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Sprachliche Kommunikation im Drama des 19. Jahrhunderts

Hebbels „Maria Magdalena“, Büchners „Woyzeck“ und Hauptmanns „Die Weber“ im Vergleich

Titel: Sprachliche Kommunikation im Drama des 19. Jahrhunderts

Hausarbeit , 2010 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Corinna Gronau (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im 19. Jahrhundert stand das Drama an der Spitze der Dichtung. Diese Hochschätzung führte zu einer vermehrten Produktion von Dramen und zu einem ansteigenden Bau von Theatern.
Die Allgegenwart klassischer Vorbilder - die deutsche Klassik vertreten durch Schiller, Goethe und Lessing, Shakespeare mit seinen historischen Dramen und die antike Tragödie -kommt im Epigonenbewusstsein der Dramatiker, zum Beispiel bei Grillparzer oder Grabbe zum Vorschein. Dennoch ist auch eine schrittweise Modernisierung des Dramas zu konstatieren. Der Wandel, der sich vollzieht, führt vom eingreifend handelnden Menschen, über „leeres Heldenspiel“ bis zum Endpunkt der Reflexion, an dem die restlose Determination des Individuums steht.
Thematisch vollzieht sich eine Abkehr vom adeligen Personal, indem der Mittelstand bzw. die unteren Stände und Klassen tragikfähig werden. Die soziale Lage bedingt nun den Konflikt.
Hauptmann gilt als Fazit der Entwicklung des Dramas im 19. Jahrhundert. Sein Werk vereint alle Innovationen der Epoche, vor allem ästhetischer Art. Doch wie sehen diese Neuerungen auf dem Gebiet der sprachlichen Kommunikation aus?
In der vorliegenden Arbeit sollen die Veränderungen der Figurenrede anhand drei ausgesuchter Dramen aufgezeigt werden. Mit Friedrich Hebbels „Maria Magdalena“, zur Gattung des bürgerlichen Trauerspiels gehörend, geht die Abwendung von der heroischen Tragödie einher und damit auch vom Versdrama. Die „natürliche Sprache des Herzens“ soll nun in Prosa wiedergegeben werden. „Woyzeck“ von Georg Büchner markiert die Schnittstelle zwischen bürgerlichem Trauerspiel und sozialem Drama. Indem die Sprachautonomie des Subjekts aufgehoben wird, verändert sich die Kommunikation im Drama grundlegend. Mit Gerhart Hauptmanns „Die Weber“ kommt ein naturalistisches Sozialdrama der 1890er Jahre in den Blick, bei dem es zur Ausdifferenzierung eines milieugebundenen Sprechens kommt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachliche Kommunikation im Drama

2.1 Dramenspezifische Eigenheiten

2.1.1 „Maria Magdalena“ - Reflexionsmonolog

2.1.2 „Woyzeck“ - Fragmentarischer Sprachstil

2.1.3 „Die Weber“ - Sprache der Gebärden

2.2 Vergleichende Gegenüberstellung

2.2.1 Verbale Kommunikation

2.2.2 Nonverbale Kommunikation

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Veränderungen der Figurenrede im Drama des 19. Jahrhunderts. Anhand der Analyse dreier ausgewählter Werke wird erforscht, wie sich die Kommunikation vom klassischen Versdrama hin zu naturalistischen Formen entwickelt und welche Rolle dabei Sprachautonomie, Dialekt sowie nonverbale Ausdrucksmittel spielen.

  • Transformation der Figurenrede vom 19. Jahrhundert bis zum Naturalismus
  • Analyse der Sprachstile in „Maria Magdalena“, „Woyzeck“ und „Die Weber“
  • Bedeutung von Reflexionsmonologen und fragmentarischer Syntax
  • Funktion des Nebentextes und nonverbaler Kommunikation als Ausdrucksmittel
  • Die Entwicklung von der verbalen Kommunikation zur „mimischen Gebärdenkunst“

Auszug aus dem Buch

2.1.1 „Maria Magdalena“ - Reflexionsmonolog

An dieser Stelle zeigt sich auch eine Eigenart des Satzbaus, der sich als eine Verschachtelung von Haupt- und Nebensätzen präsentiert. Diese Form wird nicht durchgängig eingehalten, sondern kann verstärkt in längeren Reden der Figuren beobachtet werden, die eine Tendenz zum Monologischen aufweisen. Ein lebendiger Dialog, geprägt durch die Wechselbeziehung der Redenden, wie sie am Anfang der Szene zwischen Mutter und Tochter noch beobachtet werden kann (Vgl. MM, I. Akt, 1. Sz., S. 35), wird so unterbrochen. Vielmehr kommt an dieser Stelle das reflexive Moment in Hebbels Werk hervor, wenn die Mutter im oben zitierten Beispiel ihr Leben Revue passieren lässt. Nicht unmittelbares Leben, sondern ein deutender Blick in die Vergangenheit wird dem Publikum präsentiert.

Dabei erlaubt uns die Figur einen Blick in ihr Inneres, das von der Furcht zu sterben erfüllt ist. Auch der Vater von Klara ist in seinen monologartigen Reden in der Vergangenheit verhaftet und lässt kein Gespräch aufkommen. Der Dialog zwischen Leonhard und Meister Anton (MM, I. Akt, 5. Sz., S. 46-54) wird vom Vater dominiert, der mit Redebeiträgen von bis zu 43 Zeilen nur durch kurze Zwischenbemerkungen Leonhards unterbrochen wird. Der Tischlermeister zeigt keinerlei Bereitschaft zur Kommunikation oder Empathie: seine monologischen Äußerungen verweisen vielmehr auf sein fehlendes Verständnis in seinem begrenzten kleinbürgerlichen Bewusstsein, das zur Erstarrung der Figur führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die literaturgeschichtliche Situation des Dramas im 19. Jahrhundert ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Veränderungen der sprachlichen Kommunikation in drei repräsentativen Dramen.

2. Sprachliche Kommunikation im Drama: Hier werden die spezifischen dramatischen Eigenheiten der drei Werke untersucht, wobei insbesondere auf die Reflexionsmonologe bei Hebbel, den fragmentarischen Sprachstil bei Büchner und die Bedeutung der Gebärdensprache bei Hauptmann eingegangen wird.

2.1 Dramenspezifische Eigenheiten: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die verschiedenen Sprachformen der drei ausgewählten Dramen, von Hebbels durchformter Prosa über Büchners assoziative Sprechweise bis hin zu Hauptmanns dialektaler Gestaltung.

2.2 Vergleichende Gegenüberstellung: In diesem Teil werden die verbalen und nonverbalen Kommunikationsformen der drei Stücke systematisch miteinander verglichen, um den Wandel von der Sprachkompetenz zur Sprachohnmacht aufzuzeigen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung vom stilisierten Reflexionsdrama des 19. Jahrhunderts hin zur naturalistischen Gebärdenkunst zusammen und betont den kommunikationsgestörten Dialog als Kennzeichen der Moderne.

Schlüsselwörter

Drama, Kommunikation, Figurenrede, Sprachohnmacht, Naturalismus, Reflexionsmonolog, Fragmentierung, Dialekt, Gebärdensprache, Nebentext, Sprachwandel, Friedrich Hebbel, Georg Büchner, Gerhart Hauptmann, 19. Jahrhundert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Wandel der sprachlichen Kommunikation in deutschen Dramen des 19. Jahrhunderts anhand der Werke von Hebbel, Büchner und Hauptmann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Stilebenen der Figurenrede, die Bedeutung von Sprache für das soziale Milieu und die Funktion nonverbaler Ausdrucksmittel im Drama.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich dramatische Kommunikation von einem durch Reflexion geprägten Versdrama hin zu einer naturalistischen Darstellung menschlicher Sprachohnmacht entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der die Dramentexte hinsichtlich ihrer sprachlichen Struktur, ihrer Regieanweisungen und der soziolinguistischen Codes der Figuren verglichen werden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Dramen einzeln auf ihre sprachlichen Besonderheiten – etwa Hebbels Monologe, Büchners Syntax und Hauptmanns Dialektgebrauch – und stellt diese anschließend vergleichend gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Sprachohnmacht, Naturalismus, Dramentheorie, Kommunikationsstörung und die Entwicklung vom Reflexionsdrama zur mimischen Gebärdenkunst.

Wie unterscheidet sich die Sprachdarstellung bei Hebbel von der bei Büchner?

Während bei Hebbel die gedankliche Schlüssigkeit und Reflexion der Figuren überwiegt, steht bei Büchner der unmittelbare Ausdruckscharakter der Sprache im Vordergrund, der oft fragmentarisch und emotional aufgeladen ist.

Welche Rolle spielt der Nebentext in Hauptmanns „Die Weber“?

Der Nebentext ist bei Hauptmann extrem ausgedehnt und übernimmt eine wichtige Funktion zur Charakterisierung der physischen Konstitution und der Stimmung des Kollektivs, da die Figuren selbst kaum über die Sprache als Werkzeug des Geistes verfügen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprachliche Kommunikation im Drama des 19. Jahrhunderts
Untertitel
Hebbels „Maria Magdalena“, Büchners „Woyzeck“ und Hauptmanns „Die Weber“ im Vergleich
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Das deutsche Drama von Büchner bis Hauptmann
Note
1,3
Autor
Corinna Gronau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V277909
ISBN (eBook)
9783656708018
ISBN (Buch)
9783656709459
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hauptmann Büchner Hebbel Weber Maria Magdalena Woyzeck Drama Sprache Kommunikation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Gronau (Autor:in), 2010, Sprachliche Kommunikation im Drama des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/277909
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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