„Die Zuwanderungen haben die deutsche Gesellschaft vor neue Herausforderungen gestellt und vielfältig verändert.Mit den verschiedenen Kulturen, die in die Klassenzimmer Einzug hielten, wandelten sich auch die Lernvoraussetzungen und -bedingungen der Schülerinnen und Schüler“ (Lange 2008).
An diese Voraussetzungen, die auch noch Jahrzehnte nach dem Anwerben von ausländischen Arbeitskräften vorherrschen, versuchen die Konzepte des interkulturellen Lernens anzuknüpfen. Die vorliegende Hausarbeit nimmt Bezug auf die Tatsache, dass Mitglieder unterschiedlichster Kulturen, Konfessionen und Ethnien das deutsche Bildungssystem besuchen und Vorurteile sowie Klischees weiterhin vorherrschend sind. Diese emotional begründeten und irrationalen Ansichten der Umwelt können für die Entwicklung erster politischer Grundorientierungen und Einstellungen von Kindern prägend sein. Interkultureller Unterricht will dem aufklärend entgegenwirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interkulturelles Lernen
2.1. Zum Begriff des interkulturellen Lernens
2.2. Ziele, Aufgaben und Inhalte des interkulturellen Lernens
2.3. Die Schule und insbesondere der Sachunterricht als Ort interkulturellen Lernens
2.4. Einordnung des interkulturellen Lernens in die bestehenden Richtlinien
2.5. Kriterien für die Auswahl der Unterrichtsmaterialien zum interkulturellen Lernen
3. Der interkulturelle Kalender
3.1. Zeitrechnung und Kalendersysteme als kulturspezifische Konventionen
3.2. Einführung in den Aufbau des interkulturellen Kalenders
3.3. Kalenderarbeit mit Grundschulkindern
3.3.1. Thema Zeit und Zeitrechnung
3.3.2. Thema Feste und Feiertage
4. Interkultureller Kalender als Materialangebot zum interkulturellen Lernen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des interkulturellen Kalenders als pädagogisches Materialangebot für den Sachunterricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern der interkulturelle Kalender einen Beitrag zur effektiven Verwirklichung des interkulturellen Lernens leisten kann, indem er als Brücke zwischen verschiedenen kulturellen und konfessionellen Traditionen dient.
- Grundlagen des interkulturellen Lernens in der Grundschule
- Kriterien für die Auswahl und Bewertung von Unterrichtsmaterialien
- Kulturspezifische Unterschiede bei Zeitrechnungen und Kalendersystemen
- Didaktische Ansätze zur Kalenderarbeit im Sachunterricht
- Vermeidung von Hierarchisierungen und Expertenrollen bei Kindern
Auszug aus dem Buch
3.1.Zeitrechnung und Kalendersysteme als kulturspezifische Konventionen
Die Einführung der Kalenderarbeit in der Grundschule orientiert sich in den meisten Fällen, sowohl inhaltlich als auch methodisch, an dem seit 1582 bestehenden Gregorianischen Kalender. Das System des Gregorianischen Kalenders geht aus der abendländisch-christlichen Konvention der Zeitrechnung hervor und wird heutzutage international für die Berechnung des irdischen Jahres verwendet (vgl. Glumpler 1996: 130). Die Grundlage dieses Kalendersystems bildet die benötigte Zeit für den Umlauf der Erde um die Sonne. Dieses so genannte Sonnenjahr ist wiederum eingeteilt in Monate, Wochen, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden (vgl. ebd. 1991: 108).
Daneben zelebrieren verschiedene Kulturgruppen Feiertage, die auf anderen Kalendersystemen beruhen. Das jüdische Kalendersystem orientiert sich am „gebundenen“ Mondjahr, nach dem sowohl Monate als auch Jahre von unterschiedlicher Länge sein können. Ein Jahr kann somit 12 oder 13 Monate andauern, beziehungsweise 353 bis 385 Tage lang sein. Der muslimische Kalender hingegen geht von einem so genannten „reinen“ Mondjahr aus, welches um elf Tage kürzer als das Sonnenjahr ist. In der Zeitspanne von 33 Jahren durchläuft der Beginn des reinen Mondjahres alle vier Jahreszeiten (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit des interkulturellen Lernens angesichts einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung des interkulturellen Kalenders.
2 Interkulturelles Lernen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe und Ziele der interkulturellen Pädagogik und verankert diese im Bildungsauftrag des Sachunterrichts, inklusive der Erarbeitung von Auswahlkriterien für Materialien.
3. Der interkulturelle Kalender: Hier werden die theoretischen Grundlagen verschiedener Kalendersysteme beleuchtet und didaktische Möglichkeiten für die Kalenderarbeit mit Grundschulkindern diskutiert.
4. Interkultureller Kalender als Materialangebot zum interkulturellen Lernen: Auf Basis der vorab definierten Kriterien erfolgt eine analytische Anwendung auf das Konstrukt des interkulturellen Kalenders.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der interkulturelle Kalender ein wertvolles Instrument zur Förderung interkultureller Kompetenzen ist, sofern Lehrkräfte diesen reflektiert einsetzen.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Sachunterricht, Grundschule, interkultureller Kalender, Migration, kulturelle Vielfalt, Zeitrechnung, Feiertage, Perspektivwechsel, Ethnozentrismus, Toleranz, Sozialwissenschaftliche Perspektive, Didaktik, multikulturelle Gesellschaft, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Relevanz des interkulturellen Kalenders als Material für den Grundschulunterricht, um kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schülern produktiv zu thematisieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben den theoretischen Grundlagen zum interkulturellen Lernen stehen die verschiedenen Kalendersysteme der Weltreligionen und die didaktische Einbindung dieser Themen im Sachunterricht im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis eigenständig erarbeiteter Kriterien zu bewerten, inwieweit der interkulturelle Kalender als Materialangebot dazu beitragen kann, interkulturelles Lernen erfolgreich und wertschätzend umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um fachdidaktische Kriterien für interkulturelles Material zu identifizieren und diese im weiteren Verlauf auf das spezifische Medium des interkulturellen Kalenders anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des interkulturellen Lernens, die Darstellung der Besonderheiten von Zeitsystemen und Festtagen sowie die kritische Prüfung des interkulturellen Kalenders anhand erarbeiteter Qualitätsmerkmale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind interkulturelles Lernen, Sachunterricht, multikulturelle Gesellschaft, Kalendersysteme, Perspektivwechsel und die Vermeidung von Hierarchisierungen.
Warum sollte man Kinder im Unterricht nicht zu „Experten“ ihrer Kultur machen?
Die Autorin argumentiert, dass dies Kinder überfordern kann, da sie nicht zwingend über tiefes Wissen zu ihren Traditionen verfügen und eine solche Zuordnung zu Stereotypisierungen oder Unbehagen führen kann.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft beim interkulturellen Lernen?
Die Lehrkraft trägt die Hauptverantwortung dafür, interkulturelle Bildung nicht oberflächlich zu behandeln, sondern aktuelle Ereignisse und unterschiedliche kulturelle Hintergründe sensibel und reflektiert in den Unterricht zu integrieren.
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- Katharina Sonnenschein (Author), 2013, Der interkulturelle Kalender. Ein Materialangebot zur Verwirklichung des interkulturellen Lernens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287577