Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Buchwissenschaft

Die Moral der Gegenstände. Die Hochschule für Gestaltung in Ulm als Geburtsort des Neo-Funktionalismus

Titel: Die Moral der Gegenstände. Die Hochschule für Gestaltung in Ulm als Geburtsort des Neo-Funktionalismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: B.A. Elisa Valerie Thieme (Autor:in)

Buchwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es gibt sie nicht mehr. Und es gab sie nicht lange. Mehr als fünfzig Jahre sind seit Gründung und auch Schließung der Hochschule für Gestaltung in Ulm vergangen. Trotz ihres relativ kurzen Bestehens von gerade einmal fünfzehn Jahren, ist sie bis heute eine international anerkannte Institution, die nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Berufsbildes des Designers hatte.
Es stellt sich die Frage, wie es dazu kam, dass eine in der Kleinstadt Ulm ansässige, private und nur für die Ausbildung von 150 Studierenden ausgelegte Bildungsstätte derartigen Ruhm erlangen konnte. Sie wird bis heute gerne mit Attributen wie „ausgesprochen progressiv“, „avantgardistisch“ oder auch „legendär“ versehen. Was war das Einzigartige dieser Institution? Welches ideologische Konzept lag ihr zugrunde und wie wurde es verwirklicht? Warum existiert sie nicht mehr?
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Besonderheiten der HfG Ulm als Ausbildungsort von Gestaltern, der Schaffungsstätte neuartiger, hochwertiger Produkte und dem Treffpunkt von bedeutender Personen wie beispielsweise dem Bauhäusler Max Bill, dem Maler und Kunsttheoretiker Johannes Itten und dem Designer Hans Gugelot auseinander.
Ausgangspunkt der Untersuchung bildet das der HfG zugrunde liegende pädagogische und ideologische Konzept und dessen Auswirkung auf das konkrete Ausbildungsprogramm der Studierenden. Am Beispiel des „Ulmer Hockers“ wird die am Produkt verwirklichte Ulmer Ideologie der moralisierenden Askese im Folgenden erläutert. Um die formalen Richtlinien bezüglich des Umfangs der Arbeit nicht überstrapazieren zu müssen, wird die Arbeit der Abteilungen „Visuelle Kommunikation“, „Information“, „Film“ und „Industrielles Bauen“ ausgeklammert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Forschungsbericht

2. Geschichtlicher Abriss

3. Pädagogische und Ideologische Grundlage

3.1 Die pädagogische und ideologische Grundlage der HfG

3.2 Ulmer Modell

3.3 Die verschiedenen Abteilungen der HfG

4. Objekte

4.1 Ulmer Stil oder: Die moralisierende Wirkung ästhetisch-asketischer Gebrauchsgegenstände

4.2 Der „Ulmer Hocker“ als Verkörperung der Ulmer Ideologie der moralisierenden Askese:

5. Ulm: Das grandiose Scheitern eines außerordentlichen Konzepts.

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ideologische und pädagogische Fundament der Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm und analysiert, wie diese Grundsätze durch die Produktgestaltung, beispielhaft dargestellt am „Ulmer Hocker“, in die Praxis umgesetzt wurden und warum das Konzept letztlich zur Auflösung der Institution führte.

  • Historische Entwicklung und Gründungsgeschichte der HfG Ulm
  • Pädagogische und ideologische Konzepte hinter der Lehre
  • Gegenüberstellung von Max Bills „guter Form“ und dem „Ulmer Modell“
  • Moralische Dimensionen in der ästhetisch-asketischen Produktgestaltung
  • Analyse des Scheiterns des Ulmer Konzepts im Kontext einer Konsumgesellschaft

Auszug aus dem Buch

4.2 Der „Ulmer Hocker“ als Verkörperung der Ulmer Ideologie der moralisierenden Askese:

Als Vorbild für den multifunktional einsetzbaren Ulmer Hocker galt der klassische in drei Höhen verwendbare Tapezierhocker. Max Bill, Hans Gugelot und der Werkstattmeister Paul Hildinger entwarfen das 45cm hohe, 40cm breite und 30cm tiefe Möbelstück nach dem handwerklichen Bauprinzip des rustikalen „Drei-Brett Stuhls“. Bei der Wahl des Materials war man auf die Gegebenheiten der technischen Ausstattung der Werkstätten der HfG beschränkt und entschied sich daher für die Verwendung von Holz anstelle von Kunststoff. Die Sitzfläche und die Seitenflächen des Hockers bestanden daher aus dünnen Fichtenholzbrettern, die in einer maschinellen Zinkverbindung verzahnt und verleimt wurden. Stabilisierend wirkte ein hölzerner Rundstab an der Unterseite des Konstrukts. Eine Buchenholzleiste unterhalb der Stützbretter verhinderte eine rasche Abnützung des Materials.

Der Entwurf diente dem Flexibilitätsideal der Funktionalisten Bill und Gugelot. Auch die puristische Optik ist ein charakteristisches Gestaltungselement.

Trotz seiner vielfachen Einsatzmöglichkeiten konnte sich das Produkt „Ulmer Hocker“ nicht auf dem freien Markt durchsetzen und wurde lediglich an der HfG Ulm genutzt. Der ehemalige Student Walter Schaer erinnert an den ausgesprochen geringen Sitzkomfort und gibt zu bedenken, dass „die Ulmer Produkte nicht ‚funktionieren’ sollten, sondern an eine Geisteshaltung appellierten“. Der Mensch sollte seine Umwelt selbstbewusst und aktiv wahrnehmen. Besonders letzteres wurde durch die Unbequemlichkeit des Hockers und einen damit verbundenen ständigen Positionswechsel geradezu erzwungen. Äußerer Komfort wurde als Nährboden geistiger Trägheit und die Form der Geräte als eine entscheidende Grundlage für die geistige Mentalität der Gesellschaft betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Forschungsbericht: Einführung in die Thematik der HfG Ulm, ihre Bedeutung trotz kurzer Existenz und Darlegung der forschungsleitenden Fragen.

2. Geschichtlicher Abriss: Darstellung der Gründungsumstände nach dem Zweiten Weltkrieg, beeinflusst durch die „Stunde Null“ und den pädagogischen Anspruch, Demokratieverständnis durch Gestaltung zu vermitteln.

3. Pädagogische und Ideologische Grundlage: Analyse der theoretischen Wurzeln, des Bildungsauftrags und der Kontroverse zwischen Max Bills Bauhaus-Tradition und dem wissenschaftlich-technisch orientierten „Ulmer Modell“.

4. Objekte: Untersuchung der Designphilosophie anhand des Ulmer Stils und detaillierte Betrachtung des „Ulmer Hockers“ als symbolisches Werkzeug einer moralisierenden Askese.

5. Ulm: Das grandiose Scheitern eines außerordentlichen Konzepts.: Fazit über die Diskrepanz zwischen dem hohen moralischen Anspruch der HfG und den Realitäten des Marktes sowie der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

HfG Ulm, Max Bill, Ulmer Modell, Produktgestaltung, Funktionale Ästhetik, Moralisierende Askese, Ulmer Hocker, Industriedesign, Bauhaus, Gestaltungspädagogik, Hans Gugelot, Otl Aicher, Zeitgeist, Designgeschichte, Funktionalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte der Hochschule für Gestaltung in Ulm und analysiert ihr spezifisches ideologisches und pädagogisches Konzept sowie dessen praktische Anwendung im Produktdesign.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der historisch-politische Kontext der Gründung, die designphilosophischen Ansätze wie die „gute Form“ und das „Ulmer Modell“ sowie die soziale und moralische Verantwortung von Design.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das pädagogische Konzept der HfG die Ausbildung prägte und welche ideologischen Vorstellungen hinter der Formgebung der Produkte standen, um die Ursachen für den Erfolg und das spätere Scheitern der Institution zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine Literaturrecherche und Analyse historischer Quellen, einschließlich Fachliteratur und Dissertationen, durchgeführt, um die ideologischen Hintergründe und das Umfeld der HfG Ulm aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil fokussiert sich auf die pädagogischen Grundlagen, die Abteilungsstruktur, die Entwicklung des „Ulmer Modells“ und die Analyse von Designobjekten wie dem „Ulmer Hocker“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie HfG Ulm, Designgeschichte, Funktionalismus, moralisierende Askese und das Ulmer Modell charakterisiert.

Warum konnte sich der „Ulmer Hocker“ nicht auf dem Markt durchsetzen?

Das Produkt war primär als Appell an eine bestimmte Geisteshaltung und nicht als klassischer Gebrauchsgegenstand konzipiert; mangelnder Sitzkomfort und der Widerspruch zum „Überkonsum“ verhinderten einen breiten Markterfolg.

Inwiefern sollte Design laut HfG die Gesellschaft erziehen?

Durch eine „gute Form“ und asketische Gestaltung sollte der Benutzer zu einem bewussten und aktiven Umgang mit seiner Umwelt erzogen werden, wobei der Verzicht auf äußeren Komfort geistige Trägheit verhindern sollte.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Moral der Gegenstände. Die Hochschule für Gestaltung in Ulm als Geburtsort des Neo-Funktionalismus
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Buchwissenschaft)
Veranstaltung
Typographische Grundlagen
Note
1,7
Autor
B.A. Elisa Valerie Thieme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V283210
ISBN (eBook)
9783656827023
ISBN (Buch)
9783656827139
Sprache
Deutsch
Schlagworte
moral gegenstände hochschule gestaltung geburtsort neo- funktionalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Elisa Valerie Thieme (Autor:in), 2011, Die Moral der Gegenstände. Die Hochschule für Gestaltung in Ulm als Geburtsort des Neo-Funktionalismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283210
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum