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Die Unterminierung von Resilienz in Young Offender Institutes in Großbritannien

Die Begrenzung von Lösungsansätzen durch den gesellschaftlichen Resilienz-Anspruch an die Justiz

Titel: Die Unterminierung von Resilienz in Young Offender Institutes in Großbritannien

Hausarbeit , 2014 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Katharina Trampert (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Junge Menschen sind aus vielerlei Gründen wichtig für eine Gesellschaft. Sie werden in der Zukunft Verantwortung übernehmen, von ihrer Vorgängergeneration lernen und da, wo es nötig erscheint, Veränderungen einbringen. Für Letzteres ist es auch immer nötig, kritisch zu denken und gegebenenfalls entgegen der gängigen Normen Position zu beziehen, denn Veränderung kann auch bedeuten, veraltete, nicht mehr funktionsfähige Strukturen aufzuheben und durch neue zu ersetzen.

Diese Normen können soziologisch und auch, nicht aber zwingend, juristisch verstanden werden. Bei der Übertretung Letzterer liegt jedoch ein Straftatbestand vor. In diesem Fall wird die zuständige Jurisdiktion aktiv und eine Lösung muss gefunden werden. Bei Jugendlichen gestaltet sich dies aufgrund ihrer Unmündigkeit jedoch als schwierig. Zudem sind Jugendliche auch eine Ressource der Zukunft, was die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, bzw. das Erlernen angemessener sozialer Normen im Sinne der Gesellschaftsfähigkeit zum vorrangigen Ziel beim Umgang mit jugendlichen Straftätern macht.

In diesem Zusammenhang ergibt sich die Frage, wer eigentlich Jugendliche sind: Bernhard Schäfers und Albert Scherr weisen darauf hin, dass es Jugend als gesellschaftlich institutionalisierte Lebensform erst seit einigen Jahrhunderten gibt. Dies weist darauf hin, dass es sich um ein gesellschaftliches Phänomen handelt und somit in seiner Definition von eben dieser abhängig ist. Zeitlich lässt sich die Jugend etwa zwischen Kindheit und dem Eintreten in die Erwerbstätigkeit verorten. In diesem Zeitraum werden jungen Menschen Freiheiten gewährt, ohne dass sie dabei volle Verantwortung übernehmen müssten, oder bereits Erwerbstätigkeit von ihnen erwartet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Jugendliche Straftäter in Großbritannien

1.1. Jugendliche Straftäter in Großbritannien und die Gesellschaft

2. Vorgehensweisen in YOIs

2.1. Kritische Standpunkte gegenüber YOIs

2.2. Resilienz in und um YOIs

3. Ein Konflikt ohne die eine 'richtige' Lösung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Resilienz von jungen Straftätern in britischen Young Offender Institutions (YOIs) und analysiert den Zielkonflikt zwischen gesellschaftlichen Sicherheitsansprüchen und den rehabilitativen Bedürfnissen inhaftierter Jugendlicher. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern die Strukturen totaler Institutionen eine Stärkung sozialer Resilienz unterstützen oder vielmehr unterminieren.

  • Strukturelle Analyse von YOIs als totale Institutionen.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Definition von Jugend und Kriminalität.
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Resilienz, Vulnerabilität und staatlicher Disziplinierung.
  • Bewertung der Rehabilitationschancen im Kontext von Machtverhältnissen und institutionellem Zwang.
  • Diskussion der Grenzen von Lösungsansätzen bei jugendlicher Straffälligkeit.

Auszug aus dem Buch

2.2.Resilienz in und um YOIs

Wendet man Resilienz-Denken bei YOIs an, ist es erst einmal von Bedeutung festzulegen um welche Art des Systems es geht, welche Faktoren darauf einwirken und welche Perspektive eingenommen wird. YOIs gehören zu den totalen Institutionen und zeichnen sich deshalb durch Überwachung, Regeln und das Ziel, in diesem Fall die Rehabilitation, aus. Generell ist hier die Rede von einem hohem Maß sozialer Kontrolle und sozialen Zwanges. Die young (adult) offenders sind dabei ein Teil der Gesellschaft, der isoliert wurde um wieder gesellschaftsfähig gemacht zu werden. YOIs verbinden dabei erzieherische Maßnahmen für Kinder und Jugendliche mit dem Konzept des Gefängnisses als Schutz der Gesellschaft und zu Teilen auch als Strafe. Nach Foucault müsste als Folge der Inhaftierung eine Disziplinierung erfolgen, also ein Lernprozess, bei dem die young (adult) offenders wieder zur Produktivität der Gesellschaft beitragen. Zur Produktivität der Gesellschaft beitragen bedeutet nicht nur alleine im ökonomischen Sinn, sondern auch bezogen auf Resilienz. Nach der Entlassung besteht von gesellschaftlicher Seite die Hoffnung, dass die Jugendlichen nun dazu in der Lage sind die Gesellschaft zu unterstützen und die ihr immanenten Werte und Normen zu reproduzieren. Damit würden sie zur Resilienz der bestehenden Gesellschaft beitragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Jugendliche Straftäter in Großbritannien: Dieses Kapitel definiert den Status von Jugendlichen innerhalb der Gesellschaft und erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Rolle von YOIs in Großbritannien.

1.1. Jugendliche Straftäter in Großbritannien und die Gesellschaft: Hier wird der Prozess der Disziplinierung durch soziale Kontrolle beleuchtet und die gesellschaftliche Gefahr durch Wiederholungstäter kritisch hinterfragt.

2. Vorgehensweisen in YOIs: Das Kapitel beschreibt die Richtlinien und Standards der Einrichtungen sowie die Entwicklung hin zu mehr Erziehung und Reintegration.

2.1. Kritische Standpunkte gegenüber YOIs: Es werden die negativen Aspekte der Inhaftierung durch Erfahrungsberichte und Expertenmeinungen thematisiert, die den therapeutischen Nutzen infrage stellen.

2.2. Resilienz in und um YOIs: Dieser Abschnitt überträgt das Resilienz-Konzept auf die Strukturen totaler Institutionen und diskutiert Lernprozesse der Insassen.

3. Ein Konflikt ohne die eine 'richtige' Lösung: Das Fazit fasst das Kernproblem des Interessenkonflikts zwischen staatlichem Sicherheitsanspruch und der Förderung individueller Resilienz zusammen.

Schlüsselwörter

Resilienz, Young Offender Institutions, Großbritannien, Jugendkriminalität, Soziale Kontrolle, Rehabilitation, Totale Institutionen, Vulnerabilität, Disziplinierung, Wiedereingliederung, Soziales Kapital, Machtverhältnisse, Straffälligkeit, Gesellschaftsfähigkeit, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation von jungen Straftätern in britischen Young Offender Institutions unter dem speziellen Fokus des Resilienz-Begriffs und der gesellschaftlichen Erwartungen an die Justiz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Resilienzförderung, die Kritik an totalen Institutionen, die soziale Kontrolle von Jugendlichen und die Herausforderung der gesellschaftlichen Reintegration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Disziplinierung in YOIs mit dem Konzept der sozialen Resilienz kollidiert oder korrespondiert und welche Lösungsansätze existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse soziologischer Konzepte, insbesondere von Michel Foucault und Resilienztheoretikern, um die institutionelle Praxis in Großbritannien zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Jugendkriminalität, den institutionellen Strukturen, der Kritik an der Haftpraxis und der theoretischen Einordnung sozialer Resilienz in diesem Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Resilienz, totale Institution, Disziplinierung, Rehabilitation, Vulnerabilität und soziale Kontrolle stehen im Zentrum der terminologischen Auseinandersetzung.

Warum wird die Wirksamkeit von YOIs kritisch hinterfragt?

Weil die hohen Raten an Wiederholungstätern und Vorfälle wie Gewalt oder Suizid darauf hindeuten, dass die institutionelle Disziplinierung oft nicht zur erhofften Resilienz oder Besserung führt.

Welche Rolle spielt der Begriff der Vulnerabilität in dieser Arbeit?

Vulnerabilität wird nicht nur als Gegenteil von Resilienz verstanden, sondern als Bedingung, die in totalen Institutionen durch Machtasymmetrien und Isolation erst entsteht oder verschärft wird.

Warum ist eine "einfache" Lösung laut der Arbeit kaum möglich?

Da ein Interessenkonflikt zwischen dem Bedürfnis der Gesellschaft nach Sicherheit und dem Bedürfnis der Jugendlichen nach Rehabilitation besteht, der in einer machtlosen Position der Insassen mündet.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Unterminierung von Resilienz in Young Offender Institutes in Großbritannien
Untertitel
Die Begrenzung von Lösungsansätzen durch den gesellschaftlichen Resilienz-Anspruch an die Justiz
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Seminar: Resilienz
Note
2,3
Autor
Katharina Trampert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V294944
ISBN (eBook)
9783656927242
ISBN (Buch)
9783656927259
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugend Gefängnis Jugendkriminalität Resilienz Großbritannien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Trampert (Autor:in), 2014, Die Unterminierung von Resilienz in Young Offender Institutes in Großbritannien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/294944
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Leseprobe aus  17  Seiten
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