Auch wenn die beiden Dichterinnen Kaleko und Lasker-Schüler nicht zur gleichen Zeit gelebt haben, Lasker-Schüler wurde bereits im 19.Jahrhundert geboren, wohingegen Kaleko erst im 20. Jahrhundert zur Welt kam, sind Parallelen der beiden Frauen zu erkennen.
Leben, Liebe, Trauer, Verzweiflung: dies verbindet Kaleko und Lasker-Schüler. Ihre Lebensinhalte bestanden aus der Literatur, der Liebe zu mehreren Männern und auch aus der Hilflosigkeit in Bezug auf finanzielle Nöte.
Die Lyrik war für beide ein wichtiger Teil ihres künstlerischen Schaffens. Kaleko verfasste überwiegend Großstadt-Gedichte. Bei Lasker-Schüler wurden Motive wie Freude, Verlorensein und Liebe in Gedichten verarbeitet. Lasker-Schüler war eine Vertreterin sowohl für den Impressionismus als auch später für den Expressionismus.
Beide Dichterinnen hatten bewegte Momente in ihrem Liebesleben. Kaleko war zwar verheiratet, fing aber eine Affäre an, aus der ein unehelicher Sohn entstand. Letztlich ging sie zum Kindesvater. Auch Lasker-Schüler brachte ein uneheliches Kind, einen Sohn, zur Welt. Beide Frauen unterzogen sich einer Scheidung. Es führte dazu, dass die Frauen in finanzielle Schwierigkeiten kamen.
Das Reisen und umziehen ist ein weiterer wichtiger Teil der Dichterinnen. Während des zweiten Weltkrieges zog Kaleko mit ihrer Familie von Hamburg nach Paris und schließlich nach New York. Kurzzeitig wollten sie ihr Glück in Hollywood versuchen, doch zogen sie schnell wieder zurück nach New York. Die Zeit in Amerika war für Kaleko schwierig. Da sie überwiegend deutsche Texte verfasste, war es nicht leicht Anerkennung zu finden und mit der Arbeit Geld zu verdienen. Des Weiteren fühlte sie sich dort nicht wohl, weil sie das Gefühl der Heimatlosigkeit nicht verlies.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Historischer Hintergrund
1.1. Judenverfolgung im Dritten Reich von 1933 bis 1945
1.1.1. Die Vorgänge der Verfolgung
1.2.Stationen der Judenverfolgung von 1933 bis 1945
2. Historische Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Literaturpolitik
2.1. Die Lage der Literatur und Lage der Schriftsteller 1933-1945
2.2. Schriftstellerinnen in den Dreißigerjahren
2.3. Die Bücherverbrennung
2.4. Flucht ins Ausland oder Flucht aus Deutschland
3.0. Deutsche Schriftstellerinnen im Exil
3.1. Biographie von Else Lasker-Schüler
3.2. Biographie von Mascha Kaléko
3.3. Die Biographien von Else-Lasker Schüler und Mascha Kaleko im Vergleich
4.0. Zusammenfassung:
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebenswege und Schicksale der zwei jüdischen Dichterinnen Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Verfolgung. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse ihrer Biographien darzustellen, wie sich die Literaturpolitik des Nationalsozialismus und die daraus resultierende Emigration auf das Leben und Schaffen dieser Autorinnen ausgewirkt haben.
- Historischer Kontext der Judenverfolgung im Dritten Reich
- Nationalsozialistische Literaturpolitik und ihre Auswirkungen
- Biographische Analyse von Else Lasker-Schüler
- Biographische Analyse von Mascha Kaléko
- Vergleichende Untersuchung der Lebenswege und Exilerfahrungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Biographie von Else Lasker-Schüler
Die berühmteste aller nach Palästina emigrierten Schriftstellerinnen war Else Lasker-Schüler. Sie wurde vor allem als deutsch-jüdische Lyrikerin, Erzählerin bekannt. Else Lasker-Schüler wurde am 11.Februar 1869 in Wuppertal-Elberfeld geboren, als Tochter des jüdischen Privatbankiers Aaron Schüler und mütterlicherseits war sie spanisch-jüdischer Herkunft. Else galt als Wunderkind der Familie, denn sie konnte bereits mit vier Jahren lesen und schreiben. In 1894 heiratete sie mit dem Arzt Dr. Jonathan Berthold Lasker und dann übersiedelten nach sie Berlin.
Else Lasker-Schüler mietete ein Atelier im Berliner Tiergarten um als Malerin und Zeichnerin arbeiten zu können. Drei Jahre später (1897) starb leider ihr Vater. Aber das Jahr 1899 brachte eine große Änderung in ihrem Leben. In Berlin begegnete sie dem Schriftsteller Peter Hille und er übte maßgebliche Wirkung auf das Leben Else Lasker-Schülers aus. Durch ihre Bekanntschaft „verkehrte Else im Kreise der ‚Kommenden‘ und der ‚Neuen Gemeinschaft‘, dadurch sie mit Literaten, Musikern, Künstlern, und Außenseitern der Gesellschaft zusammentraf, zu denen unter anderem Ludwig Jacobowski, die Brüder Heinrich, Erich Mühsam oder Johannes Holzmann gehören.“
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema, die Forschungsfragen sowie die Zielsetzung der Arbeit vor, welche den Vergleich der Biographien zweier verfolgter Dichterinnen umfasst.
1. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Phasen der Judenverfolgung im Dritten Reich, die ideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus sowie die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben.
2. Historische Rahmenbedingungen der nationalsozialistischen Literaturpolitik: Der Abschnitt analysiert die Instrumentalisierung von Literatur und Kultur durch die Nationalsozialisten sowie die Maßnahmen zur Kontrolle und Unterdrückung von Schriftstellern.
3.0. Deutsche Schriftstellerinnen im Exil: Hier werden die Schicksale von Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko detailliert untersucht und in ihren jeweiligen biographischen Entwicklungen im Exil dargestellt.
4.0. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die gewonnenen Erkenntnisse über die Lebenswege der beiden Autorinnen zusammen und zieht Parallelen zwischen ihrem künstlerischen Schaffen und ihren Erfahrungen im Exil.
Schlüsselwörter
Judenverfolgung, Nationalsozialismus, Exilliteratur, Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Dichterinnen, Biographien, NS-Literaturpolitik, Bücherverbrennung, Emigration, Exil, Drittes Reich, jüdische Autorinnen, Berliner Boheme, Lyrik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Biographien zweier jüdischer Dichterinnen, Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko, und deren Leben und Wirken während und nach der Zeit der Judenverfolgung im Dritten Reich.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören der historische Kontext der nationalsozialistischen Judenverfolgung, die Bedingungen der Literatur im Exil sowie die spezifischen Lebenswege der zwei untersuchten Dichterinnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der nationalsozialistischen Literaturpolitik und der Judenverfolgung auf die Lebenswege der beiden Autorinnen darzustellen und ihre Biographien miteinander zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Dokumente, Sekundärliteratur und biographische Quellen ausgewertet werden, um die Lebenswege der Dichterinnen nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den historischen Hintergrund der NS-Zeit, die Zerstörung des literarischen Lebens durch Zensur und Zwangsorganisationen sowie die detaillierten Biographien von Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Judenverfolgung, Exilliteratur, Else Lasker-Schüler, Mascha Kaléko, Nationalsozialismus und Emigration.
Was verbindet die Lebenswege von Else Lasker-Schüler und Mascha Kaléko trotz unterschiedlicher Generationen?
Beide Frauen waren bedeutende deutschsprachige Dichterinnen, die durch die NS-Verfolgung in die Emigration gezwungen wurden, beide hatten traumatische Erlebnisse durch den Verlust ihrer Heimat und beide waren Figuren der Berliner Boheme.
Welche Rolle spielt die Stadt Berlin in der Arbeit?
Berlin fungiert als gemeinsamer Bezugspunkt ihrer künstlerischen Entwicklung und ihrer Zugehörigkeit zum Kreis der Berliner Boheme, bevor die politische Situation sie zur Flucht zwang.
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- Balogh Emese (Author), 2014, Die Biographien zweier verfolgter Dichterinnen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283087