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Kiezdeutsch. Ein verfallenes Deutsch?

Grammatik, Verwendung und mediale Auffassung von Kiezdeutsch

Titel: Kiezdeutsch. Ein verfallenes Deutsch?

Hausarbeit , 2014 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand dieser Arbeit soll es sein, eine multiperspektivische Einsicht auf die Verwendung des Kiezdeutschen zu geben. Dabei sollen Einschätzungen der Sprecher selbst, der Medien und der nicht-Sprecher gegenseitig kontrastiert und durch die Vorstellung einiger grammatikalischer Aspekte des Kiezdeutschen sprachwissenschaftlich unterfüttert werden. Ein mediales Beispiel soll dazu dienen, Kongruenz und Divergenz zwischen sprachlicher Wirklichkeit und medialer Auffassung zu illustrieren. Es soll sich der Frage genähert werden, ob es sich beim Kiezdeutschen um ein reduziertes und defizitäres Deutsch handelt und ob dies der deutschen Standardvarietät bedrohlich werden kann.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Begriff Kiezdeutsch immer mehr in den öffentlich politischen Diskurs gelangt. Doch nicht nur dieser, sondern auch andere Begriffe etablierten sich zur Beschreibung dieses jugendsprachlichen Phänomens, so zum Beispiel der zuerst durch Rosemarie Füglein durch ihre Diplomarbeit Kanak Sprak. Eine ethnolinguistische Untersuchung eines Sprachphänomens im Deutschen geprägte und später durch Feridun Zaimoglu popularisierte Begriff „Kanak Sprak“. „Kanak Sprak“ leitet sich aus der pejorativen Bezeichnung „Kanacke“ ab, die ähnlich wie der englische Begriff „nigger“ eine ethnische Beleidigung darstellt (vgl. Wiese 2006: 246). „Kanacke“ bezieht sich dabei hauptsächlich auf türkische Migranten der zweiten oder dritten Generation (vgl. Wiese 2009: 783). Die Wahl eines so negativ besetzten Begriffs sollte aber kein Zufall gewesen sein, so beschrieb Zaimoglu das, was er „Kanak Sprak“ nannte als „eine Sprache, die nur Türken verstehen“, ein „defizitäres Gestammel“, oder eine „verkauderwelschte“ Mischung aus Deutsch und Türkisch. Die öffentliche Wahrnehmung seiner Ausführungen war dementsprechend negativ behaftet (Dirim/Auer 2004: 7). Jedoch greift das Buch die Varietät nicht realistisch, sondern literarisiert auf, daher die falsche Annahme es handle sich bei „Kanak Sprak“ und Kiezdeutsch um dasselbe. Sprecher dieser Varietät verwenden daher zwar eher den Ausdruck „Kiezsprache“, aber in dieser Arbeit soll fortan „Kiezdeutsch“ zur Betitelung des Sachverhalts benutzt werden, da die Semantik der beiden Konstituenten dieses Kompositums bereits grob beschreibt, was Kiezdeutsch ausmacht. Zum einen ist Kiezdeutsch nämlich, auch wenn teilweise Wörter aus anderen Sprachen entlehnt werden (Wiese 2009: 786), eine Varietät der deutschen Sprache.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. BEGRIFF „KIEZDEUTSCH“

2. KIEZDEUTSCH-SPRECHER

2.1. IDENTIFIKATORISCHE BEDEUTUNG

3. GRAMMATIKALISCHE EIGENSCHAFTEN

3.1. GRAMMATIKALISCHE REDUKTION

3.2. KONSTRUKTIONEN MIT BLOßEN NOMINALPHRASEN

4. SPRACHWECHSELVERHALTEN IN GESPRÄCHSSITUATIONEN

4.1. „CODE-SWITCHING“

4.1.1. TEILNEHMERBEZOGENES „CODE-SWITCHING“

4.1.2 DISKURSFUNKTIONALES „CODE-SWITCHING“

4.2. „CODE-MIXING“

4.3. SPRACHALTERNATIONEN AM BEISPIEL MURATS UND DER TÜRKISCHEN POWERGIRLS

5. KONTRASTIERENDE STILE

5.1. GASTARBEITERDEUTSCH

5.2. SEKUNDÄRER ETHNOLEKT

5.2.1 SEKUNDÄRER ETHNOLEKT AM BEISPIEL VON „WAS GUCKST DU?!“

5.3. TERTIÄRER ETHNOLEKT

5.4. „CROSSING“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Phänomen „Kiezdeutsch“ aus einer multiperspektivischen Sicht, um zu klären, ob es sich um eine defizitäre Sprachform handelt oder um eine produktive sprachliche Weiterentwicklung, die keine Bedrohung für die deutsche Standardsprache darstellt.

  • Definition und begriffliche Einordnung von Kiezdeutsch
  • Analyse grammatikalischer Besonderheiten wie Reduktion und Nominalphrasen
  • Untersuchung von Sprachwechselverhalten (Code-Switching und Code-Mixing)
  • Kontrastierung mit anderen Stilen wie Gastarbeiterdeutsch und sekundärem Ethnolekt
  • Soziolinguistische Einordnung der Sprechergruppen

Auszug aus dem Buch

3.1. Grammatikalische Reduktion

Im Kiezdeutschen sind syntaktische Restriktionen geschwächt (Wiese 2009: 787), wodurch die typische Verbzweitstellung des Deutschen aufgebrochen und variiert werden kann. Beispielsweise können Verben eine satzinitiale Position (V1) annehmen, wie die virulenten Partikel „musstu“ und „lassma“ zeigen. Sie resultieren aus einer Verschmelzung der finitien Verben „musst“ mit dem Subjekt „du“, beziehungsweise aus dem Verbstamm „lass“ und dem Modalpartikel „mal“, welcher durch den Verlust der Koda zu „ma“ reduziert wurde.

„Musstu“ führt eine sprecherexklusive und „lassma“ eine sprecherinklusive Aufforderung ein und fordert jeweils einen Verbinfinitiv (Wiese 2009: 799). Aber auch im Standarddeutschen gibt es V1 Konstruktionen, und zwar in aufeinanderfolgenden Hauptsätzen (Keim/Knöbl 2011: 248). Ebenso lassen sich direktive Sprechakte, wie zum Beispiel „nicht auf die Straße laufen“, ebenfalls durch Infinitivkonstruktionen ausdrücken (Wiese 2009: 801). Die Verbalphrasen „musstu“ und „lassma“ sind daher nicht nur einfache Reduktionen, sondern nutzen ein produktives Schema, das ihnen durch die deutsche Sprache gegeben wird und führen es fort. Sie simplifizieren Aufforderungssätze allgemein, da durch ihre satzinitiale Verwendung der Aufgeforderte sofort weiß, um welche Art der Aussage es sich handelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. BEGRIFF „KIEZDEUTSCH“: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung und mediale Rezeption des Begriffs „Kiezdeutsch“ und grenzt ihn von pejorativen Bezeichnungen ab.

2. KIEZDEUTSCH-SPRECHER: Es wird analysiert, wer Kiezdeutsch spricht und welche identitätsstiftende Bedeutung die Verwendung dieser Varietät für Jugendliche hat.

3. GRAMMATIKALISCHE EIGENSCHAFTEN: Hier werden zentrale sprachliche Strukturen wie V1-Konstruktionen und Nominalphrasen als produktive Schemata statt als bloße Defizite erläutert.

4. SPRACHWECHSELVERHALTEN IN GESPRÄCHSSITUATIONEN: Das Kapitel untersucht Funktionen von Code-Switching und Code-Mixing im interaktiven Kontext der Jugendlichen.

5. KONTRASTIERENDE STILE: Es erfolgt eine Abgrenzung des Kiezdeutschen gegenüber Gastarbeiterdeutsch, mediengeprägten Ethnolekten und dem Phänomen des „Crossing“.

Schlüsselwörter

Kiezdeutsch, Ethnolekt, Code-Switching, Sprachvariation, Mehrsprachigkeit, Jugendkultur, Grammatikalische Reduktion, Sprachwechsel, Soziolinguistik, Identitätsbildung, Migration, Sprachkontakt, Standarddeutsch, Code-Mixing, Performanz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des Kiezdeutschen und hinterfragt die verbreitete Annahme, dass es sich dabei um ein „verfallenes Deutsch“ handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der grammatikalischen Analyse, dem Sprachwechselverhalten in Gesprächen sowie der Abgrenzung zu anderen medialen und soziolinguistischen Sprachstilen.

Welches ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Kiezdeutsch ein eigenständiges, produktives sprachliches System ist und keine Gefahr für die deutsche Standardsprache darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender soziolinguistischer Studien (z. B. Dirim/Auer, Wiese, Keim) und illustriert die Theorie durch mediale Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert grammatikalische Besonderheiten, die Funktionen des Code-Switchings sowie die Unterscheidung zwischen dem primären Kiezdeutsch und sekundären/tertiären Ethnolekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Ethnolekt, Identitätsbildung, Code-Switching, Sprachkontakt und grammatikalische Produktivität.

Wie unterscheidet sich Kiezdeutsch vom Gastarbeiterdeutsch?

Gastarbeiterdeutsch gilt als fossilierte Lernersprache der ersten Generation, während Kiezdeutsch eine produktive, situativ angepasste Varietät jugendlicher Sprecher ist.

Welche Rolle spielen die Medien bei der Wahrnehmung des Kiezdeutschen?

Mediale Darstellungen, etwa in der Comedy, werden oft als stilisierte, teils unrealistische Spottvarietäten identifiziert, die ein verzerrtes Bild der realen Sprachverwendung transportieren.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kiezdeutsch. Ein verfallenes Deutsch?
Untertitel
Grammatik, Verwendung und mediale Auffassung von Kiezdeutsch
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Kiezdeutsch
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V276582
ISBN (eBook)
9783656696704
ISBN (Buch)
9783656696926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kiezdeutsch Multiethnolekt Heike Wiese Dirim Auer Jugendsprache Standardvarietät grammatikalische Reduktion bloße Nominalphrasen crossing Ethnolekt primärer Ethnolekt sekundärer Ethnolekt Alternanz code-switching Alternation code-mixing Gastarbeiterdeutsch Was guckst du
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Kiezdeutsch. Ein verfallenes Deutsch?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/276582
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Leseprobe aus  18  Seiten
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