In dieser Arbeit wird der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit im Querschnitt untersucht. Mittels einer Onlinebefragung von Studierenden der Euro FH Hamburg wurden Daten zur Lebenszufriedenheit, Einkommen, Alter und Geschlecht erhoben.
Basierend auf den Erkenntnissen von Easterlin (1974) und dem daraus resultierenden „Easterlin – Paradox“ wurde die Frage nach dem Zusammenhang von absolutem Einkommen und Lebenszufriedenheit gestellt. Hier konnte ein signifikanter Zusammenhang beobachtet werden. Zusätzlich wurde das Alter bezüglich dieses Zusammenhanges betrachtet. Im Rahmen dieser Studie konnten hier jedoch keine Unterschiede ermittelt werden. Auch konnten keine geschlechterspezifischen Unterschiede beobachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Lebenszufriedenheit
2.2 Einkommen und Wohlstand
3. Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.1.1 Easterlin Paradox
3.2 Forschungsstand
3.2.1 Einkommen und Lebenszufriedenheit
3.2.2 Alter
3.2.3 Geschlecht
3.3 Hypothesen
4. Methoden
4.1 Konstruktoperationalisierung
4.2 Verwendete statistische Verfahren
4.3 Stichprobengewinnung und Datenerhebung
5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse H1
5.2 Ergebnisse H2
5.3 Ergebnisse H3
6. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem individuellen Nettoeinkommen und der allgemeinen Lebenszufriedenheit. Basierend auf dem sogenannten „Easterlin-Paradox“ wird analysiert, ob eine positive Korrelation zwischen Einkommen und Zufriedenheit besteht und inwieweit soziodemografische Faktoren wie das Alter oder das Geschlecht diese Beziehung moderieren.
- Analyse der Beziehung zwischen Einkommen und Lebenszufriedenheit
- Überprüfung des "Easterlin-Paradox" in einer Stichprobe von Studierenden
- Untersuchung des Einflusses des Alters auf den Zufriedenheitszusammenhang
- Analyse geschlechterspezifischer Unterschiede bei der Einkommensbewertung
- Methodische Operationalisierung mittels "Satisfaction with Life Scale" (SWLS)
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Easterlin Paradox
Die vorliegende Arbeit basiert auf den Erkenntnissen von Easterlin (1974, 1995, 2001) welche heutzutage in der gängigen wissenschaftlichen Forschung und Literatur als „Easterlin Paradox“ bezeichnet werden. Unter der Annahme, dass Easterlin (2001) keine Abgrenzung der Begriffe happiness, subjective well-being, etc. vornimmt (Siehe Kapitel 2.1), beinhaltet dieses Paradox folgende Erkenntnisse:
(1) Zu einem bestimmten Zeitpunkt ist die Zufriedenheit der Menschen in einem Land tendenziell höher, je mehr Einkommen sie erzielen.
(2) Die durchschnittliche Zufriedenheit der Menschen in einem Land nimmt jedoch nicht mit steigendem Pro-Kopf-Einkommen zu, wenn man dies über einen längeren Zeitraum betrachtet.
(3) Es gibt nur einen geringen Unterschied in der durchschnittlichen Zufriedenheit von Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen und Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen.
An dieser Stelle stellt sich die Frage, wie die Erkenntnisse von Easterlin (1974, 1995, 2001) zu erklären sind. Als eine Erklärung für das Easterlin Paradox wird der soziale Vergleich von Individuen aufgeführt. Layard (2005, S. 45) schreibt hierzu folgendes: „people are concerned about their relative income and not simply about its absolute level. They want to keep up with the Joneses or if possible to outdo them”. Layard (2003) ist weiterhin der Meinung, dass das absolute Einkommen für die Lebenszufriedenheit nur eine Bedeutung habe, wenn das Einkommen sehr gering sei. Ab einem Pro-Kopf-Einkommen von 15.000 $ sei die durchschnittliche Lebenszufriedenheit unabhängig vom Pro-Kopf-Einkommen. Demnach sei also ab einem Level von 15.000 $ nicht mehr das absolute Einkommen, sondern das relative Einkommen für den Einzelnen entscheidend. Das relative Einkommen bedeutet in diesem Zusammenhang das absolute Einkommen in Bezug zu einem Referenzeinkommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Zusammenhangs von Wirtschaftswachstum, steigendem Einkommen und der stagnierenden Lebenszufriedenheit ein und motiviert die Forschungsfrage.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Lebenszufriedenheit, Wohlstand und Einkommen theoretisch definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Theoretischer Hintergrund, Forschungsstand, Fragestellungen und Hypothesen: Dieser Abschnitt erläutert das Easterlin-Paradox, den aktuellen Forschungsstand zu Einkommen, Alter und Geschlecht und leitet daraus die drei zentralen Hypothesen ab.
4. Methoden: Hier werden die Operationalisierung der Variablen, die verwendeten statistischen Korrelationstests sowie der Prozess der Online-Datenerhebung detailliert beschrieben.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Resultate zu den drei Hypothesen auf Basis der erhobenen Umfragedaten.
6. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse, bewertet kritisch die Stichprobenzusammensetzung und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Einkommen, Lebenszufriedenheit, Easterlin-Paradox, Wirtschaftspsychologie, subjektives Wohlbefinden, relative Einkommenshypothese, Korrelationsanalyse, Alterseinfluss, Geschlechterunterschiede, Satisfaction with Life Scale, quantitative Forschung, Querschnittstudie, Nettoeinkommen, Sozialvergleich, Konsum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und in welchem Maße das individuelle Nettoeinkommen einen Einfluss auf die allgemeine Lebenszufriedenheit von Menschen hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die ökonomische Zufriedenheitsforschung, die Bedeutung des relativen Einkommens im sozialen Vergleich sowie der Einfluss soziodemografischer Merkmale wie Alter und Geschlecht.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Überprüfung dreier Hypothesen: ob Einkommen positiv mit Zufriedenheit korreliert und ob dieser Zusammenhang bei bestimmten Altersgruppen oder Geschlechtern stärker ausgeprägt ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer Onlinebefragung durchgeführt, deren Daten mittels Korrelationsanalyse und t-Tests statistisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung des Easterlin-Paradox, die Operationalisierung der psychologischen Variablen mittels SWLS-Skala sowie die detaillierte statistische Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Lebenszufriedenheit, Easterlin-Paradox, Nettoeinkommen, Korrelationsanalyse und Wirtschaftspsychologie beschreiben.
Warum konnte die Hypothese zum Alter nicht eindeutig bestätigt werden?
Die Stichprobe wies eine zu geringe Anzahl an älteren Teilnehmern über 45 Jahren auf, wodurch eine repräsentative statistische Gegenüberstellung der Altersgruppen nicht möglich war.
Wie bewertet der Autor das überraschende Ergebnis bei den Geschlechtern?
Der Autor führt die fehlenden Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen den Geschlechtern darauf zurück, dass sich Frauen durch zunehmende gesellschaftliche Gleichstellung heute stärker mit Männern vergleichen als früher.
- Quote paper
- Georg Haß (Author), 2014, Der Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281787