Diese Arbeit beschäftigt sich im ersten Teil mit verschiedenen Annahmen, die das Entscheidungsverhalten im Elfmeterschießen erklären. Zusätzlich wird beschrieben, ob bestimmte Einflussfaktoren das Entscheidungsverhalten der Torhüter und Torschützen beeinflussen können. Geprüft werden soll, welche Annahme das Entscheidungsverhalten des Torhüters und Torschützen am genauesten erklärt. Neben dem Nash-Gleichgewicht, werden simultane und nicht simultane Annahmen geprüft sowie das „probability matching“. Darüber hinaus soll analysiert werden, ob der Torhüter seine Erfolgswahrscheinlichkeit steigern kann, wenn er Kenntnisse über verschiedene Eigenschaften und Fähigkeiten der Torschützen hat. Dabei wird vor allem auf den Schussfuß, sowie die Spielerqualität näher eingegangen. Schlussfolgernd daraus soll dargelegt werden, welches Verhalten für den Torhüter optimal ist. Diese Arbeit beweist, dass die Spieler allgemein rational nach dem spieltheoretischem Konzept handeln. Sie zeigt aber auch, warum sich Torhüter nicht optimal verhalten, um so ihre Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedeutung des Elfmeterschießens und die Anwendung in den wissenschaftlichen Forschungen
2. Entscheidungsvarianten im Elfmeterschießen
2.1 Simultane und nicht simultane Entscheidungen
2.2 Probability Matching
2.3 Nash-Gleichgewicht in gemischten Strategien
2.3.1 Definition zum Nash-Gleichgewicht
2.3.2 Anwendung des Nash-Gleichgewichts in gemischten Strategien am Elfmeterschießen
3. Verhaltensweisen und Eigenschaften von Torhüter und Torschützen
3.1 Torhüterverhalten
3.1.1 Optimale gegen tatsächliche Entscheidung
3.1.2 Stellungspiel des Torhüter
3.2 Fähigkeiten und Eigenschaften der Torschützen
3.2.1 Rechtsfuß gegen Linksfuß
3.2.2 Spielerqualität und andere Einflussfaktoren
4.Strategieimplementierung und zukünftige Forschung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Entscheidungsverhalten von Torschützen und Torhütern im Elfmeterschießen mithilfe spieltheoretischer Konzepte, um zu klären, welche theoretischen Annahmen das tatsächliche Verhalten am präzisesten erklären und wie Torhüter ihre Erfolgschancen durch individuelle Eigenschaften und Stellungsspiel beeinflussen können.
- Analyse theoretischer Entscheidungsmodelle (Nash-Gleichgewicht, Probability Matching)
- Vergleich von simultanen und nicht simultanen Spielstrategien
- Einfluss psychologischer Faktoren auf das Torhüterverhalten
- Untersuchung von Torschützeneigenschaften wie Schussfuß und Spielerqualität
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Definition zum Nash-Gleichgewicht
Das Nash-Gleichgewicht ist eine Strategie der Spieltheorie. Die Spieltheorie beschäftigt sich mit Ursachen und Interpretationen strategischer Beziehungen. Ein Nash-Gleichgewicht liegt immer dann vor, wenn jeder Akteur eine optimale Antwort auf die Strategie des anderen wählt und keinen Anreiz hat davon abzuweichen. Solch ein Spiel wird mit Hilfe einer Auszahlungsmatrix, wie in Abbildung 3, dargestellt.
Wählt Spieler A oben, wählt daraufhin Spieler B links, da dies einen größeren Nutzen (1) als rechts (0) hat. Das gleiche gilt, wenn Spieler B rechts wählt, worauf Spieler A mit unten antworten wird. Abbildung 3 zeigt ein Nash-Gleichgewicht in reinen Strategien, welches in diesem Fall zwei Gleichgewichte (oben links und unten rechts) aufweist. Ein Problem des Konzeptes liegt darin, dass es Spiele gibt, die kein Nash-Gleichgewicht dieser Art aufweisen können. In diesem Fall kommt es zu einem Nash-Gleichgewicht in gemischten Strategien (MSNE).
Im Gegensatz zur reinen Strategie, wo jeder Akteur bei seiner Entscheidung bleibt, bietet das MSNE eine variable zufällige Auslegung der Strategie. Jeder Alternative wird eine bestimmte Wahrscheinlichkeit zugeordnet und jene wird mit dieser Wahrscheinlichkeit in die Strategie implementiert und ausgespielt. Der Vorteil ist, dass es immer ein Gleichgewicht in gemischten Strategien gibt, während das in der reinen Strategie nicht immer der Fall ist. Durch diese Eigenschaft, sowie einer gewissen Plausibilität, ist das MSNE ein beliebtes Gleichgewichtskonzept, welches sowohl in der Theorie, als auch in der angewandten Ökonomie, im Management und anderen Fachrichtungen, wie auch im Fußball angewendet wird. Auf ein Beispiel zum MSNE wird verzichtet, da die gemischte Strategie im nächsten Punkt anhand des Elfmeterschießens detailliert dargestellt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedeutung des Elfmeterschießens und die Anwendung in den wissenschaftlichen Forschungen: Dieses Kapitel erläutert die hohe Relevanz des Elfmeterschießens im Fußball und ordnet es in den Kontext wissenschaftlicher, insbesondere ökonomischer Forschung ein.
2. Entscheidungsvarianten im Elfmeterschießen: Hier werden verschiedene spieltheoretische Ansätze und Modelle auf ihre Tauglichkeit geprüft, das tatsächliche Verhalten von Torhüter und Schütze zu erklären.
3. Verhaltensweisen und Eigenschaften von Torhüter und Torschützen: Dieses Kapitel analysiert spezifische Einflussfaktoren wie psychologische Aspekte, Stellungsspiel und individuelle Spielerfähigkeiten auf das Ergebnis eines Elfmeters.
4.Strategieimplementierung und zukünftige Forschung: Der abschließende Teil fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der spieltheoretischen Modelle sowie Möglichkeiten für weiterführende Studien.
Schlüsselwörter
Elfmeterschießen, Spieltheorie, Nash-Gleichgewicht, Gemischte Strategien, Probability Matching, Torhüterverhalten, Torschützen, Entscheidungsverhalten, Nullsummenspiel, Spielerqualität, Stellungsspiel, Fußballökonomie, Rationalität, Erfolgschance, Statistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Entscheidungsverhalten von Fußballspielern bei Elfmetern aus spieltheoretischer Sicht, um zu prüfen, ob sich Akteure rational verhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Elfmetersituationen, die Anwendung des Nash-Gleichgewichts sowie der Einfluss individueller Spielermerkmale.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Modell zu identifizieren, das das beobachtete Entscheidungsverhalten der Akteure am genauesten abbildet, und Strategien zur Erfolgssteigerung zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Analyse durchgeführt, die reale Elfmeterdaten mit Modellen wie dem Mixed Strategy Nash-Equilibrium (MSNE) und Probability Matching vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem Vergleich theoretischer Entscheidungsmodelle sowie der Untersuchung konkreter Einflussfaktoren wie Stellungsspiel, Schussfuß und Spielerqualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Elfmeterschießen, Nash-Gleichgewicht, Spieltheorie, Torhüterstrategie und Entscheidungsanalyse.
Warum springen Torhüter meistens zur Seite, obwohl das Stehenbleiben statistisch optimal ist?
Studien deuten auf psychologische Gründe hin; ein Gegentor nach Inaktivität (Stehenbleiben) wird oft als tragischer empfunden als ein Gegentor nach einer aktiven Sprungbewegung.
Welchen Einfluss hat das Stellungsspiel des Torhüters auf den Schützen?
Eine marginale Verschiebung des Torhüters kann den Schützen unbewusst beeinflussen, sich für die Seite mit dem größeren freien Bereich zu entscheiden.
Kann ein Schütze durch seine Qualität den Torhüter dominieren?
Bessere Spieler agieren oft präziser und härter, was ihre Trefferquote erhöht, allerdings ist ein strategischer Vorteil daraus für den Torhüter schwer abzuleiten.
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- Ricardo Schumann (Author), 2014, Elfmeterschießen. Eine spieltheoretische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280441