In dieser exegetischen Arbeit geht es in erster Linie um die Rollen von Maria Magdalena und ihres Sohnes Johannes Markus im Johannesevangelium. Um dabei den Part dieser Frau richtig verstehen zu können, erfolgt zunächst die Beweisführung, dass Johannes Markus ihr Sohn war und das Johannesevangelium wohl unter ihrer Anleitung verfasste. Daher muss auch die Konzeption des Weiblichen, wie sie uns in aller Regel in den meisten Übersetzungen des Neuen Testaments entgegentritt, neugefasst werden: Die vor allem durch falsche Übersetzungen zum männlichen Heiligen Geist umgewandelte Ruachmutter nimmt wieder den ihr gebührenden Platz als weibliche Gottheit ein, ebenso die ganz aus dem Evangelium gestrichene und durch den Logos ersetzte Frau Weisheit, Sophia. In der Neuübersetzung bestimmter Passagen klingt ihre wahre Bedeutung als Göttliche Mutter an, und man versteht besser, warum die Gnostiker, welche vor allem das Johannesevangelium für ihre Zwecke verwendeten, Maria Magdalena als deren Inkarnation ansahen. Ein weiterer, mindestens genauso wichtiger Punkt ist es, die Konzeption des Evangeliums von Maria Magdalena und Jesus Christus als Göttliches Paar zu erkennen. Dies wie auch der Frau Jesu Vergangenheit als Priesterin der Taubengöttin Ashima in Samaria wird vor allem anhand theologischer und etymologischer Gesichtspunkte herausgearbeitet. Dabei kommen Erkenntnisse ans Tageslicht, die so manchen interessierten Leser in Erstaunen versetzen dürften.
Inhaltsverzeichnis
Unkorrekte Übersetzungen – eine Frage der Perspektive
Das Johannesevangelium – Einordnung, Datierung und Verfasserschaft
Maria Magdalena, Johannes Markus und die Entstehung des Johannesevangeliums
Maria Magdalena war die Mutter von Johannes Markus
Zum Namen Johannes Markus
Relevante Bibelstellen
Ein ikonographischer Aspekt: Mutter und Sohn in der Buchmalerei des Book of Kells
Verdrängung und Bekämpfung von Mutter und Sohn
Die Situation nach der Passion und Auferstehung Jesu
Die Verbindung des Johannesevangeliums mit der Gnosis
Die Entwicklung der johanneischen Gemeinde
Warum der Beiname Magdalena nicht im Johannesevangelium zu finden ist – und warum ihr ihre Heimatstadt Magdala später zugeordnet wurde
Zum Beinamen Magdalena
Zur Stadt Magdala
Übersetzung und Kommentar wichtiger Passagen
Zum Prolog
Übersetzung
Kommentar
Der Austausch von Sophia gegen Logos
Die Sophia der Gnosis
Sophia bei den Ophiten
Der Sophia-Mythos der Pistis Sophia
Sophia und Maria Magdalena
Die Folgen der Verdrängung Sophias
Zu Jesu Taufe im Jordan
Übersetzung
Kommentar
Die Ruachmutter im AT
Von der Ruachmutter des ATs zum Heiligen Geist im NT
Die Ruachmutter in der Gnosis
Ruach in der Ikonographie
Ruach in der christlichen Tradition
Ruach und Maria Magdalena
a) Bei Hippolyt
b) Bei Origenes
c) Bei Augustinus
Die Ruachmutter und Maria Magdalena bei der Taufe Jesu
Zum Kapitel „Das erste Zeichen: Die Hochzeit“
Jesus und die Samariterin am Brunnen
Übersetzung
Kommentar
Die Begegnung der Samariterin am Brunnen mit Jesus – ein Liebesgeplänkel
Die Taubengöttin Ashima
Weitere etymologische Überlegungen
Essenz der Begegnung Jesu mit der Frau am Brunnen
Parallelen zu Joh 4,11-29 im Alten Testament
Die Hochzeit zu Kana
Übersetzung
Kommentar
Die Erfüllung der Liebeswerbung
Überarbeitungen des Textes durch Bearbeiter
Die Komposition des Werkes als Göttliches Paar
Die geistige Bedeutung der Hochzeit
Von Wasser zu Wein
Verschiedene Stellen zu Sophia und Ruach. Maria Magdalena im Symbol des Fisches
a) Sophia
5,38
5,24
8,31
8,42-59
17,6.14
b) Ruach
3,4-8
3,34
6,63
7,38-39
14,16-17
14,26
15,26
16,7
16,13-14
c) Die versteckte Maria Magdalena bei der Speisung der 5000
6,1-6.15
Übersetzung
Kommentar
Kreuzigung und Passion
Die Frauen unter dem Kreuz
Durst und Wein
19,38-42
Auferstehung und Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena
Übersetzung
Kommentar
20,1
Der weggerollte Stein
20,2
20,3-7
20,8-18
Die zwei Engel in weißen Gewändern
Höhe- und Schlusspunkt: Das Göttliche Paar
Die Verbindung zu Shabbat Hamalka
20,16
20,17
20,18-21
20,21-23
Zum Epilog
Übersetzung
Kommentar
Essenz der wichtigsten Erkenntnisse
Zielsetzung & Themen
Das Werk verfolgt das Ziel, die Rolle von Maria Magdalena im Johannesevangelium neu zu bewerten und ihre Identität als Mutter von Johannes Markus sowie als irdische Manifestation der Göttin Sophia zu etablieren. Dabei wird hinterfragt, wie spätere redaktionelle Änderungen die ursprüngliche, weiblich geprägte Theologie des Textes unterdrückt haben.
- Rekonstruktion der Ur-Fassung des Johannesevangeliums
- Aufdeckung der Identität von Maria Magdalena und ihrer priesterlichen Rolle
- Untersuchung der Bedeutung von Sophia und Ruach im christlichen Kontext
- Analyse der Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena als Göttliches Paar
- Dechiffrierung der Symbolik (z.B. Fisch, Taube, Brunnen) in den Evangelientexten
Auszug aus dem Buch
Die Ruachmutter im AT
Als ich von circa 1982 bis 1992 Mitglied im CVJM war, gab es in einem Liederbuch zu dem wunderschönen Lied „Ruach“ die Abbildung eines Frauenkopfes mit langem wehenden Haar, in welchem ein Säugling behütet wurde, und es war völlig unzweifelhaft, dass es sich dabei um eine Darstellung des Heiligen Geistes handelte. Was mich damals noch verwunderte, war später der Anlass, diesem Problem etwas weiter nachzuspüren. Denn der Heilige Geist, oder die Ruach, häufig auch Ruachmutter genannt, ist tatsächlich ein Problemfall – aber ein sehr aufschlussreicher! Dies fängt schon bei der Bezeichnung an: Manche feministische Theologinnen nennen „ihn“ gerne die „Heilige Geistin“, und das nicht ohne Grund.
Laut der Studie von Dreytza existiert der Begriff rûah (oder „rwh“) 387 Mal im AT. Knapp 200 Belege können für einen femininen Gebrauch in Anspruch genommen werden, nur 63 für den maskulinen – der Rest ist ungeklärt oder lässt sich nicht einordnen. Durch die Jungfrauenlegende von Lukas im NT erfuhr der Begriff im paulinischen Christentum eine sehr willkürliche Zuordnung als (männlicher) Geist Gottes, die sowohl der Mehrzahl des ATlichen Gebrauchs als auch des grammatikalisch weiblichen Artikels und symbolkundlichen Erkenntnissen hohnlacht. Denn nicht nur die Gnostiker, sondern auch die Juden und Judenchristen wie Edith Stein und andere betrachteten die Ruach traditionsgemäß als weiblich, ja verstehen sie bis heute als Ruachmutter.
Zusammenfassung der Kapitel
Maria Magdalena war die Mutter von Johannes Markus: Dieses Kapitel stellt die These auf, dass Maria Magdalena die Mutter des Evangelisten Johannes Markus war und dieser als Autor des ursprünglichen Johannesevangeliums fungierte.
Die Ruachmutter im AT: Das Kapitel untersucht die ursprüngliche, weibliche Bedeutung des hebräischen Begriffs "Ruach" und zeigt auf, wie dieser im NT fälschlicherweise als männlicher Heiliger Geist umgedeutet wurde.
Die Verbindung des Johannesevangeliums mit der Gnosis: Hier wird der Einfluss gnostischer Ideen auf das Johannesevangelium analysiert und die Nähe der johanneischen Gemeinde zu diesen Gedankenwelten aufgezeigt.
Die Taubengöttin Ashima: Es wird der kulturelle und mythologische Hintergrund der Region Samaria beleuchtet, um Maria Magdalenas mögliche priesterliche Vergangenheit im Kult der Göttin Ashima zu erklären.
Essenz der wichtigsten Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Argumente des Autors zusammen, insbesondere die Identifikation des "geliebten Jüngers" und die Rolle des "Göttlichen Paares" Jesus und Maria Magdalena.
Schlüsselwörter
Maria Magdalena, Johannes Markus, Johannesevangelium, Ruachmutter, Sophia, Gnosis, Ur-Johannes, Hierogamie, Taubengöttin, Ashima, Weiblichkeit Gottes, Christentum, biblische Exegese, Gematria, Heiliges Paar.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entstehung des Johannesevangeliums und postuliert eine ursprüngliche, weiblich geprägte "Urfassung", in der Maria Magdalena eine zentrale, göttliche Rolle einnimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Rolle der Frau im frühen Christentum, die Wiederentdeckung weiblicher Gottheiten (Sophia/Ruach) und die Entlarvung androzentrischer Textmanipulationen in den kanonischen Evangelien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen Jesus und Maria Magdalena als ein "Göttliches Paar" aufzuzeigen und nachzuweisen, dass dieses Paar die Grundlage der ursprünglichen christlichen Lehre bildete, bevor es systematisch unterdrückt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt historische Exegese, etymologische Analysen, religionsgeschichtliche Vergleiche und kabbalistische Methoden wie die Gematria, um versteckte Botschaften im Text freizulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse konkreter Bibelstellen im Johannesevangelium, der Rolle des Johannes Markus als Verfasser und dem Einfluss antiker Mysterien und gnostischer Mythen auf die Erzählstrukturen des Evangeliums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Maria Magdalena, Johannes Markus, Sophia, Ruachmutter, Gnosis, Hierogamie und die Rekonstruktion des Urtextes.
Warum wird Maria Magdalena oft mit der Göttin Sophia gleichgesetzt?
Der Autor argumentiert, dass Maria Magdalena die menschliche Inkarnation der gnostischen Sophia darstellt und ihre Rolle als "Frau Weisheit" durch redaktionelle Logos-Ersetzungen im Evangelium verschleiert wurde.
Welche Rolle spielt die Zahl 153 im Kontext von Maria Magdalena?
In der Gematria ergibt der Name Maria Magdalena (in der lateinischen Transliteration "H Magdalhnh") den Zahlenwert 153, welcher wiederum in der Erzählung vom Fischzug im Johannesevangelium als Symbol für ihre Identität und ihre Verbindung zu Jesus verwendet wird.
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- Klaus Mailahn (Author), 2015, Maria Magdalena und ihr Sohn Johannes Markus im Johannesevangelium, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287250