Die Arbeitslosigkeit als Mangel an Arbeitsgelegenheit für arbeitswillige Personen soll bei meiner Arbeit betrachtet werden. Somit spreche ich über Personen, die nicht mutwillig arbeitslos sind, sondern deren Wunsch eine Arbeitsstelle ist.
Denn nur aus diesem Wunsch entspringen die meisten psychischen Probleme, denn das Akzeptieren der Arbeitslosigkeit ist für den Menschen untypisch, sein Wesen sucht ständig nach seinem Sinn in der Gesellschaft, nach Anerkennung und Selbstverwirklichung. Daher ist die fehlende Möglichkeit einer Beschäftigung für den Menschen nur schwer verkraftbar. Er fühlt sich ungebraucht und ist unzufrieden mit seiner Lebenssituation. Doch wie und in welchem Ausmaß kann dieses Lebensereignis die Kontrolle über das Seelenleben der Betroffenen übernehmen? Sind hier lediglich starke Emotionen, wie Trauer und Wut im Spiel oder kann der Verlust des Arbeitsplatzes der Grundstein für eine schwere psychische Störung sein? Mich interessiert unter all diesen Fragen am meisten, ob in diesem Zusammenhang eine Depression, die neue Volkskrankheit, entstehen kann. Damit verbunden ist immer eine Auseinandersetzung mit der Streitfrage, ob die Depression genetisch veranlagt ist oder doch durch äußere Einflüsse entstehen kann. Mein Ziel ist es, diese Fragen zu klären. Dafür beschäftige ich mich zuerst mit den allgemeinen psychischen Folgen des Arbeitsplatzverlustes, gehe dann über zu den Symptomen der Depression, um letztendlich beide Themengebiete zu verknüpfen, indem ich die Symptome einer Depression in Aussagen arbeitsloser Menschen widerspiegle.
Gliederung
1. Einleitung
2. Allgemeine Auswirkungen
2.1 Die Bedeutung der Arbeitslosigkeit für die Psyche des Menschen
2.2 Psychische Folgen des Arbeitsplatzverlustes
3. Depression
3.1 Entstehung einer Depression durch Arbeitslosigkeit
3.2 Nachweis depressiver Züge an den Aussagen einiger Arbeitsloser
4. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Verlust des Arbeitsplatzes und der Entstehung depressiver Störungen. Dabei wird analysiert, wie sich der Wegfall der beruflichen Tätigkeit und die damit verbundene soziale Ausgrenzung auf die psychische Gesundheit und das Selbstbild des Menschen auswirken, um zu klären, ob Arbeitslosigkeit als Auslöser für eine Depression fungieren kann.
- Psychische Auswirkungen von Arbeitslosigkeit
- Bedeutung der Arbeit für die persönliche Identität
- Theorien der Hilflosigkeit und Sinnfindung
- Symptomatik der Depression im Kontext der Erwerbslosigkeit
- Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzverlust und Suizidgedanken
Auszug aus dem Buch
Negatives Selbstbild und Wertlosigkeit
„…Wenn ich ausgehe, schlage ich meine Augen nieder, weil ich mir ganz und gar minderwertig vorkomme… Ich vermeide instinktiv, irgend jemanden zu treffen. Frühere Bekannte und Freunde aus besseren Zeiten sind nicht mehr so herzlich. Sie grüßen mich gleichgültig, wenn wir uns treffen. Sie bieten mir keine Zigarette mehr an, und ihre Blicke scheinen mir zu sagen: ‚Du bist es nicht wert, Du arbeitest nicht.“ (Goffmann 1967, 27)
Dieses Zitat beschreibt recht gut das Gefühl der Wertlosigkeit, welches sehr oft bei Personen, die an einer Depression leiden, beobachtet wird. Der Depression liegt ein negatives Selbstbild zu Grunde, welches bei vielen Betroffenen durch den Arbeitsplatzverlust hervorgerufen wurde. Vor allem auf Grunde der Stigmatisierung durch die Gesellschaft wird dem Arbeitslosen das Gefühl vermittelt, er sei wertlos. Diese Meinung vertritt er selbst durch die Schwächung seines Selbstbewusstseins. Das Zitat könnte auch auf eine kognitive Verzerrung hindeuten, die veranlasst, dass der Betroffene das Verhalten seiner Bekannten sich einbildet oder falsch interpretiert. Grundlegend ist jedoch festzuhalten, dass hier ein sehr negatives Selbstbild zu verzeichnen ist, der Grundstein für eine Depressive Störung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Arbeitsplatzverlustes ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Arbeitslosigkeit eine Depression auslösen kann.
2. Allgemeine Auswirkungen: Dieses Kapitel beschreibt das psychische Verlaufsmuster nach einem Arbeitsplatzverlust und beleuchtet die fundamentale Bedeutung von Arbeit für die menschliche Psyche und Identität.
3. Depression: Der Hauptteil definiert die Krankheit Depression, erörtert Entstehungsursachen durch Arbeitslosigkeit und belegt Symptome anhand von Interviews mit Betroffenen.
4. Schlussbetrachtungen: Das Fazit beantwortet die Leitfrage dahingehend, dass Arbeitslosigkeit als Auslöser für eine Depression anzusehen ist und unterstreicht die Notwendigkeit psychosozialer Prävention.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Depression, Psychische Gesundheit, Identität, Hilflosigkeit, Sinnverlust, Stigmatisierung, Selbstwertgefühl, Anhedonie, Suizidgedanken, Arbeitsplatzverlust, psychosoziale Belastung, Langzeitarbeitslosigkeit, Volkskrankheit, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den psychischen Folgen, die durch den Verlust des Arbeitsplatzes entstehen können, und untersucht den Zusammenhang zu klinischen depressiven Störungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Bedeutung von Arbeit, die Auswirkungen von Stigmatisierung, das Erleben von Hilflosigkeit und die Symptomatik einer Depression.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, in welchem Ausmaß der Verlust des Arbeitsplatzes auf die Psyche wirkt und ob Arbeitslosigkeit ein valider Auslöser für eine Depression ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine literaturbasierte Analyse durchgeführt, die bestehende Studien und qualitative Interviews mit betroffenen Arbeitslosen auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Sinnfindung durch Arbeit, die Symptome der Depression und verknüpft diese durch konkrete Fallbeispiele und Zitate mit der Lebensrealität von Arbeitslosen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Depression, Identitätsverlust, Hilflosigkeit und psychosoziale Prävention.
Warum spielt die Dauer der Arbeitslosigkeit eine Rolle für das psychische Befinden?
Studien zeigen, dass die psychische Belastung mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit zunimmt, da die Hoffnung auf eine neue Anstellung schwindet.
Inwieweit korreliert die Arbeitstätigkeit mit dem Selbstwertgefühl?
Da in unserer Gesellschaft die soziale Position und die Identität maßgeblich über die berufliche Tätigkeit definiert werden, führt deren Verlust oft zu einer massiven Schwächung des Selbstwertgefühls.
- Quote paper
- Anne-Marie Trenschel (Author), 2014, Die psychischen Folgen von Arbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/289233