Im Rahmen dieser Arbeit wird zuerst die ästhetische Bildung definiert sowie ästhetische Erfahrungen und ästhetisch-kreative Prozesse beschrieben. Auf dieser Grundlage aufbauend wird zur Abrundung der Theorie ein kurzer Blick auf die Geschichte des Verhältnisses von Ästhetik, Bildung und Pädagogik gerichtet.
Um die ästhetische Bildung auf die berufliche Bildung zu übertragen ist es notwendig, sich zuerst mit der Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung zu beschäftigen. Dazu werden in Kapitel 3 die jeweiligen Kompetenzen behandelt. Im letzten Kapitel werden dann ästhetische Bildung und berufliche Bildung zusammengeführt und Möglichkeiten aufgezeichnet, wie ästhetische Bildung in die berufliche Bildung integriert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1. Ästhetische Bildung
1.1 Ästhetische Erfahrungen, ästhetisch-kreative Prozesse
2. Geschichte des Verhältnisses von Ästhetik, Bildung und Pädagogik
3. Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung
4. Zusammenführung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial ästhetischer Bildung als Antwort auf die steigenden Anforderungen an Handlungskompetenz in einer zunehmend komplexen und unsicheren Arbeitswelt. Ziel ist es aufzuzeigen, wie künstlerische Prozesse zur Förderung notwendiger Kompetenzen in der beruflichen Bildung beitragen können.
- Individualisierung und Unsicherheit in der modernen Gesellschaft
- Grundlagen und Definitionen ästhetischer Bildung
- Entwicklung von Handlungskompetenz im beruflichen Kontext
- Parallelen zwischen künstlerischem Handeln und beruflichen Anforderungen
- Methodische Integration ästhetischer Prozesse in die Berufsbildung
Auszug aus dem Buch
1.1 Ästhetische Erfahrungen, ästhetisch‐kreative Prozesse
Krieger versteht unter dem Begriff „ästhetische Bildung“ die Fähigkeiten, Wissensbestände, Prozesse und Ergebnisse, die entweder durch ästhetische Erfahrungen oder ästhetisch-kreative Prozesse erworben worden sind bzw. werden. Wie Bildung nicht nur ein Prozess, sondern auch gleichzeitig Produkt, ein Ergebnis oder Zwischenergebnis sein kann, lassen sich auch bei ästhetischen Erfahrungen Ergebnisse benennen, die eine Veränderung der Persönlichkeit bewirken. Durch ästhetische Erfahrungen wächst die „ästhetischer Sensibilität“, d.h. der Sinn für Form und Bewegung, für Musik usw. Insbesondere durch ästhetisch-kreative Prozesse wird das schöpferische Potenzial von Menschen gefördert, sie lernen zu gestalten und sich selbst darzustellen. Gleichzeitig lernen sie, allgemein produktiv zu sein, d.h. ein Vorhaben zu entwickeln und umzusetzen.
Wenn ein Individuum häufig und intensiv genug in solchen Prozessen durchläuft, entwickelt sich als eine „ästhetische Haltung“ den Impuls am Objekt zu verbleiben, sich zu verbeißen, auszugestalten und zu vollenden. Hervorzuheben sei hier jedoch, dass sich ästhetische Erfahrungen und ästhetisch-kreative Prozesse in Interdependenz zueinander stehen. So bewirkt das Wechselspiel zwischen Wahrnehmung, Reflexion und Handeln die Schulung der Wahrnehmung mit allen Sinnen (vgl. Krieger 2010, S. 7 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ästhetische Bildung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Ästhetik jenseits von Kunstbetrachtung als sinnliche Wahrnehmung und ordnet die ästhetische Bildung als Feld der Persönlichkeitsentwicklung ein.
2. Geschichte des Verhältnisses von Ästhetik, Bildung und Pädagogik: Die historische Betrachtung spannt einen Bogen von Schillers Ansatz zur ästhetischen Erziehung über Deweys demokratisches Verständnis bis hin zur fachdidaktischen Debatte von Mollenhauer.
3. Kompetenzentwicklung in der beruflichen Bildung: Dieses Kapitel analysiert den Paradigmenwechsel von der Input- zur Outputorientierung und erläutert die Struktur der Handlungskompetenz gemäß der Kultusministerkonferenz.
4. Zusammenführung: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse zur ästhetischen Bildung mit den Anforderungen der beruflichen Bildung verknüpft, wobei künstlerische Projekte als Methode zur Förderung von Handlungskompetenz vorgestellt werden.
Schlüsselwörter
Ästhetische Bildung, berufliche Bildung, Handlungskompetenz, ästhetische Erfahrung, ästhetisch-kreative Prozesse, künstlerisches Handeln, Kompetenzentwicklung, Paradigmenwechsel, Identität, Unsicherheit, Selbstoptimierung, Wahrnehmung, Selbstkompetenz, Fachkompetenz, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit, ästhetische Bildung in die berufliche Bildung zu integrieren, um Individuen besser auf die Anforderungen einer komplexen, unsicheren modernen Arbeitswelt vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Bedeutung ästhetischer Erfahrungen für die Persönlichkeitsentwicklung, die historische Entwicklung pädagogischer Ästhetiktheorien sowie die aktuelle Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen ästhetischer Lernprozesse für die Entwicklung der beruflichen Handlungskompetenz aufzuzeigen und Möglichkeiten für deren praktische Integration zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung bildungstheoretischer Diskurse mit aktuellen berufspädagogischen Konzepten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung ästhetischer Bildung, einen historischen Abriss, eine Erläuterung der beruflichen Handlungskompetenz und eine Synthese beider Bereiche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Ästhetische Bildung, Handlungskompetenz, Unsicherheit und künstlerisches Handeln geprägt.
Warum wird ästhetische Bildung im beruflichen Kontext oft vernachlässigt?
Oft wird ästhetische Bildung als zeitaufwendig und "unpraktisch" für ein auf Effizienz getrimmtes Bildungssystem angesehen, da sie schwer messbare, offene Prozesse fördert.
Wie lässt sich ästhetische Bildung in die Berufsbildung integrieren?
Durch die Schaffung von Handlungssituationen, etwa in Projekten unter Anleitung professioneller Künstler, in denen reale Probleme auf eine "Experimentierebene" übertragen und dort ästhetisch bearbeitet werden.
Was versteht der Autor unter dem "künstlerischen Dreischritt"?
Es handelt sich um eine Methode, die eine Analyse der Realsituation, die Findung einer ästhetischen Metapher für den Problemkern und die abschließende Reflexion sowie Rückübertragung auf das ursprüngliche Problem umfasst.
Welche Rolle spielt die "ästhetische Haltung" für das Berufsleben?
Die ästhetische Haltung fördert die Offenheit für Unbestimmtheit, die Fähigkeit zur Differenzierung und den Impuls, an schwierigen Aufgaben dranzubleiben – Kompetenzen, die in modernen, unsicheren Arbeitsfeldern essenziell sind.
- Arbeit zitieren
- Diplom Kaufmann (FH) Jens Böckenfeld (Autor:in), 2014, Ästhetische Bildung. Integration von ästhetischen Erfahrungen in die berufliche Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293515