Viele Menschen begnügen sich mit dem Wissen, dass Sprache zur Kommunikation dient, nicht aber damit, wie sie erworben wird. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass kognitive Prozesse bei Menschen während einer Kommunikation ablaufen und aufschlussreicher ist, dass es ein Verhältnis zwischen dem Gehörten (Input) und dem Gesagten (Output) besteht. Die Erforschung dieser Parameter ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Entstehungsgeschichte des Themas
2. Problematik, Forschungshypothesen und Ziel der Arbeit
3. Erkenntnisinteresse
4. Forschungsdesign
5. Aufbau der Arbeit
6. Forschungsstand
KAPITEL I : KURZER ÜBERBLICK ÜBER „SPRACHE“ UND DEREN FACETTEN
1. Begriffsbestimmung: Sprache
1.1 Begriffsbestimmung: Spracherwerb
1.1.1 Erstspracherwerbstheorien
1.1.1.1 Der behavioristische Ansatz
1.1.1.2 Der nativistische Ansatz
1.1.1.3 Der kognitivistische Ansatz
1.1.1.4 Der interaktionalistische / funktionalistische Ansatz
1.1.1.5 Der epigenetische Ansatz
1.1.1.6 Die Gegenstandstheorie
1.1.1.7 Die Gebrauchstheorie
1.1.1.8 Input- und Outputregulierungsmodelle
1.1.2 Fremdspracherwerbstheorien
1.1.2.1 Die kontrastive Hypothese
1.1.2.2 Die Interlanguage-Hypothese
1.1.2.3 Die Identitätshypothese
1.1.2.4 Die kreative Konstruktionstheorie
1.1.2.5 Die Interaktionshypothese
1.2 Die (Fremd)Spracherwerbsformen
1.3 Was setzt den Erwerb einer Sprache voraus?
KAPITEL II: INPUT BEIM SPRACHERWERB
2. Begriffsbestimmung: Input
2.1 Die Etappen beim Input
2.1.1 „Apperceived“ Input
2.1.2 “Comprehended” Input
2.1.3 „Intake“
2.1.4 „Integration“
2.1.5 „Output“
2.2 Rolle von Input
2.3 Inputformen beim Spracherwerb
2.3.1 Das Hören
2.3.2 Das Lesen
KAPITEL III: BLACK-BOX BEIM SPRACHERWERB
3. Zur Black-Box
3.1 Black-box-Theorien
3.1.1 Theorie der Kognitivisten
3.1.2 Zeichen-Gestalt-Theorie
3.1.3 Soziale Entwicklungstheorie
3.1.4 Das TOTE-Konzept
3.2 Die Sprachrezeption und –produktion
3.2.1 Sprachproduktionstheorie
3.2.2 Sprachrezeptionstheorie
3.3 Neurovorgänge im Gehirn
3.3.1 Anatomie und Funktionsweise des Neurons
3.3.2 Das Lesen
3.3.2.1 Neuronale Übernahme beim Lesen
3.3.2.2 Lokalisation des Lesens
3.3.2.3 Zum Verstehen des Gelesenen
3.3.3 Das Hören
3.3.3.1 Neuronale Übernahme beim Hören
3.3.3.2 Lokalisation des Hörens
3.3.3.3 Zum Verstehen des Gehörten
3.3.4 Das Sprechen
3.3.4.1 Lokalisation
3.3.4.2 Mechanismus der Sprachproduktion
3.3.5 Das Schreiben
3.3.5.1 Lokalisation
3.4 Hirnvorgänge bei der Kompetenzentwicklung: Unifikation zwischen Prozessen und Sprachelementen
3.4.1 Neurobiologische Notwendigkeiten für die Unifikation in der Sprache
3.4.2 Linke Hirnhemisphäre als Unifikationsraum für Sprache
3.4.3 Syntaktische Unifikation
3.4.4 Semantische und phonologische Unifikation
3.5 Die Rolle des Gedächtnisses
3.5.1 Das Ultrakurzzeitgedächtnis
3.5.2 Das Kurzzeitgedächtnis
3.5.3 Das Langzeitgedächtnis
KAPITEL IV: OUTPUT BEIM SPRACHERWERB
4. Begriffsbestimmung: Output
4.1 Rolle von Output
4.2 Die Outputformen Schreiben und Sprechen
KAPITEL V: INPUTS- UND OUTPUTSHEMMENDE FAKTOREN
5.1 Die Sprachkrankheiten
5.1.1 Die Aphasie
5.1.1.1 Die Kategorien von Aphasie
5.1.2 Die Lesestörungen: Die Dyslexie / Alexie
5.1.3 Die Schreibstörungen: Die Dysgraphie / Agraphie
5.1.4 Die Sprechstörungen
5.1.5 Die Hörstörungen
5.2 Die sprachbezogenen Faktoren
5.2.1 Die Interferenzen
5.2.1.1 Die interlingualen Interferenzen
5.2.1.2 Die intralingualen Interferenzen
5.2.2 Die Sprachkomplexität
5.2.2.1 Die Verbstellung
5.2.2.2 Das Subjekt
5.2.2.3 Die Satzgliedstellung
KAPITEL VI: EMPIRISCHE ANALYSEN
6.1 Zu der Methode
6.1.1 Hintergründe der Methode
6.1.2 Zur eigenen Methode
6.2 Zur Datenerhebung
6.2.1 Zum Verhalten der Probanden
6.2.2 Zu den erhobenen Daten
6.2.2.1 Gruppe 1
6.2.2.2 Gruppe 2
6.2.2.3 Gruppe 3
6.2.2.4 Gruppe 4
6.2.3 Zur Interpretation der Daten
6.2.4 Zur Analyse der Daten
KAPITEL VII: ERGEBNISSE DER FORSCHUNG
7. Ergebnisse der Forschung
7.1 Hypothesenüberprüfung
7.2 Einschränkung der Gültigkeit der Ergebnisse
7.3 Mögliche Weiterarbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Input, der Verarbeitung in der Blackbox (dem Gehirn) und dem Output beim Spracherwerb. Das primäre Ziel ist es, die kognitiven, neurologischen und psycholinguistischen Mechanismen zu ergründen, die beim Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben ablaufen, und zu analysieren, ob gelernte Informationen kurzfristig besser schriftlich oder mündlich reproduziert werden können.
- Stellenwert von Input und Output im Spracherwerb
- Neurologische Grundlagen der Sprachverarbeitung im Gehirn
- Einflussfaktoren und Hemmnisse beim Spracherwerb (Sprachkrankheiten, Interferenzen)
- Empirische Analyse zur kurzfristigen Informationsreproduktion
Auszug aus dem Buch
Die Etappen beim Input
Wie vorher angedeutet, wäre es schwer vom Spracherwerb zu sprechen, ohne Input mit einzubeziehen. Es ist auch festzustellen, dass Input ein Vorgang ist, denn er umfasst mehrere Etappen, die zum Output führen. Um diese verschiedenen Etappen des Inputs darzustellen, stützen wir uns auf Susan M. Gass, die sich dazu wie folgt ausdrückt: „Five stages are proposed to account for the conversion of input to output: apperceived input, comprehended input, intake, integration, and output“.
„Apperceived“ Input ist die erste Etappe in dem Inputvorgang, die durch die Tatsache vorausgesetzt wird, dass sich der Lerner bewusst macht, dass es etwas zu erwerben gibt, das er noch nicht kennt. Susan M. Gass definiert „apperceived“ Input folgenderweise: „Apperceived Input is that bit of language that is noticed in some way by the learner because of some particular recognizable features. It is in this sense that I refer to this as the age of enlightenment: It is at this crucial juncture that the light of recognition goes on and, the learner realizes that some gap needs to be filled.“
Aus diesem Zitat erfolgt, dass der Sprachlerner zuerst erkennen soll, dass er etwas Neues zu erwerben hat, um seine Sprachkenntnisse zu vervollständigen. In demselben Gedankengang fügt Susan Gass hinzu: „The first stage of input utilization is recognition that there is something to be learned, that is, that there is a gap between, what the learner already knows and what there is to know.”
Zusammenfassung der Kapitel
KAPITEL I : KURZER ÜBERBLICK ÜBER „SPRACHE“ UND DEREN FACETTEN: Dieses Kapitel definiert Sprache und Spracherwerb und erläutert verschiedene Erst- und Fremdspracherwerbstheorien.
KAPITEL II: INPUT BEIM SPRACHERWERB: Es werden der Begriff des Inputs, seine Etappen (Apperceived, Comprehended, Intake, Integration, Output) sowie die Rolle und Formen des Inputs analysiert.
KAPITEL III: BLACK-BOX BEIM SPRACHERWERB: Dieses Kapitel untersucht die im Gehirn ablaufenden neuronalen und kognitiven Vorgänge bei der Sprachrezeption und -produktion sowie die Rolle des Gedächtnisses.
KAPITEL IV: OUTPUT BEIM SPRACHERWERB: Es widmet sich dem Output als Produkt des Spracherwerbs, seiner Rolle als Feedback-Mechanismus und den Outputformen Sprechen und Schreiben.
KAPITEL V: INPUTS- UND OUTPUTSHEMMENDE FAKTOREN: Hier werden Störfaktoren analysiert, unter anderem Sprachkrankheiten sowie sprachbezogene Faktoren wie Interferenzen und Sprachkomplexität.
KAPITEL VI: EMPIRISCHE ANALYSEN: Dieses Kapitel dokumentiert die eigene empirische Untersuchung, bei der die Reproduktionsleistung von Deutschlernern in verschiedenen Gruppen und Aufgaben analysiert wird.
KAPITEL VII: ERGEBNISSE DER FORSCHUNG: Die Arbeit schließt mit der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen, der Einschränkung der Ergebnisvalidität und Ausblicken auf mögliche weiterführende Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Input, Output, Blackbox, Gehirn, Psycholinguistik, Neurolinguistik, Sprachrezeption, Sprachproduktion, Gedächtnis, Interferenz, Aphasie, Dyslexie, Dysgraphie, Sprachkomplexität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und dem Stellenwert von Input (Aufnahme), Blackbox (Verarbeitung im Gehirn) und Output (Produktion) im Prozess des Spracherwerbs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die kognitiven und neurologischen Grundlagen des Sprachlernens, der Einfluss des Alters auf den Spracherwerb sowie die Identifizierung von Faktoren, die den Input und Output hemmen oder erschweren.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel besteht darin, den Bezug zwischen der Informationsaufnahme (Input) und der Informationsproduktion (Output) darzustellen und dabei die psychologischen Mechanismen zu beleuchten, die während der Verarbeitung im Gehirn ablaufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Grundlagen aus der Linguistik und Neurowissenschaft mit einem empirischen Teil, in dem mit vier Gruppen von Deutschlernenden untersucht wurde, wie Hörimpulse kurzfristig in mündlichen oder schriftlichen Output transformiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zu den Konzepten Input, Blackbox und Output sowie deren Hemmfaktoren. Den Abschluss bildet eine empirische Analyse, die die Hypothese prüft, ob Hörimpulse im kurzzeitigen Lernen schriftlich besser wiedergegeben werden können als mündlich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Spracherwerb, Input, Output, Blackbox, Gehirn, Psycholinguistik, Sprachrezeption, Sprachproduktion, Gedächtnis, Interferenz, Sprachkrankheiten und Sprachkomplexität.
Warum ist das Gehirn für den Spracherwerb so entscheidend?
Das Gehirn steuert alle Aktivitäten beim Spracherwerb. Die Arbeit zeigt, dass erst durch die Kenntnis der neuronalen Strukturen (z. B. Broca-Areal, Wernicke-Areal, linke Hirnhemisphäre) verständlich wird, wie kognitive Leistungen vollbracht werden.
Welche Rolle spielt die kritische Periode beim Spracherwerb?
Die Arbeit weist auf eine kritische Periode bis zum ca. 12. oder 13. Lebensjahr hin, in der Kinder eine Sprache deutlich effizienter und intuitiver erwerben können, da in dieser Phase ein einziges neuronales Netzwerk für die Sprachen aufgebaut wird, während späteres Lernen oft mit anstrengenderen, separaten Netzwerken verbunden ist.
Welches Ergebnis lieferte die empirische Untersuchung?
Die Analyse ergab, dass die Probanden beim kurzzeitigen Lernen in der Lage waren, die aufgenommenen Hörimpulse effizienter schriftlich als mündlich wiederzugeben, was die zweite aufgestellte Hypothese der Arbeit bestätigt.
- Quote paper
- Williams Tsamo Fomano (Author), 2010, Rolle und Stellenwert von Input, Blackbox und Output beim Spracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280371