Das Prostitutionsgeschäft, auch bekannt als das Geschäft mit der käuflichen Liebe, wird mit der Zeit immer größer. Die Bandbreite der in der Prostitution tätigen Frauen ist sehr groß und vor allem vielfältig. Es gibt auf der einen Seite die selbstbewussten und für ihre Rechte eintretenden Prostituierten, die zu ihrer Tätigkeit stehen und diese niemals verleugnen würden. Auf der anderen Seite gibt es die, die aus materieller Not in das Milieu geraten, suchtkrank sind oder gar obdachlos. Auch Opfer von Gewalt und Menschenhandel sind gezwungenermaßen in der Prostitutionsszene tätig. Manche Frauen sind gerne als Sexarbeiterin tätig, für andere dagegen bedeutet Prostitution Erniedrigung, Ekel und Qual. Unabhängig von den individuellen Motiven und Lebensgeschichten haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie werden oftmals als Menschen zweiter Klasse betrachtet, aufgrund ihrer Tätigkeit stigmatisiert und nur auf diese reduziert.
Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht die Lebenswelt von Prostituierten. Es wird darauf eingegangen, was Frauen dazu bewegt ihren Körper zu verkaufen und warum Männer das Geschäft eingehen und sich sexuelle Dienstleistungen kaufen. Zudem werden die körperlichen und seelischen Folgen erörtert und wie verschiedene Institutionen, beispielsweise die Soziale Arbeit, die jeweiligen Frauen unterstützen können, auch in Bezug auf einen angestrebten Ausstieg aus dem Milieu. Auf die verschiedenen Formen der Prostitution und die rechtliche Situation in Deutschland und Europa wird ebenfalls eingegangen. Zudem wird sich in einem angemessenen Rahmen mit dem Tabuthema der männlichen Prostitution und der Zwangsprostitution befasst. Das Fazit bildet den Abschluss dieser Arbeit und greift die durch das Prostitutionsgesetz entstandenen Auswirkungen auf die Lebenswelt von Frauen, die der Prostitution nachgehen, auf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prostitution
2.1 Rechtliche Situation in Deutschland und das Prostitutionsgesetz
2.1.1 Versicherungen
2.1.2 Steuern
2.2 Rechtliche Situation in Europa
2.3 Zahlen und Fakten
2.4 Zuhälter
2.4.1 Loverboys
2.4.2 Puffmütter
2.5 Freier
2.6 Prostitutionsformen
2.6.1 Straßenstrich
2.6.2 Bordelle und ähnliche Prostitutionsstätten
2.6.3 Hobbyprostitution
2.6.4 Begleitservice
2.6.5 Männliche Prostitution - Stricher und Callboys
2.6.6 Pädophilie und Kinderprostitution
2.7 Frauenhandel und Zwangsprostitution - Deutschland: Zielland Nr. 1
2.7.1 Das Rotlichtmilieu
2.7.2 Deutschlands bekannteste Milieus
3. Physische und psychische Belastungen
3.1 Motive
3.2 Doppelleben
3.3 Beziehungs- und Bindungsprobleme
3.4 Symptome der Überbelastung
3.4.1 Erniedrigung und geringes Selbstwertgefühl
3.4.2 Selbstverletzendes Verhalten und Essstörungen
3.4.3 Depressionen und Angststörungen
3.5 Sucht
3.6 Ausstieg aus der Prostitution
4. Institutionen in der Prostitutionsszene
4.1 Soziale Arbeit
4.2 Medizinische Hilfen
4.3 Polizei
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die vielschichtige Lebenswelt von Prostituierten, beleuchtet ihre Beweggründe und analysiert die körperlichen sowie psychischen Folgen der Sexarbeit. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der rechtlichen Situation, den verschiedenen Prostitutionsformen sowie den unterstützenden Funktionen von Institutionen der Sozialen Arbeit bei einem angestrebten Ausstieg.
- Analyse der verschiedenen Formen der Prostitution und Arbeitsstätten
- Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa
- Erörterung der psychischen und physischen Belastungsfaktoren
- Herausarbeitung der Motivlagen für den Einstieg und Ausstieg aus dem Milieu
- Betrachtung der Rolle von Beratungsstellen und polizeilichen Institutionen
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Loverboys
Das Phänomen der "Loverboys" hat seinen Namen vor etwa 10 Jahren in den Niederlanden bekommen, wo es mit 1500 bekannten Fällen zum ersten Mal in den Akten auftrat. In diesem Land wurde die Prostitution bereits im Jahre 2000 legalisiert. Loverboys sind junge Zuhälter, oft gerade erst volljährig, die darauf ausgerichtet sind minderjährige Mädchen zur Prostitution zu zwingen. Den Mädchen werden teure Geschenke gemacht und sie bekommen die große Liebe vorgespielt. Die Opfer sind Mädchen aus normalen unauffälligen Familien und werden meistens in der Nähe von Schulen, Jugendtreffs oder im Internet von den getarnten Zuhältern kontaktiert. Die Betroffenen sollen von der Familie entfremdet und dem Freundeskreis entrissen werden. Das Ziel des Loverboys ist es, außer ihm keine weiteren sozialen Kontakte bestehen zu lassen, damit das Mädchen abhängig von ihm ist.
Die Opfer sind schwer zu erkennen, da viele der betroffenen Jugendlichen gelernt haben ein Doppelleben zu führen, welches nur schwer aufzudecken ist. Es gibt verschiedene Auffälligkeiten, die auf ein Loverboy-Opfer deuten können. Dazu zählen beispielsweise deutliche Verschlechterungen in der Schule, extreme Stilveränderungen, Kontaktabbrüche und Kündigungen von Freundschaften, mehre Handys und heimliche Telefonate, häufiges und vor allem langes Duschen, auffällig viele blaue Flecken und teilweise auch selbstverletzendes Verhalten, meist in Form von Schnittverletzungen der Haut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Komplexität der Prostitutionsszene ein, beleuchtet die unterschiedlichen Ausgangslagen der Frauen und definiert das Ziel der Arbeit, die Lebenswelt sowie die institutionelle Unterstützung zu untersuchen.
2. Prostitution: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, definiert den Begriff und beleuchtet verschiedene Akteure wie Zuhälter und Freier sowie unterschiedliche Formen der Prostitution.
3. Physische und psychische Belastungen: Der Abschnitt analysiert die tiefgreifenden Risiken, denen Prostituierte ausgesetzt sind, einschließlich Suchterkrankungen, psychischer Störungen und der Herausforderungen eines erzwungenen Doppellebens.
4. Institutionen in der Prostitutionsszene: Es werden zentrale Anlaufstellen und Hilfsangebote wie die Soziale Arbeit, medizinische Dienste und polizeiliche Ansprechpartner vorgestellt, die Frauen beim Ausstieg oder in Krisensituationen unterstützen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die Umsetzung des Prostitutionsgesetzes sowie die nach wie vor unzureichende gesellschaftliche und soziale Situation der betroffenen Frauen.
Schlüsselwörter
Prostitution, Sexarbeit, Prostitutionsgesetz, Zwangsprostitution, Zuhälterei, Loverboys, Soziale Arbeit, Frauenhandel, psychische Belastung, Sucht, Ausstieg, Beratungsstellen, Doppelleben, Menschenhandel, Rotlichtmilieu
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenswelt von Prostituierten und untersucht, warum Frauen der Sexarbeit nachgehen, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen dies hat und wie professionelle Institutionen sie unterstützen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die rechtliche Situation der Prostitution, die verschiedenen Formen der Ausübung, die Rolle von Zuhältern und Freiern sowie die physische und psychische Belastung der Prostituierten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Lebenswelt von Prostituierten in Deutschland zu beleuchten, die Auswirkungen der Gesetzgebung zu hinterfragen und die Bedeutung institutioneller Hilfe bei Ausstiegswünschen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Erfahrungsberichten, um die Lebenslagen und Problematiken der Frauen strukturiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert detailliert die verschiedenen Prostitutionsformen, die Rolle der Freier, die psychischen Folgen wie Depressionen und Essstörungen sowie die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Prostitution, Sexarbeit, Prostitutionsgesetz, Ausstieg, psychische Belastung und Soziale Arbeit.
Wie definiert das Buch das Phänomen der "Loverboys"?
Als junge Zuhälter, die minderjährige Mädchen durch Vorspiegelung der "großen Liebe" und teure Geschenke emotional abhängig machen, um sie systematisch in die Prostitution zu zwingen.
Welche Rolle spielt die Beratungsstelle "Hydra" in diesem Kontext?
Hydra wird als eine der bekanntesten Beratungsstellen in Berlin vorgestellt, die anonyme Unterstützung bei rechtlichen, gesundheitlichen und psychosozialen Fragen sowie beim Ausstieg bietet.
Was sind laut Autor die Hauptgründe für den Ausstieg aus der Prostitution?
Der Ausstieg wird meist durch den Wunsch nach einer besseren Lebensqualität, das Ende der Stigmatisierung, familiäre Gründe oder die körperliche und psychische Überlastung motiviert.
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- Isabel Wagner (Author), 2014, Die Lebenswelt von Prostituierten. Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/277434