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Das Verständnis des Menschen und der Toleranz im Christentum, im Islam und in der Aufklärung

Titel: Das Verständnis des Menschen und der Toleranz im Christentum, im Islam und in der Aufklärung

Examensarbeit , 2007 , 102 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Matthias Schleckmann (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir leben in einer Welt, in der kultureller und religiöser Pluralismus in immer höherem Maße das gesellschaftliche Leben bestimmen. Diese Tatsache stellt sowohl für das Individuum als auch für die jeweilige Gesellschaft und insbesondere auch für Religionsgemeinschaften und sonstige Weltanschauungen eine Herausforderung dar. Eine zentrale Anforderung an das einzelne Individuum und ebenso an soziale oder religiöse Gruppierungen, die in einem solchen Kontext noch an Brisanz gewinnt, ist die Klärung der Frage nach der eigenen Identität. Die Ausbildung einer eigenen Identität orientiert sich einerseits notwendigerweise an dem Menschenbild, über das man verfügt und wird andererseits wesentlich durch Abgrenzung bzw. Wahrnehmung und Bestimmung von Differenzen realisiert. Jene beiden Konstituenten der Identitätsstiftung, das Menschenbild und und die Auseinandersetzung mit religiös-weltanschaulichen Differenzen sollen in der vorliegenden Arbeit aus theologischer Perspektive erörtert werden. Im ersten größeren Teil dieser Arbeit wird das Menschenbild dreier Traditionen untersucht, die westlich-abendländisches Denken und westeuropäische Kultur elementar beeinflusst haben: das Christentum protestantischer Ausprägung, die Aufklärung und der Islam. Sowohl an der Themenstellung dieser Arbeit als auch am deutlich variierenden Umfang der jeweiligen Unterkapitel lässt sich bereits ablesen, dass die Untersuchung des christlich-protestantischen Menschenbildes stärker gewichtet wird als die Darstellung des Menschenbildes der Aufklärung und des Islam. An dieser Stelle möchte ich ferner darauf hinweisen, dass ich angesichts des begrenzten Umfangs der vorliegenden Arbeit keineswegs das Ziel verfolge, eine erschöpfende Abhandlung über die diskutierten Gegenstände vorzulegen. Meine Ausführungen zum Menschenbild der Aklärung betreffend äußert sich dies darin, dass ich mich auf die Auseinandersetzung mit einer für diese Epoche repräsentativen Schrift Lessings beschränke, und zwar auf Die Erziehung des Menschengeschlechts. Primärer Bezugsrahmen bzw. Basis der Untersuchung des christlich-reformatorisch und islamischen Menschenbildes sind hingegen deren jeweilige, wesentlich umfangreichere Gründungsschriften, die natürlich ebenfalls nur in Grundzügen nach relevanten Grundlagen befragt werden können. Die zweite Hälfte dieser Arbeit thematisiert das Problem der Toleranz als eine Form des Umgangs mit religiös-weltanschaulichen Differenzen und Andersartigkeit im Allgemeinen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Das Menschenbild des Christentums protestantischer Ausprägung

3.1 Imago Dei

3.2 Erbsünde

3.3 Rechtfertigung

3.3.1. Sola gratia

3.3.2. Glaube - per fidem

3.3.3. Glaube und Werke

3.3.4. Simul iustus et peccator

3.3.5. Propter Christum

4. Das Menschenbild des Islam

4.1 Grundsätzliches zur islamischen Anthropologie

4.2 Zum Verhältnis göttlicher Allmacht und menschlicher Handlungsfreiheit

4.3 Der islamisches Menschenbild auf der Grundlage des Koran

4.4 Ursprung/ Das Wesen und Bestimmung/Ziel des Menschen/menschlichen Lebens

4.5 Das Sündenverständnis des Koran und dessen Konsequenzen für das islamische Menschenbild

4.6 Die Stellung des Menschen vor Gott

5. Das Menschenbild der Aufklärung am Beispiel Lessings

6. Einleitendes zum Thema Toleranz

6.1 Zur Begriffsgeschichte des Terminus Toleranz

6.2 Das Paradox bzw. logische Grenzen der Toleranz

7. Toleranz im Christentum protestantischer Ausprägung

7.1 Wahrheitsgewissheit als Basis von Toleranz

7.2 Die tolerantia Dei als Grundlage (interreligiöser) Toleranz

8. Toleranz im Islam

8.1 Vorüberlegungen und Grundlagen des islamischen Toleranzverständnisses

8.2 Einteilung der Nichtmuslime bzw. der Ungläubigen in verschiedene Kategorien

8.3 Geschichtlich bedingter Wandel in Mohammads Haltung gegenüber Nicht-Muslimen

8.3.1. Die islamische Haltung gegenüber Polytheisten

8.3.2. Die Position des Islam gegenüber Juden und Christen

8.4 Apostasie als Beispiel religiöser Intoleranz im Islam

8.5 Fazit zum Toleranzverständnis im Islam

9. Das Toleranzverständnis der Aufklärung - untersucht auf der Basis/am Beispiel von Lessings Ringparabel

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Menschsein und Toleranz innerhalb dreier einflussreicher Traditionen der abendländischen Kultur – dem Christentum protestantischer Ausprägung, dem Islam und der Aufklärung – um aufzuzeigen, wie unterschiedliche anthropologische Grundlagen jeweils Spielräume oder Grenzen für religiös-weltanschauliche Toleranz definieren.

  • Vergleich anthropologischer Grundannahmen der drei Traditionen
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Wahrheitsansprüchen und Toleranz
  • Untersuchung der Rolle von Glaubensgewissheit und Gottesbild für die Toleranzfähigkeit
  • Kritische Würdigung von Lessings Ringparabel im Kontext aufklärerischer Toleranz
  • Reflektion über historische und aktuelle Praxis der interreligiösen Begegnung

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Sola gratia

Die reformatorische Rechtfertigungslehre, wie sie beispielsweise in CA IV artikuliert wurde, gilt es auf der Grundlage der beiden zuvor erläuterten Paradigmen theologischer Anthropologie, insbesondere der reformatorischen Erbsündenlehre, darzustellen. Im Gegensatz zum katholischen Sündenverständnis, demzufolge die Auswirkungen der Erbsünde sich in einer bloßen Veränderung des Menschen „zum Schlechteren“ erschöpfen, versteht reformatorische Theologie Erbsünde als eine Wirklichkeit, die den Menschen global, in all seinen Lebensvollzügen und auf allen Beziehungsebenen bestimmt, die die Beziehung des Menschen zu Gott einseitig kappt. Den Menschen nach dem Fall zeichnet die reformatorische Seite als Egozentriker im wörtlichen Sinne, insofern als er die Abhängigkeit von seinem Schöpfer negiert. Vor diesem Hintergrund ist es aus reformatorischer Sicht schlichtweg undenkbar, dass der Mensch unter der Sünde einen wie auch immer gearteten eigenen Beitrag zu seiner Rechtfertigung zu leisten vermag. Der Mensch, der dem Einfluss der Erbsünde unterworfen ist, kann aus sich selbst ausschließlich Sünde hervorbringen. Denn falls es dem Menschen möglich wäre, gewissermaßen in Zusammenarbeit mit Gott, sein eigenes Heil zu erwirken, würde die Erlösung der Menschheit nicht exklusiv auf Christus, auf dessen Kreuzestod und Auferweckung gründen. Eine solche Sichtweise, welche die auch nach der Taufe fortbestehende Sündhaftigkeit des Menschen verkennt und damit gleichzeitig auf das Prinzip der Werkgerechtigkeit zurückgreift, ist von reformatorischer Seite klar abzulehnen.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des religiösen Pluralismus ein und umreißt die Untersuchung des Menschenbildes und des Toleranzverständnisses im Christentum, Islam und der Aufklärung.

3. Das Menschenbild des Christentums protestantischer Ausprägung: Dieses Kapitel erörtert die anthropologischen Grundlagen, insbesondere die Bestimmung zum "imago Dei", die Erbsündenlehre und die reformatorische Rechtfertigungslehre.

4. Das Menschenbild des Islam: Hier wird die islamische Anthropologie analysiert, die den Menschen primär als "Diener Gottes" sieht und eine strikte Trennung zwischen der Allmacht Gottes und der menschlichen Handlungsfreiheit wahrt.

5. Das Menschenbild der Aufklärung am Beispiel Lessings: Dieses Kapitel beleuchtet Lessings Schrift "Die Erziehung des Menschengeschlechts" und dessen Rationalismus und Perfektionismus.

6. Einleitendes zum Thema Toleranz: Es erfolgt eine begriffsgeschichtliche Herleitung des Toleranzbegriffs und eine Erörterung seiner logischen Grenzen.

7. Toleranz im Christentum protestantischer Ausprägung: Das Kapitel untersucht Wahrheitsgewissheit und die "tolerantia Dei" als tragfähige Säulen für religiös fundierte Toleranz.

8. Toleranz im Islam: Diese Analyse beleuchtet das ambivalente Verhältnis des Islam gegenüber Nicht-Muslimen, geprägt von rechtlicher Duldung bis hin zu Intoleranz bei Apostasie.

9. Das Toleranzverständnis der Aufklärung - untersucht auf der Basis/am Beispiel von Lessings Ringparabel: Es wird kritisch diskutiert, ob die Ringparabel tatsächlich als Basis für religiöse Toleranz taugt oder eher in einen religiösen Relativismus führt.

10. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen anthropologischen Unterschiede zusammen und bewertet die verschiedenen Toleranzkonzepte im Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit in der pluralistischen Moderne.

Schlüsselwörter

Menschenbild, Protestantismus, Islam, Aufklärung, Toleranz, Rechtfertigung, Erbsünde, Wahrheitsgewissheit, tolerantia Dei, interreligiöser Dialog, Ringparabel, Lessing, Apostasie, Religion, Säkularisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von anthropologischen Grundannahmen und Toleranzkonzepten in drei prägenden Traditionen: dem reformatorischen Christentum, dem Islam und der Aufklärung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der theologischen Begründung des Menschenseins, der Sündenlehre, dem Verständnis von Offenbarung sowie den spezifischen Ansätzen zur Begründung religiöser Toleranz innerhalb der jeweiligen Glaubens- oder Denksysteme.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Es wird untersucht, welcher Spielraum die jeweiligen theologischen und anthropologischen Grundlagen für die Ausübung von Toleranz bieten und wie leistungsfähig diese Ansätze in der pluralistischen Wirklichkeit der Gegenwart sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die Analyse maßgeblicher Gründungsschriften, reformatorischer Lehrmeinungen, koranischer Textbelege sowie Lessings philosophischer Schriften, um diese in einen historischen und systematischen Kontext zu stellen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die anthropologischen Entwürfe der drei Traditionen, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung ihrer spezifischen Ansätze zur Toleranz, unter besonderer Berücksichtigung der Wahrheitsfrage.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind das Menschenbild, die Rechtfertigung (besonders sola gratia und simul iustus et peccator), der islamische Dhimmi-Status, das Prinzip der "tolerantia Dei" sowie die aufklärerische "perfektibilität" des Menschen.

Wie bewertet der Autor das Toleranzpotenzial von Lessings Ringparabel?

Der Autor stellt kritisch in Frage, ob die Ringparabel als Basis für religiöse Toleranz taugt, da er Lessings Ansatz als einen Relativismus identifiziert, der die spezifischen Glaubensüberzeugungen ihrer Substanz beraubt.

Was ist die zentrale Erkenntnis in Bezug auf den Islam?

Der Islam zeigt sich aus Sicht der Arbeit ambivalent: Er bietet einerseits rechtliche Duldungsmodelle für "Schriftbesitzer", zeigt sich aber in innerislamischen Fragen der Apostasie als eine in ihrer Radikalität sehr intolerante Religion.

Wie unterscheidet sich das protestantische Toleranzverständnis?

Das reformatorische Toleranzverständnis stützt sich auf die Wahrheitsgewissheit als souveränen Schöpfungsakt Gottes und auf die "tolerantia Dei", was Christen entlastet und einen respektvollen, aber eindeutigen Dialog ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Verständnis des Menschen und der Toleranz im Christentum, im Islam und in der Aufklärung
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Theologische Fakultät)
Note
1,5
Autor
Matthias Schleckmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
102
Katalognummer
V278471
ISBN (eBook)
9783656711209
ISBN (Buch)
9783656713050
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Toleranz christliche Anthropologie Christentum Islam Aufklärung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Schleckmann (Autor:in), 2007, Das Verständnis des Menschen und der Toleranz im Christentum, im Islam und in der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/278471
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