Mit dem Begriff der Nachhaltigkeit wird derzeit inflationär umgegangen. Beim Lesen von Fachliteratur, diversen Zeitschriften stellt sich heraus, dass es kaum einen Bereich gibt, der nicht „nachhaltig“ ist. Firmen werben ganz allgemein mit Nachhaltigkeit, es gibt nachhaltige Unternehmensberatungen und der Einzelhandel wirbt mit nachhaltigen Lebensmitteln, einer nachhaltigen Firmenphilosophie oder formuliert dies über den Begriff der Verantwortung. In Fachzeit-schriften der Gemeinschaftsverpflegung, wie GV-Kompakt, wird von Lehmann von einer Preisverleihung für Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Verpflegung berichtet. Es werden jeweils Preise im Sinne von Nachhaltigkeit für Klima, Wasser, Fair Trade/soziale Verantwortung, Ökologie, Energie und für Unternehmenskonzepte verge-ben. In der Region Fulda wird Grüner Hase Das Magazin – Auf der Suche nach gesun-dem und nachhaltigem Leben in unserer Region aufgelegt, das verschiedene Lebensbereiche abdeckt. Ein Artikel befasst sich mit fair, ethisch und ökologisch: Grüne Banken. Wie die jeweilige „Nachhaltigkeit“ gemeint ist, geht nicht immer aus den Erläuterungen hervor bzw. werden nur Teile der in dieser Arbeit beschriebenen Nachhaltigkeit hervorgehoben und viele Aspekte nicht im Zusammenhang gesehen.
In dieser Arbeit soll speziell auf Nachhaltigkeit in Bezug auf Ernährung eingegangen werden und wie diese umgesetzt werden könnte. Grundlage ist die Vollwert-Ernährung, die die Nachhaltigkeit bereits berücksichtigt. Es soll geklärt werden, inwieweit sich diese in der heutigen Zeit, in der Essen zu nahezu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar ist, umsetzen lässt. Einer Zeit in der die Speisenzubereitung immer weniger zu Hause stattfindet und Lebensmittel aus aller Herren Länder verfügbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung Nachhaltigkeit
2.1 Perspektive der Sozialethik
2.2 Politische Ebene
2.3 Christliche Perspektive
2.4 Modelle der Nachhaltigkeit
2.4.1 Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit
2.5 Sichtweise des Verbrauchers
3. Vollwert-Ernährung
3.1 Nachhaltige Ernährung
3.2 Konzept der Vollwert-Ernährung
3.3 Grundsätze der Vollwert-Ernährung
3.4 Fördernde und hemmende Einflüsse bei der Umsetzung der Vollwert-Ernährung
4. Umsetzung der Vollwert-Ernährung im individuellen Umfeld
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Nachhaltigkeitsbegriffs und analysiert, inwiefern die Vollwert-Ernährung als praktisches Modell zur Förderung einer nachhaltigen Lebensweise im individuellen Umfeld dienen kann. Dabei wird insbesondere der Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Anspruch und der alltäglichen Umsetzung durch den Verbraucher nachgegangen.
- Multidimensionale Definition von Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch)
- Konzept und praktische Grundsätze der Vollwert-Ernährung
- Analyse von fördernden und hemmenden Einflüssen bei der Ernährungsumstellung
- Rolle des Verbrauchers und Herausforderungen in der modernen Lebenswelt
- Praktische Implikationen der Vollwert-Ernährung für den Klimaschutz
Auszug aus dem Buch
3.2 Konzept der Vollwert-Ernährung
Die Vollwert-Ernährung definieren Körber, Männle, Leitzmann (2012, S. 3) wie folgt: „Vollwert-Ernährung ist eine überwiegend pflanzliche (lakto-vegetabile) Ernährungsweise, bei der gering verarbeitete Lebensmittel bevorzugt werden. Gesundheitlich wertvolle, frische Lebensmittel werden zu genussvollen und bekömmlichen Speisen zubereitet. Die hauptsächlich verwendeten Lebensmittel sind Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchten sowie Milch und Milchprodukte, daneben können auch geringe Mengen an Fleisch, Fisch und Eiern enthalten sein. Ein reichlicher Verzehr von unerhitzter Frischkost wird empfohlen, etwa die Hälfte der Nahrungsmenge. Zusätzlich zur Gesundheitsverträglichkeit der Ernährung werden im Sinne der Nachhaltigkeit auch die Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit des Ernährungssystems berücksichtigt. Das bedeutet unter anderem, dass Erzeugnisse aus ökologischer Landwirtschaft sowie regionale und saisonale Produkte verwendet werden. Weiterhin wird auf umweltverträglich verpackte Erzeugnisse geachtet. Außerdem werden Lebensmittel aus Fairem Handel mit sog. Entwicklungsländern verwendet…“
Die Autoren bezeichnen die Vollwert-Ernährung als die praktische Umsetzung der Ernährungsökologie. In Abb. 6 werden die Dimensionen und Ansprüche an die Vollwert-Ernährung grafisch dargestellt. Körber/Männle/Leitzmann (2012, S. 7) geben als Ziele, die jeweils weltweit zu sehen sind, an:
Hohe Lebensqualität, besonders Gesundheit
Schonung der Umwelt
Faire Wirtschaftsbedingungen
Soziale Gerechtigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den inflationären Gebrauch des Begriffs Nachhaltigkeit und stellt die Notwendigkeit dar, diesen auf den Bereich der Ernährung zu fokussieren.
2. Begriffsbestimmung Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel definiert Nachhaltigkeit aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und erläutert etablierte Modelle wie das Drei-Säulen-Modell.
3. Vollwert-Ernährung: Das Kapitel führt in das Konzept der Vollwert-Ernährung ein, beschreibt deren ökologische und soziale Dimensionen sowie die für eine Umsetzung wesentlichen Grundsätze.
4. Umsetzung der Vollwert-Ernährung im individuellen Umfeld: Hier wird der Transfer der theoretischen Prinzipien in den Alltag des Verbrauchers diskutiert und praktische Ansätze der Umstellung aufgezeigt.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Eignung der Vollwert-Ernährung für einen nachhaltigen Lebensstil und betont die Bedeutung individueller kleiner Schritte.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Vollwert-Ernährung, Ernährungsökologie, Drei-Säulen-Modell, Ökologische Landwirtschaft, Sozialethik, Konsumverhalten, Regionalität, Saisonalität, Faire Wirtschaftsbeziehungen, Gesundheitsförderung, Individuelle Lebensstilumstellung, Ressourcenschonung, Intergenerationelle Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von Nachhaltigkeit und Ernährung, wobei die Vollwert-Ernährung als konkretes Modell zur Umsetzung einer zukunftsfähigen Lebensweise analysiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung von Nachhaltigkeit, den ernährungsökologischen Prinzipien der Vollwert-Ernährung und der praktischen Umsetzbarkeit im Alltag des Verbrauchers.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwieweit die Vollwert-Ernährung als konzeptioneller Rahmen dazu beitragen kann, die komplexen Anforderungen an eine nachhaltige Ernährung erfolgreich im individuellen Umfeld zu realisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Konzepten aus der Ernährungsökologie sowie der Sozialethik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Nachhaltigkeit und ihre Modelle definiert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung der Vollwert-Ernährung und ihrer fördernden sowie hemmenden Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Nachhaltigkeit, Vollwert-Ernährung, Ernährungsökologie, Konsumverhalten sowie die soziale und ökologische Verantwortung im Ernährungssystem.
Warum wird die Vollwert-Ernährung als Modell für Nachhaltigkeit hervorgehoben?
Die Vollwert-Ernährung berücksichtigt nach Auffassung der Autoren bereits ganzheitlich die Dimensionen Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit des Ernährungssystems.
Welche Rolle spielt das "Können" bei der Ernährungsumstellung?
Das "Können" bezeichnet die praktischen Barrieren wie mangelnde Zeitressourcen, fehlende Kenntnisse bei der Zubereitung oder erschwerter Zugang zu ökologisch nachhaltigen Produkten.
- Arbeit zitieren
- B. A. Michaela Pohl (Autor:in), 2014, Nachhaltige Ernährung am Beispiel der Vollwert-Ernährung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/276613