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Reisen im Geist der Aufklärung. Eine kritische Beurteilung von Carsten Niebuhrs "Reisebeschreibung nach Arabien"

Title: Reisen im  Geist der Aufklärung. Eine kritische Beurteilung von Carsten  Niebuhrs "Reisebeschreibung nach Arabien"

Term Paper , 2013 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julius Burghardt (Author)

World History - General and Comparison

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Summary Excerpt Details

Asien und Europa, Orient und Okzident – vermeintliche Gegensätze, die den europäischen Blick auf die restliche Welt bis heute prägen. Vom ersten Aufglimmen der Idee eines christlichen Abendlandes bis zum Kalten Krieg steht die Unterscheidung zwischen Ost und West einem friedlichen Miteinander im Wege. Umso erstaunlicher scheint es da, dass ausgerechnet ein Reisender des 18. Jahrhunderts geschafft haben soll, woran selbst heutige Forscher allzu oft scheitern: Die eigene Meinung außen vor zu lassen und die fremde Kultur mit unvoreingenommenem Blick zu studieren. Die Rede ist von Carsten Niebuhr, einem norddeutschen Mathematiker und Geographen, dessen Beschreibung seiner Expedition in den Orient 1761 bis 1767 trotz ihres Alters noch immer wie ein Paradebeispiel wertneutraler Forschungsarbeit wirkt.

Die wissenschaftlichen Leistungen Niebuhrs, sein genaues Auge und seine Offenheit gegenüber den orientalischen Kulturen haben ihm gerade in akademischen Kreisen viel Ruhm und Respekt eingebracht. Denn im Gegensatz zu den meisten Reiseberichten, in denen streng zwischen exotischer Fremde und vertrauter Heimat unterschieden wird, durchbricht Niebuhr in seiner Reisebeschreibung nach Arabien immer wieder diese Dichotomie und beeindruckt durch Vorurteilsfreiheit und Objektivität. Doch nichtsdestotrotz ist auch Niebuhr ein Kind seiner Zeit, dessen Werk im historischen Kontext gesehen werden muss. Ziel dieser Arbeit ist es daher, Carsten Niebuhrs Reisebeschreibung zu kontextualisieren und seine vermeintlich objektive Beschreibung der erforschten Völker kritisch zu hinterfragen. Darüber hinaus soll erörtert werden, inwieweit sein Bericht von den zeitgenössischen Diskursen beeinflusst wurde. Im Zentrum steht dabei die Beurteilung Niebuhrs als Vertreter eines Orientalismus im Sinne Saids, also der diskursiven Konstruktion des Orients als homogene, exotische, aber auch dem Westen untergeordnete Region.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorbemerkungen

2.1. Zur Quelle: Reiseberichte als historisches Zeugnis

2.2. Zum Autor: Carsten Niebuhr

2.3. Zur Reise: Der Verlauf der Expedition

3. Fremde Völker und Kulturen

3.1. Forschungsmethodik

3.2. Die Darstellung des Fremden

3.3. Türken und Araber, Osmanen und Muslime

4. Carsten Niebuhrs Umgang mit Religionen

4.1. Niebuhr als Protestant

4.2. Darstellung anderer Religionen

5. Carsten Niebuhr als Orientalist

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Carsten Niebuhrs Reisebeschreibung nach Arabien hinsichtlich ihrer Objektivität und ihrer Einordnung in den zeitgenössischen Diskurs. Das Hauptziel besteht darin zu analysieren, inwieweit Niebuhr sich von kolonialistischen Denkmustern des Orientalismus distanzieren konnte oder ob sein Werk als diskursive Konstruktion des "Orients" zu bewerten ist.

  • Methodische Analyse der Reiseberichterstattung im 18. Jahrhundert
  • Untersuchung des "Anderen" (Fremdwahrnehmung) und des Umgangs mit Religionen
  • Kritische Reflexion der Dichotomie von Orient und Okzident
  • Vergleich des Türken- und Araberbildes in Niebuhrs Werk
  • Einordnung von Niebuhrs Werk in das Orientalismuskonzept von Edward Said

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Darstellung des Fremden

Während seines Aufenthaltes in Ägypten schrieb Carsten Niebuhr nicht nur über die prächtigen Zeugnisse des Altertums oder das politischen Geschehen in Kairo, er widmete sich auch der eingehenden Betrachtung der Menschen, ihrer Kleidung und sogar ihres Zeitvertreibs während müßiger Stunden. So berichtet er über verschiedene Spiele, das Rauchen von Wasserpfeifen, die arabische Musik und schließlich auch von Affen, denen man zur Belustigung der Menge das Tanzen beigebracht und europäische Kleider angezogen hat:

„Weil die lange morgenländische Kleidung sich nicht wohl für einen Affen schickt, da er die meiste Zeit auf allen vieren geht, so kleidet man in Egypten die zum Tanz abgerichteten Affen oftmals nach Europäischer Art. Dieß giebt dem gemeinen Mohammedaner Anlaß uns mit diesen Thieren zu vergleichen, vornehmlich wenn er einen wohl gepuzten Europäer mit bloßem Kopfe und einem horizontal herabhängenden Degen sieht, der ihm, so wie dem Affen der Schwanz, hinten zwischen den Kleidern heraussteckt.“

Diese kurze Episode offenbart eine Eigenart Niebuhr, die charakteristisch ist für seine Art, mit fremden Kulturen umzugehen. Denn entgegen den meisten anderen Reisenden des 18. Jahrhunderts war der norddeutsche Forscher stets darum bemüht, den eigenen Standpunkt zu verlassen und das Seinsverständnis anderer Kulturen nachzuvollziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Orient-Wahrnehmung ein und definiert das Ziel der Arbeit, Niebuhrs Reisebeschreibung kritisch im Kontext von Orientalismus und Zeitgeist zu hinterfragen.

2. Vorbemerkungen: Dieses Kapitel erläutert die Gattung des Reiseberichts als historische Quelle, skizziert Niebuhrs Biografie als "aufgeklärten Forscher" und zeichnet den Verlauf der Arabien-Expedition nach.

3. Fremde Völker und Kulturen: Hier wird Niebuhrs methodischer Ansatz der Stadtbeschreibung analysiert, seine Beobachtungsgabe sowie sein Umgang mit Fremdheitskonstruktionen und Stereotypen am Beispiel von Türken und Arabern untersucht.

4. Carsten Niebuhrs Umgang mit Religionen: Das Kapitel beleuchtet Niebuhrs protestantische Prägung im Verhältnis zu anderen Konfessionen sowie seine Beobachtung und Darstellung des Islams und anderer asiatischer Religionen.

5. Carsten Niebuhr als Orientalist: Abschließend wird Niebuhrs Werk am Orientalismuskonzept Edward Saids gemessen und die Frage diskutiert, inwiefern seine Darstellung einen Machtdiskurs legitimiert oder kulturrelativistische Züge trägt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Niebuhr trotz menschlicher Schwächen und pauschaler Urteile kein Orientalist im Sinne Saids war, sondern ein außergewöhnlich objektiver Beobachter seiner Zeit.

Schlüsselwörter

Carsten Niebuhr, Reisebeschreibung nach Arabien, Orientalismus, Orient, Aufklärung, Fremdwahrnehmung, Reisebericht, kulturelle Dichotomie, Edward Said, interkultureller Austausch, Islam, Religionsgeschichte, Jemen, Reisegeschichte, Diskursanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Carsten Niebuhr während seiner Arabien-Expedition (1761–1767) fremde Kulturen und Religionen wahrnahm und in seinem Reisebericht beschrieb, insbesondere im Hinblick auf Objektivität und Vorurteile.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die methodische Herangehensweise des Autors, die Darstellung des Fremden, der Umgang mit verschiedenen Religionen sowie die historische Einordnung in den zeitgenössischen Orientdiskurs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Kontextualisierung von Niebuhrs Werk, um zu prüfen, ob es sich um eine wertneutrale Forschungsarbeit handelt oder ob sie bereits orientalistische Konstruktionen im Sinne Edward Saids aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Analyse von Niebuhrs Reisebeschreibung und vergleicht diese mit zeitgenössischen Diskursen sowie der Sekundärliteratur zur Forschungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Forschung, Niebuhrs Umgang mit Türken, Arabern und fremden Glaubensrichtungen sowie die Einordnung seines Werkes in das Konzept des Orientalismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Carsten Niebuhr, Orientalismus, Aufklärung, Reisebeschreibung, Fremdwahrnehmung und interkulturelle Beobachtung.

Wie unterscheidet sich Niebuhrs Türkenbild von seinem Araberbild?

Niebuhr idealisiert die Araber stark und begegnet ihnen mit Sympathie, während er gegenüber den Türken aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und der Übernahme bestehender Vorurteile ein negativeres und stereotypisierendes Bild zeichnet.

Warum spielt die Religion eine so große Rolle in der Analyse?

Da Niebuhr nach dem Tod seiner Mitstreiter die Rolle des Orientalisten der Expedition übernehmen musste, widmete er der Beschreibung fremder religiöser Riten und Lehren einen bedeutenden Teil seines Werkes, was seine eigene protestantische Weltanschauung widerspiegelt.

Ist Carsten Niebuhr als Orientalist im Sinne von Edward Said zu bezeichnen?

Nein, das Fazit der Arbeit betont, dass Niebuhr aufgrund seiner Offenheit und seines Verzichts auf ein westliches Überlegenheitsgefühl nicht in das klassische Muster des Orientalismus fällt, obwohl er in Einzelfällen Pauschalisierungen vornahm.

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Details

Title
Reisen im Geist der Aufklärung. Eine kritische Beurteilung von Carsten Niebuhrs "Reisebeschreibung nach Arabien"
College
University of Göttingen  (Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte)
Course
Vertiefungsseminar: Ost und West in Reiseberichten der Aufklärung
Grade
1,3
Author
Julius Burghardt (Author)
Publication Year
2013
Pages
27
Catalog Number
V295527
ISBN (eBook)
9783656934615
ISBN (Book)
9783656934622
Language
German
Tags
reisen geist aufklärung eine beurteilung carsten niebuhrs reisebeschreibung arabien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julius Burghardt (Author), 2013, Reisen im Geist der Aufklärung. Eine kritische Beurteilung von Carsten Niebuhrs "Reisebeschreibung nach Arabien", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/295527
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