Die nach der Hauptstadt zweitgrößte Stadt Luxemburgs, Esch-sur-Alzette, weist bei ihren rund 32.600 Einwohnern einen beachtlichen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auf. Ziel unserer Exkursion in die Grenzregion SaarLorLux soll es sein, die kulturwissenschaftlichen Methoden unseres Studiums einmal in der Praxis und in kurzer Zeit auszuprobieren und auf sich wirken zu lassen. »Friseur« steht als Thema auf meinem Zettel und die Besonderheit dieser Übung liegt dabei sicherlich darin, dass wir unvorbereitet in ein unbekanntes, eventuell völlig fremdes Feld und noch dazu in fremder Umgebung, geschickt werden. Auf diese Weise ins kalte Wasser geworfen liegt es an uns, je nach Fall aus dem Stegreif geeignete Methoden und Vorgehensweisen auszuwählen und in den nächsten zweieinhalb Stunden anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahrnehmungsspaziergang und Feldzugang
3. Beobachtungen im Friseursalon »Ryanhair«
4. Reflexion der Forschungsmethode und der Forscherrolle
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die kulturwissenschaftlichen Methoden der teilnehmenden Beobachtung in der Praxis zu erproben, wobei die Autorin durch einen unvorbereiteten Feldforschungsprozess in Esch-sur-Alzette die eigene Rolle als Forscherin sowie den Einfluss unbewusster Erwartungen reflektiert.
- Kulturwissenschaftliche Feldforschungsmethoden in der Praxis
- Reflexion über Forscherrolle und unbewusste Stereotype
- Forschungsethische Fragen bei der teilnehmenden Beobachtung
- Erprobung verschiedener Zugänge zum Feld
- Analyse von Migrationskontexten in der Grenzregion SaarLorLux
Auszug aus dem Buch
Friseursalons in Esch-sur-Alzette - Eine teilnehmende Beobachtung
Kein Stadtplan, keinerlei konkrete Handlungsanweisung, keine ausformulierte Forschungsfrage. Lediglich ausgestattet mit der Hintergrundinformation, dass die nach der Hauptstadt zweitgrößte Stadt Luxemburgs, Esch-sur-Alzette, bei ihren rund 32.600 Einwohnern einen beachtlichen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund aufweist sowie mit einem Zettel, der im Losverfahren über unser jeweiliges zentrales Forschungsinteresse entscheidet, machen wir uns einzeln auf den Weg in das Zentrum von Esch-sur-Alzette. »Friseur« steht als Thema auf meinem Zettel, während meine KommilitonInnen sich etwa mit Kaufhäusern, Fast-Food-Restaurants, Schulen, Leiharbeitsfirmen, Cafés, portugiesischen Lokalen, Schrebergärten, Banken und vielem mehr befassen werden.
Ziel unserer Exkursion in die Grenzregion SaarLorLux soll es schließlich auch sein, die kulturwissenschaftlichen Methoden unseres Studiums einmal in der Praxis und in kurzer Zeit auszuprobieren und auf sich wirken zu lassen. Die Besonderheit dieser Übung liegt dabei sicherlich darin, dass wir unvorbereitet in ein unbekanntes, eventuell völlig fremdes Feld und noch dazu in fremder Umgebung, geschickt werden. Auf diese Weise ins kalte Wasser geworfen, liegt es an uns, je nach Fall aus dem Stegreif geeignete Methoden und Vorgehensweisen auszuwählen und anzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt den Ausgangspunkt der Exkursion in Esch-sur-Alzette, bei der sie ohne konkrete Forschungsfragen oder Vorbereitung in das Feld geschickt wurde.
2. Wahrnehmungsspaziergang und Feldzugang: Hier thematisiert die Autorin ihre ersten Beobachtungen sowie die Schwierigkeit, ihre voreingenommenen Stereotype über die Friseursalons mit der Realität vor Ort in Einklang zu bringen.
3. Beobachtungen im Friseursalon »Ryanhair«: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf die ethnographischen Details des Besuchs in einem spezifischen Friseursalon, inklusive der Kundenstruktur und der Gespräche mit dem Personal.
4. Reflexion der Forschungsmethode und der Forscherrolle: Die Autorin zieht ein Fazit über die Validität ihrer gewählten Methode und reflektiert kritisch über forschungsethische Fragen sowie das eigene schlechte Gewissen während der Datenerhebung.
Schlüsselwörter
Feldforschung, Teilnehmende Beobachtung, Esch-sur-Alzette, Kulturanthropologie, Ethnographie, Forscherrolle, Migration, Integration, Forschungsethik, Qualitative Forschung, Wahrnehmungsspaziergang, Grenzregion, Identität, Stereotype, Praxisübung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert einen Exkursionsbericht, in dem kulturwissenschaftliche Methoden der Feldforschung unmittelbar in der Praxis an einem Beispiel in Luxemburg erprobt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Durchführung einer teilnehmenden Beobachtung, die kritische Reflexion eigener Erwartungen und Vorurteile sowie forschungsethische Aspekte bei der Feldforschung.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Methoden des Studiums in der Praxis zu testen und zu reflektieren, wie unbewusste Erwartungen den Forschungsprozess und die Wahrnehmung beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Untersuchung verwendet?
Die Autorin nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung in der Rolle einer Kundin, kombiniert mit informellen Gesprächen, um Daten über Friseursalons in Esch-sur-Alzette zu sammeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem konkreten Feldzugang, der Konfrontation mit der Realität vor Ort, dem Besuch im Salon »Ryanhair« und der Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Forscherin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Feldforschung, Teilnehmende Beobachtung, Forschungsethik, Reflexivität, Migration und Ethnographie charakterisiert.
Warum entschied sich die Autorin für die Rolle als Kundin im Salon?
Da der anfängliche Wahrnehmungsspaziergang zu wenige Informationen lieferte, wählte sie die Rolle als Kundin, um eine legitimierte Teilhabe am Feld zu erlangen, ohne die Zeit der Mitarbeiter ohne Gegenleistung zu beanspruchen.
Welche Erkenntnisse ergaben sich aus der Konfrontation mit den eigenen Erwartungen?
Die Autorin erkannte, dass ihre vorgefassten Meinungen über „typische“ Migrantensalons nicht der Realität entsprachen, was die Notwendigkeit unterstreicht, sich als Forscher eigener blinder Flecken bewusst zu sein.
Welche forschungsethische Reflexion stellt die Autorin an?
Sie reflektiert das „schlechte Gewissen“ beim verdeckten oder leicht getarnten Forschen und hinterfragt, ob und wie man als Feldforscher faire Gegenleistungen für Informationen erbringen sollte.
- Quote paper
- Lisa Fink (Author), 2014, Feldforschung bei Friseursalons in Esch-sur-Alzette, Luxemburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281783