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Nouvelle Vague. Der Umgang Godards mit Film-Genres am Beispiel von Pierrot le Fou

Title: Nouvelle Vague. Der Umgang Godards mit Film-Genres am Beispiel von Pierrot le Fou

Term Paper , 2011 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Corinna Gronau (Author)

Communications - Movies and Television

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Summary Excerpt Details

Jean-Luc Godard, einer der einflussreichsten Filmregisseure der 1960er Jahre, war ein Vertreter der französischen Nouvelle Vague, neben Francois Truffaut, Claude Chabrol, Eric Rohmer und Jacques Rivette. Die meisten der jungen Filmemacher der Nouvelle Vague kamen aus dem engeren Kreis des Cahiers du Cinéma, dem wohl einflussreichsten Filmjournal der Geschichte, das 1951 von André Bazin, Jacques Doniol-Valcroze und Lo Duca gegründet worden war. Einer ihrer Kritiker war Godard, der als Filmemacher von seiner Beschäftigung mit Filmgeschichte und –theorie profitierte. Seine cineastischen Werke als „gefilmte Filmtheorie“ folgten zudem der „Politique des auters“, einem von Truffaut geprägten Ausdruck, der den Film als Produkt eines Autors definiert. Der Filmemacher als Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion soll seinen eigenen Stil entwickeln, seine subjektive Weltsicht kreativ ausdrücken und damit aus dem Schatten der Filmindustrie treten, in welcher er lediglich als ein Glied in der funktional hierarchisierten Arbeitsteilung verstanden wurde. Die Ästhetik der in diesem Kontext entstehenden Filme wurde von neuen Filmtechniken und außergewöhnlichen Erzählstilen bestimmt.
Als Vorbild diente der Gruppe der Nouvelle Vague das amerikanische Kino, genauer gesagt das klassische Genre-Kino Hollywoods. Doch dieser Bezugspunkt erscheint bei Godard nicht immer in positivem Licht: Genre und Godard verbindet eine „Hass-Liebe“. Inwiefern dies zu verstehen ist, soll in der vorliegenden Arbeit am Beispiel seines 1965 erschienenen Films PIERROT LE FOU (Jean-Luc Godard, Frankreich 1965) erörtert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Genretheorie

3. Filmgenres in Pierrot le fou

3.1 Film noir/ Gangsterfilm

3.2 Zwischen Liebes- und Abenteuerfilm

3.3 Weitere generische Elemente

4. Dekodierung und Neukontextualiserung von Genremustern

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang Jean-Luc Godards mit filmischen Genremustern in seinem 1965 erschienenen Film PIERROT LE FOU. Dabei wird analysiert, wie Godard klassische Genrekonventionen – wie jene des Film noir, des Gangsterfilms, des Abenteuerfilms und des Musicals – dekonstruiert, neu kontextualisiert und durch selbstreflexive Momente bricht, um das Medium Film als Konstrukt offenzulegen.

  • Analyse der Genretheorie und ihrer filmwissenschaftlichen Anwendung.
  • Untersuchung der filmischen Umsetzung von Gangster- und Film noir-Elementen.
  • Reflektion über die Melodram- und Abenteuerfilm-Strukturen innerhalb der Narration.
  • Diskussion über die selbstreflexive Brechung des Illusionismus im Kino.
  • Herausarbeitung der prozessualen Natur von Genres bei Godard.

Auszug aus dem Buch

3.1 Film noir/ Gangsterfilm

PIERROT LE FOU erzählt die Geschichte eines Mannes namens Ferdinand (Jean-Paul Belmondo), der nach einem Abend in gehobener Gesellschaft die Bedeutungslosigkeit seines Lebens erkennt und daraufhin seine reiche Frau und die zwei Kinder verlässt. Er brennt mit seiner Jugendliebe Marianne (Anna Karina) durch und verbringt die Nacht in ihrer Wohnung, in der nicht nur eine Leiche, sondern auch eine Waffenlieferung deponiert ist. Marianne und Ferdinand beschließen Paris zu verlassen und brechen gemeinsam nach Südfrankreich auf. Nach einer turbulenten Fahrt gelangen sie schließlich ans Meer, wo sie für eine Weile in einem Strandhaus leben. Gangster verfolgen Marianne und die beiden verlieren sich. In Toulon treffen sie sich einige Wochen später wieder. Marianne überredet Ferdinand nochmal zu einer kriminellen Aktion und flieht anschließend mit ihrem Liebhaber, einem Waffenschmuggler, auf einem Boot. Ferdinand verfolgt die beiden und es kommt zu einem Feuergefecht zwischen ihm und dem Liebhaber Mariannes, wobei Marianne tödlich verwundet wird. Daraufhin bindet sich Ferdinand mehrere Stangen Dynamit um den Kopf und sprengt sich in die Luft.

Das Genre Gangsterfilm wird zum ersten Mal in der Wohnung Mariannes bedient. Die Einstellung von den Revolvern, welche ein Buch mit dem Titel El Capone einrahmen, signalisiert dem Zuschauer, dass er es hier mit einem Gangsterfilm zu tun hat (siehe Abb. 1)17. Alphonse Gabriel "Al" Capone war einer der berüchtigtsten Verbrecher Amerikas in den 1920er und 1930er Jahren. Er wurde geradezu zum Archetyp des US-amerikanischen Gangsterbosses, zu einem Symbol für die organisierte Kriminalität. Dieses, mit Altmans Terminologie ausgedrückt, semantische Element erweckt gleichzeitig bestimmte Erwartungen beim Publikum, die es sich durch das Schauen anderer Filme des Genres angeeignet hat: Der Gangsterfilm stellt die Welt des Verbrechens in den Vordergrund, eine Welt unterhalb der bürgerlichen Gesellschaft.18 Dieses Bild wird durch die anwesende Leiche auf dem Bett im angrenzenden Zimmer bestätigt, aus deren blutigem Nacken der untere Teil einer Schere ragt (siehe Abb. 2).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet Godards Schaffen in den Kontext der Nouvelle Vague ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur „Hass-Liebe“ des Regisseurs zu den klassischen Genrekonventionen Hollywoods.

2. Zur Genretheorie: Dieses Kapitel erläutert die filmwissenschaftliche Definition von Genres, insbesondere den semantisch-syntaktischen Ansatz von Rick Altman, und hinterfragt die Schwierigkeiten bei deren theoretischer Konzeptualisierung.

3. Filmgenres in Pierrot le fou: Das Hauptkapitel untersucht die konkrete Anwendung verschiedener Genres – wie Gangsterfilm, Film noir, Abenteuerfilm und Musical – in PIERROT LE FOU und zeigt deren gezielte Verfremdung auf.

4. Dekodierung und Neukontextualiserung von Genremustern: Hier wird analysiert, wie Godard durch die Dekodierung bekannter Genrebilder und deren Neukontextualisierung das Publikum bewusst verunsichert und filmische Regeln unterläuft.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Film als „modernes Kino“ zu verstehen ist, welches keine emotionale Identifikation anstrebt, sondern eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Ausdruckskraft filmischer Bilder fordert.

Schlüsselwörter

Jean-Luc Godard, Pierrot le fou, Genretheorie, Nouvelle Vague, Film noir, Gangsterfilm, Abenteuerfilm, Musical, Melodram, Selbstreflexivität, Dekonstruktion, Filmanalyse, Kinoästhetik, Filmgeschichte, Narration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie der Regisseur Jean-Luc Godard in seinem Film PIERROT LE FOU mit traditionellen Filmgenres umgeht, diese dekonstruiert und für seine eigene ästhetische Formsprache neu interpretiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Genretheorie, die Bedeutung des klassischen Hollywood-Kinos als Bezugspunkt, die Auflösung von Genregrenzen sowie das Zusammenspiel von Bild, Ton und Narration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Umgang Godards mit Genremustern aufzuzeigen, um eine Perspektive für einen kritischen Zugang zu seinen Filmen zu eröffnen, anstatt eine rein inhaltliche Filmkritik zu betreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die vor allem auf genretheoretischen Ansätzen (insbesondere von Rick Altman) basiert und diese anhand konkreter Filmszenen in PIERROT LE FOU anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Genres (Gangsterfilm, Film noir, Abenteuerfilm, Melodram, Musical) und eine Analyse der Neukontextualisierung dieser Muster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jean-Luc Godard, Genretheorie, Nouvelle Vague, Dekonstruktion, Film noir, Selbstreflexivität und moderne Kinoästhetik.

Warum wird im Film trotz der kriminellen Handlung keine Spannung beim Zuschauer erzeugt?

Godard durchbricht konsequent die Illusionsmechanismen des klassischen Kinos. Durch Verfremdungseffekte, Brüche und die bewusste Offenlegung der filmischen Konstruktion wird der Zuschauer daran gehindert, in das Geschehen emotional einzutauchen.

Welche Rolle spielt die „Hass-Liebe“ des Regisseurs zu den Genres?

Sie beschreibt Godards ambivalentes Verhältnis: Er bewundert die ikonografische Kraft des Hollywood-Kinos, verachtet aber dessen starre Konventionen, weshalb er diese als „modernes Kino“ gezielt ironisiert und fragmentiert.

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Details

Title
Nouvelle Vague. Der Umgang Godards mit Film-Genres am Beispiel von Pierrot le Fou
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Jean-Luc Godard
Grade
1,0
Author
Corinna Gronau (Author)
Publication Year
2011
Pages
25
Catalog Number
V277944
ISBN (eBook)
9783656708841
ISBN (Book)
9783656709916
Language
German
Tags
Godard Nouvelle Vague Genre Filmgenre Filmtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Gronau (Author), 2011, Nouvelle Vague. Der Umgang Godards mit Film-Genres am Beispiel von Pierrot le Fou, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/277944
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