„Krieg“ ist in aller Munde, Kriegsnachrichten- und Drohungen überschwemmen die Medien. Trotzdem fühlen sich die meisten Menschen in unserem Land nicht existenziell bedroht, weil sie in eine schon fast sechzig Jahre anhaltende Friedensperiode hinein geboren wurden. Doch ist der Frieden so selbstverständlich und alltagsgegenwärtig?
Zur Diskussion steht der Text „Den Frieden wählen“ von Erasmus von Rotterdam, welcher aus einem Teil seines Hauptwerkes „Klage des Friedens“ stammt. Dabei soll auf den Wert des Friedens als Kalkül des Krieges und als logische und richtige Entscheidung eingegangen werden. Weiterhin wird der Begriff des Friedens aus theologischer Sicht untersucht und die Frage gestellt, wann Frieden und Krieg gerechtfertigt sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist der Frieden bei Erasmus von Rotterdam wert?
2.1 Der Frieden als Kalkül des Krieges
2.2. Der Frieden als logische und richtige Entscheidung
3. Der Frieden aus theologischer Sicht
3.1 Wann ist Krieg/Frieden gerechtfertigt?
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Bedeutung und Erhaltung des Friedens auseinander, indem sie eine Brücke zwischen der philosophischen Argumentation des Erasmus von Rotterdam und der theologischen Perspektive des zweiten Vatikanischen Konzils schlägt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern der Frieden sowohl als rationales Kalkül zur Vermeidung ökonomischer sowie gesellschaftlicher Zerstörung als auch als moralische und theologische Verpflichtung begriffen werden kann.
- Die ökonomische und strategische Bewertung des Friedens nach Erasmus von Rotterdam
- Die moralische Verantwortung von Herrschern gegenüber ihrem Volk
- Das christliche Verständnis von Frieden als Werk der Gerechtigkeit und Liebe
- Theologische Kriterien für die Gerechtfertigtheit von kriegerischen Handlungen
- Die Notwendigkeit, Frieden durch alltägliches Handeln im Kleinen zu praktizieren
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Frieden als Kalkül des Krieges
Erasmus von Rotterdam bedient sich in seinem Text über den Frieden sehr oft Rechenbeispielen, wie viel ein Krieg kosten würde und stellt die Kosten des Friedens dem gegenüber. Für Erasmus ist der Krieg immer die Variante, die am teuersten ist. Demnach zieht er den Frieden auch immer vor. Laut seiner Äußerungen kostet ein Krieg nicht nur viel Geld. Ein Krieg hat auch sehr viele andere Eigenschaften und Auswirkungen, die man nicht in Geld, sondern in anderen Einheiten messen muss. Hier geht es unter anderem um den rechtsmäßigen Grund, den Geldverlust in den Kriegskassen, die Kosten einer Belagerung sowie das Angreifen (einreißen von Mauern) des Feindes. Er stellte fest, dass man mit einem Bruchteil der Ausgaben, den Frieden bewahren lassen, sowie viel Gutes tun kann (Bauen einer neuen Stadt ect…).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Friedensbegriffs in einer Gesellschaft, die Frieden oft als selbstverständlich ansieht, obwohl dieser ständiger Aufmerksamkeit bedarf.
2. Was ist der Frieden bei Erasmus von Rotterdam wert?: Dieses Kapitel analysiert das Werk "Klage des Friedens" und stellt Erasmus’ rationale Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit von Friedenssicherung dar.
2.1 Der Frieden als Kalkül des Krieges: Hier wird erläutert, wie Erasmus durch ökonomische Gegenüberstellungen argumentiert, dass Krieg die kostspieligste und ineffizienteste Form der Konfliktlösung darstellt.
2.2. Der Frieden als logische und richtige Entscheidung: Der Fokus liegt auf der moralischen Pflicht des Herrschers, das Glück des Volkes zu bewahren und den eigenen Ruf sowie die Stabilität des Landes zu schützen.
3. Der Frieden aus theologischer Sicht: Dieses Kapitel betrachtet den Frieden aus der Perspektive des zweiten Vatikanischen Konzils, wobei der Fokus auf dem christlichen Verständnis von Gerechtigkeit und Nächstenliebe liegt.
3.1 Wann ist Krieg/Frieden gerechtfertigt?: Hier wird die Tradition des "gerechten Krieges" im Katholizismus reflektiert und aufgezeigt, dass moderne Ansätze den Vorrang der Diplomatie betonen.
4. Literaturverzeichnis: Dies ist das abschließende Verzeichnis der verwendeten Quellen und theologischen Dokumente.
Schlüsselwörter
Frieden, Erasmus von Rotterdam, Krieg, Gerechtigkeit, Theologie, zweites Vatikanisches Konzil, Ethik, Staatskasse, Diplomatie, Moral, Nächstenliebe, Konfliktlösung, Herrscher, Friedensforschung, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des Friedens und setzt dabei unterschiedliche Perspektiven – die philosophische Ökonomik von Erasmus von Rotterdam und die theologische Lehre des zweiten Vatikanischen Konzils – in Bezug zueinander.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die ökonomische Unvernunft von Kriegen, die moralische Integrität von politischen Akteuren und der christliche Auftrag zum Aufbau einer gerechten Friedensordnung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, warum der Frieden sowohl aus rationaler Kalkulation als auch aus moralisch-theologischer Sicht als das erstrebenswerte Gut gegenüber kriegerischen Handlungen zu werten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textbasierte, hermeneutische Analyse, die zentrale Schriften und kirchenamtliche Dokumente zur Friedensethik auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Nutzenrechnung des Friedens nach Erasmus sowie die theologische Begründung von Frieden als Werk der Liebe und die Bedingungen für legitime Verteidigung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Friedensethik, vernünftiges Handeln, soziale Verantwortung und christliches Friedensverständnis charakterisieren.
Wie bewertet Erasmus von Rotterdam die Kosten eines Krieges?
Erasmus bewertet Krieg als "überteuert". Er argumentiert, dass die physische Zerstörung, die Entleerung der Staatskassen und die Schwächung des Handels weit über dem liegen, was ein verantwortungsvoller Herrscher riskieren sollte.
Warum betont die Arbeit, dass Frieden nicht als Utopie zu verstehen ist?
Der Autor argumentiert, dass Friede "im Kleinen" durch das Verhalten jedes Einzelnen in Alltag, Familie und Beruf eingeübt werden muss, anstatt nur durch abstrakte Parolen und Demonstrationen.
- Arbeit zitieren
- Markus Mopser (Autor:in), 2012, Erasmus von Rotterdams "Den Frieden wählen". Der Wert des Friedens aus philosophischer und theologischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279248