Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungen hundegestützter Pädagogik durch das Einbeziehen empirischer Studien und Theorien wissenschaftlich zu betrachten und so herauszuarbeiten, was durch die hundegestützte Pädagogik wirklich für die Entwicklung von Schülern und für den Unterricht bewirkt werden kann. Dazu folgt auf diese Einleitung in Kapitel 2 zunächst eine Abgrenzung von Begrifflichkeiten. In Kapitel 2.1 werden der Oberbegriff tier- bzw. hundegestützte Interventionen und die darunter fallenden Arten von Interventionen, nämlich tiergestützte Aktivitäten, tier- bzw. hundegestützte Therapie und tier- bzw. hundegestützte Pädagogik erläutert. In Kapitel 2.2 werden die verschiedenen Bezeichnungen eines Hundes in der Schule voneinander abgegrenzt und definiert. Dabei geht es zunächst um die Definition eines Schulbesuchshundes des Schulhundes und eines Klassenhundes. In Kapitel 3 folgt ein historischer Überblick über die Entwicklung der tier- und hundegestützten Pädagogik. Daraufhin wird in Kapitel 4 der Forschungsstand hundegestützter Pädagogik durch Studien dargelegt. So geht es in Unterkapitel 4.1 um Erkenntnisse zum Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten von Schülern und in Kapitel 4.2 um den Forschungsstand zur motivierenden und aktivierenden Wirkung von Hunden. Kapitel 4.3 hat den Forschungsstand zur Minderung von Stresssymptomen und Redeangst durch Hunde zum Thema, während in Kapitel 4.4 der Einfluss von Hunden auf nonverbale Kommunikationsfähigkeit dargestellt wird. In Kapitel 5 werden die Wirkungen von Hunden im Unterricht auf Schüler, Lehrer und Beziehungen in der Schule herausgearbeitet und kritisch betrachtet. Dazu geht es in Kapitel 5.1 zunächst um die motivierende Wirkung und in Kapitel 5.2 um die stressmindernde Wirkung von Hunden. In Kapitel 5.3 werden die Wirkungen von Hunden auf die sozialen, emotionalen und kommunikativen Kompetenzen von Schülern anhand der Kompetenzen Empathiefähigkeit und nonverbale Kommunikationsfähigkeit dargelegt. Anschließend geht es um die Förderung der Kompetenzen durch Verantwortung für den Hund. In Kapitel 5.4 wird die Wirkung von Hunden auf soziale Beziehungen in der Schule thematisiert. Dazu werden die Wirkung auf die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer erläutert. Es folgen konkrete Anwendungsvorschläge zur Förderung der Wirkungen in Kapitel 6 und die Vereinbarkeit mit Lehrplänen in Deutschland in Kapitel 7. Kapitel 8:Fazit, Ausblick
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Klärung von Begriffen
2.1 Tier-/ Hundegestützte Interventionen
2.1.1 Tiergestützte Aktivitäten
2.1.2 Tier-/Hundegestützte Therapie
2.1.3 Tier-/Hundegestützte Pädagogik
2.2 Der Hund in der Schule
2.2.1 Der Hund als Schulbesuchshund
2.2.2 Der Hund als Schulhund
2.2.3 Der Hund als Klassenhund
3 Historischer Überblick über tier- und hundegestützte Pädagogik
4 Forschungsstand zur hundegestützten Pädagogik
4.1 Forschungsstand zum Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten von Schülern
4.2 Forschungsstand zur motivierenden und aktivierenden Wirkung von Hunden
4.3 Forschungsstand zur Minderung von Stresssymptomen und Redeangst durch Hunde
4.4 Forschungsstand zum Einfluss von Hunden auf nonverbale Kommunikationsfähigkeit
5 Die Wirkungen von Hunden im Unterricht
5.1 Die motivierende Wirkung von Hunden
5.2 Die stressmindernde Wirkung von Hunden
5.3 Die Wirkung des Hundes auf soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen
5.3.1 Empathiefähigkeit
5.3.2 Nonverbale Kommunikationsfähigkeit
5.3.3 Förderung von sozialen, emotionalen und kommunikativen Kompetenzen durch Verantwortung für den Hund
5.4 Die Wirkung von Hunden auf soziale Beziehungen in der Schule
5.4.1 Die Wirkung von Hunden auf die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer
5.4.2 Die Wirkung von Hunden auf Beziehungen zwischen Schülern
6 Konkrete Anwendungsvorschläge zur Förderung der Wirkungen
7 Vereinbarkeit mit Lehrplänen
8 Fazit und Ausblick
9 Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkungen der hundegestützten Pädagogik auf die Entwicklung von Schülern und den Unterricht durch die Analyse empirischer Studien und theoretischer Grundlagen wissenschaftlich fundiert zu untersuchen und einzuordnen.
- Wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen von Hunden in der Schule auf Motivation und Stressreduktion.
- Untersuchung der Förderung sozialer, emotionaler und kommunikativer Kompetenzen durch den Einsatz eines Schulhundes.
- Betrachtung des Einflusses auf das Sozialgefüge und die Lehrer-Schüler-Beziehung.
- Praktische Anwendungsbeispiele für den Schulalltag sowie eine Prüfung der Vereinbarkeit mit bestehenden Lehrplänen.
Auszug aus dem Buch
4.3 Forschungsstand zur Minderung von Stresssymptomen und Redeangst durch Hunde
2011 führte die Arbeitsgruppe um Andrea Beetz (Beetz et al. 2011) im Rahmen einer Kooperation zwischen der Universität Rostock, der Konrad Lorenz Forschungsstelle Österreich, des IEMT (Institut für inter-disziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung) Schweiz sowie der schwedischen Universität School of Life Science eine Studie zu den Auswirkungen von Hunden auf Kinder mit Bindungsstörung durch. Die Hypothese besagte, „that dogs will have a greater stress-alleviating effect than humans in children with insecure/disorganized attachment exposed to a social stressor” (Beetz et al. 2011, S. 353). Dazu wurden 88 Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren einer mäßigen Stresssituation unterzogen.
Den Schülern wurde in fremder Umgebung und in Anwesenheit von zwei fremden Erwachsenen eine Geschichte vorgelesen, zu welcher die Jungen ein Ende erfinden und dieses erzählen sollten. Zusätzlich hatten die Schüler zur Aufgabe, Rechenaufgaben zu lösen. Zu beachten ist, dass alle Schüler ein positives Feedback von beiden Erwachsenen bekommen haben. Nach dem Feedback folgte eine Entspannungsphase. Eingeteilt wurden die Schüler in drei Gruppen, von denen die erste Gruppe einen Plüschhund, die zweite eine freundliche weibliche Studentin und die dritte einen lebendigen Hund zur Unterstützung bekam.
Ergebnisse des Experiments waren, dass die unsicher gebundenen Jungen, welche die Aufgaben in Anwesenheit eines Hundes durchführten, kaum erhöhte Cortisolwerte im Speichel aufwiesen. Die Forscher stellten zusätzlich fest, dass der Cortisolwert niedriger war, je mehr ein Kind den lebendigen Hund streichelte und mit ihm sprach, also je stärker ein Kind mit dem Hund interagierte. Der Stresshormonpegel der Kinder, welche die Aufgaben im Beisein von einem Stoffhund und einer jungen Studentin durchgeführt haben, war zu der Stresssituation wesentlich höher. Auch Odendaal (2000) und Barker (2005) kamen in Studien zum Ergebnis, dass Interaktionen mit einem Hund den Cortisolspiegel sinken lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Bedeutung des Einsatzes von Schulhunden dar und definiert das Ziel der Arbeit, diese Praxis wissenschaftlich zu reflektieren.
2 Klärung von Begriffen: Hier werden zentrale Definitionen vorgenommen, wie die Abgrenzung von tiergestützten Interventionen und die Differenzierung verschiedener Hundetypen im schulischen Kontext.
3 Historischer Überblick über tier- und hundegestützte Pädagogik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Einsatzes von Tieren in therapeutischen und pädagogischen Settings nach.
4 Forschungsstand zur hundegestützten Pädagogik: Dieser Teil fasst zentrale empirische Studien zusammen, die den Einfluss von Hunden auf das Sozialverhalten, die Motivation sowie Stressparameter untersuchen.
5 Die Wirkungen von Hunden im Unterricht: Eine detaillierte Analyse der positiven Effekte von Schulhunden auf die Schullust, Stressminderung sowie soziale und kommunikative Kompetenzen der Schüler.
6 Konkrete Anwendungsvorschläge zur Förderung der Wirkungen: Dieses Kapitel liefert praktische Ansätze, wie Hunde gezielt zur Förderung von Schülern in den Unterricht integriert werden können.
7 Vereinbarkeit mit Lehrplänen: Hier wird aufgezeigt, wie der Einsatz von Hunden im Einklang mit schulischen Lernzielen und offiziellen Lehrplänen in verschiedenen Bundesländern steht.
8 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet die Ergebnisse der Arbeit kritisch und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungen in diesem Feld.
9 Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendete wissenschaftliche Fachliteratur sowie Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, Tiergestützte Intervention, Sozialverhalten, Stressminderung, Cortisol, Empathiefähigkeit, Nonverbale Kommunikation, Schullust, Pädagogische Arbeit, Bindungstheorie, Klassengemeinschaft, Lehrer-Schüler-Beziehung, Inklusion, Kompetenzförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht wissenschaftlich den Einsatz von Hunden in der Schule und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Schülern sowie den Unterrichtsprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der motivierenden und stressmindernden Wirkung von Hunden, der Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und der Bedeutung für das Klassenklima.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Nutzen hundegestützter Pädagogik durch empirische Studien zu belegen und zu zeigen, welche Chancen sich daraus für pädagogische Ziele ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, indem sie existierende empirische Studien und Theorien zusammenführt und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den aktuellen Forschungsstand, die spezifischen Wirkungen im Unterricht sowie konkrete Anwendungsvorschläge und deren Vereinbarkeit mit Lehrplänen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hundegestützte Pädagogik, Schulhund, Stressminderung, Empathiefähigkeit und Nonverbale Kommunikation.
Wie beeinflusst ein Hund die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler?
Der Hund fungiert als „sozialer Katalysator“, der die Kommunikation fördert und zu einer positiveren Wahrnehmung der Lehrperson beitragen kann, was die Beziehungsqualität stärkt.
Welche Rolle spielt die Stressreduktion für den Lernerfolg?
Da Stress die kognitiven Exekutivfunktionen beeinträchtigen kann, bietet die stressmindernde Wirkung des Hundes eine Möglichkeit, die Lernbedingungen für Schüler, insbesondere bei Prüfungsangst, zu verbessern.
Können Schüler durch den Hund wirklich Verantwortung lernen?
Ja, durch die Übernahme von Diensten wie Fütterung und Pflege im Rahmen eines Hundedienstes lernen Schüler unmittelbar, dass ihr Handeln Konsequenzen für ein Lebewesen hat, was das Verantwortungsbewusstsein fördert.
Ist der Einsatz eines Hundes in jedem Fall stressmindernd?
Die Arbeit betont, dass vorab geklärt werden muss, ob Schüler Ängste vor Hunden haben, da für diese der Einsatz kontraproduktiv wäre; die Wirkung ist individuell und kontextabhängig.
- Quote paper
- Patrycja Szczepanski (Author), 2014, Schulhunde im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/284680