Wer hat sich schon einmal nicht über zähe Veranstaltungen geärgert, die am Ende weder Informationen geliefert, noch Ergebnisse gebracht haben? Besprechungen gelten oft als ineffizient und langweilig, es profilieren sich immer dieselben Personen, das Ergebnis ist letztendlich oft unklar und führt daher nicht zu den notwendigen Maßnahmen und Handlungen.
Eine Möglichkeit Frustration und Ärger zu vermeiden, bietet die Methode der Moderation. Die Moderationsmethode ist sehr flexibel in unterschiedlichsten Bereichen des Wirtschaftslebens einsetzbar, wie beispielsweise in Qualitätszirkeln, Projektgruppen, Workshops, Betriebsversammlungen und Konferenzen. Die Grundidee ist dabei immer die Gleiche: Die Teilnehmer sollen zur aktiven Beteiligung motiviert werden, die Kommunikation soll gefördert und ergebnisorientiert kanalisiert werden. Moderation als Methode um Gruppen bei Problemlösungen, Ideenfindungen und Themenbearbeitungen zu unterstützen und zu führen, stellt den Kern dieser Studienarbeit dar und wird anhand eines konkreten praxisorientierten Beispiels vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Moderation
3. Rolle des Moderators
4. Umsetzung der Moderation an einem praxisorientierten Beispiel
4.1 Fallbeschreibung
4.1.1 Vorstellung der Firma
4.1.2 Vorgeschichte und Thema der Moderation
4.1.3 Moderator des Workshops
4.1.4 Teilnehmer des Workshops
4.2 Planung und Vorbereitung der Moderation
4.2.1 Inhaltliche Vorbereitung
4.2.2 Organisatorische Vorbereitung
4.2.3 Methodische Vorbereitung
4.2.4 Persönliche Vorbereitung
4.3 Dramaturgie und Phasen der Moderation
4.3.1 Phase 1 – Einstieg
4.3.2 Phase 2 – Themen sammeln
4.3.3 Phase 3 – Themenspeicher und Auswahl
4.3.4 Phase 4 – Themen bearbeiten
4.3.5 Phase 5 – Maßnahmen planen
4.3.6 Phase 6 – Abschluss
4.4 Nachbereitung der Moderation
4.4.1 Persönliche Nachbereitung
4.4.2 Organisatorische Nachbereitung
4.5 Kritische Situationen und Maßnahmen
4.5.1 Vielredner
4.5.2 Killerphrasen
4.5.3 Schweiger
5. Abschlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, die Moderationsmethode als wirksames Instrument zur Lösung komplexer Aufgabenstellungen in Gruppen darzustellen. Anhand eines konkreten Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie durch zielgerichtete Moderation ein Messekonzept für das Unternehmen MobiPay effizient erarbeitet werden kann.
- Grundlagen der Moderation und Rolle des Moderators
- Systematische Planung und Vorbereitung von Moderationsprozessen
- Dramaturgie und Phasenablauf einer professionellen Moderation
- Techniken zur Visualisierung und Ergebnissicherung
- Umgang mit kritischen Situationen und herausfordernden Teilnehmergruppen
Auszug aus dem Buch
4.5.2 Killerphrasen
Killerphrasen sind pauschale und abwertende Angriffe einer Diskussion - also Scheinargumente, die dazu dienen, Vorstellungen und Ideen des anderen als ungeeignet darzustellen, ohne es direkt auszusprechen. Sie sind eine Form konfrontativen Argumentierens, das den Moderator herabsetzen, verunsichern, bloßstellen und mundtot machen soll. Diese treten vor allem dann auf, wenn einzelne Personen sachlich unterlegen sind. So bekommt der Moderator Aussagen zu hören wie „Das haben wir noch nie so gemacht!“ oder „Sie machen sich das als Moderator viel zu einfach!“. Dabei ist zu beachten, nicht sofort auf die Killerphrasen einzugehen, sondern erst nach dem zweiten oder dritten Mal zu intervenieren. Erst wenn der Moderator genau verstanden hat, was den Teilnehmer bewegt, kann er durch gezielte Fragen die Absurdität entlarven ohne durch unüberlegtes Dagegenargumentieren Widerstand zu produzieren. Hierfür muss der Teilnehmer von der emotionalen Ebene, auf welcher er sich derzeit befindet, auf eine rationale Ebene gezogen werden – dies gelingt am besten durch gezielte Fragestellungen: „Herr Huber, wenn ich Sie richtig verstehe, dann denken Sie, dass ich nicht weiß von was ich rede und keine Ahnung habe. Von was genau habe ich keine Ahnung?“. Der Moderator nimmt die Kritik auf, formuliert eine konkrete Frage und zwingt den Teilnehmer somit, rationale zu Denken und auf einer sachlichen Ebene zu argumentieren. Zudem kann der Moderator die anderen Teilnehmer nach ihrer Meinung zu den Aussagen befragen – dabei erhält man in der Regel Rückendeckung und der Kritiker erkennt, dass die anderen Gruppenmitglieder seine Ansicht nicht teilen und er diese überdenken sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problematik ineffizienter Veranstaltungen und führt die Moderationsmethode als lösungsorientierte Alternative ein.
2. Definition Moderation: Erläutert den Begriff und die historische Entwicklung der Moderation als Methode zur Konfliktlösung und Strukturierung von Gruppenprozessen.
3. Rolle des Moderators: Definiert das Aufgabenprofil des Moderators als neutraler Prozessbegleiter, der nicht inhaltlich, sondern methodisch steuernd wirkt.
4. Umsetzung der Moderation an einem praxisorientierten Beispiel: Detaillierte Darstellung der Anwendung der Moderationsmethode anhand eines Messekonzeptes für MobiPay, unterteilt in Phasen von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung und dem Umgang mit Störungen.
5. Abschlussbemerkung: Resümiert, dass Moderation ein mächtiges, aber anspruchsvolles Werkzeug ist, das professionelle Vorbereitung und methodische Kompetenz erfordert.
Schlüsselwörter
Moderation, Moderationsmethode, Moderator, Moderationszyklus, Gruppenarbeit, Prozessbegleitung, Visualisierung, Kartenabfrage, Mindmapping, Maßnahmenplan, Teamarbeit, Konfliktlösung, Messekonzept, Moderationstechniken, Gruppendynamik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die professionelle Anwendung der Moderationsmethode, um Gruppen bei Problemlösungen und der Erarbeitung komplexer Themengebiete effektiv zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle des Moderators, die systematische Vorbereitung, der Phasenablauf einer Moderation sowie spezifische Techniken für Gruppenprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Moderation durch die konkrete Planung eines Messekonzepts für das Unternehmen MobiPay praxisnah zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein praxisorientiertes Fallbeispiel genutzt, ergänzt durch eine Literaturanalyse, um die verschiedenen Phasen und Techniken der Moderation zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Moderators, die Vorbereitung, die sechs Phasen der Moderation sowie die Nachbereitung und den Umgang mit schwierigen Teilnehmertypen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Prozessbegleitung, Visualisierung, Gruppenarbeit und Moderationszyklus.
Wie unterscheidet sich das Fotoprotokoll vom Verlaufsprotokoll?
Ein Fotoprotokoll hält lediglich die Visualisierungen (z. B. Pinnwände) bildlich fest, während ein Verlaufsprotokoll zusätzlich die Inhalte der Diskussionen schriftlich wiedergibt.
Was ist bei der Einbindung von "Schweiger"-Teilnehmern zu beachten?
Man sollte sie nicht direkt unter Druck setzen, sondern durch offene Fragen und eine psychologische Aufwertung ihrer Beiträge in die Diskussion einbinden, um ihr Selbstvertrauen zu stärken.
Warum sollte der Moderator bei "Killerphrasen" nicht sofort intervenieren?
Es wird empfohlen, erst abzuwarten, ob die Äußerung mehrfach auftritt, um das Anliegen des Teilnehmers besser zu verstehen und dann gezielt durch rationale Fragen auf die Sachebene zurückzuführen.
- Quote paper
- Daniela Hörmann (Author), 2012, Erarbeitung eines Messekonzeptes für das Unternehmen MobiPay, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293751