Auszug:
Regional Governance
• Bezeichnung für Strukturen und Prozesse der Steuerung und Koordinierung in Regionen
• Prozesse der Regionalisierung sind mit Globalisierung eng verbunden
• Nicht mit bestimmten Modell oder Theorie verbunden wie Governance-Begriff
• In Welt ohne Grenzen bleibt der begrenzte Raum (Region) für wirtschaftliches, politisches und soziales Handeln wichtig und wird durch globale Problem- und Handlungszusammenhänge beeinflusst
• Wirtschaftliche Aktivitäten oder politische Entscheidungen in Gemeinden erzeugen häufig externe Effekte, die durch interkommunale Zusammenarbeit oder zentrale Regulierung bewältigt werden müssen
• Um Herausforderungen der Internationalisierung zu begegnen, müssen Gemeinden und Regionen sich zusammenschließen und ihre Kräfte bündeln
• Steuerung durch Regulierung ist bei Regionen nicht einfach, deswegen wurde in der Praxis eher auf Kooperation als auf Zwang gesetzt
• Beruht im Kern auf Verhandlungen und Vereinbarungen
Ohne Literaturangaben.
Inhaltsverzeichnis der Regional Governance
Regional Governance
Analysebegriff „Regional Governance“
Normativer Begriff
Merkmale von „Region“
Grenzen von Regionen
Region als intermediärer Raum
Region als organisierte Zusammenarbeit
Regionalpolitik
Aufgabenfeld Regionalpolitik
Regionalisierung
Merkmale
Dezentralisierung und Regionalisierung
Regional Governance
Merkmale
Strukturen
Entscheidungsverfahren
Steuerung und Koordination
Regionale Kooperationen
Institutionelle Strukturen und Governance-Formen
Merkmale von institutionellen Strukturen
Formen
1. Regionale Gebietskörperschaft
2. Regionalverband
3. Interorganisationsstruktur (Zusammenschluss mehrerer funktional spezialisierter Organisationen)
4. Regionalkonferenzen
5. Informelle Kooperation
Sonderform: Regionen, die Staatsgrenzen überschreiten
Governance-Formen
Strukturelle Merkmale
Typen von Regional Governance
Exkurs: Finanzierung regionaler Aufgaben und regionaler Finanzausgleich
Modell eines Finanzsystems für Regionen
Bedingungen regionaler Kooperation
(Mindest-)Aufgaben und Konfliktstrukturen
Spieltheoretische Analyse für Konfliktkonstellationen
Gefangenendilemma
„Kampf der Geschlechter“
Problem Zeitdimension
Institutionelle Strukturen (Mindestbedingungen)
Akteure
Netzwerke
Kooperations- und Regionalmanagement
Aufgaben und Inhalte
Situationen
Kooperationszyklus
Beispiel: Regionale Entwicklungspolitik in Regionalkonferenzen
Regionale Kooperation in hierarchischen Strukturen
Ausprägungen der Hierarchie
Verhandlungen im Schatten der Hierarchie
Hierarchie zwischen strategischen und operativen Funktionen
Kontrollstruktur in Mehrebenenorganisation von Regional Governance
Beispiel „Region Stuttgart“
Steuerung durch Wettbewerb und regionale Kooperation
Drei Arten des Wettbewerbs
1. Anbieterwettbewerb
2. Standortwettbewerb
3. Policywettbewerb
Zusammenhänge zwischen Wettbewerbsarten
Netzwerke und Innovationen: „Learning Regions“
Merkmale regionalen Policy-Lernens
„Lernende Region“
Kritik der Netzwerktheorie
Policy-Lernen in regionalen Netzwerken
Relevante Merkmale von Netzwerken
Autonomie der Akteure
Dynamik des Netzwerks
Fazit
Demokratische Legitimation von Regional Governance
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Regional Governance als Antwort auf die komplexen Herausforderungen der Steuerung und Koordinierung in regionalen Räumen. Im Kern steht die Forschungsfrage, wie durch die Kombination unterschiedlicher Steuerungsformen, kooperative Netzwerke und institutionelle Arrangements eine effektive sowie demokratisch legitimierte Regionalentwicklung erreicht werden kann, wenn klassisch-hierarchische Strukturen an ihre Grenzen stoßen.
- Strukturen und Prozesse der Steuerung in Regionen im Kontext von Globalisierung und Internationalisierung.
- Die Rolle der regionalen Kooperation und das Konzept der „Region als organisierte Zusammenarbeit“.
- Die Wirkungsweise von „Schatten der Hierarchie“ als wesentliche Voraussetzung für effektive Verhandlungsprozesse.
- Analyse verschiedener Wettbewerbsarten (Anbieter-, Standort- und Policywettbewerb) im Mehrebenensystem.
- Die Bedeutung von Lernprozessen („Lernende Regionen“) für die Innovationsfähigkeit regionaler Politik.
Auszug aus dem Buch
Verhandlungen im Schatten der Hierarchie
Kooperation ist immer Resultat eines Verhandlungsprozesses, in dem Akteure divergierende Interessen durch Koppelgeschäfte, Kompromisse oder Überzeugung so umformen, dass Einigung möglich ist.
Annahme: Kooperationspartner reagieren auf Konzession der Gegenseite mit eigenen Konzessionsangeboten.
Wer weniger konzessionsbereit ist, riskiert Scheitern der Verhandlung, erreicht aber bei Einigung besseres Ergebnis für sich selbst als wenn er schneller und mehr nachgibt.
Verhandlungsdilemma: Alle Akteure wissen, dass sie durch Konzession und Aufgeschlossenheit die Chance auf Verhandlungslösung verbessern. Aber wissen auch, dass nachgiebiges verhalten von „harten“ Verhandlungspartner ausgebeutet werden kann und gehen davon aus, dass Konzessionen nicht zurückgenommen werden können ohne gesamte Verhandlung zu gefährden (riskant, zuerst Konzessionen zu machen).
Zusammenfassung der Kapitel
Regional Governance: Einführung in das Begriffsverständnis sowie die Definition von Regionen als soziale Konstrukte und politische Handlungsräume.
Regionalpolitik: Erläuterung des Aufgabenfeldes und der vertikalen wie horizontalen Verflechtungen innerhalb regionaler Steuerungsprozesse.
Regionalisierung: Analyse des Trends zur Regionalisierung und der Strategien zur Entwicklung von Funktionsräumen durch Kooperation statt rein hierarchischer Steuerung.
Institutionelle Strukturen und Governance-Formen: Darstellung verschiedener organisatorischer Ausprägungen von Regionen, von Gebietskörperschaften bis zu informellen Kooperationen.
Bedingungen regionaler Kooperation: Untersuchung der konflikttheoretischen Hintergründe und notwendigen Mindestbedingungen für eine funktionierende Zusammenarbeit in Netzwerken.
Regionale Kooperation in hierarchischen Strukturen: Erörterung der Einbettung von Netzwerken in institutionelle Rahmen und der strategischen Bedeutung des „Schattens der Hierarchie“.
Steuerung durch Wettbewerb und regionale Kooperation: Analyse der drei Wettbewerbsarten Anbieter-, Standort- und Policywettbewerb im Mehrebenensystem.
Netzwerke und Innovationen: „Learning Regions“: Betrachtung der Lernfähigkeit von Regionen und der kritischen Erfolgsfaktoren für regionale Innovationsnetzwerke.
Demokratische Legitimation von Regional Governance: Diskussion der Herausforderungen hinsichtlich Output-Legitimation und der Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure.
Schlüsselwörter
Regional Governance, Regionalpolitik, Regionalisierung, Kooperation, Netzwerk, Standortwettbewerb, Schatten der Hierarchie, Mehrebenensystem, Regionalmanagement, Innovation, Lernende Region, Politikkoordination, Institutionen, Verhandlungsdemokratie, Legitimation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der grundlegende Gegenstand dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Steuerungs- und Koordinierungskonzept der „Regional Governance“ in modernen, räumlich begrenzten Handlungsräumen.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die Schwerpunkte liegen auf regionaler Kooperation, institutionellen Strukturen, verschiedenen Wettbewerbsmechanismen sowie der Innovationsfähigkeit durch regionales Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Regionen durch hybride Steuerungsformen und strategische Kooperation trotz fehlender hierarchischer Allmacht effektiv agieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt theoretische Konzepte der Politikwissenschaft, wie die Spieltheorie zur Konfliktanalyse sowie organisationstheoretische Ansätze zur Mehrebenensteuerung.
Welche Rolle spielen Netzwerke im Hauptteil?
Netzwerke werden als zentrale Struktur für den Wissensaustausch und die Innovationsförderung dargestellt, wobei auch deren Grenzen und Konfliktpotenziale kritisch beleuchtet werden.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Regional Governance, Kooperation, Netzwerke, Schatten der Hierarchie und Regionalmanagement.
Warum ist der Begriff „Schatten der Hierarchie“ für regionale Akteure so wichtig?
Er beschreibt den Druck, der durch staatliche Überwachung oder Mehrheitsentscheidungen entsteht, wodurch Kooperationspartner eher zu Kompromissen bereit sind, um eine für sie ungünstigere staatliche Regulierung zu vermeiden.
Wie unterscheiden sich Anbieterwettbewerb und Standortwettbewerb?
Beim Anbieterwettbewerb geht es um die effiziente Beschaffung öffentlicher Leistungen, während sich der Standortwettbewerb auf die Anwerbung privater Investitionen und die Verbesserung der Standortfaktoren einer gesamten Region bezieht.
Was versteht man unter einer „Lernenden Region“?
Es bezeichnet eine Region, die aktiv in der Lage ist, ihre Ziele, Instrumente und institutionellen Strukturen aufgrund von Erfahrungen und neuen Herausforderungen kontinuierlich anzupassen.
- Quote paper
- Michaela Sankowsky (Author), 2011, Überblick zum Themenfeld "Regional Governance", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279184