgeblich beeinflusste.
Warum wird die „Bleichwiesen bei Haarlem“ als „Lobeshymne“ interpretiert?
Das Bild dokumentiert die für Haarlem wirtschaftlich bedeutende Leinenbleiche und wird daher als visuelle Anerkennung des städtischen Wohlstands und der mühevollen menschlichen Arbeit gedeutet.
- Quote paper
- Dennis Schmidt (Author), 2013, Analyse der Werke "Die Mühle von Wijk“, "Der Judenfriedhof“ und "Die Bleichwiesen bei Haarlem“ von Jacob van Ruisdael, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/295912