Deutsche Sprache – schwere Sprache ?
Ein sehr weit verbreitetes Klischee über die deutsche Sprache ist, dass sie sehr schwierig, undurchsichtig und mühselig zu erlernen sei. Es stellt sich die Frage: Unterliegt die deutsche Sprache wirklich derartig vielen komplexen Regelhaftigkeiten, dass sie bei vielen, vor allem bei Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Widerstände weckt?
Einer der vielen Schwierigkeiten, mit dem ein Mensch beim Erlernen der deutschen Sprache konfrontiert wird ist sicherlich der Artikelgebrauch, aber wieso? Die deutsche Sprache ist eine von wenigen Sprachen, die den Artikel kennt. Die meisten Sprachen machen, wenn überhaupt, von höchstens zwei verschiedenen Artikeln Gebrauch (vgl. Hentschel, Weydt 2003, Kapitel 7.1). Dem deutschen Artikel kommt jedoch eine Bedeutung im besonderen Maß zu, da er in der semantischen Ebene viele verschiedene Funktionen erfüllt. Genau weil die Artikelwörter eine solche Bedeutung für einen korrekten Gebrauch dieser komplexen Sprache tragen, soll in dieser Hausarbeit der Artikelgebrauch näher betrachtet werden, die die vorhin gestellte Frage aufgreift und der Komplexität dieser Sprache näher zukommen versucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Darstellung des Themas und der Zielvorstellung
2. Hauptteil
2.1 Das Artikelwort
2.2 Der Gebrauch der Artikel
2.2.1 Der Gebrauch des definiten Artikels
2.2.2 Der Gebrauch des indefiniten Artikels
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Funktionalität und den korrekten Gebrauch der Artikelwörter in der deutschen Sprache, um Lernenden ein tieferes Verständnis für deren differenzierte Einsatzmöglichkeiten zu vermitteln.
- Definition der verschiedenen Artikelwörter im Deutschen
- Unterscheidung zwischen definiten und indefiniten Artikeln
- Bedeutung der Bestimmtheit und Individualisierung von Substantiven
- Grammatische Flexionsparameter der Artikel
- Funktionen der Artikel in Bezug auf Klassifizierung und Generalisierung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Der Gebrauch des definiten Artikels
Dem Gebrauch des definiten Artikels liegen sehr differenzierte und zugleich extrem kontextabhängige Regelhaftigkeiten zur Grunde, die zudem mit verschiedenen Ausnahmefällen verbunden sind (vgl.CANOO.net). Im Umfang dieser Hausarbeit, können deshalb lediglich die Grundzüge dieser komplexen Regeln tangiert werden. (1) Das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung, ob der definite oder indefinite Artikel gebraucht werden muss, ist die Bestimmtheit (Definiertheit) des verwendeten Substantivs, welches vom Artikel begleitet wird (vgl. GÖTZE, HESS-LÜTTICH 2005, S.252f). Ist das verwendete Substantiv in irgendeiner Weise bestimmt, also dem Sprecher sowie dem Hörer bekannt, so wird der definite Artikel verwendet (Beispiel: Der Film fängt um sieben Uhr an). (2) Weiterhin erfüllt der definite Artikel eine demonstrative Funktion, d.h. mittels des definiten Artikels wird auf etwas verwiesen (Beispiel: Ich meine das Mädchen dort drüben)(vgl.ebd.). (3) Auch gilt, dass er häufig eine distributive Funktion trägt. Damit ist der Verweis auf Angaben von Maßbezeichnungen gemeint (Beispiel: Die Birnen kosten drei Euro das Kilo). (4) Sollen auf Objekte/ Personen/ Gegebenheiten/ geographische Bezeichnungen/ Namen von Personen/ Ländernamen verwiesen werden, die durch ihre Einmaligkeit gekennzeichnet sind (→Eigennamen), so wird auch hier der definite Artikel gebraucht (mit Ausnahmen) (Beispiele: Der Elektriker ist heute nicht da/ das sind die Alpen/ die Schweiz / die Vereinigten Staaten von Nordamerika/ der Balkan/ die Goethestrasse/ das Rathaus/ das sozialdemokratische England/ die Mona Lisa/ usw.)(vgl. GÖTZE, , HESS-LÜTTICH 2005, S.252ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Klischee der schwierigen deutschen Sprache und führt in die Problematik des Artikelgebrauchs als wesentlichen Bestandteil der deutschen Grammatik ein.
1.1 Darstellung des Themas und der Zielvorstellung: In diesem Unterkapitel werden die Definitionen der Artikelwörter als Grundlage festgelegt und der Fokus auf die Analyse des definiten sowie indefiniten Artikels begrenzt.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine theoretische Übersicht über die flektierbaren Wortarten und ordnet das Artikelwort in den sprachwissenschaftlichen Kontext ein.
2.1 Das Artikelwort: Hier erfolgt eine systematische Einordnung der Artikelwörter in Kategorien wie Definiter Artikel, Indefiniter Artikel, Nullartikel und verschiedene Pronomen.
2.2 Der Gebrauch der Artikel: Dieses Kapitel erläutert die von Satzstellung, Genus, Numerus und Kasus abhängigen Kriterien, die den Gebrauch von Artikeln bestimmen.
2.2.1 Der Gebrauch des definiten Artikels: Der Autor beschreibt die kontextabhängigen Regeln für den definiten Artikel, insbesondere dessen Funktionen bei Bestimmtheit, Demonstrativität und Distributivität.
2.2.2 Der Gebrauch des indefiniten Artikels: Hier werden die Anwendungsfälle des indefiniten Artikels, wie Klassifizierung, Einführung von Neuem und Generalisierung, detailliert dargelegt.
3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Artikelwahl maßgeblich von den Eigenschaften des Substantivs determiniert wird und der Artikelgebrauch eine essenzielle Kompetenz für das korrekte Sprachverständnis darstellt.
Schlüsselwörter
Deutsche Sprache, Artikelgebrauch, Definiter Artikel, Indefiniter Artikel, Bestimmtheit, Individualisierung, Generalisierung, Grammatik, Sprachsystem, Substantiv, Flexion, Klassifizierung, Artikelwörter, Sprachwissenschaft, Deutsch lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Grammatik des deutschen Artikelsystems und erläutert, warum dieser Bereich für Lernende oft eine Herausforderung darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Artikelwörtern, die grammatischen Flexionsregeln und die spezifischen Funktionen des definiten sowie indefiniten Artikels im Satzkontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Funktionen und den korrekten Gebrauch des definiten und indefiniten Artikels in Abhängigkeit von den Eigenschaften des zugehörigen Substantivs zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse der deutschen Grammatik unter Verwendung einschlägiger Fachliteratur und linguistischer Standardwerke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die verschiedenen Artikelwörter klassifiziert, die Flexionsparameter analysiert und anschließend die differenzierten Regeln für den Gebrauch von definiten und indefiniten Artikeln aufgezeigt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Artikelgebrauch, Definiter Artikel, Indefiniter Artikel, Bestimmtheit, Individualisierung, Generalisierung und Grammatik.
Warum wird der definite Artikel bei Eigennamen verwendet?
Der definite Artikel kommt bei Eigennamen zum Einsatz, um auf Personen, Länder oder Gegebenheiten zu verweisen, die durch ihre Einmaligkeit gekennzeichnet sind.
Was unterscheidet den indefiniten Artikel vom definiten Artikel in Bezug auf die Bekanntheit?
Der indefinite Artikel wird verwendet, wenn auf Personen oder Objekte verwiesen wird, die dem Hörer oder Sprecher noch unbekannt sind, wohingegen der definite Artikel auf bekannte oder bereits definierte Substantive hinweist.
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- Anonym (Author), 2013, Der Gebrauch des deutschen Artikels, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/285366