Die Idee der globalen Supervenienz ist eines der kontroversesten und problematischen Konzepte in der Philosophie des Geistes. Offenkundig wollte man mit dem Konzept der globalen Supervenienz einen Mangel beheben, der in den Konzepten der schwachen und besonders der starken Supervenienz vorhanden war. Jedoch gab es auch zahlreiche Gegenargumente die zeigen sollten, dass globale Supervenienz kein nützliches Konzept sei. Diese Frage soll auch in diesem Essay diskutiert werden. Ist globale Supervenienz tatsächlich ein nützliches Konzept oder benötigt man eine andere Form der Supervenienz? Um dies greifbarer zu machen wird globale Supervenienz auf das Verhältnis von mentalen und physikalischen Zuständen angewendet. Zunächst werde ich kurz darlegen, was unter globaler Supervenienz verstanden wird beziehungsweise wie ich den Begriff im folgenden Essay verwenden werde. Dann werde ich die Vorzüge von globaler Supervenienz erläutern und darlegen, wo die Stärken des Konzepts liegen. Danach werde ich zwei populäre Gegenargumente erläutern und diskutieren. In einem Fazit werde ich versuchen eine abschließende Position zu formulieren beziehungsweise zu überprüfen ob globale Supervenienz tatsächlich ein plausibles und haltbares Konzept ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Motivation der globalen Supervenienz
3. Vorteile des Konzepts
4. Kritik an der globalen Supervenienz
5. Differenzierung der globalen Supervenienz nach Bennett
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die kritische Untersuchung der Plausibilität des Konzepts der globalen Supervenienz innerhalb der Philosophie des Geistes, insbesondere im Hinblick auf die Debatte um die Abhängigkeit mentaler von physikalischen Zuständen.
- Vergleich der globalen Supervenienz mit lokalen Supervenienz-Modellen
- Analyse der Umweltabhängigkeit intentionaler Zustände (Zwillingserde-Gedankenexperiment)
- Diskussion der Einwände von Jaegwon Kim zur physischen Unterscheidbarkeit von Welten
- Auseinandersetzung mit Karen Bennetts differenzierter Typologie globaler Supervenienz
- Bewertung der Integration extrinsischer Eigenschaften in die Supervenienzbasis
Auszug aus dem Buch
Globale Supervenienz
Die Idee der globalen Supervenienz ist eines der kontroversesten und problematischen Konzepte in der Philosophie des Geistes. Offenkundig wollte man mit dem Konzept der globalen Supervenienz einen Mangel beheben, der in den Konzepten der schwachen und besonders der starken Supervenienz vorhanden war. Jedoch gab es auch zahlreiche Gegenargumente die zeigen sollten, dass globale Supervenienz kein nützliches Konzept sei. Diese Frage soll auch in diesem Essay diskutiert werden. Ist globale Supervenienz tatsächlich ein nützliches Konzept oder benötigt man eine andere Form der Supervenienz? Um dies greifbarer zu machen wird globale Supervenienz auf das Verhältnis von mentalen und physikalischen Zuständen angewendet.
Wie auch bei den anderen Arten von Supervenienz gibt es bei globaler Supervenienz verschiedene Definitionen. Hier wird folgende Definition verwendet: Für alle mögliche Welten w1 und w2 gilt: Wenn in W1 die physischen Eigenschaften genau gleich verteilt sind wie in W2, dann sind in W1 auch die mentalen Eigenschaften genauso verteilt wie in W2.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Supervenienz in der Philosophie des Geistes und Darlegung der Fragestellung zur Nützlichkeit des Konzepts der globalen Supervenienz.
2. Definition und Motivation der globalen Supervenienz: Herleitung der Definition globaler Supervenienz und Erläuterung der Defizite lokaler Supervenienzmodelle bei der Erfassung intentionaler Zustände.
3. Vorteile des Konzepts: Darstellung der Stärken globaler Supervenienz, insbesondere in Bezug auf die Problematik der Umweltabhängigkeit mentaler Zustände und die Ermöglichung von Abhängigkeit ohne Reduktion.
4. Kritik an der globalen Supervenienz: Diskussion der kritischen Einwände von Jaegwon Kim hinsichtlich der Instabilität des Konzepts bei minimalen physischen Variationen zwischen Welten.
5. Differenzierung der globalen Supervenienz nach Bennett: Analyse der von Karen Bennett eingeführten Unterarten der globalen Supervenienz unter Verwendung isomorpher Strukturen.
6. Fazit: Abschließende Bewertung, die dazu tendiert, dass eine stärkere lokale Supervenienz mit extrinsischen Eigenschaften der globalen Supervenienz vorzuziehen ist.
Schlüsselwörter
Globale Supervenienz, Philosophie des Geistes, Mentale Zustände, Physikalismus, Jaegwon Kim, Karen Bennett, Supervenienzbasis, Intentionale Zustände, Isomorphismus, Reduktionismus, Umweltabhängigkeit, Starke Supervenienz, Analytische Philosophie, Gedankenexperiment, Zwillingserde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob das philosophische Konzept der globalen Supervenienz ein haltbares und nützliches Modell zur Beschreibung der Beziehung zwischen mentalen und physikalischen Zuständen darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Typen der Supervenienz (lokal vs. global), die Problematik der intentionalen Zustände sowie die Kritik an der Stabilität globaler Supervenienzkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob globale Supervenienz tatsächlich ein plausibles Konzept ist oder ob alternative Ansätze wie die starke Supervenienz mit erweiterten Basiseigenschaften überlegen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die analytische Methode, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit Fachliteratur, die Analyse von Begriffsdefinitionen und die Diskussion logischer Gedankenexperimente.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Motivation für das Konzept, stellt die Einwände von Jaegwon Kim und die Klassifizierung durch Karen Bennett dar und diskutiert die Möglichkeit, extrinsische Eigenschaften in die Supervenienzbasis zu integrieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Globale Supervenienz, Physikalismus, Mentale Zustände, Abhängigkeit ohne Reduktion und Supervenienzbasis.
Warum kritisierte Jaegwon Kim die globale Supervenienz?
Kim argumentierte, dass globale Supervenienz zu instabil ist, da schon minimale physische Unterschiede zwischen Welten – etwa ein einzelnes Atom an anderer Stelle – zu radikal unterschiedlichen mentalen Konstellationen führen könnten, was das Konzept in der Praxis unbrauchbar macht.
Wie unterscheidet Karen Bennett die verschiedenen Arten der globalen Supervenienz?
Bennett nutzt mathematische Konzepte von Isomorphismen (A-Isomorphismen und B-Isomorphismen), um schwache, mittlere und starke globale Supervenienz präziser zu definieren und ihre jeweiligen Schwächen aufzuzeigen.
Was ist der Kern von Bennetts Vorschlag zur Lösung der Supervenienzprobleme?
Bennett schlägt vor, auf das Konzept der globalen Supervenienz zu verzichten und stattdessen die lokale (starke) Supervenienz beizubehalten, indem man die Supervenienzbasis um extrinsische Eigenschaften erweitert.
- Arbeit zitieren
- Sven Wunderlich (Autor:in), 2013, Globale Supervenienz. Ein nützliches Konzept?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280593