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Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise

Moralische Unabdingbarkeit oder rationalistisches Kalkül?

Title: Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise

Term Paper , 2013 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Zina Weisner (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights

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"Wenn Menschenleben gerettet wurden, dann das Leben derjenigen, die an den Massakern aktiv beteiligt waren“, sagte Paul Kagame, einstiger RPF-Führer und heutiger Präsident von Ruanda. Mit diesem vernichtenden Urteil bezieht er sich auf die Opération Turquoise, einer vom 23. Juni bis 21. August 1994 andauernden militärischen Mission Frankreichs während des Völkermordes in Ruanda. Über den Erfolg und die Folgen der Intervention kann genauso viel diskutiert werden, wie über die Beweggründe. Das zentrale Erkenntnisinteresse dieser Arbeit ist die Untersuchung über die Motivation für eine Intervention westlicher Demokratien in anderen Staaten: ,,Moral oder rationalistisches Kalkül?“

Zu diesem Zweck soll untersucht werden, aus welchen Beweggründen Frankreich in Ruanda eingriff. Zur Beantwortung dieser Frage wird folgende These aufgestellt: Nur wenn maßgebliche nationale Interessen vertreten sind, wird aus Sicht rationalistischer Modelle interveniert. Ein Einsatz von Streitkräften ist aber auch dann möglich, wenn nur starke moralische Argumente vorhanden sind und von bestimmten gesellschaftlichen Akteuren in der Öffentlichkeit verbreitet
werden, selbst wenn aus rationalistischer Perspektive nichts dafür sprechen würde. Anhand der Beschreibung des Konfliktes in Ruanda soll in dieser Arbeit auf der einen Seite die rationalistische und auf der anderen die moralsoziologische Theorie erläutert werden. Anschließend soll die These durch die Anwendungen der zwei Ansätze und deren Interpretationen von Interventionen am Beispiel der Opération Turquoise untersucht werden. Hierfür wird die zu diesem Thema zahlreich vorhandene Sekundärliteratur herangezogen, sowie Zitate aus Quellen. Die französische Intervention in Ruanda wird als Fallbeispiel berücksichtig da Frankreich, hier Stellvertreter einer westlichen Demokratie, durch seine koloniale Vergangenheit eine sehr bestimmte Beziehung zu den frankophonen Ländern in Afrika hat, und daher können für die erfolgte Intervention rationale Interessen als auch moralische Pflichten verantwortlich gemacht
werden. Sie ist auch ein gutes Beispiel, wie der Druck der Öffentlichkeit sogar sicherheitspolitische Entscheidungen der Regierung verändern kann. Obwohl Interventionen mittlerweile als legitime Mittel zur Durchsetzung des Friedens angesehen werden, gibt es immer noch Diskussionen über die Rechtmäßigkeit der verschiedenen Arten von Interventionen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Ausgangslage in Ruanda und der französischen Afrikapolitik

2.1 Geschichte des Bürgerkrieges und des Völkermordes in Ruanda

2.2 Frankreichs Afrikapolitik

3. Theoretische Erklärungsversuche von Interventionen

3.1 Liberal-rationalistischer Ansatz

3.2 Moralsoziologischer Ansatz

4. Phase der militärischen Zurückhaltung Frankreichs analysiert anhand der Hypothesen des liberal-rationalistischen Ansatzes

4.1.1 Ablenkung von innenpolitischen Konflikten und Koalitionserhaltung als potentielle Gründe für eine Intervention

4.1.2 Ökonomische Interessen als Gründe für eine Intervention

5. Phase der Intervention analysiert anhand der Hypothesen des moralsoziologischen Ansatzes

5.1 Gesellschaftliche Gruppen und Akteure beteiligt an der Entscheidung

5.2 Not der Opfer, Machbarkeitsprinzip und Rechte der Helfer

5.3 Schuldprinzip und Subsidiaritätsprinzip

5.4 Bewertung des moralsoziologischen Ansatzes

6. Auswertung der französischen Intervention

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Beweggründe hinter der französischen militärischen Intervention (Opération Turquoise) während des Völkermordes in Ruanda im Jahr 1994, mit dem Ziel zu klären, ob das Eingreifen durch moralische Überzeugungen oder ein rationalistisches politisches Kalkül motiviert war.

  • Vergleich von rationalistischen und moralsoziologischen Erklärungsansätzen für militärische Interventionen.
  • Analyse der französischen Afrikapolitik und der spezifischen Rolle Frankreichs im ruandischen Konflikt.
  • Untersuchung des Einflusses von öffentlichem Druck und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf sicherheitspolitische Entscheidungen.
  • Bewertung der Rolle des "moralischen Dilemmas" bei humanitären Interventionen.

Auszug aus dem Buch

5.1 Gesellschaftliche Gruppen und Akteure beteiligt an der Entscheidung

Der rationalistische Ansatz kann zwar erklären, warum nicht interveniert wurde, doch er ist von keinem Nutzen bei der Erklärung, warum Frankreich nach der Zurückhaltung doch beschloss, in Ruanda zu handeln. Doch nun steht der moralsoziologische vor dem Problem zu erklären: wenn moralische Beweggründe vorhanden waren, warum griff Frankreich dann erst so spät ein?

Der moralsoziologische Ansatz geht davon aus dass die Interventionsentscheidung mit dem wachsenden Druck von einer Anzahl von Akteuren aus der Öffentlichkeit zu tun hatte. Aus Reihen der Regierung hielten sich die Abgeordneten anfänglich mit öffentlichen Äußerungen zurück, da sie geteilter Meinung waren. Von ihnen kam kein Druck, da auch in Bosnien jedes militärische Engagement verweigert wurde, und einige auch der Meinung waren, dass Frankreich aufgrund seiner Verstrickungen in Ruanda nicht geeignet war, um dort zu intervenieren.

Wie es dennoch zu der Intervention kam, war ein langwieriger Prozess, gefüllt mit vielen Abwägungen, Beschuldigungen und Forderungen. Hier müssen zwei Akteure genannt werden, deren Forderungen nach einem militärischem Engagement der Staatengemeinschaft elementar waren: die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und die Medien. Die Meinung der NGOs war wichtig um Einfluss auf die Regierung zu nehmen, da sie vor Ort in Ruanda waren und die verheerende Lage besser als die Regierung einschätzen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Opération Turquoise und Formulierung der Forschungsfrage nach den Motiven französischer Interventionen.

Beschreibung der Ausgangslage in Ruanda und der französischen Afrikapolitik: Historischer Überblick über den ruandischen Bürgerkrieg und Einordnung der traditionellen französischen Afrikapolitik.

Theoretische Erklärungsversuche von Interventionen: Erläuterung der liberal-rationalistischen und moralsoziologischen Theorien zur Analyse internationaler Einsätze.

Phase der militärischen Zurückhaltung Frankreichs analysiert anhand der Hypothesen des liberal-rationalistischen Ansatzes: Prüfung, ob innenpolitische Ablenkung oder ökonomische Interessen das Zögern Frankreichs erklären können.

Phase der Intervention analysiert anhand der Hypothesen des moralsoziologischen Ansatzes: Untersuchung der Rolle von Öffentlichkeit, NGOs und ethischen Prinzipien bei der Entscheidung zur Intervention.

Auswertung der französischen Intervention: Kritische Reflexion der Rolle Frankreichs und der Ambivalenz zwischen humanitärem Anspruch und machtpolitischen Interessen.

Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass das Handeln von Regierungen bei humanitären Krisen oft diffus ist und eine Mischung aus moralischem Druck und strategischem Kalkül darstellt.

Schlüsselwörter

Ruanda, Opération Turquoise, Frankreich, Militärische Intervention, Humanitäre Intervention, Völkermord, Liberal-rationalistischer Ansatz, Moralsoziologischer Ansatz, Außenpolitik, Öffentlicher Druck, Menschenrechte, Vereinte Nationen, Mitterrand, Schuldprinzip, Subsidiaritätsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Beweggründe der französischen Regierung für ihre militärische Intervention in Ruanda im Jahr 1994, bekannt als Opération Turquoise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Theorien zu internationalen Interventionen, der französischen Ruanda-Politik sowie dem Einfluss von moralischen Argumenten und öffentlichem Druck auf staatliche Entscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, zu ergründen, ob die Entscheidung zur Intervention primär durch ein rationalistisches politisches Kalkül oder durch moralische Motive bestimmt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretischer Analyserahmen genutzt, der rationale und moralsoziologische Hypothesen auf den konkreten Fall der Opération Turquoise anwendet, gestützt durch Sekundärliteratur und Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Phase der Zurückhaltung (rationalistische Perspektive) und der Phase des Eingreifens (moralsoziologische Perspektive).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ruanda, Opération Turquoise, militärische Intervention, moralsoziologischer Ansatz, Rationalismus und Menschenrechte.

Welche Rolle spielten NGOs bei der Entscheidungsfindung?

NGOs wie Médecins sans frontières übten durch ihren direkten Einblick vor Ort und öffentlichen Druck massiven Einfluss aus, indem sie die Regierung für ihre Untätigkeit und frühere Waffenlieferungen kritisierten.

Warum war das Schuldprinzip für die Intervention entscheidend?

Aufgrund der Vorwürfe einer historischen Mitschuld an der Situation in Ruanda fühlte sich die französische Regierung unter Zugzwang, um ihre internationale Reputation zu wahren und Ansehensverluste zu vermeiden.

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Details

Title
Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise
Subtitle
Moralische Unabdingbarkeit oder rationalistisches Kalkül?
College
University of Passau  (European Studies)
Course
Proseminar Externe Demokratisierung als Herausforderung für die Europäische Entwicklungszusammenarbeit
Grade
1,7
Author
Zina Weisner (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V280164
ISBN (eBook)
9783656743682
ISBN (Book)
9783656837848
Language
German
Tags
motivationen humanitäre interventionen beispiel frankreichs opération turquoise moralische unabdingbarkeit kalkül
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Zina Weisner (Author), 2013, Motivationen für Humanitäre Interventionen am Beispiel von Frankreichs Opération Turquoise, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/280164
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