In der vorliegenden Arbeit liegt der Fokus der Betrachtung auf der Militärdiktatur in Argentinien, welche im Jahre 1976 begann. Der Schwerpunkt liegt auf der Gegenüberstellung der historischen Ereignisse mit der Aufarbeitung selbiger im Film. Im Laufe der Arbeit werden grundlegende Erörterungen aufeinander aufbauen, um die Behandlung der Arbeitsfragestellung zu ermöglichen.
Zu Beginn werden Daten und Fakten zu dem Kinofilm Kamchatka angeführt, woraufhin die geschichtlichen Grundlagen genannt werden, in denen die Handlung des Films eingebettet ist.
Diese beiden vorausgehenden Abschnitte des Hauptteils dienen als Grundlagenerörterung des darauf folgenden Unterkapitels. In diesem wird die besondere Erzählperspektive aus der Sicht eines elfjährigen Jungen als ungewohnte Sichtweise der Vorkommnisse bearbeitet. Es werden die besonderen Möglichkeiten dieser Erzählperspektive im Vergleich zu der eines erwachsenen auktorialen Erzählers herausgearbeitet.
Zur Bearbeitung der gesamten Thematik werden zum einen der Film, zum anderen Geschichtsbücher und die Internetrecherche herangezogen. In dem letzten Teil der Arbeit, dem Schluss, wird die Frage behandelt, inwiefern der Film Kamchatka ein typischer Vertreter seiner Gattung als Aufarbeitungswerk der argentinischen Militärdiktatur und deren Begleiterscheinungen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
3. Hauptteil
3.1. Allgemeines zum Film
3.2. Geschichtliche Grundlage der Handlung im Film / Roman
3.3. Aufarbeitungsfunktion des Films und Erzählperspektive des kleinen Jungen
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion des Films als Unterstützung bei der Aufarbeitung historischer Ereignisse, wobei der Fokus gezielt auf der argentinischen Militärdiktatur ab 1976 und deren filmischer Darstellung im Werk Kamchatka liegt.
- Militärdiktatur und politische Umbrüche in Argentinien
- Die Rolle des Films als Medium zur Traumabewältigung
- Die Wirkung kindlicher Erzählperspektiven auf die Wahrnehmung von Gewalt
- Das Konzept des Widerstands und der Hoffnung in der filmischen Erzählung
Auszug aus dem Buch
3.3. Aufarbeitungsfunktion des Films und Erzählperspektive des kleinen Jungen
Für diese Arbeit ist folgendes Unterkapitel von zentraler Bedeutung, da sich an dieser Stelle zum einen mit der Funktion des Films als Aufbereitung von gesellschaftlichen Phänomenen und Traumata und zum anderen die Erzählperspektive des kleinen Jungen und damit die Betrachtung der Geschehnisse aus ungewohnter Perspektive befasst wird.
Die durch grausame Verbrechen erzeugten tiefen Wunden eines Volkes offen zu artikulieren, bzw. sich in der Öffentlichkeit mit ihnen zu befassen, stellt selbst nach der Beseitigung des dafür verantwortlichen Regimes, bzw. der verantwortlichen Bewegung, ein heikles Unterfangen dar. Die betroffene Gesellschaft ist häufig bemüht, das Geschehene vergessen zu machen, bzw. es zu verdrängen und mit der zurück gewonnenen Freiheit von Neuem zu beginnen. So bedeutet es beinahe schon einen Tabu-Bruch zu begehen, die überwundenen dunklen Kapitel der Landesgeschichte neu aufzurollen und erneut zurück in das Gedächtnis zu rufen. Dennoch gehören beide Positionen unmittelbar zum Prozess der Vergangenheitsbewältigung dazu. Das Verdrängen und Sich-Erinnern sind die beiden Standpunkte, die sich um gesellschaftliche Traumata gruppieren. Beide finden ihre Funktion und Berechtigung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Kurze Zusammenfassung der historischen Situation Argentiniens sowie der thematischen Ausrichtung des Films auf die Verarbeitung sozialer Traumata aus der Perspektive eines Kindes.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema der Filmfunktion als Aufarbeitungshilfe sowie Vorstellung der methodischen Herangehensweise und Forschungsabsicht.
3. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Films, der geschichtlichen Hintergründe der argentinischen Militärdiktatur sowie der besonderen narrativen Struktur durch die Kinderperspektive.
4. Resümee: Synthese der Ergebnisse, welche den Film als ein wirkungsvolles und typisches Werk zur gesellschaftlichen Aufarbeitung und Mahnung bestätigt.
Schlüsselwörter
Argentinien, Militärdiktatur, Kamchatka, Film, Aufarbeitung, Kindheitsperspektive, Trauma, Widerstand, Risiko, Geschichte, Gesellschaft, Unterdrückung, Erinnerung, Peronismus, Drama.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Aufarbeitung der argentinischen Militärdiktatur ab 1976 durch das Medium Film, speziell am Beispiel der Produktion Kamchatka.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die historische Kontextualisierung Argentiniens im 20. Jahrhundert, die Funktion des Films als Erinnerungskultur sowie die narrative Bedeutung einer kindlichen Erzählperspektive.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern der Film Kamchatka als Aufarbeitungswerk für soziale Traumata fungiert und wie er die grausamen historischen Ereignisse durch einen kindlichen Blick filtert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde eine quellenbasierte Analyse durchgeführt, welche den Film, geschichtliche Fachliteratur sowie Internetrecherchen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in allgemeine Filmdaten, eine historische Einordnung der argentinischen Militärherrschaften sowie eine Untersuchung der Erzählperspektive und der Aufarbeitungsfunktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Argentinien, Militärdiktatur, Kindheitsperspektive, Trauma, Widerstand, Erinnerung und Kamchatka.
Warum spielt das Spiel "TEG" (Risiko) eine so zentrale Rolle im Film?
Das Spiel dient Harry als Metapher für die Realität; es veranschaulicht den Widerstand gegenüber einem übermächtigen System auf eine kindgerechte Weise.
Wie trägt die Wahl der Erzählperspektive zur Authentizität bei?
Durch den naiven und ideologisch unvoreingenommenen Blick des Kindes entstehen Lücken, die den Zuschauer zwingen, sich die Geschehnisse selbst zu erschließen, was eine subtile und dennoch tiefgreifende Form der Aufarbeitung ermöglicht.
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- Markus Reckzeh (Author), 2013, Der Film "Kamchatka". Aufarbeitung der argentinischen Diktatur durch das Kino, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275696