„Es gibt keine Standardstrategie, weil es weder Standardpädagogen noch Standardkinder gibt.“
KOTTEN-SEDERQVIST benennt hier ein Problem, dem wir als Sprachheilpädagogen bei jedem Patienten neu gegenüberstehen. Die Therapiemethode, die von dem einen Patienten gut angenommen wird und Erfolge zeigt, führt bei einem anderen Patienten nicht zum Erfolg.
Die Arbeit stellt verschiedende Therapiemethoden bei Verbaler Entwicklungsdyspraxie vor und diskutiert diese.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Allgemeine Überlegungen
2. Verschiedene Therapieansätze
2.1. Therapieansätze zur Verbesserung der motorischen Planung
2.2. Intensiver Drill
2.3. Übungsmaßnahmen auf rein oromotorischer Basis
2.4. Das Einüben von Bewegungssequenzen
2.5. Das Einüben kontrollierter Sprechgeschwindigkeit
2.6. Die Einbeziehung prosodischer Aspekte in die Therapie
2.7. Das Ansprechen verschiedener Modalitäten
3. Spezifische Therapiemethoden
3.1. Die Melodische Intonationstherapie
3.2. Das PROMPT System
3.3. Die Assoziationsmethode nach MCGINNIS
3.4. Die totale Kommunikationstherapie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der therapeutischen Behandlung der verbalen Entwicklungsdyspraxie (VED) bei Kindern und untersucht, wie verschiedene methodische Ansätze und Strategien zur Verbesserung der Sprechfähigkeit beitragen können. Zentral ist dabei die Auseinandersetzung mit der Problematik der motorischen Programmierung und Planung bei betroffenen Kindern sowie die Frage nach einer ganzheitlichen und individuell angepassten Therapie.
- Grundlagen der Therapieplanung bei VED und das Prinzip der Ganzheitlichkeit
- Vergleichende Analyse allgemeiner Interventionsstrategien wie Drill und Sequenztraining
- Detaillierte Vorstellung spezifischer Therapiemethoden (MIT, PROMPT, MCGINNIS)
- Einsatz von nonverbalen Kommunikationsmitteln und modalitätsübergreifende Ansätze
- Diskussion über die Bedeutung von Hemisphärenfunktionen für therapeutische Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Melodische Intonationstherapie
Die Melodische Intonationstherapie, im folgenden kurz MIT genannt, wurde 1973 von ALBERT, SPARKS und HELM entwickelt. Sie war eigentlich für erwachsene Patienten mit einer Broca-Aphasie gedacht. Man hatte festgestellt, dass diese aphasischen Patienten beim Singen Wörter, die sie sonst nicht sprechen konnten, fehlerfrei produzierten. Dies begründet sich darin, dass die rechte intakte Hemisphäre dominant für Musik und Intonationskonturen ist.
Bei der MIT soll der Patient zunächst durch nur gesungene Sprachrealisationen allmählich in eine normale, unauffällige Sprechtonlage übergehen. Voraussetzung seitens des Patienten ist ein weit über dem sprachlichen Ausdruck liegendes Sprachverständnis. Dieses setzt für die Therapie mit MIT bei Kindern einen gewissen sprachlichen Grundstock voraus. Einige Autoren berichten von der erfolgreichen Anwendung der MIT bei Kindern im Alter von 7 bis 8 Jahren, teilweise aber auch von 4 bis 5 Jahren, teilweise sogar schon im Alter von 2 Jahren.
Nach HELFRICH-MILLER basiert die melodische Intonation auf drei Elementen gesprochener Sprache: der Sprechmelodie, dem Tempo und Rhythmus, und den Betonungspunkten. In einer intonierten Äußerung wird das Tempo verlangsamt, der Rhythmus und die Betonung werden übertrieben und die ständig wechselnden Tonlagen werden auf ein konstantes Muster von bestimmten ganzen Tönen vereinfacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Allgemeine Überlegungen: Einführung in die therapeutische Problematik bei Kindern mit VED und Erläuterung des ganzheitlichen Ansatzes, der die Persönlichkeit des Kindes in den Mittelpunkt stellt.
2. Verschiedene Therapieansätze: Überblick über grundlegende Interventionsmöglichkeiten, von der motorischen Planung über Drilltechniken bis hin zur Einbeziehung von Prosodie und verschiedenen Modalitäten.
3. Spezifische Therapiemethoden: Vorstellung konkreter, etablierter Therapiemethoden wie der MIT, dem PROMPT-System, der Assoziationsmethode nach MCGINNIS und der totalen Kommunikationstherapie.
4. Quellenverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur): Dokumentation der wissenschaftlichen Basis und weiterführender Ressourcen zum Thema VED.
Schlüsselwörter
Verbale Entwicklungsdyspraxie, VED, Sprechapraxie, motorische Planung, Sprachtherapie, Melodische Intonationstherapie, MIT, PROMPT System, Assoziationsmethode, MCGINNIS, totale Kommunikationstherapie, Ganzheitlichkeit, Sprechgeschwindigkeit, Artikulation, Kindertherapie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die therapeutischen Möglichkeiten und Strategien bei der Behandlung der verbalen Entwicklungsdyspraxie (VED) im Kindesalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die motorische Planung des Sprechens, spezifische therapeutische Ansätze, der Einsatz von Rhythmus und Intonation sowie die Anwendung von multimodalen Hilfsmitteln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Therapeuten einen Überblick über bewährte Methoden zu geben und aufzuzeigen, wie diese flexibel an die Bedürfnisse des einzelnen Kindes angepasst werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse des aktuellen Erkenntnisstandes, basierend auf Fachliteratur sowie die Vorstellung verschiedener klinisch erprobter Therapieansätze und -systeme.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl allgemeine Strategien wie Drill-Techniken als auch spezifische Methoden wie MIT, das PROMPT-System, die MCGINNIS-Methode und die totale Kommunikationstherapie detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie VED, motorische Planung, Sprechapraxie, Therapieansätze und linguistische sowie motorische Förderung definieren.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen linker und rechter Hemisphäre eine Rolle?
Die Hirnhälften übernehmen unterschiedliche Funktionen; während die linke Hemisphäre für das Sprechen und die Sprachverarbeitung zuständig ist, steuert die rechte Prosodie und Musik. Dies wird therapeutisch genutzt, um blockierte Funktionen zu umgehen oder zu fördern.
Wie unterscheidet sich die totale Kommunikationstherapie von den anderen vorgestellten Ansätzen?
Im Gegensatz zu methoden wie dem intensiven Drill liegt der Fokus hier auf dem spontanen kommunikativen Austausch und der Nutzung nonverbaler Mittel, um Frustrationen beim Kind abzubauen.
- Arbeit zitieren
- Meike Brinkmann (Autor:in), 2005, Verbale Entwicklungsdyspraxie. Möglichkeiten der Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/277584