Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau sind bis heute zwei der bedeutendsten Vertreter der politischen Wissenschaft, deren Vorstellungen die Politik bis heute entscheidend prägen. Mit „Leviathan“ hat Thomas Hobbes im Jahre 1651 eines der bedeutendsten Werke der politischen Philosophie herausgebracht. „Leviathan“ wird als das Hauptwerk Hobbes‘ angesehen und ist aus diesem Grund die Hauptquelle meiner ausgewählten Zitate, sofern ich mich in meiner Hausarbeit auf Hobbes beziehe. Bei Rousseau bediene ich mich überwiegend verschiedener Literaturen über den „Gesellschaftsvertrag“. Ziel dieser Hausarbeit ist es nicht nur die beiden verschiedenen Ansichten zu durchleuchten, sondern diese auch in einen Vergleich zu setzen, um mögliche Unterschiede herauszuarbeiten.
Beginnen werde ich bei beiden Vertragstheoretikern jeweils mit einem kurzen historischen Hintergrund, damit ein besseres Verständnis über das Entstehen der Theorien und der Gedanken beider gegeben ist. Anschließend komme ich zum Wesentlichen, den Gesellschaftsverträgen der jeweiligen Person. Wie oben bereits erläutert geht es im nächsten Schritt um einen Vergleich der Theorien. Als Abschluss dieser Hausarbeit soll das persönliche Fazit dienen, das meine Meinung zu den beiden Vorstellungen darstellt.
Ich halte es für wichtig, im Vorfeld klarzustellen, dass der Ausgangspunkt beider Vertragstheoretiker der „Naturzustand“ ist, in dem es keinerlei politische Autorität oder Ordnung gibt, folglich ein staatenloser Zustand. Diesen Naturzustand werde ich bei Rousseau und Hobbes jeweils explizit im Vorfeld erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thomas Hobbes
2.1. Kurzer historischer Hintergrund
2.2. Der Gesellschaftsvertrag
3. Jean-Jacques Rousseau
3.1. Kurzer historischer Hintergrund
3.2. Der Gesellschaftsvertrag
4. Gesellschaftsverträge im Vergleich
5. Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit hat das Ziel, die Vertragstheorien von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau detailliert gegenüberzustellen und kritisch zu vergleichen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die unterschiedlichen Vorstellungen vom Naturzustand und der menschlichen Natur zu divergierenden Staatskonzepten führen und welche Implikationen dies für das Verhältnis zwischen Individuum und Souverän hat.
- Vergleich der Vertragstheorien von Hobbes und Rousseau
- Analyse des Naturzustandes als theoretischer Ausgangspunkt
- Untersuchung der Entstehung und Legitimation von staatlicher Ordnung
- Gegenüberstellung von Absolutismus und demokratischen Ansätzen
- Reflexion über Freiheit, Selbsterhaltung und Gemeinwohl
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Gesellschaftsvertrag
Wie schon in der Einleitung beschrieben, ist der Ausgangspunkt für Hobbes‘ Theorie der Naturzustand. Er beschreibt ihn in seinem Werk „Leviathan“ als „ […] Krieg eines jeden gegen jeden.“ Durch die im Naturzustand fehlende politische Autorität und Ordnung kommt es in der Gesellschaft zum Misstrauen anderer gegenüber, das bis hin zur Todesfurcht und zur Angst um das Eigentum führt. Durch die knappen Güter und die fehlenden Gesetze kommt es zur dauernden Feindschaft und zur Furcht untereinander. Hobbes unterstellt in seinem Werk die körperliche und geistige Gleichheit der Menschen, die die zuvor beschriebenen Ängste um Leben und Eigentum nur noch verstärken. Der Unterschied sei niemals so groß, dass einer einen Vorteil erlangen könne. Ebenfalls beschreibt Hobbes: „ […] so ist der schwächste stark genug, den stärksten zu töten – entweder durch Hinterlist oder durch ein Bündnis mit anderen […]“ Wenn zwei Menschen nach dem selben Gegenstand streben, gebe es daher nur zwei Möglichkeiten, sich gegenseitig zu Vernichten oder zu unterwerfen. Des Weiteren geht Hobbes darauf ein, dass jedermann im Kriege von seiner eigenen Vernunft angeleitet werde und dass es nichts gebe, das der Mensch nicht zum Schutz vor dem Feind verwenden könne. Der Mensch habe daher ein Recht auf alles, selbst auf den Körper eines anderen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Vertragstheorien von Hobbes und Rousseau und Darlegung des Zieles der Arbeit.
2. Thomas Hobbes: Biografische Einordnung von Hobbes sowie Erläuterung seiner Theorie des Gesellschaftsvertrages und des Naturzustandes.
3. Jean-Jacques Rousseau: Historischer Hintergrund zu Rousseau sowie Darstellung seiner Sicht auf den Naturzustand und den Gesellschaftsvertrag.
4. Gesellschaftsverträge im Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Theorien im Hinblick auf Staatsform und Menschenbild.
5. Persönliches Fazit: Reflektion des Autors über die theoretischen Ansätze und deren Relevanz für heutige politische Strukturen.
Schlüsselwörter
Gesellschaftsvertrag, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Naturzustand, Leviathan, Souveränität, Absolutismus, Gemeinwille, Freiheit, Selbsterhaltung, Politische Philosophie, Staatstheorie, Menschenbild, Vertragsfreiheit, Gemeinwohl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich der politischen Theorien von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau, insbesondere deren Konzepten des Gesellschaftsvertrages.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen den Naturzustand, die Begründung staatlicher Herrschaft, das Menschenbild sowie das Verhältnis von individueller Freiheit zum Staat.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Denkern herauszuarbeiten und zu analysieren, wie ihre Theorien heutige politische Strukturen beeinflusst haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der die Primärquellen (vor allem Hobbes' „Leviathan“) und einschlägige Fachliteratur analysiert und gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl der historische Kontext als auch die spezifische Vertragstheorie von Hobbes und Rousseau detailliert beschrieben und anschließend in einem direkten Vergleich gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Souveränität, Absolutismus, Gemeinwille und Freiheit.
Warum hält Hobbes den Gesellschaftsvertrag für notwendig?
Hobbes sieht den Vertrag als notwendiges Mittel, um dem gewaltvollen Naturzustand und der ständigen gegenseitigen Angst durch die Einsetzung eines souveränen Staates zu entkommen.
Wie unterscheidet sich Rousseaus Verständnis von Freiheit von dem bei Hobbes?
Während bei Hobbes die Freiheit zugunsten der Sicherheit aufgegeben wird, sucht Rousseau nach einer Form des Zusammenschlusses, bei der die bürgerliche Freiheit gewahrt bleibt, indem sich das Individuum dem Gemeinwillen unterwirft.
Was kritisiert der Autor an Rousseaus Theorie?
Der Autor kritisiert, dass Rousseau sich in Widersprüche verstrickt, wenn er behauptet, Bürger könnten dazu gezwungen werden, frei zu sein, und hält die praktische Umsetzung für schwierig.
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- Johannes Kohls (Author), 2012, Ein Vergleich der Gesellschaftsverträge von Hobbes und Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288282