Während der Arbeit an meiner Dissertation zum Thema „Die sprachliche Integration rumänischer Einwanderer in Ostspanien“ (Roesler, 2011) fand ich keine vergleichende Grammatik des Rumänischen und Spanischen. Daher habe ich Azevedos Rat beherzigt, und will in diesem Buch versuchen, anhand des Sprachvergleichs die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Sprachen zu analysieren, welche durch die Migration rumänischer Einwanderer nach Spanien in Kontakt getreten sind. Des Weiteren möchte ich herausarbeiten, welche muttersprachlichen Interferenzen theoretisch im von rumänischen Einwanderern gesprochenen Spanisch erwartet werden können. Die tatsächliche Ausprägung dieser Sprachkontaktphänomene habe ich in oben genannter Doktorarbeit anhand der Durchführung und Analyse von Interviews mit rumänischen Einwanderern empirisch belegen können.
Die folgenden Ausführungen habe ich auf der Basis der sprachvergleichenden Betrachtungen in meiner Dissertation zusammengestellt und sie dabei in vielen Bereichen noch um wesentliche Details ergänzt. Ausgehend von den charakteristischen Merkmalen der jeweiligen Sprache werde ich beide Sprachen auf den Ebenen Phonetik, Grammatik und Lexik einander gegenüberstellen und anhand von Beispielen einzelne sprachliche Phänomene konkret veranschaulichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachvergleich: Eine Methode zur Erkenntnisgewinnung
3. Aussprachehinweise
4. Das Rumänische: Eine romanische Sprache
5. Das Rumänische: Ein Vertreter des Balkansprachbunds
6. Spanische: Eine romanische Sprache
7. Einflüsse aus nicht-romanischen Sprachen im Spanischen
7.1 Einflüsse aus vorrömischen Sprachen
7.2 Germanische Sprachen
7.3. Arabisch
7.4. Indigene Sprachen
8. Rumänisch vs. Spanisch
8.1. Phonetik und Phonologie
8.2. Grammatik und Morphologie
8.3. Wortschatz
9. Balkanismen im Judenspanischen
10. Kastilische Norm vs. Spanisch als Fremdsprache
11. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die sprachlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Rumänischen und Spanischen, um theoretisch zu erwartende muttersprachliche Interferenzen bei rumänischen Einwanderern in Spanien zu identifizieren. Dabei wird ein besonderer Fokus auf Sprachkontaktphänomene gelegt, die durch die Migration entstanden sind.
- Sprachvergleich als Methode der kontrastiven Linguistik
- Charakterisierung von Rumänisch und Spanisch als romanische Sprachen
- Einflüsse von Substrat- und Adstratsprachen auf die Entwicklung beider Sprachen
- Kontrastive Analyse von Phonetik, Grammatik und Wortschatz
- Auswirkungen von Kontaktphänomenen auf den Sprachlernprozess
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Even if the instructor does not have at his disposal a contrastive grammar of the two languages, he can organize a partial one for his own use, taking as a point of departure the specific structures dealt with in his course. (AZEVEDO 1978: 19)
Während der Arbeit an meiner Dissertation zum Thema „Die sprachliche Integration rumänischer Einwanderer in Ostspanien“ (ROESLER, 2011) fand ich keine vergleichende Grammatik des Rumänischen und Spanischen. Daher habe ich Azevedos Rat beherzigt, und will in diesem Buch versuchen, anhand des Sprachvergleichs die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Sprachen zu analysieren, welche durch die Migration rumänischer Einwanderer nach Spanien in Kontakt getreten sind. Des Weiteren möchte ich herausarbeiten, welche muttersprachlichen Interferenzen theoretisch im von rumänischen Einwanderern gesprochenen Spanisch erwartet werden können. Die tatsächliche Ausprägung dieser Sprachkontaktphänomene habe ich in oben genannter Doktorarbeit anhand der Durchführung und Analyse von Interviews mit rumänischen Einwanderern empirisch belegen können.
Die folgenden Ausführungen habe ich auf der Basis der sprachvergleichenden Betrachtungen in meiner Dissertation zusammengestellt und sie dabei in vielen Bereichen noch um wesentliche Details ergänzt. Ausgehend von den charakteristischen Merkmalen der jeweiligen Sprache werde ich beide Sprachen auf den Ebenen Phonetik, Grammatik und Lexik einander gegenüberstellen und anhand von Beispielen einzelne sprachliche Phänomene konkret veranschaulichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsintention, rumänische Migranten in Spanien hinsichtlich ihrer sprachlichen Interferenzen zu untersuchen.
2. Sprachvergleich: Eine Methode zur Erkenntnisgewinnung: Erläuterung der kontrastiven Linguistik als Instrument zur Analyse von Sprachkontakten und zur Vorhersage von Lernschwierigkeiten.
3. Aussprachehinweise: Überblick über graphemische Besonderheiten des Rumänischen, Bulgarischen und anderer Sprachen zur Unterstützung des Vergleichs.
4. Das Rumänische: Eine romanische Sprache: Darstellung der historischen und soziolinguistischen Entwicklung des Rumänischen als östlichste romanische Sprache.
5. Das Rumänische: Ein Vertreter des Balkansprachbunds: Analyse der rumänischen Sprache als Balkansprache mit typologischen Besonderheiten im Kontakt mit benachbarten Sprachen.
6. Spanische: Eine romanische Sprache: Einordnung des Spanischen in den iberoromanischen Sprachzweig und Abriss seiner globalen Verbreitung.
7. Einflüsse aus nicht-romanischen Sprachen im Spanischen: Untersuchung der historischen Schichten wie vorrömische, germanische, arabische und indigene Einflüsse auf das Spanische.
8. Rumänisch vs. Spanisch: Direkte kontrastive Gegenüberstellung von Phonetik, Morphologie und Wortschatz beider Sprachen.
9. Balkanismen im Judenspanischen: Betrachtung der Auswirkungen des Balkanraums auf das Judenspanische und deren Relevanz für die sprachliche Interferenzanalyse.
10. Kastilische Norm vs. Spanisch als Fremdsprache: Analyse potenzieller Normabweichungen bei verschiedenen Lernergruppen beim Erwerb des Spanischen.
11. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung, dass theoretische Interferenzen empirisch bei rumänischen Einwanderern nachweisbar sind.
Schlüsselwörter
Rumänisch, Spanisch, Kontrastive Linguistik, Sprachkontakt, Balkansprachbund, Interferenzen, Romanische Sprachen, Zweitspracherwerb, Substrat, Adstrat, Phonetik, Morphologie, Wortschatz, Grammatik, Migration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Parallelen und Unterschiede zwischen dem Rumänischen und Spanischen, um die Auswirkungen des Sprachkontakts auf rumänische Einwanderer in Spanien zu analysieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die kontrastive Analyse von Phonetik, Grammatik und Wortschatz, die Einflüsse von Fremdsprachen auf beide Systeme sowie die soziolinguistische Situation von Migranten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf theoretischer Basis vorherzusagen, welche muttersprachlichen Interferenzen bei rumänischen Lernern des Spanischen zu erwarten sind, und diese durch empirische Erkenntnisse zu stützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, ergänzt durch die Auswertung soziolinguistischer Daten aus vorangegangenen Dissertationen des Autors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der phonetischen und grammatischen Strukturen beider Sprachen sowie in eine Analyse der verschiedenen historischen Spracheinflüsse, die auf das Rumänische und Spanische gewirkt haben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sprachkontakt, Interferenz, Kontrastive Linguistik, Rumänisch, Spanisch, Balkansprachbund und Fremdsprachenerwerb.
Welche Rolle spielen die Balkansprachen in dieser Untersuchung?
Die Balkansprachen (Bulgarisch, Albanisch, Griechisch) dienen als Referenz für die typologischen Besonderheiten des Rumänischen und zur Verdeutlichung von Sprachbund-Phänomenen, die den Lernprozess beeinflussen können.
Wie unterscheidet sich die Pluralbildung in Rumänisch und Spanisch?
Während das Rumänische archaischere Muster und einen Reste-Kasus-Charakter aufweist, folgt das Spanische einer sehr regelmäßigen und transparenten Systematik der Pluralbildung mit -s oder -es.
Warum ist das Judenspanische für die Forschung des Autors relevant?
Das Judenspanische bietet einen interessanten Vergleichspunkt, da es im Balkanraum einer starken „Balkanisierung“ unterlag, was als Modell für die sprachliche Entwicklung rumänischer Einwanderer in Spanien dienen kann.
Welche Bedeutung haben Präpositionen für das Erlernen des Spanischen durch Rumänen?
Der korrekte Gebrauch von Präpositionen stellt eine erhebliche Lernschwierigkeit dar, da das Rumänische oft andere Konstruktionen verwendet und sich bei formal ähnlichen Präpositionen im Spanischen leicht Interferenzen einschleichen können.
- Arbeit zitieren
- Dr. Patrick Roesler (Autor:in), 2015, Sprachvergleichende Betrachtung des Spanischen und Rumänischen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287957