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Beseitigung durch Hexenprozess? Motive hinter der Verurteilung Jeanne d'Arcs

Title: Beseitigung durch Hexenprozess? Motive hinter der Verurteilung Jeanne d'Arcs

Term Paper , 2013 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ann Greenberg (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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„Es hiess, dass nach nahezu einem Jahrhundert des Krieges eine Jungfrau ihr entzweites Volk wieder einen würde“
So besagte eine Legende über eine Frau, die Frankreich von den Engländern befreien und Burgund und Frankreich wieder vereinen würde. 1429 behauptete Jeanne d'Arc eben diese Jungfrau zu sein. Aus dieser Behauptung und den Ereignissen der folgenden zwei Jahre sollte ein Mythos entstehen, der bis heute wirkt. Sei es in der Literatur, im Film, oder in Computerspielen5, die Person der Jeanne d'Arc und ihre Geschichte wird weltweit und für alle Altersschichten aufbereitet.

Um beurteilen zu können, in welchen Umständen Jeanne d'Arc aufwuchs und später handelte, muss zunächst der Kontext hergestellt werden. Anschließend wird der Verurteilungsprozess kurz umrissen und danach beurteilt werden, welche Motivation sich aus den Anklagepunkten und den beteiligten Akteuren erkennen lässt. Abschließend wird auf Grundlage dieser Erkenntnisse versucht die Intention des ersten Prozesses deutlich zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontext

3. Prozess

3.1. Anklagepunkte

3.2. Akteure

3.2.1. Die Engländer

3.2.2. Die Universität von Paris

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit der historische Hexenprozess gegen Jeanne d'Arc primär als politisches Instrument zur Diskreditierung des französischen Königtums und zur Wahrung kirchlicher Autorität genutzt wurde, anstatt auf einer rein kirchenrechtlichen Grundlage zu basieren.

  • Analyse der politischen Hintergründe des Hundertjährigen Krieges
  • Untersuchung der Anklagepunkte und des Prozessverlaufs gegen Jeanne d'Arc
  • Erforschung der Motivation der Engländer zur Prozessführung
  • Betrachtung des Interesses der Universität von Paris an einer Verurteilung
  • Kritische Reflexion der Rolle des Prozesses als politisches Machtmittel

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die Engländer

Um das Interesse der Engländer an dem negativen Ausgang des Prozesses deutlich zu machen, wird im folgenden eine chronologische Vorgehensweise angewandt.

Beginnend mit der Übergabe Jeannes an die Engländer. Die Übergabe durch die Burgunder erfolgte nicht ohne Gegenleistung, so zahlten die Engländer „die Summe von 6.000 livres für die Übergabe der Pucelle[...], Guillaume de Wandomme sollte eine jährliche Pension von 200 bis 300 livres erhalten.“ Die Tatsache, dass die Engländer bereit waren eine nicht unerhebliche Geldsumme an die Burgunder und sogar den, für die Gefangennahme verantwortlichen, Ritter zu zahlen ist bereits ein Hinweis der nahelegt, wie wichtig es war die Jungfrau in die eigene Gewalt zu bringen.

Ebenso wenig verwunderlich ist der Verhandlungsort. Die Verhandlung fand, wie oben bereits besprochen, in Rouen statt. Rouen war der Sitz Heinrichs VI. und symbolisierte somit weiterhin eine gewisse Machtposition Englands vor Ort, wenn auch die Verhandlung vor einem kirchlichen Gericht stattfand.

Die wohl bedeutendste Frage bleibt die nach der Motivation. Weshalb legten die Engländer so viel Wert darauf Jeannes Prozess voran zu treiben? Betrachtet man den Ursprungskonflikt, der unter Punkt 2 skizziert wurde, wird deutlich, dass eine Untergrabung der Legitimation des französischen Königs automatisch die Legitimität eines englischen Thronfolgers in Frankreich erhöhte. Wem sollte folglich mehr daran gelegen sein die Jungfrau, die dem französischen König seinen Thron ermöglichte und damit dem englischen König den französischen Thron verwehrte, zu diskreditieren? Indem die Engländer den Inquisitionsprozess vorantrieben konnten sie betonen, dass sich der vermeintlich göttliche Beistand nun von Jeanne abgewandt hatte. Viel wichtiger noch, der Beistand hatte sich den Engländern zugewandt und sprach damit für ihre Sache. Eine Verurteilung Jeannes als Ketzerin und das Absprechen der Göttlichkeit ihrer Mission käme also einer Diskreditierung Karls VII. gleich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Mythos der Jeanne d'Arc ein und stellt die These auf, dass ihr Prozess primär als politisches Instrument diente.

2. Kontext: Dieses Kapitel skizziert die komplexen dynastischen Konflikte des Hundertjährigen Krieges, um die politische Ausgangslage für Jeannes Wirken zu verdeutlichen.

3. Prozess: Das Kapitel analysiert den Prozessverlauf, die Anklagepunkte sowie die spezifischen machtpolitischen Interessen der beteiligten Akteure.

3.1. Anklagepunkte: Hier werden die juristischen Vorwürfe gegen Jeanne d'Arc zusammengefasst und die Instrumentalisierung der Ketzerei-Anklage aufgezeigt.

3.2. Akteure: Dieses Kapitel beleuchtet exemplarisch die Motive der zwei Hauptakteure, die an Jeannes Verurteilung arbeiteten.

3.2.1. Die Engländer: Hier wird dargelegt, warum England ein massives politisches Interesse daran hatte, Jeanne d'Arc durch einen Prozess zu diskreditieren.

3.2.2. Die Universität von Paris: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe der Gelehrten, ihre Glaubensautorität durch die Mitwirkung am Prozess zu schützen.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Prozess zwar formal korrekt wirkte, jedoch maßgeblich von politischen Ambitionen beider Kriegsparteien getrieben war.

Schlüsselwörter

Jeanne d'Arc, Hundertjähriger Krieg, Hexenprozess, Inquisitionsprozess, politische Motivation, Karl VII., England, Universität von Paris, Prozessakten, Legitimationskonflikt, Ketzerei, Glaubensautorität, Rouen, Pucelle, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den historischen Prozess gegen Jeanne d'Arc und hinterfragt, ob es sich dabei tatsächlich um einen reinen Ketzereiprozess oder vielmehr um ein politisch motiviertes Instrument handelte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der dynastische Konflikt des Hundertjährigen Krieges, die Rolle der Kirche als Machtfaktor im Mittelalter sowie die politische Instrumentalisierung von Justizverfahren.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, welche Motivationen die Engländer und die Universität von Paris dazu bewegten, einen Hexenprozess gegen Jeanne d'Arc anzustrengen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich primär auf die Auswertung von Prozessakten und zeitgenössischen Dokumenten stützt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden der Kontext des Hundertjährigen Krieges, die konkreten Anklagepunkte sowie die spezifischen Interessen der Engländer und der Universität von Paris analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jeanne d'Arc, Machtpolitik, Legitimationskonflikt, Inquisition und Glaubensautorität charakterisiert.

Warum war die Universität von Paris so stark an einer Verurteilung interessiert?

Die Universität sah ihre eigene Glaubensautorität durch Jeannes Behauptung göttlicher Führung bedroht und wollte ihren internationalen Ruf durch eine aktive Beteiligung am Prozess sichern.

Welche Rolle spielten die Engländer bei der Verurteilung?

Die Engländer finanzierten den Prozess aktiv, da sie durch die Diskreditierung Jeannes als Ketzerin den französischen König Karl VII. als illegitimen Herrscher darstellen wollten.

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Details

Title
Beseitigung durch Hexenprozess? Motive hinter der Verurteilung Jeanne d'Arcs
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
Ann Greenberg (Author)
Publication Year
2013
Pages
12
Catalog Number
V276057
ISBN (Book)
9783656687450
ISBN (eBook)
9783656687474
Language
German
Tags
beseitigung hexenprozess motive verurteilung jeanne arcs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann Greenberg (Author), 2013, Beseitigung durch Hexenprozess? Motive hinter der Verurteilung Jeanne d'Arcs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/276057
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