Anleger haben derzeit ein Problem, wollen sie ihr Vermögen inflationsbereinigt erhalten oder vermehren, reichen Renditen von festverzinslichen Wertpapieren oder klassischen Spareinlagen nicht aus. Besonders institutionelle Anleger befinden sich in der Zwickmühle, denn sie benötigen konstante und berechenbare Cash-Flows. Der Grund dafür sind u.a. gesetzliche und bilanzielle Vorschriften. Lebensversicherungen müssen zum Beispiel (z.B.) einen Garantiezins von aktuell [1,75%] pro Jahr erwirtschaften. Das aktuelle Zinsumfeld ist dafür deutlich zu gering. Da der geforderte Ertrag nicht zu verdienen ist, bewegen sich institutionelle Anleger der riskanten Anlageform der Aktien zu. Jedoch ist ihr Sicherheitsbedürfnis zu stark ausgeprägt, um das ungesicherte Risiko einer Aktienanlage zu tragen.
„Wer bereit ist ein höheres Risiko einzugehen, kann erwarten, dafür mit einer höheren Rendite belohnt zu werden“. Dies ist wohl die bekannteste Aussage der modernen Portfoliotheorie und der Grund dafür, dass sich institutionelle Anleger Aktien zuwenden. Durch eine breite Streuung der Aktien lässt sich das unsystematische Risiko diversifizieren und auf das vergütete systematische Risiko reduzieren. Soweit die Theorie. Jedoch zeigen die letzten 25 Jahre mit mehreren Finanzmarktkrisen ein anderes Bild. Durch die benchmarkorientierten Anlagekonzepte der 90er und den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends, gerieten absolute Verlustrisiken immer mehr in den Hintergrund. Besonders in den Jahren 2000 bis 2002 und 2008 führte dies zu erheblichen Verlusten. Das Konzept der Portfoliodiversifikation nach Markowitz ging nicht auf. Die Verluste lassen sich durch Diversifikation nicht komplett begrenzen, da das systematische Risiko nicht reduziert werden kann. Die Marktteilnehmer hatten schlicht die absoluten Verlustrisiken unterschätzt.
Zusammenfassend haben Anleger zwei Probleme: erstens das Risiko einer Aktienanlage und zweitens das niedrige Zinsumfeld. Jedoch können sie das Risiko einer Aktieninvestition weder klar adressieren noch vermeiden. Des Weiteren wird sich in näherer Zukunft auch nichts am Zinsniveau ändern. Mit der letzten Leitzinssenkung auf [0,15% im Juni 2014] , haben Mario Draghi und die Notenbank klar signalisiert, dass sie ihren Kurs beibehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Finanzmathematische Grundlagen
2.1 Rendite
2.1.1 Diskrete Rendite
2.1.2 Stetige Rendite
2.1.3 geometrische Renditeberechnung
2.1.4 arithmetische Renditeberechnung
2.1.5 Nominale Rendite und reale Rendite
2.1.6 ex post- und ex ante-Renditen
2.1.7 Verteilung von Renditen
2.2 Risiko
2.2.1 Varianz und Volatilität
2.2.2 Kovarianz und Korrelation
2.2.3 Capital Asset Pricing Modell
2.2.4 Lower Partial Moments
2.3 Performance
2.3.1 Sharpe Ratio
2.3.2 Treynor Ratio
2.3.3 Sortino Ratio
2.3.4 Jensen Alpha
3. Constant Proportion Portfolio Insurance
3.1 Einordnung der CPPI im Kontext anderer Wertsicherungsstrategien
3.2 Begriffserklärungen im Zusammenhang mit CPPI
3.3 Funktionsweise der CPPI-Strategie
3.3.1 Grundformel der CPPI Strategie
3.3.2 Darstellung von CPPI mit beispielhaften Kursverläufen
3.3.3 Auswirkungen des Multiplikators auf die CPPI-Strategie
3.3.4 Modellerweiterung um einen risikolosen Zins und Transaktionskosten
3.4 Exkurs: Wertsicherungsfonds in der Praxis
4. Empirische CPPI Untersuchung
4.1 Übertragung der CPPI-Formel in ein Excel Modell
4.2 Verwendete Indizes
4.3 Auswahl eines geeigneten Multiplikators
4.4 Empirische Untersuchung der CPPI-Strategie
4.4.1 Test auf Normalverteilung
4.4.2 CPPI100 im Vergleich zu dem risikolosen Zins (RLZ)
4.4.2.1 Renditemessung von CPPI100 und RLZ
4.4.2.2 Risiko- und Performancemessung von CPPI100 und dem RLZ
4.4.2.3 Renditemessung von CPPI100 und einem konstanten RLZ
4.4.3 CPPI95/90 im Vergleich zu einer B&H-Strategie
4.4.3.1 Messung der durchschnittlichen Aktien/RLZ Gewichtung
4.4.3.2 Renditemessung von CPPI95/90 und B&H95/90
4.4.3.3 Risiko- und Performanceanalyse von CPPI95 und B&H95
4.4.3.4 Risiko- und Performanceanalyse von CPPI90 und B&H90
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Effektivität der Constant Proportion Portfolio Insurance (CPPI) als Wertsicherungsstrategie in einem Umfeld niedriger Zinsen. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, ob CPPI eine Downside-Protection bei gleichzeitiger Partizipation an steigenden Märkten bietet und ob sie sich gegenüber dem risikolosen Zins oder fixen Buy-and-Hold-Strategien behaupten kann.
- Analyse von Wertsicherungskonzepten und der CPPI-Funktionsweise
- Empirische Untersuchung anhand historischer DAX-, ESTX50-, DJIA- und MSCI EM-Daten
- Einfluss des Zinsniveaus und des Multiplikators auf die Performance
- Vergleich zwischen CPPI und fixen Allokationsstrategien (Buy & Hold)
- Risiko- und Performancebewertung mittels asymmetrischer Kennzahlen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Anleger haben derzeit ein Problem, wollen sie ihr Vermögen inflationsbereinigt erhalten oder vermehren, reichen Renditen von festverzinslichen Wertpapieren oder klassischen Spareinlagen nicht aus. Besonders institutionelle Anleger befinden sich in der Zwickmühle, denn sie benötigen konstante und berechenbare Cash-Flows. Der Grund dafür sind u.a. gesetzliche und bilanzielle Vorschriften. Lebensversicherungen müssen zum Beispiel (z.B.) einen Garantiezins von aktuell [1,75%] pro Jahr erwirtschaften. Das aktuelle Zinsumfeld ist dafür deutlich zu gering. Da der geforderte Ertrag nicht zu verdienen ist, bewegen sich institutionelle Anleger der riskanten Anlageform der Aktien zu. Jedoch ist ihr Sicherheitsbedürfnis zu stark ausgeprägt, um das ungesicherte Risiko einer Aktienanlage zu tragen.
„Wer bereit ist ein höheres Risiko einzugehen, kann erwarten, dafür mit einer höheren Rendite belohnt zu werden“. Dies ist wohl die bekannteste Aussage der modernen Portfoliotheorie und der Grund dafür, dass sich institutionelle Anleger Aktien zuwenden. Durch eine breite Streuung der Aktien lässt sich das unsystematische Risiko diversifizieren und auf das vergütete systematische Risiko reduzieren. Soweit die Theorie. Jedoch zeigen die letzten 25 Jahre mit mehreren Finanzmarktkrisen ein anderes Bild. Durch die benchmarkorientierten Anlagekonzepte der 90er und den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends, gerieten absolute Verlustrisiken immer mehr in den Hintergrund. Besonders in den Jahren 2000 bis 2002 und 2008 führte dies zu erheblichen Verlusten. Das Konzept der Portfoliodiversifikation nach Markowitz ging nicht auf. Die Verluste lassen sich durch Diversifikation nicht komplett begrenzen, da das systematische Risiko nicht reduziert werden kann. Die Marktteilnehmer hatten schlicht die absoluten Verlustrisiken unterschätzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung durch das aktuelle Niedrigzinsumfeld und leitet die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit her.
2. Finanzmathematische Grundlagen: Erläutert notwendige finanzmathematische Methoden, insbesondere Renditedefinitionen, Risikomaße wie Volatilität und Lower Partial Moments sowie Performancekennzahlen.
3. Constant Proportion Portfolio Insurance: Beschreibt detailliert die Funktionsweise der CPPI-Strategie, ihre Einordnung im Vergleich zu anderen Wertsicherungskonzepten und die Modellkomponenten.
4. Empirische CPPI Untersuchung: Präsentiert die praktische Auswertung der CPPI-Strategie anhand historischer Marktdaten im Vergleich zu risikolosen Zinsanlagen und Buy-and-Hold-Portfolios.
5. Zusammenfassung und Fazit: Reflektiert die Ergebnisse der empirischen Analyse kritisch und bewertet die Eignung der CPPI als Anlagestrategie.
Schlüsselwörter
CPPI, Constant Proportion Portfolio Insurance, Wertsicherung, Portfoliomanagement, Rendite, Risiko, Performance, Volatilität, Aktienmarkt, Risikobudget, Multiplikator, Downside-Protection, Finanzmathematik, Absicherung, institutionelle Anleger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit analysiert die CPPI-Strategie (Constant Proportion Portfolio Insurance) als Methode zur Wertsicherung von Vermögen unter Berücksichtigung verschiedener Zinsniveaus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der finanzmathematischen Fundierung der Portfoliosteuerung, der Funktionsweise dynamischer Wertsicherungsstrategien und deren empirischer Überprüfung anhand historischer Index-Daten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob CPPI-Systeme eine wirksame Downside-Protection bieten, ob sie in der Lage sind, den risikolosen Zins zu schlagen, und wie sie im Vergleich zu fixen Buy-and-Hold-Strategien performen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Analyse, bei der eine CPPI-Formel in ein Excel-Modell übertragen wird, um historische Renditen, Risiken und Performancekennzahlen verschiedener Aktienindizes zu berechnen und zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Nach den theoretischen Grundlagen (Rendite, Risiko, Performance) folgt die detaillierte Beschreibung der CPPI-Funktionsweise, gefolgt von einer umfangreichen empirischen Untersuchung, die verschiedene Wertsicherungsniveaus und Marktbedingungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CPPI, Wertsicherung, Portfoliomanagement, Risikobudget, Volatilität und Performance-Kennzahlen wie die Sortino Ratio.
Warum ist das aktuelle Zinsumfeld für die CPPI-Strategie problematisch?
Ein extrem niedriger risikoloser Zins führt zu einem geringen Diskont und somit zu einem knappen Risikobudget, wodurch eine nennenswerte Partizipation an steigenden Aktienmärkten erschwert wird.
Was zeigt der Vergleich zwischen CPPI und der Buy-and-Hold-Strategie?
Während CPPI-Strategien bei stark fallenden Märkten durch die Verlustbegrenzung vorteilhaft sein können, performen Buy-and-Hold-Strategien in volatilen Seitwärtsphasen oder bei plötzlichen Markterholungen oft besser, da CPPI aufgrund der Umschichtung in Kassenhaltung träger reagiert.
- Quote paper
- Steffen Mantel (Author), 2014, Constant Proportion Portfolio Insurance, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/283039