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Eudaimonia und der Kampf um Anerkennung

Eine Frage der Gerechtigkeit

Title: Eudaimonia und der Kampf um Anerkennung

Bachelor Thesis , 2014 , 41 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Ronny Daniel Kupfer (Author)

Philosophy - General Essays, Eras

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Summary Excerpt Details

Die Frage nach der Gerechtigkeit ist eine der schwierigsten und gleichzeitig notwendigsten Fragen überhaupt. Darum muss sie immer wieder neu gestellt und die bereits vorhandenen und erarbeiteten Antworten auf diese Frage müssen immer aufs Neue untersucht, kritisch hinterfragt, rekonstruiert bzw. aktualisiert werden. Dass das Glück und Unglück der Menschen, welche nach Aristoteles ihrem Wesen gemäß in Gemeinschaften und vielgestaltigen Kooperationsbeziehungen leben, in einer engen Beziehung zur Frage der Gerechtigkeit steht, leuchtet jedem reflektierten Mitglied einer Gesellschaft unmittelbar ein. Dagegen mag die Idee, das Glück des Menschen (Eudaimonia) mit einem noch nicht näher bestimmten „Kampf um Anerkennung“ in Verbindung zu bringen, vielleicht zunächst ungewöhnlich erscheinen. Wenn man sich aber das Glück nicht als Glücksmoment, sondern als Lebensglück oder als gelingendes und selbstbestimmtes Leben vorstellt, wird sowohl die enge Verbindung zur Problematik der Gerechtigkeit im Allgemeinen klarer, als auch die Tatsache, dass die Gerechtigkeit, wenn sie Wirklichkeit haben soll, irgendwie abhängig ist von der Anerkennung und Wahrung der Rechte eben jedes einzelnen Menschen.
Wie aber kommt der einzelne Mensch zu seinem Recht bzw. zur Anerkennung seiner selbst als ein vernünftiges und freies Wesen, welches ja indirekt auch Voraussetzung für sein gelingendes Leben im Sinne der Eudaimonia ist? Sicherlich nicht so, dass ein Philosoph - sei er noch so einsichtig, weise und gebildet - sagen und wirksam fixieren könnte, wie dessen Rechte verfasst sein müssten und was die Gerechtigkeit im Allgemeinen sei.
Hans Kelsen eröffnet sein Buch „Was ist Gerechtigkeit“1 aus dem Jahre 1953 damit, zu konstatieren, dass es bei der Frage nach der Gerechtigkeit gerade nicht um das Geben einer endgültigen Antwort gehen kann, sondern um die fortlaufende Suche nach noch besseren Fragen2. Diese Arbeit nimmt die Frage nach der Gerechtigkeit bei den Antworten und Lösungsversuchen des Aristoteles auf und untersucht zunächst rekonstruierend, dann aber kritisch, nach der universalen Geltung bzw. den Grenzen der Geltung dieser Antwortmöglichkeiten auf die zu jeder Zeit aktuelle Frage nach der Gerechtigkeit bzw. nach dem was als jeweils gerecht gelten kann. Zuletzt wird eine eigene Antwort versucht, welche dennoch nicht vergisst, dass die Frage nach der Gerechtigkeit gerade keine endgültige und dogmatische Antwort erlaubt [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Eudaimonia oder das gute Leben

1.1. Eudaimonia bei Aristoteles

1.2. Die Rolle der gerechten Verfassung der Gemeinschaft

1.3. Eudaimonia und politische Stabilität

2. Der Begriff der Gerechtigkeit

2.1. Gerechtigkeit als komplexe Tugend

2.2. Gerechtigkeit als Verteilungsgerechtigkeit

2.3. Der Maßstab der Würdigkeit bei Aristoteles

3. Der Kampf um Anerkennung

3.1. Anerkennung des Menschen durch aktuelle Würdigkeit

3.2. Anerkennung unter Einbezug der Potentialität des Menschen

3.3. Der Kampf um Anerkennung bei Axel Honneth

3.4. Kritik des Aristotelischen Gerechtigkeitskonzeptes nach H. Kelsen

3.5. Der Kampf um Anerkennung als offener Prozess

4. Gerechtigkeit, Freiheit und Eudaimonia

4.1. Das Problem mit der Offenheit der Freiheit und Potentialität

4.2. Intersubjektive, dialogische Anerkennung, Kritischer Diskurs

4.3. Gerechtigkeit und Anerkennung als Geburtshelfer der Eudaimonia

Zusammenfassung und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von aristotelischer Eudaimonia (Glückseligkeit) und Gerechtigkeit, wobei sie eine kritische Lücke in Aristoteles' Konzept identifiziert: die Vernachlässigung des menschlichen Entwicklungspotentials. Ziel ist es, durch die Integration des Konzepts des „Kampfes um Anerkennung“ (Hegel/Honneth) eine prozessorientierte und gerechtere Perspektive zu entwickeln.

  • Kritische Analyse der aristotelischen Gerechtigkeitstheorie und deren Statik
  • Etablierung des „Kampfes um Anerkennung“ als notwendiges Korrektiv
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen individueller Eudaimonia und staatlicher Verfassung
  • Diskussion der Grenzen von Gerechtigkeit im Kontext menschlicher Freiheit und Potentialität
  • Versuch einer Synthese zur dynamischen Neubestimmung von Gerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

3.2. Anerkennung unter Einbezug der Potentialität des Menschen

Was wäre nun eine Form der Anerkennung, welche dem Menschen gerecht wird? Wenn aus der Feststellung der bloß konkreten Würdigkeit eines Menschen sein Güteranspruch folgt, dann fehlt in dieser Arbeit „Rechnung“ die Anerkennung des Menschen als Menschen, d.h. es fehlt ein Mindestmaß an zu verteilenden Gütern, in Bezug auf eben die viergliedrige verteilende Gerechtigkeit, welches Menschen als ein zur Freiheit und Selbstbestimmung fähiges Wesen zukommen muss, damit sich eben dieses Potential auch entfalten kann. Das heißt, es fehlt die Anerkennung der Potentialität des Menschen.

Eine mögliche Kritik wäre in etwa so zu formulieren: Da der Mensch ein Wesen mit Potential ist und dieses Potential, damit es wirksam werden kann, anerkannt werden muss, muss diese Potentialität auch in den Gerechtigkeitsbegriff bzw. in die Totalität der Gerechtigkeitsbetrachtung einfließen. Denn damit der Mensch seine Anlagen möglichst frei und am Gemeinwohl orientiert entfalten kann, braucht er notwendig eine gewisse Menge an Gütern und Ressourcen. In diese Mengenkalkulation gehört das noch nicht feststellbare zukünftige Können und die zu erwartende Würdigkeit irgendwie mit einbezogen, damit die Potentialität überhaupt unter den realen gesellschaftlichen Bedingungen und in Raum und Zeit zur Umsetzung, also zur Wirklichkeit, kommen kann.

Der „Kampf um Anerkennung“ ist in diesem Sinne dann nichts anderes als der Streit um die Wahrheit des Menschen eines immer unfertigen und werdenden Wesens, welches auf einen Vorschuss von Gütern (und Vertrauen) aus der Gemeinschaft prinzipiell angewiesen ist. Dieser Vorschuss ist gerecht und gleichzeitig problematisch, darauf wird in Kapitel 5 noch näher eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Eudaimonia oder das gute Leben: Einführung in Aristoteles' Verständnis von Glückseligkeit und die fundamentale Bedeutung der politischen Gemeinschaft für das menschliche Gedeihen.

2. Der Begriff der Gerechtigkeit: Untersuchung von Gerechtigkeit als komplexer Tugend und Verteilungsprinzip, wobei der Fokus auf der Rolle der Würdigkeit liegt.

3. Der Kampf um Anerkennung: Kritische Auseinandersetzung mit aristotelischen Prämissen unter Einbeziehung des Anerkennungskonzepts von Axel Honneth und der Kritik von Hans Kelsen.

4. Gerechtigkeit, Freiheit und Eudaimonia: Synthese der vorangegangenen Überlegungen zur Entwicklung eines offeneren, dynamischen Gerechtigkeitsverständnisses, das menschliches Potential integriert.

Zusammenfassung und Schluss: Reflektion über die Ergebnisse der Arbeit und die Notwendigkeit, Gerechtigkeit stets als prozesshaften und dialogischen Kampf zu begreifen.

Schlüsselwörter

Eudaimonia, Gerechtigkeit, Aristoteles, Anerkennung, Axel Honneth, Potentialität, Hans Kelsen, soziale Gerechtigkeit, Freiheit, politische Gemeinschaft, Tugendethik, Menschenbild, Intersubjektivität, Diskurs, Lebensglück.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem spannungsreichen Verhältnis zwischen der aristotelischen Vorstellung vom „guten Leben“ (Eudaimonia) und den Anforderungen an eine gerechte soziale Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Tugendethik des Aristoteles, Theorien des sozialen Kampfes um Anerkennung (Hegel, Honneth) und die kritische Hinterfragung rechtstheoretischer Ansätze (Kelsen).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das starre aristotelische Gerechtigkeitskonzept durch die Integration des „Kampfes um Anerkennung“ dynamisiert werden kann, um der individuellen Potentialität des Menschen gerecht zu werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen rekonstruktiven und kritisch-analytischen Ansatz, der klassische philosophische Texte mit modernen sozialphilosophischen Theorien in einen dialogischen Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die Grundlagen bei Aristoteles, unterzieht diese einer Kritik durch Hans Kelsen und ergänzt sie durch die Anerkennungstheorie, um daraus ein neues Modell zur Bestimmung gerechter Teilhabe abzuleiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Eudaimonia, Gerechtigkeit, Anerkennung, Potentialität, politische Gemeinschaft und sozialer Frieden.

Warum wird Aristoteles' Gerechtigkeitsbegriff als problematisch eingestuft?

Er wird als zu statisch und mathematisch-mechanisch kritisiert, da er das sich entwickelnde, werdende Potential des Menschen vernachlässigt und somit zu Ausschlussmechanismen führen kann.

Welche Rolle spielt der „Kampf um Anerkennung“ bei der Lösung dieses Problems?

Er dient als Korrektiv, das Gerechtigkeit nicht als fixen Zustand, sondern als fortlaufenden, dialogischen Prozess begreift, in dem die Anerkennung der individuellen Potentialität konstitutiv für soziale Teilhabe ist.

Wie definiert die Arbeit den Begriff der „Eudaimonia“ in diesem Kontext?

Eudaimonia wird nicht als bloßer Glücksmoment verstanden, sondern als gelingendes, selbstbestimmtes Leben in einer Gemeinschaft, für das die soziale Anerkennung der eigenen Fähigkeiten notwendig ist.

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Details

Title
Eudaimonia und der Kampf um Anerkennung
Subtitle
Eine Frage der Gerechtigkeit
College
University of Leipzig  (Sozialwissenschaft und Philosophie)
Grade
1,6
Author
Ronny Daniel Kupfer (Author)
Publication Year
2014
Pages
41
Catalog Number
V281347
ISBN (eBook)
9783656762942
ISBN (Book)
9783656762959
Language
German
Tags
Gerechtigkeit Anerkennung Kampf Aristoteles Hegel Honneth Eudaimonia Leben Verfassung Politik Tugend Verteilungsgerechtigkeit Potential Mensch Person Freiheit Kritik Gemeinschaft Staat Polis Demokratie Kelsen Kant
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ronny Daniel Kupfer (Author), 2014, Eudaimonia und der Kampf um Anerkennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/281347
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