„Die Medizin und das medizinische Versorgungssystem konzentrieren sich auf Krankheiten in allen Facetten, Gesundheit ist nicht ihr Thema“ (Faltermaier, 2005, S. 12). Wer kümmert sich um die Gesundheit und wer sorgt dafür, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen? Es erschließt sich die Notwendigkeit einer Wissenschaft, die zeitlich vor der Entstehung einer Krankheit einsetzt, nämlich bei der Prävention. Das Verhalten oder die Lebensweise der Bevölkerung wird heutzutage als eine der Ursachen der Entstehung vieler Krankheiten gesehen. Faltermaier (2005, S. 13) erläutert, dass die Gesundheitspsychologie auf der Erkenntnis basiert, dass zwischen der Erhaltung der Gesundheit, der Heilung, der Entstehung von Krankheiten und den Persönlichkeitseigenschaften eines Menschen Zusammenhänge bestehen. Somit kann diese Wissenschaft dazu beitragen, Krankheiten im Vorfeld zu mindern.
Nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Bevölkerung beschäftigt sich zunehmend mit dem Thema Gesundheit. Das wird sichtbar daran, dass laut Faltermaier (2005, S. 10) aktuell das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung steigt, sowie korrelierend dazu die Anzahl der in einem Sportstudio angemeldeten Personen: Während 2007 6,7% der Gesamtbevölkerung in Deutschland in einer Fitnessanlage trainierten, sind es 2012 bereits 9,6% (DSSV, 2013 aus Statistisches Bundesamt, 2013). Daraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass der Bevölkerung bewusster geworden ist, dass die körperliche Betätigung in Bezug auf die Gesundheit eine wesentliche Rolle spielt. Auch für Ausbildungsbetriebe ist es vor allem von Bedeutung, sicherzustellen, dass alle dortigen Fitnesstrainer über den Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten und Krankheitsprävention in Kenntnis gesetzt wurden. Somit kann dieses Wissen an die Kunden im Rahmen der Körperanalysen oder Trainingseinweisungen weitergegeben werden. Das könnte zur Folge haben, dass vermehrt ein Fokus auf ein differenzierteres Gesundheitsverhalten entsteht.
Das Gesundheitsbewusstsein soll nun mit Hilfe der vorliegenden Arbeit auf den psychischen Aspekt erweitert werden. Welche Risikofaktoren ergeben sich durch verschiedene Charaktereigenschaften? Durch welche Verhaltensweisen kann jedes Individuum Auswirkungen auf die Erhaltung der Gesundheit erzielen? Antworten zu u.a. diesen Fragestellungen werden unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Studien gegeben.
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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
2.1 Gesundheitsfördernde Parameter
2.2 Gesundheitsgefährdende Parameter
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Definition von Persönlichkeit
3.1.2 Definition von Persönlichkeitsmerkmalen (zeitlich überdauernde)
3.1.3 Definition von Gesundheit
3.1.4 Persönlichkeitsmerkmale und Gesundheit
3.1.4.1 Definition von Gesundheitsverhalten
3.1.4.2 Definition von Gesundheitspsychologie
3.2 Theoretische Modelle
3.2.1 „Big Five“ der Persönlichkeit
3.2.2 Das Anforderungs-Ressourcen-Modell nach Becker
3.2.3 Die resiliente Persönlichkeit
3.2.4 Das Typenmodell von Meyer Friedman und Ray Rosenman
3.2.4.1 Typ A – Koronarpersönlichkeit?
3.2.4.2 Typ C – Krebspersönlichkeit?
4 METHODIK
4.1 Allgemeines Vorgehen - Literaturrecherche
4.2 Studienübersicht
5 ERGEBNISSE
5.1 Gesundheitsfördernde Parameter
5.1.1 Verhaltensweisen
5.1.2 Charaktereigenschaften
5.1.3 Umweltfaktoren
5.2 Gesundheitsgefährdende Parameter
5.2.1 Verhaltensweisen
5.2.2 Charaktereigenschaften
5.2.3 Umweltfaktoren
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen und dem individuellen Gesundheitszustand. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften und Umweltfaktoren entweder gesundheitsfördernd oder gesundheitsgefährdend wirken, um daraus individuelle Strategien zur Gesundheitserhaltung abzuleiten.
- Analyse der Persönlichkeit als Einflussfaktor auf die physische und psychische Gesundheit
- Identifikation gesundheitsfördernder und gesundheitsgefährdender Parameter
- Untersuchung theoretischer Modelle (Big Five, Anforderungs-Ressourcen-Modell, Resilienz)
- Auswertung empirischer Studien zum Gesundheitsverhalten
- Ableitung praktischer Implikationen für die Gesundheitsförderung
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Definition von Persönlichkeit
„Unter der Persönlichkeit eines Menschen wird in der Alltagspsychologie die Gesamtheit aller seiner Eigenschaften (Dispositionen und Gestalteigenschaften) verstanden, in denen er sich von anderen Menschen unterscheidet“ (Asendorpf, 1999, S. 5).
„Persönlichkeit ist die Individualität eines Menschen in körperlicher Erscheinung, Verhalten und Erleben im Vergleich zu anderen Menschen gleichen Alters und gleicher Kultur“ (Asendorpf, 2011, S. 1.). Er bezeichnet sie zudem als „die Gesamtheit seiner Persönlichkeitseigenschaften (...): die individuellen Besonderheiten in der körperlichen Erscheinung und Regelmäßigkeiten des Verhaltens und Erlebens“ (Asendorpf, 2011, S. 2).
Die Persönlichkeit entwickelt sich mit steigendem Lebensalter und Erfahrungswerten des Menschen weiter zu einem immer komplexeren Wirkungsgefüge. Sie ist stark geprägt von sozialen und umweltbedingten Einflüssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Relevanz der Gesundheitspsychologie und die wachsende Bedeutung des Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung sowie Skizzierung der Forschungsfrage.
2 ZIELSETZUNG: Definition der zentralen Betrachtungsfelder in Gesundheitsförderung und Gesundheitsgefährdung, aus denen die spezifischen Teilziele der Arbeit abgeleitet werden.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Theoretische Fundierung durch Definitionen von Persönlichkeit und Gesundheit sowie Vorstellung relevanter psychologischer Modelle zur Erfassung menschlicher Eigenschaften und Ressourcen.
4 METHODIK: Dokumentation des systematischen Vorgehens bei der Literaturrecherche und detaillierte Auflistung der für die Analyse herangezogenen empirischen Studien.
5 ERGEBNISSE: Darstellung und Auswertung der Befunde bezüglich des Einflusses von Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften und Umweltfaktoren auf die Gesundheit.
6 DISKUSSION: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, Reflexion der theoretischen Modelle und Diskussion der Vermittlerrolle von Faktoren wie Zufriedenheit und Selbstwirksamkeit.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Rolle der Persönlichkeit bei der Gesundheitsentstehung und Empfehlung für weiterführende Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitsmerkmale, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Gesundheitsverhalten, Big Five, Anforderungs-Ressourcen-Modell, Resilienz, Prävention, Lebensstil, Stressbewältigung, Gesundheitsförderung, Psychische Ressourcen, Selbstwirksamkeit, Lebenszufriedenheit, Koronarpersönlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht den Einfluss der individuellen Persönlichkeit auf die physische und psychische Gesundheit und analysiert, welche Faktoren zur Gesundheitsförderung oder -gefährdung beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitsdimensionen, Lebensstil, Umweltfaktoren und dem Gesundheitsstatus des Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Studien zu ermitteln, ob und wie Persönlichkeitsmerkmale gesundheitliche Prozesse beeinflussen und welche individuellen Wege zur Gesundheitsförderung bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, in der bestehende wissenschaftliche Studien und Metaanalysen systematisch recherchiert und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (wie das Big-Five-Modell), Anforderungs-Ressourcen-Modelle und diverse empirische Studien zu Gesundheitsverhalten und Charakteristik dargestellt und diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Persönlichkeit, Gesundheit, Gesundheitspsychologie, Stressbewältigung, Resilienz und Gesundheitsförderung.
Welche Rolle spielt die „Zufriedenheit“ laut der Diskussion?
Die Arbeit identifiziert die allgemeine Zufriedenheit als wichtige Drittvariable bzw. Vermittler zwischen Persönlichkeit und Gesundheit, da zufriedene Personen das Gesundheitssystem seltener in Anspruch nehmen.
Warum konnte das Typenmodell von Meyer Friedman und Ray Rosenman nicht bestätigt werden?
Es konnten in der vorliegenden Literaturrecherche keine eindeutigen empirischen Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen dem Typ A oder Typ C und spezifischen Krankheitsbildern wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden werden.
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- Aspasia Hermes (Author), 2014, Persönlichkeitsmerkmale und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280261