Seit Beginn der Menschheit geht es um Macht. In der heutigen Zeit wird diese Macht vor allem durch Geld ausgedrückt. Dieses Denken hat sich auch in der Unternehmenspolitik durchgesetzt; Firmen sind oftmals nur auf Profit und hohe Gewinne aus. Verluste sind eine Tatsache, soziale Aspekte werden im Geschäftsbetrieb vernachlässigt, die Umwelt wird verschmutzt.
Nicht jedoch im neuen Geschäftsmodell des „Social Business“, das seinen Fokus auf die Lösung sozialer Probleme legt. In dieser Seminararbeit soll dieser Ansatz der Unternehmensführung behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Gegenstand der Arbeit
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Thematische Abgrenzung
1.4. Methodik und Überblick über die Arbeit
2. Modell des Social Business
2.1. Begriffsabgrenzung Social Business
2.2. Zum Gründer Muhammad Yunus
2.3. Entstehung des Social Business
2.4. Inhalte des Social Business
2.5. Ziele und Vorteile des Social Business
2.5.1 Ziele des Social Business
2.5.2 Vorteile des Social Business
3. Status Quo in Deutschland
4. Kritische Betrachtung des Ansatzes
4.1. Betrachtung aus Sicht der Humanistischen Psychologie
4.2. Betrachtung aus Sicht der Verhaltenspsychologie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, das Konzept des "Social Business" nach Muhammad Yunus systematisch zu erläutern, dessen Status Quo in Deutschland aufzuzeigen und den Ansatz kritisch anhand psychologischer Theorien zu analysieren, um das Modell als Alternative zur rein profitorientierten Unternehmensführung zu positionieren.
- Grundlagen, Entstehung und inhaltliche Definition des Social Business
- Ziele, Vorteile und Abgrenzung zu konventionellen Unternehmen
- Status Quo und Praxisbeispiele des Social Business in Deutschland
- Psychologische Perspektiven: Humanistische Psychologie
- Psychologische Perspektiven: Verhaltenspsychologie (S-O-R-Modell)
Auszug aus dem Buch
2.4. Inhalte des Social Business
Generell gilt es, zwei verschiedene Arten von Social Business zu unterscheiden. Bei der ersten Kategorie handelt es sich um ein Unternehmen, das sich der Lösung eines oder mehrerer sozialer Probleme widmet, wobei die Investoren alle Gewinne in die Expansion und Verbesserung dieses Unternehmens reinvestieren. Das bedeutet, dass zu keiner Zeit Dividenden ausgezahlt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Joint Venture Grameen Danone zwischen Muhammad Yunus und dem französischen Lebensmittelproduzenten Groupe Danone. Das daraus entstandene Social Business verkauft in Bangladesch spezielle Joghurts mit allen nötigen Inhaltsstoffen wie Vitaminen und Kalzium, die einer Mangelernährung entgegenwirken sollen. Diese stellt vor allem in ländlichen Gegenden ein großes Problem dar, die Hälfte aller Kinder in Bangladesch ist von einer Unterernährung betroffen. Der Joghurt wird zu einem für die Armen erschwinglichen Preis angeboten, die Inhaber erhalten keine Dividenden oder sonstige Gewinnausschüttungen und investieren die Überschüsse in die Entwicklung neuer Joghurtsorten bzw. die Expansion in andere Gebiete.
Für diese Art haben Yunus und Hans Reitz, der Leiter des Grameen Creative Lab in Wiesbaden, sieben Prinzipien formuliert, die die Grundlagen für ein Typ I Social Business bilden:
1. Der Zweck des Unternehmens ist, Armut oder eines oder mehrere Probleme (wie Bildung, Gesundheit, Zugang zu Technologie oder Umwelt), die die Menschen und die Gesellschaft gefährden, zu bewältigen. Gewinnmaximierung ist nicht der Zweck.
2. Das Unternehmen erreicht finanzielle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.
3. Investoren erhalten lediglich den Betrag ihrer Investition zurück. Es werden keine Dividenden über die ursprüngliche Investition gewährt.
4. Bei Rückzahlung des Investitionsbetrags bleibt der Gewinn für Expansionen und Verbesserungen im Unternehmen.
5. Das Unternehmen ist umweltbewusst.
6. Die Belegschaft erhält marktübliche Löhne zu überdurchschnittlichen Arbeitsbedingungen.
7. Mach‘ es mit Freude!!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Machtdynamiken der modernen Wirtschaft ein und definiert das Social Business als einen Gegenentwurf, der sich auf soziale Probleme fokussiert.
2. Modell des Social Business: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des Konzepts durch Muhammad Yunus, grenzt den Begriff ab und definiert die zentralen Inhalte, Ziele und Vorteile sowie die Prinzipien für ein "Typ I" Social Business.
3. Status Quo in Deutschland: Hier wird anhand von Beispielen wie BASF Grameen Ltd. und der Unterstützung durch Unternehmen wie SAP der aktuelle Entwicklungsstand des Social Business in Deutschland beleuchtet.
4. Kritische Betrachtung des Ansatzes: Das Kapitel analysiert das Modell theoretisch durch die Brille der humanistischen Psychologie (Themenzentrierte Interaktion) und der Verhaltenspsychologie (S-O-R-Modell).
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Modell einen wertvollen, wenngleich ergänzenden Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme leisten kann, wobei die Entscheidung für das Modell bei jedem Einzelnen liegt.
Schlüsselwörter
Social Business, Muhammad Yunus, Grameen Bank, soziale Probleme, Unternehmensführung, Nachhaltigkeit, Gewinnmaximierung, Wirtschaftspsychologie, humanistische Psychologie, Verhaltenspsychologie, S-O-R-Modell, Joint Venture, soziale Verantwortung, Unternehmertum, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Geschäftsmodell des Social Business nach dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus als eine Alternative zur traditionellen, rein gewinnorientierten Unternehmensführung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und den Prinzipien des Modells, der Abgrenzung zu anderen Ansätzen, der aktuellen Situation in Deutschland sowie einer psychologischen Analyse des Konzepts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Konzept des Social Business detailliert zu erläutern und als tragfähige, alternative Organisationsform zur Lösung gesellschaftlicher Probleme darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere des Werks von Muhammad Yunus ("Building Social Business"), ergänzt durch Online-Recherchen von Institutionen und theoretische Grundlagen der Wirtschaftspsychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Social-Business-Modells (inklusive der 7 Prinzipien), einen Überblick über deutsche Praxisbeispiele sowie die kritische Reflexion mittels psychologischer Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Social Business, Muhammad Yunus, soziale Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Nutzen und die psychologische Einordnung des unternehmerischen Handelns.
Wie unterscheidet sich ein Social Business von einer Hilfsorganisation?
Während Hilfsorganisationen oft auf passive Spendenempfänger setzen, zielt das Social Business auf aktive Teilhabe der Zielgruppe an der Marktwirtschaft ab, um deren Eigenständigkeit und Würde zu stärken.
Warum wird das S-O-R-Modell zur Analyse herangezogen?
Das S-O-R-Modell dient dazu, zu erklären, wie äußere Reize (soziale Probleme) über die inneren psychischen Prozesse eines Individuums (Einstellungen, Motive) zu einer Reaktion in Form von unternehmerischem Handeln führen.
Welche Rolle spielt BASF in dieser Untersuchung?
BASF dient als zentrales deutsches Praxisbeispiel, insbesondere durch das Joint Venture mit dem Grameen Healthcare Trust, um soziale Probleme wie Malaria in Bangladesch durch technologische Lösungen zu bekämpfen.
Kann man nach dieser Arbeit ein Social Business gründen?
Die Arbeit bietet eine fundierte theoretische und praktische Einführung, betont jedoch, dass für eine tatsächliche Gründung vertiefende rechtliche und betriebswirtschaftliche Schritte notwendig sind, die hier aus Platzgründen ausgeklammert wurden.
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- Simona Meyer (Author), 2014, Social Business. Modell, Status in Deutschland und kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288663