Diese Arbeit behandelt die Entstehung, das Wirken und die Probleme, die schließlich zur Auflösung des finnischen Freiwilligen-Bataillons der Waffen-SS führten. Die Teilnahme von Finnen im Kampf gegen die Sowjetunion sei nach Stein das Ergebnis der Beziehung zwischen Finnland und Deutschland, diese Aussage unterstreicht die Relevanz einer näheren Untersuchung.
Ich beantworte, am Beispiel Finnlands, zuerst die Frage, wie es zum Dienst ausländischer Soldaten in der Waffen-SS kam. Danach gebe ich eine Übersicht, über den Verbleib der Freiwilligen, und am Ende gehe ich der Frage nach, wieso das Bataillon vor Kriegsende aufgelöst wurde. Aufgrund des begrenzten Umfanges, werde ich die Fragen so beantworten, dass sich ein chronologischer Überblick über das finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS ergibt, so wird auch die diplomatische Verbindung zwischen Deutschland und Finnland aufgezeigt.
Aufgrund der ständigen Veränderungen, welchen die SS unterworfen war, muss ihr Handeln und Wirken immer im Kontext ihrer jeweiligen Struktur und ihrem Einfluss im NS-Apparat betrachtet werden. Durch die unzähligen Kriegsverbrechen, mit denen die Waffen-SS in Verbindung stand, fällt es schwer wertfreie und zugleich umfangreiche Quellen zu finden. Zwar ist die Rolle Finnlands im Zweiten Weltkrieg in der Forschung bereits mehrfach thematisiert worden, jedoch ist das finnische Freiwilligen-Bataillon kaum untersucht worden. Dies ist zum Teil damit zu erklären, dass sich nur ungern mit schmerzhaften Kapiteln der eigenen Geschichte auseinandergesetzt wird, aber auch, weil Forscher bis vor kurzem keinen Zugang zu relevanten Dokumenten hatten.
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
Entstehung und Abgrenzung der Waffen-SS
Das finnische Freiwilligen-Bataillon
Planung und Vorbereitung
Die Rekrutierung
Erste Probleme
Das Ende des finnischen Freiwilligen-Bataillons
Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, den operativen Einsatz und die Gründe für die Auflösung des finnischen Freiwilligen-Bataillons der Waffen-SS im Kontext der diplomatischen und militärischen Beziehungen zwischen Finnland und Deutschland während des Zweiten Weltkriegs.
- Die Entstehung und strukturelle Abgrenzung der Waffen-SS
- Prozesse der Planung, Vorbereitung und Rekrutierung finnischer Freiwilliger
- Diplomatische Spannungen und Kompetenzstreitigkeiten zwischen SS und Auswärtigem Amt
- Die Auflösung des Bataillons vor dem Hintergrund des sich wendenden Kriegsverlaufs
Auszug aus dem Buch
Planung und Vorbereitung
Im kommenden Abschnitt stelle ich chronologisch dar, wie es zum Dienst finnischer Soldaten in der Waffen-SS kam. Angefangen mit den Problemen die SS-Brigadeführer Gottlob Berger hatte, genug Freiwillige für das SS-Regiment Nordland zu finden und abschließend mit den 1.084 Mann, welche für tauglich befunden und in das Freiwilligen-Bataillon aufgenommen wurden.
Nachdem im Dezember 1940 die SS-Division „Wiking", unter dem Befehl des SS-Brigadeführers Felix Steiner, aufgestellt und bis Mitte 1941 kampfbereit gemacht werden sollte, bestand das Problem zu wenig Freiwilliger. Da Finnland als Verbündeten im Kampf gegen die Sowjetunion betrachtet wurde, war es für Berger naheliegend den Versuch zu unternehmen dort Freiwillige zu rekrutieren.
Am 30. Januar 1941 wies Himmler Berger an mit der Anwerbung von Freiwilligen in Finnland fortzufahren. Am nächsten Tag meldete der deutsche Militärattache in Helsinki, dass mehrere Finnen in das Regiment Nordland eintreten wollten. Das Armee-Oberkommando 20 in Oslo antwortet nach drei Wochen, dass Freiwillige aufgrund fehlender Durchführungsbestimmungen hingehalten werden sollen bis welche ausgearbeitet seien.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Themas und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die forschungsleitenden Fragen zur Teilnahme finnischer Soldaten in der Waffen-SS vor.
Hauptteil: Der Hauptteil analysiert strukturell die Waffen-SS und betrachtet chronologisch die Entstehung, Anwerbung und die zunehmenden Konflikte, die schließlich zur Auflösung der finnischen Einheit führten.
Entstehung und Abgrenzung der Waffen-SS: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung der SS von einer Saalschutzgruppe zur Waffen-SS und deren Einbindung ausländischer Freiwilliger.
Das finnische Freiwilligen-Bataillon: Dieser Abschnitt behandelt die spezifische Planung, Rekrutierung und die internen sowie diplomatischen Hürden beim Aufbau der finnischen Freiwilligeneinheit.
Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Kooperation zwischen Finnland und Deutschland als zweckgebundene Allianz, die unter dem Druck des sich verschlechternden Kriegsverlaufs zerbrach.
Schlüsselwörter
Finnisches Freiwilligen-Bataillon, Waffen-SS, Zweiter Weltkrieg, Finnland, Sowjetunion, SS-Division Wiking, Gottlob Berger, Rekrutierung, Auswärtiges Amt, Diplomatie, Risto Ryti, Mannerheim, Freiwilligen-Bewegung, NS-Ideologie, Ostfront
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und das Schicksal des finnischen Freiwilligen-Bataillons der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die deutsch-finnischen diplomatischen Beziehungen, die Rekrutierungspraktiken der SS sowie die strukturellen Probleme bei der Einbindung ausländischer Freiwilliger.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie es zum Dienst finnischer Freiwilliger kam und warum das Bataillon vor Kriegsende aufgelöst wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin/der Autor nutzt eine chronologische Analyse auf Grundlage vorhandener Fachliteratur und historischer Aufzeichnungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strukturelle Einordnung der Waffen-SS und die detaillierte chronologische Aufarbeitung des finnischen Freiwilligen-Bataillons von der Planung bis zur Auflösung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Finnisches Freiwilligen-Bataillon, Waffen-SS, Zweiter Weltkrieg, SS-Division Wiking und diplomatische Verflechtungen.
Welche Rolle spielte das Auswärtige Amt bei der Anwerbung?
Das Auswärtige Amt stand in einem ständigen Kompetenzstreit mit der SS, da es versuchte, die diplomatischen Beziehungen zu Finnland zu kontrollieren, während Berger die Anwerbung direkt und ohne Kontrolle vorantreiben wollte.
Warum war die Zusammensetzung der Dienstgrade bei der Rekrutierung problematisch?
Es bestand ein großes Ungleichgewicht, da mehr als die Hälfte der Freiwilligen Offiziere oder Unteroffiziere waren, was nicht dem geplanten Verhältnis von 1:20 entsprach.
Wie reagierte die finnische Führung auf das Ende des Bataillons?
Die finnische Führung nutzte die militärische Notwendigkeit, alle Männer für die eigenen Streitkräfte zu benötigen, als Begründung, um keine weiteren Ersatzleute zu stellen und letztlich die Auflösung zu forcieren.
- Quote paper
- Max Pröbsting (Author), 2014, Das Finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280612