Das Spenden von Geld, Sachmitteln oder der eigenen Zeit für einen guten Zweck, sorgt für positive Resonanz auf der Seite des Empfängers und gleichzeitig für eine innere Befriedigung des Spenders.
Als „sozial“ kann man jene Personen bezeichnen, die sich um das Wohl ihrer Mitmenschen bemühen. Soziale Investitionen (engl. Social Investments) stellen demnach eine Unterstützung in Form von Sach-, Geld- und Zeitmitteln für Projekte oder Unternehmen, welche das Gemeinwohl als Ziel verfolgen.
Weitere Definitionen des Social Investments sehen darin eine Verwendung von rückzahlbarer Finanzierung, um einen sozialen und finanziellen Wert zu erreichen. Private Personen, Stiftungen, Institutionen und Unternehmen kommen als soziale Investoren in Frage.
Diese Hausarbeit wird aufzeigen, wie die staatlichen Förderungen von sozialen Investitionen im geltenden Recht geregelt, jedoch ungerecht und ungeeignet in der Anwendung sind. Aus diesem Grund werden internationale Steuerregelungen zum Vergleich gezogen und Stärken herausgefiltert.
Mit Perspektive auf Erfolg können diese Stärken in der deutschen Rechtsprechung Anwendung finden, um die Schwächen des vorhandenen Systems zu umgehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Steuervorteile in Deutschland
2.1 Einführung in die Thematik der Steuervorteile in der Bundesrepublik Deutschland
2.2 Voraussetzungen zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit
2.2.1 Gemeinnützige Zwecke
2.2.2 Mildtätige Zwecke
2.2.2.1. Steuerliche Anreizsetzung Anhand der Erhöhung der Besteuerungsgrenze und der Zweckbetriebsgrenze
2.3 Übungsleiterpauschale als steuerlicher Anreizmechanismus in Bezug auf das freiwillige Engagement
2.4 Allgemeine Aufwandspauschale
2.5 Spendenrecht in Hinblick auf Social Investment
3. Staatliche Steueranreizsysteme im internationalen Vergleich
4. Kritische Bewertung der steuerlichen Anreizsysteme
5. Fazit/ Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die steuerliche Förderung von Social Investments in Deutschland, analysiert kritisch deren Wirksamkeit sowie Gerechtigkeit und stellt diese im internationalen Vergleich gegenüber, um Verbesserungspotenziale für das deutsche Rechtssystem abzuleiten.
- Analyse des deutschen Gemeinnützigkeitsrechts und bestehender Steuervergünstigungen.
- Vergleich der steuerlichen Rahmenbedingungen für soziale Investitionen mit Frankreich, Großbritannien und den USA.
- Kritische Bewertung von Ungerechtigkeiten im bestehenden Steuersystem, insbesondere bei der Spendenabzugsfähigkeit.
- Identifikation von Reformansätzen zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements und sozialer Investitionen.
Auszug aus dem Buch
Staatliche Steueranreizsysteme im internationalen Vergleich
Aus dem vorhergegangenem Kapitel lässt sich feststellen, nach welcher Systematik die Besteuerung von Social Investments in Deutschland erfolgt. Als Nächstes sollen nun internationale staatliche Förderungssysteme für Soziale Investitionen dargestellt werden, um im weiteren Kapitel Entschlüsse über die Schwächen zu fällen. Untersuchte Länder sind hierbei Frankreich, Großbritannien, und USA.
Frankreich
Gemäß Artikel 200 ff. des Code général des impôts sind nicht gewinnorientierte Organisationen, darunter zählen Vereine und Stiftungen, von der Körperschafts-, Umsatz- und Gewerbesteuer grundsätzlich befreit. Jedoch sind Einkünfte aus Grund- und Kapitalvermögen mit 24% und inländische Obligationen mit 10% Steuern anzusetzen. Das französische Recht sieht eine Anerkennung einer wohltätigen Organisation nach einer Kategorisierung vor. Sind die vorgeschriebenen Voraussetzungen erfüllt, wird die Organisation namentlich in eine Liste aufgenommen. Diese Liste führt alle gemeinnützigen Vereine, die steuerlich in Frankreich begünstigt sind, auf. Auch eine Befreiung der Erbschafts-, und Schenkungssteuer unterliegt einer Kategorisierung nach Art des geschenkten Gegenstandes und dem Organisationszweck des Empfängers. Dazu zählen Vereine die sich für Wissenschaft, Wohltätigkeit, Kultur und höherer Bildung widmen. Anderenfalls müssen anerkannte Vereine bei einer Schenkung oder Erbschaft, 35% Steuern bei einem Betrag unter 23.000€ entrichten. Liegt der Betrag über den genannten Wert sind 45% Steuern vom geschenkten Betrag an den Staat abzuführen. Nach Artikel 238 des Code général des impôts erlaubt das Gesetz bei einer Sach- oder Geldspende sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen 60% des Spendenbetrags an eine gemeinnützige Organisation von der Steuerschuld abzuziehen, maximal jedoch bis 20% von dem zu versteuernden Einkommen bei Privatpersonen und bis zu 5% des Umsatzes für Unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert soziale Investitionen, beleuchtet deren Bedeutung für das Gemeinwohl und steckt den Untersuchungsrahmen der Arbeit ab.
2. Steuervorteile in Deutschland: Dieses Kapitel detailliert die bestehenden steuerlichen Regelungen, Voraussetzungen für Gemeinnützigkeit sowie spezifische Mechanismen wie Übungsleiter- und Aufwandspauschalen.
3. Staatliche Steueranreizsysteme im internationalen Vergleich: Hier werden die Steuersysteme Frankreichs, Großbritanniens und der USA in Bezug auf ihre Förderung gemeinnütziger Zwecke analysiert.
4. Kritische Bewertung der steuerlichen Anreizsysteme: Eine kritische Auseinandersetzung mit den Inkonsistenzen und Ungerechtigkeiten der deutschen Regelungen im Vergleich zum internationalen Kontext.
5. Fazit/ Ausblick: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Ableitung von Empfehlungen für eine notwendige Reform der steuerlichen Anreizsysteme auf EU-Ebene.
Schlüsselwörter
Social Investment, Steuerrecht, Gemeinnützigkeit, Spendenabzug, Steuervorteile, Bürgerliches Engagement, Fiskus, Steuererstattung, Internationaler Vergleich, Sozialökonomie, Steueranreize, Gemeinwohl, Steuergerechtigkeit, Reformvorschlag, Non-Profit-Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der steuerlichen Anreizsetzung für soziale Investitionen (Social Investment) und wie diese aktuell in Deutschland geregelt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen das deutsche Gemeinnützigkeitsrecht, steuerliche Vergünstigungen für Spenden und ehrenamtliches Engagement sowie der internationale Vergleich staatlicher Förderstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie staatliche Förderungen rechtlich geregelt sind und dabei kritisch zu hinterfragen, wo das System in der Anwendung ungerecht oder ineffizient ist, um daraus Verbesserungsvorschläge abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Rechtsanalyse sowie einen internationalen Rechtsvergleich, um Schwachstellen des deutschen Systems zu identifizieren und internationale Best-Practice-Beispiele gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit, diverse Steuerpauschalen, das Spendenrecht sowie internationale Steueranreizsysteme in Frankreich, Großbritannien und den USA analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Social Investment, Steuerrecht, Gemeinnützigkeit, Spendenabzug, Steuergerechtigkeit und bürgerschaftliches Engagement.
Warum wird das deutsche Steuersystem für Spenden als ungerecht kritisiert?
Die Kritik basiert darauf, dass Gutverdiener aufgrund ihres höheren Grenzsteuersatzes bei identischen Spendenbeträgen einen größeren steuerlichen Vorteil erhalten als Geringverdiener, was zu einer sozialen Schieflage führt.
Welches Problem verdeutlicht das Fallbeispiel des Bäckers?
Das Beispiel zeigt die Absurdität der aktuellen Rechtslage, bei der eine Spende von Lebensmitteln an eine Hilfsorganisation wie die Tafel zu einer rückwirkenden Steuernachzahlung führen kann, was Anreize zum Spenden faktisch untergräbt.
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- Bachelor of Arts Anna Ponomarenko (Author), Svetlana Hinkel (Author), 2014, Steuerliche Anreizsetzung für "Social Investments" im internationalem Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293620