In dieser Arbeit wird der Themenkomplex der partizipatorischen Erziehung im Kindergarten in einer empirischen Studie untersucht.
Dies dient dazu, die Wirklichkeit von Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindern im Kindergarten zu erfassen sowie die Unterrichtsmethoden in der FSP unter Berücksichtigung der Mitgestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten zu zeigen.
Zu den meisten Untersuchungsgegenständen wird neben einer Ergebnisdarstellung ein kurzes Fazit gezogen. Dies soll zunächst die Fülle an Informationen für die Leser konkretisieren. In der abschließenden Diskussion werden die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt sowie Fragen aufgeworfen, und nach Überprüfung der Fragestellung wird anschließend über die FSP der Zukunft resümiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schwerpunkte und Fragestellungen der Studie
3. Forschungsmethoden
3.1 Methodenkritik
3.2 Stichprobenbeschreibung
4. Ergebnisse und Auswertung
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Gesamtdiskussion
Zielsetzung & Themen der Studie
Diese Arbeit untersucht den Stellenwert der partizipatorischen Erziehung in Kindergärten sowie die Qualität der Vermittlung demokratischer Kompetenzen in der Fachschulausbildung für Erzieherinnen. Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen theoretischem Anspruch und tatsächlicher Umsetzung in der Praxis sowie in schulischen Ausbildungsstrukturen aufzuzeigen.
- Empirische Erfassung der Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindergartenkindern.
- Evaluation der Partizipationsaspekte innerhalb von schulpraktischen Ausbildungsphasen.
- Analyse der didaktisch-methodischen Unterrichtsgestaltung an Fachschulen.
- Gegenüberstellung von Sichtweisen der Kinder, Erzieherinnen, Schülerinnen und Lehrkräften.
- Diskussion über Voraussetzungen für ein demokratisches und selbstgesteuertes Lernumfeld.
Auszug aus dem Buch
3.1 Methodenkritik
Während der Erstellung der Interviewfragebögen wurden aufgrund der Erkenntnisse in der Literatur sehr kurze Fragestellungen entworfen und die Länge des Interviews auf ca. 3-5 min. beschränkt (vgl. Gaudenz, 1975 S. 58-63). Diese Zeitvorgabe erwies sich als nicht zutreffend. Die meisten Kinder waren enttäuscht, dass die Befragung nur so kurz dauerte, vor allem die Vorschulkinder (6-7 Jahre) hätten gerne noch mehr Fragen beantwortet und intensiver erzählt. Für die 4-5 jährigen Kinder stellte sich die Dauer von fünf Minuten als angemessen dar. Auch die Problematik der „grundsätzlichen Abhängigkeit des Kindes vom Erwachsenen ... aufgrund der Asymmetrie der Kommunikationsweise“ (Gaudenz, 1975 S. 58) stellte sich in dieser Befragung als nicht relevant heraus.
Bei eher ängstlich wirkenden Kindern wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass sie ruhig alles erzählen können, dass die Antworten folgenlos bleiben würden und die Kinder wurden zusätzlich ständig gelobt. Durch dieses Verhalten der Interviewerin wurde von vornherein Angst, Leistungsdruck und Abhängigkeit zur Interviewerin vermieden (vgl. Gaudenz, 1975 S. 60; Lipski, 1998 S. 406). Die Interviewerin fragte die Kinder zu Beginn nach der Bereitschaft, an der Befragung teilzunehmen und erklärte den Zusammenhang und Grund der Befragung (die Verbindung bestand günstigerweise über die SchülerInnen, die in den Einrichtungen ihr Oberstufenpraktikum absolvierten).
Lipski konnte in Kinderbefragungen immer wieder nachweisen, dass die Kinder in ihrem „spontanen Mitteilungsbedürfnis gebremst“ werden, wenn Interviews stark gelenkt werden (vgl. Lipski 1998). Das zeigte sich auch in dieser Befragung. Interessant wären noch offene Fragen – vor allem für die älteren Kinder – gewesen. Motivation dazu war vorhanden. In weiterführenden Untersuchungen sollte man darauf eingehen, um noch mehr Informationen zu erhalten. Angesichts der hier verfolgten Fragestellung wurde das Schwergewicht auf Vergleichbarkeit gelegt. Dadurch wurde bewusst in Kauf genommen, interessante Aspekte, wie in einer unstandardisierten Befragung hätte zustande kommen können, zu vernachlässigen. Bei den Interviewgesprächen wurde die enorme Kompetenz der Kinder sehr deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Themenkomplex der partizipatorischen Erziehung ein und erläutert die Zielsetzung der empirischen Untersuchung zur Wirklichkeit der Mitbestimmung.
2. Schwerpunkte und Fragestellungen der Studie: Hier werden die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Kompetenz von Kindern zur Verantwortung sowie der praktischen Umsetzbarkeit von Mitbestimmungsmethoden durch Schülerinnen definiert.
3. Forschungsmethoden: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, inklusive der kritischen Reflexion der verwendeten Interviews und Fragebögen sowie der Beschreibung der Stichprobe.
4. Ergebnisse und Auswertung: Dieser zentrale Abschnitt präsentiert die erhobenen Daten zu Mitbestimmungsmöglichkeiten, Regelabsprachen und Reflexionsprozessen aus der Perspektive der verschiedenen Akteure.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Gesamtdiskussion: Das Kapitel reflektiert die Studienergebnisse vor dem Hintergrund pädagogischer Anforderungen und diskutiert notwendige Konsequenzen für die Ausbildung an Fachschulen.
Schlüsselwörter
Mitbestimmung, Kindergarten, Partizipation, Erzieherinnenausbildung, Schülerinnen, Methoden der Unterrichtsgestaltung, Selbstbestimmung, demokratische Bildung, Situationsorientierter Ansatz, pädagogische Professionalität, soziale Kompetenz, Kommunikation, Selbstwirksamkeit, Praxisreflexion, Projektmethode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die Realität von Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder in Kindergärten sowie die Art und Weise, wie diese demokratischen Kompetenzen in der Ausbildung von Erzieherinnen vermittelt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Partizipationskultur in Kindergärten, die Ausbildungssituation an Fachschulen für Sozialpädagogik (FSP) und das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und pädagogischer Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Studie zu klären, wie Mitbestimmung in der Praxis umgesetzt wird und welche Konzepte die FSP benötigt, um angehende Erzieherinnen zur Förderung der kindlichen Partizipation zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt standardisierte Interviews mit Kindern sowie selbstadministrierte Fragebögen für Erzieherinnen, Schülerinnen und Lehrkräfte, ergänzt durch eine qualitative Auswertung offener Fragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse zur Mitbestimmung in Kindergartenprojekten, die Reflexion von Regelabsprachen und die kritische Auseinandersetzung mit der Unterrichtsgestaltung an Fachschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mitbestimmung, Partizipation, Erzieherinnenausbildung, Selbstwirksamkeit und Situationsorientierter Ansatz charakterisieren.
Welche Rolle spielt der "heimliche Lehrplan" in der Untersuchung?
Der "heimliche Lehrplan" wird als erklärender Faktor für die Diskrepanz zwischen offiziellen Lernzielen der Partizipation und den autoritären Realstrukturen im Kindergartenalltag und Fachschulunterricht herangezogen.
Wie bewerten die befragten Lehrerinnen die Situation?
Lehrerinnen schätzen die Mitbestimmungsmöglichkeiten in Kindergärten tendenziell kritischer ein als Schülerinnen oder die Kinder selbst, da sie die Diskrepanz zu einer konsequenten Partizipation stärker wahrnehmen.
- Arbeit zitieren
- Oberstudienrätin Ines Leyens (Autor:in), 2002, Mitbestimmung von Kindern im Kindergarten. Empirische Studie., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275661