Zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in einem Zeitalter, das geprägt ist von hoch entwickelten Technologien und stetigen wissenschaftlichen Fortschritten, aber auch von Katastrophen und Hungersnöten, gibt es Menschen, deren Leben sich tagein tagaus nur um ein Thema dreht: Ihr Gewicht und ihre Körperstatur. Das Thema Ernährung rückt immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit und gewinnt stetig an Bedeutung. Tagtäglich wird man mit neuen Informationen über aktuelle Diäten und Gesundheitsempfehlungen konfrontiert. In einer Zeit, in der Gesundheitsbewusstsein mehr denn je gefragt ist und Diäten so allmächtig und präsent sind, dass sie als völlig normal empfunden werden, begegnet man teilweise der Auffassung, die ausgiebige Auseinandersetzung junger Mädchen mit Nahrung und Kalorien sei nichts weiter als eine Modeerscheinung unter Jugendlichen und folglich nicht weiter besorgniserregend. Wenn man jedoch in Betracht zieht, dass sich heutzutage bereits 50% der 11- bis 13-jährigen Mädchen als zu dick empfinden und 40% der 11- bis 19-jährigen Mädchen schon Diäterfahrungen haben , so wird deutlich, dass es sich um ein ernstzunehmendes Problem handelt, welches in einen breiteren Zusammenhang eingeordnet werden muss.
An diesem Punkt soll diese Arbeit ansetzen, die sich zum Ziel gemacht hat, das Thema Essstörungen bei jungen Heranwachsenden unter mehreren Blickpunkten zu beleuchten.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich zwei in den westlichen Industrienationen weit verbreitete Essstörungen näher betrachten: Die Magersucht – im klinischen Fachausdruck Anorexia nervosa genannt – und die Ess-Brecht-Sucht – die Bulimia nervosa, um der Frage nachzugehen, warum immer mehr junge Mädchen in einer Zeit des Nahrungsmittelüberflusses zu Hungern, Erbrechen, exzessivem Sport und anderen fragwürdigen Methoden der Gewichtskontrolle neigen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Entwicklungsaufgaben und deren Bewältigung
1.1 Zum Begriff Jugend
1.2 Entwicklungsaufgaben
1.3 Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
2 Was sind Essstörungen? Essstörungen als typisches Beispiel für ein Bewältigungsproblem in der Jugendphase
2.1 Anorexia nervosa
2.2 Bulimia Nervosa
3 Ursachen und Erklärungsansätze
3.1 Biologische Faktoren
3.2 Soziokulturelle und gesellschaftliche Erklärungsansätze
3.3 Familiäre Ursachen
4 Pro Ana und Pro Mia
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Ausprägung von Essstörungen bei jungen Heranwachsenden. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, warum vermehrt Mädchen in einer Zeit des Nahrungsmittelüberflusses zu gesundheitsgefährdenden Methoden der Gewichtskontrolle neigen und wie diese Störungen als Ausdruck von Bewältigungsproblemen in der Jugendphase zu verstehen sind.
- Die Lebensphase Jugend und ihre spezifischen Entwicklungsaufgaben
- Kernmerkmale der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa
- Multikausale Ursachen von Essstörungen (biologisch, soziokulturell, familiär)
- Der Einfluss von Pro-Ana- und Pro-Mia-Bewegungen im Internet
Auszug aus dem Buch
3 Ursachen und Erklärungsansätze
Wie schon im vorherigen Kapitel angedeutet, entstehen Essstörungen durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Hierbei spielen soziokulturelle und biologische Faktoren, die Familie und die Persönlichkeit der Betroffenen eine Rolle. Die Betroffenen, die an einer Essstörung leiden, haben nicht die freie Wahl sie zu praktizieren oder dies zu lassen. Sie ist ein Zeichen von massiven seelischen und zwischenmenschlichen Problemen, für die von den Betroffenen keine andere Lösung gefunden wird. Bei den Menschen, die an einer Essstörung leiden, muss untersucht werden, welche Faktoren bei der Entstehung eine Rolle gespielt haben, um anschließend auch eine passende Therapie zu finden, denn viele der wirksamen Motive sind unbewusst und somit anderen Personen nicht ohne therapeutische Hilfe zugänglich.
3.1 Biologische Faktoren
Ob die Ursache einer Magersucht genetisch bzw. biologisch bedingt ist, versuchen Forscher seit langem herauszufinden. Sie vermuten, dass bei vielen Patienten eine Störung in einer Hirnregion vorliegt, die unter anderem das Essverhalten, die sexuelle Aktivität und die Menstruation steuert. Genauso spekulativ ist aber auch die These, dass die Funktionsstörung der Hirnregion erst im Laufe der Erkrankung auftritt, als Folge des Gewichtsverlustes, demnach aber nicht die Ursache ist. Indizien für die Bedeutung der genetischen Anordnung sind Daten aus der Zwillingsforschung, Untersuchungen zur Krankheitshäufigkeit bei nahen Verwandten von Betroffenen sowie Aussagen der neueren Hirn- und Hormonforschung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema Essstörungen bei Jugendlichen sowie die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit.
1 Entwicklungsaufgaben und deren Bewältigung: Theoretische Auseinandersetzung mit der Lebensphase Jugend und den Anforderungen an die Persönlichkeitsentwicklung.
2 Was sind Essstörungen? Essstörungen als typisches Beispiel für ein Bewältigungsproblem in der Jugendphase: Definition der Erkrankungen Anorexia nervosa und Bulimia nervosa als psychosomatische Störungen.
3 Ursachen und Erklärungsansätze: Analyse der komplexen Zusammenhänge von biologischen, gesellschaftlichen und familiären Faktoren bei der Entstehung der Störungen.
4 Pro Ana und Pro Mia: Untersuchung der Internet-Bewegungen, die Essstörungen als Lebensstil propagieren.
5 Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und der Bedeutung der Früherkennung bei Essstörungen.
Schlüsselwörter
Jugend, Entwicklungsaufgaben, Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Magersucht, Bulimie, Psychosomatik, Pro Ana, Pro Mia, Körperbild, Schlankheitsideal, Gewichtskontrolle, Internet-Foren, Sozialisation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Entstehung und Dynamik von Essstörungen im Jugendalter unter verschiedenen Blickwinkeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Entwicklungspsychologie der Jugend, die klinischen Merkmale von Anorexie und Bulimie sowie die Rolle gesellschaftlicher und familiärer Einflussfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum junge Mädchen zu gefährlichen Methoden der Gewichtsreduktion greifen und welche Bewältigungsprobleme sich dahinter verbergen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung von Pro-Ana- und Pro-Mia-Internetseiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den biologischen und soziokulturellen Ursachen auch die Bedeutung von familiären Strukturen und der Einfluss digitaler Netzwerke auf die Betroffenen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Magersucht, Bulimie, Entwicklungsaufgaben, Schlankheitsideal und Internet-Bewegungen charakterisiert.
Wie unterscheiden sich die biologischen Ansätze von den gesellschaftlichen Ursachen?
Während biologische Ansätze nach genetischen Prädispositionen oder Störungen der Hirnregion suchen, konzentrieren sich soziokulturelle Ansätze auf den medialen Schlankheitsdruck und gesellschaftliche Rollenerwartungen.
Warum werden Pro-Ana-Seiten als Gefahr eingestuft?
Sie verharmlosen die Krankheit, stiften zur Isolation an und verstärken das krankhafte Verhalten durch den Austausch von "Tipps" zur Gewichtsreduktion innerhalb einer Gemeinschaft.
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- Helene Ja (Author), 2014, Wenn Essen zum Problem wird. Essstörungen in der Jugend, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279146