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Kombinatorik von bewertungspositiven Operatoren mit bewertungsnegativen Operanden bei Adjektiven

Intensivierung im Deutschen

Title: Kombinatorik von bewertungspositiven Operatoren mit  bewertungsnegativen Operanden bei Adjektiven

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tom Reipschläger (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

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Summary Excerpt Details

Im alltäglichen Umgang mit Sprache finden sich immer wieder kreative Verwendungsweisen und Kombinationen von Wörtern, die ich persönlich für kritisch oder fragwürdig halte. Durch Konventionalisierung, Übergeneralisierung oder massiven Gebrauch „neuer“ Kombinationen jedoch entwickeln sich die Sprache und der Sprachgebrauch weiter und ermöglichen einen Einblick in die nicht steuerbare Entwicklung dieser. In dieser empirischen Arbeit soll es spezifisch um die Kombinationsmöglichkeiten von bewertungspositiven Intensivierern mit bewertungsnegativen Adjektiven gehen, welche im Folgenden noch genauer erläutert werden. Dabei beziehe ich mich maßgeblich auf die Ausführungen der Dissertation von Kirschbaum aus dem Jahr 2002, bei deren Lesen meine eigene Sprachintuition stutzig gemacht wurde, nachdem ich durch Introspektion selbstständig mit meinem Sprachgebrauch verglichen hatte. Introspektion bezeichnet das persönliche Überprüfen des eigenen Kopfes in Hinblick auf Intuition und Verwendung von Verhalten und Sprache. Diese Prüfform bietet zwar keinen wissenschaftlichen Hintergrund zur repräsentativen Forschung, ist meines Erachtens nach aber ein hilfreiches Werkzeug, persönlichen Zweifeln auf den Grund zu gehen und dementsprechend bestimmte Gebiete in der Sprachforschung auf Gültigkeit oder Entwicklung hin zu untersuchen und zu überprüfen. Hierbei kann deutlich werden, ob sich der Zweifel als eine Neuheit in der Sprache, eine Tendenz der Entwicklung oder um bloße, persönliche Unkenntnis über eine Struktur herausstellt. Deswegen habe ich mich mittels Introspektion auf fünf Intensivierer beschränkt, nämlich auf märchenhaft, wunderbar, sagenhaft, fabelhaft und fantastisch, die Kirschbaum einer seiner Kategorien zuordnet. Dessen Einteilungen, Zuordnungen und Begründungen zu den ausgewählten fünf Fallbeispielen möchte ich auf ihre Gültigkeit und mögliche Entwicklung zum heutigen Sprachgebrauch hin überprüfen. Hierfür habe ich mit Hilfe des „Zeit&Zeit online“-Korpus auf der Online-Seite des DWDS auf empirischer Grundlage Beispiele gesucht, die gegen seine Thesen sprechen, und anschließend versucht zu klären, warum diese Widersprüche zustande gekommen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Einschränkung des Themenbereichs

2.1 Intensitätspartikel

2.2 Intensivierung nach Kirschbaum

3 Fallbeispiele

3.1 Fallbeispiel A: fantastisch

3.2 Fallbeispiel B: fabelhaft

3.3 Fallbeispiel C: märchenhaft

3.4 Fallbeispiel D: sagenhaft

3.5 Fallbeispiel E: wunderbar

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht empirisch die Kombinationsmöglichkeiten von bewertungspositiven Intensivierern mit bewertungsnegativen Adjektiven, um die linguistischen Thesen von Kirschbaum (2002) zu überprüfen und mögliche Abweichungen durch moderne Sprachverwendung zu identifizieren.

  • Kritische Auseinandersetzung mit Kirschbaums Theorie zur Intensivierung
  • Analyse der Interaktion zwischen bewertungspositiven Operatoren und bewertungsnegativen Operanden
  • Empirische Untersuchung anhand des „Zeit & Zeit online“-Korpus
  • Einstufung der untersuchten Operatoren in die Entwicklungsstufen der Kontextvarianz und Polysemie
  • Evaluation des ironischen Effekts („clash“) bei spezifischen Wortkombinationen

Auszug aus dem Buch

3.1 Fallbeispiel A: fantastisch

Ausgehend davon, dass jeder Operand der obigen Beispiele bewertungsnegativ ist, ergibt sich für die semantische Analyse, dass Nummer (1), (3) und (4) meiner Ansicht nach keinen ironischen Effekt erzeugen. Vielmehr lässt sich sagen, dass sich Beispiel (1) so paraphrasieren lässt, dass ein „fantastisch überzogener Plot“ hier ein Geschichtsstrang ist, der aus der Fantasie entsprungen ist und unglaubwürdig wirkt. Ähnliche Semantik ergibt sich bei (2), „fantastisch absurd“: Dem ironischen Lächeln gegenüber ist es so absurd, als ob es solch eine Sache nur in der Fantasie gäbe. Auch (4) bietet diese Semantik, in dem die riesigen Schleifen so übertrieben sind, als dass man sie sich lediglich in der Fantasie erdenken könne.

Hervorzuheben sind vor allem die Konzessivausdrücke, die mit diesem Operanden einhergehen. Das aber bringt den Kontrast der Fantasie mit der Realität deutlich zum Ausdruck, besonders sichtbar in (1) und (3). Ebenfalls auffällig ist das Erscheinungsjahr von (3), das vor der Veröffentlichung und Analyse von Kirschbaums Dissertation war.

Beispiel (2) bringt eine andere Semantik zum Vorschein. Auch in den Folgebeispielen der anderen Operanden ist dieser Effekt wahrzunehmen, dass nämlich die Kombination positiver Operanden mit negativen Operatoren besonders häufig in Bezug auf Film, Autoren, Schauspieler oder Menschen vorzufinden ist. Zu verstehen ist die Kombination hier als Lob der Schauspielleistung, Autorenleistung oder Amüsement aus Sprechersicht, also eine Sprecherintention bzw. viel mehr eine Sprechermeinung. Dabei tritt die negative Semantik in den Hintergrund und wird durch die Kollokation mit spielen zu einer rein schauspielerischen Leistung. Dieser Effekt wird noch häufiger zu sehen sein. Schlussfolgernd ist für fantastisch zu sagen, dass es in Kopulativfunktion (fantastisch sein, der Freizeitpark ist fantastisch) sehr häufig in bewertungspositiver Semantik zu Tage tritt, Kirschbaum aber das polyseme Vorkommen der Bedeutung „aus der Fantasie entsprungen“, auf der die bewertungspositive Bedeutung basiert, außer Acht gelassen oder übersehen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Kombinatorik von bewertungspositiven Intensivierern mit bewertungsnegativen Adjektiven unter Rückgriff auf die Introspektion und Kirschbaums Dissertation.

2 Definition und Einschränkung des Themenbereichs: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Intensitätspartikel und Intensivierung sowie Diskussion der morpho-syntaktischen Kriterien nach Weydt, Breindl und Kirschbaum.

3 Fallbeispiele: Empirische Analyse der fünf Operatoren fantastisch, fabelhaft, märchenhaft, sagenhaft und wunderbar anhand von Korpusbelegen aus dem DWDS.

4 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse, die zeigen, dass der von Kirschbaum postulierte ironische Effekt bei der Kombination selten auftritt und stattdessen andere Funktionen dominieren.

Schlüsselwörter

Intensivierung, Intensitätspartikel, Sprachwandel, bewertungspositive Operatoren, bewertungsnegative Operanden, Kirschbaum, Kontextvarianz, Polysemie, DWDS-Korpus, Ironie, Ineffabilität, Sprachentwicklung, Adjektive, Sprecherintention, Sprachintuition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung, ob und wie bewertungspositive Begriffe (Intensivierer) mit bewertungsnegativen Adjektiven kombiniert werden und welchen Effekt diese Verbindungen im Sprachgebrauch haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Korpuslinguistik, die Theorie der Intensivierung und die Frage nach dem Sprachwandel durch kreative Wortkombinationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Thesen von Ilja Kirschbaum (2002) zur notwendigen Ironisierung bei der Kombination von positiven Intensivierern mit negativen Adjektiven mittels moderner Korpusdaten kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt die Methode der Introspektion kombiniert mit einer empirischen Korpusanalyse, wobei authentische Belege aus dem „Zeit & Zeit online“-Korpus für die Analyse herangezogen wurden.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden fünf spezifische Fallbeispiele – fantastisch, fabelhaft, märchenhaft, sagenhaft und wunderbar – detailliert auf ihre Kombination mit negativen Operanden untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den zentralen Begriffen gehören Intensivierung, Kontextvarianz, Polysemie, Ineffabilität sowie der bei Kombinationen auftretende ironische Effekt („clash“).

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Intensitätspartikeln und Adjektiven eine Rolle?

Weil die Einstufung als Partikel laut Weydt die Negation ausschließt, während die Autorin argumentiert, dass die untersuchten Begriffe aufgrund ihrer morpho-syntaktischen Eigenschaften keine reinen Partikeln sind.

Welches Ergebnis liefert die Analyse für das Beispiel „wunderbar“?

Das Beispiel „wunderbar“ zeigt als einziges der untersuchten Wörter eine Übereinstimmung mit Kirschbaums Theorie, während die anderen Operatoren oft eine sprecherintendierte Lobfunktion erfüllen.

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Details

Title
Kombinatorik von bewertungspositiven Operatoren mit bewertungsnegativen Operanden bei Adjektiven
Subtitle
Intensivierung im Deutschen
College
University of Leipzig  (Herder-Institut)
Course
Seminar - Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache
Grade
1,0
Author
Tom Reipschläger (Author)
Publication Year
2013
Pages
15
Catalog Number
V279277
ISBN (Book)
9783656732877
ISBN (eBook)
9783656732884
Language
German
Tags
Operand Operator Intensivierung Adjektiv Kombinatorik bewertungspositiv bewertungsnegativ
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Reipschläger (Author), 2013, Kombinatorik von bewertungspositiven Operatoren mit bewertungsnegativen Operanden bei Adjektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279277
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