„The South is moving forward. Charlotte is leading the way“. Wie das vorausgehende Zitat der Handelskammer von Charlotte zeigt, war die aufstrebende Rolle der Stadt im Bundestaat North Carolina, im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ersichtlich und in der Tat entwickelte sich Charlotte innerhalb von weniger als vier Jahrzehnten von einem regionalen Nebenschauplatz zu einer global aufsteigenden, aber gleichsam typischen Southern City. Einst das Zentrum der Baumwoll- und Textilproduktion, transformierte sich Charlotte zu einem der führenden Standorte für das Banken- und Finanzwesen der Vereinigten Staaten und hat gleichsam beachtliche Anbindungen an den globalen Markt generiert. Die folgende Arbeit soll sonach jenen Strukturwandel, jene wirtschaftsgeographische und historische Entwicklung Charlottes, welche die agrarwirtschaftlichen Anfänge über die Textilregion bis zu der Finanzstadt umfasst, zum Thema haben. Diese Entwicklungen und Veränderungen der einst ländlichen, bald städtischen Siedlung, der Infrastruktur, des Industrie- und Dienstleistungsgewerbes, aber auch der politischen Situationen und Ereignisse können in den Rahmen der Historischen Geographie, auch wenn diese nur schwerlich trennscharf zu definieren ist, und in jenen der Wirtschaftswissenschaften bzw. der Wirtschaftsgeographie eingeordnet werden. Ebendaher soll eingangs besonders das Konzept der sogenannten Pfadabhängigkeit untersucht und folglich die Entwicklung Charlottes im Hinblick auf jene genauer betrachtet werden. Somit stellt sich die Frage, auf welche Art und Weise ein Strukturwandel in Charlotte stattgefunden hat. Auf welche Ursachen ist jene besondere Entwicklung der Stadt zurückzuführen und welche Akteure bzw. Entwicklungen und Ereignisse spielten eine entscheidende Rolle in jenen Prozessen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept der Pfadabhängigkeit
2.1 Zur Konzeption und Definition der Pfadabhängigkeit
2.2 Das Konzept der Pfadabhängigkeit in der Geographie
2.3 Drei Modelle der pfadabhängigen Entwicklung
3. Der Strukturwandel der Stadt Charlotte aus historisch-geographischer Perspektive
3.1 Erste Phase (1753-1880): Von der Gründung zum Agrar- und Handelszentrum
3.2 Zweite Phase (1880-1930): New South Era
3.3 Dritte Phase (1930-1983): Modern Business Era
4. Konklusion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den wirtschaftsgeographischen Strukturwandel der Stadt Charlotte, North Carolina, von einer agrarwirtschaftlich geprägten Siedlung hin zu einem bedeutenden Finanzzentrum, unter Anwendung des theoretischen Konzepts der Pfadabhängigkeit.
- Analyse des Strukturwandels von der Textilstadt zum Finanzzentrum
- Anwendung und kritische Reflexion des Konzepts der Pfadabhängigkeit
- Historische Untersuchung in drei prägenden Entwicklungsphasen
- Einordnung von wirtschaftlichen Ereignissen und politischen Weichenstellungen
- Betrachtung von Akteuren, Infrastruktur und Standortvorteilen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„The South is moving forward. Charlotte is leading the way“ (Charlotte Chamber of Commerce 1948; zitiert nach LASSITER 2010, S. 28). Wie das vorausgehende Zitat der Handelskammer von Charlotte zeigt, war die aufstrebende Rolle der Stadt im Bundestaat North Carolina, im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ersichtlich und in der Tat entwickelte sich Charlotte innerhalb von weniger als vier Jahrzehnten von einem regionalen Nebenschauplatz zu einer global aufsteigenden, aber gleichsam typischen Southern City. Einst das Zentrum der Baumwoll- und Textilproduktion, transformierte sich Charlotte zu einem der führenden Standorte für das Banken- und Finanzwesen der Vereinigten Staaten und hat gleichsam beachtliche Anbindungen an den globalen Markt generiert (vgl. SMITH; GRAVES 2010, S. 1).
Demgemäß ist die Entwicklung der Stadt Charlotte ein Präzedenzfall des Strukturwandels des Südens, welcher bis vor wenigen Jahrzehnten die am wenigsten urbanisierte Region der USA war (vgl. HANCHETT 1985, Kap. 1). Heute zählt Charlotte und die gesamte Region zu Städten wie Atlanta, Georgia; Columbus, Ohio oder Rochester, New York, in denen ein innovatives und offensives Management dazu geführt hat, dass auf dem nationalen und globalen Markt profilierte Nischen geschlagen wurden (vgl. KNOX 2000, S. 66). Somit ist es den diversen Führungspersönlichkeiten in der Historie der Stadtgeschichte zuzuschreiben, dass trotz der ungünstigen Ausgangslage, auf die im Folgenden noch genauer einzugehen ist, die Realisierung einer globalen Anbindung und sonach Zukunft ermöglicht wurde und in den nächsten Jahrzehnten weiter gefestigt bzw. ausgebaut werden wird (vgl. SMITH; GRAVES 2010, S. 1f.). „Charlotte, North Carolina, is […] a globalizing [city]“ (ebd., S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema des Strukturwandels der Stadt Charlotte ein, bettet diesen in den Kontext der "Southern City" ein und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen und Akteuren dieser Entwicklung unter Bezugnahme auf das Konzept der Pfadabhängigkeit.
2. Das Konzept der Pfadabhängigkeit: Hier wird das theoretische Fundament der Pfadabhängigkeit erläutert, kritisch definiert und in den Kontext der Wirtschaftsgeographie sowie der Geographie allgemein eingeordnet, ergänzt durch die Vorstellung dreier spezifischer Entwicklungsmodelle.
3. Der Strukturwandel der Stadt Charlotte aus historisch-geographischer Perspektive: Dieses Kapitel analysiert detailliert die historische Entwicklung Charlottes in drei Phasen: von der Gründung und landwirtschaftlichen Anfängen über die New South Era der Textilindustrie bis zur modernen Finanzzentrum-Phase.
4. Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Anwendbarkeit der Pfadabhängigkeit auf den Fall Charlotte und ordnet die Stadt als historisch gewachsenen, dynamischen Prozess ein.
Schlüsselwörter
Charlotte, North Carolina, Strukturwandel, Pfadabhängigkeit, Wirtschaftsgeographie, New South, Bankenwesen, Textilindustrie, Historische Geographie, Stadtentwicklung, Standortwahl, Southern City, Historische Ereignisse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen und wirtschaftsgeographischen Strukturwandel der Stadt Charlotte von einer landwirtschaftlichen Siedlung hin zu einem global vernetzten Finanzzentrum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der wirtschaftliche Wandel, das Konzept der Pfadabhängigkeit, die Stadtgeschichte von Charlotte und die Rolle von Infrastruktur und politischen Entscheidungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifische Entwicklung Charlottes zu ergründen und zu untersuchen, durch welche Ursachen, Akteure und Ereignisse dieser Strukturwandel unter Bezugnahme auf Pfadabhängigkeit geprägt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine historisch-geographische Analyse durchgeführt, die wirtschaftswissenschaftliche Konzepte wie die Pfadabhängigkeit nutzt, um historische Prozesse der Stadtentwicklung zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Pfadabhängigkeit und die chronologische Untersuchung Charlottes in drei Phasen: Gründung/Agrar, New South Era (Textil) und Modern Business Era (Finanzen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben Charlotte und North Carolina sind Pfadabhängigkeit, Wirtschaftsgeographie, Strukturwandel, New South, Textilindustrie und Finanzzentrum zentral.
Welche Rolle spielte der Goldfund für Charlotte?
Der Goldfund Ende des 18. Jahrhunderts war ein entscheidender Stimulus, der Kapital nach Charlotte zog, die Ansiedlung der ersten Banken förderte und die Stadt zu einem Handelszentrum für die Schürfregion machte.
Warum wird Charlotte als "Pfadabhängig" betrachtet?
Die Entwicklung wird als Pfadabhängig betrachtet, da sich frühe Entscheidungen, wie die Standortwahl und der Ausbau der Eisenbahn, in selbstverstärkenden Prozessen zu langfristigen Wettbewerbsvorteilen und einer speziellen wirtschaftlichen Struktur verdichteten.
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- Sander Kebnier (Author), 2014, Charlotte, North Carolina. Von der Textilstadt zum Finanzzentrum., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278755