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Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem

Funktionen und Prozesse der öffentlichen Meinungsbildung nach Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt

Title: Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Sophia Schulze (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions

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Summary Excerpt Details

In den Massenmedien wird heutzutage allzu oft von „Öffentlichkeit“ und „öffentlicher Meinung“ gesprochen, ohne tatsächlich zu definieren, was eigentlich damit gemeint ist. Nicht selten werden Öffentlichkeit mit der Bevölkerung und öffentliche Meinung mit der Bevölkerungsmeinung gleichgesetzt. Wenn davon die Rede ist, dass die Öffentlichkeit für eine politische Strategie begeistert werden müsse oder sich gegen eine wiederum andere sträube, dann ist damit häufig die Bevölkerung gemeint. Ebenso verhält es sich mit der öffentlichen Meinung, denn oftmals ist eigentlich die demoskopisch ermittelte Bevölkerungsmeinung gemeint, wenn beispielsweise ausgedrückt wird, dass eine Person oder sogar eine andere öffentlich geäußerte Meinung Zustimmung durch die öffentliche Meinung erfährt. Dieser umgangssprachliche Gebrauch dieser beiden Begriffe verleiht ihnen eine Unbestimmtheit, durch die mit ihnen alles Mögliche aber eben nichts Konkretes ausgedrückt werden kann.
Ein Grund dafür, dass sich Öffentlichkeit und öffentliche Meinung in der Alltagsspra-che oft nicht unterscheiden lassen, könnte Verschiedenheit der Definition in der Forschung und Wissenschaft sein. Obgleich der Vielfalt der Ansätze und Theorien aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven, was eigentlich Öffentlichkeit ist und wie sie funktioniert, konnte keine einheitliche Definition hervorgebracht, geschweige denn Öffentlichkeit als messbare Größe bestimmt werden (Gerhards/Neidhardt 1990: 4). Beschäftigt man sich jedoch mit Öffentlichkeitstheorien, stößt man immer wieder auf die gleichen Ansätze. Zu den bekanntesten zählen Jürgen Habermas’ sozialphilosophisches Idealmodell der bürgerlichen Öffentlichkeit, Niklas Luhmanns systemtheoretisches Spiegelmodell und Elisabeth Noelle-Neumanns sozialpsychologische Theorie der Schweigespirale. Den Soziologen Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt waren diese Modelle durchaus bekannt, als sie ihr Konzept von Öffentlichkeit 1990 vorstellten, und daher nahmen sie auch einige Elemente der genannten auf. Jedoch vermissten sie in den bisherigen Betrachtungen ein Modell, indem Öffentlichkeit als empirisch messbare Größe behandelt wurde, deren Leistungsfähigkeit ermittelt werden könnte (Gerhards/Neidhardt 1990: 4 ff.).
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung eines Öffentlichkeitsbegriffs: Definition und Grundlagen

2.1 Öffentlichkeit als Teilsystem der Gesellschaft

2.2 Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem

3 Funktionen und Strukturen der öffentlichen Meinungsbildung

3.1 Das Funktionsmodell öffentlicher Meinungsbildung

3.2 Öffentlichkeitsebenen

4 Orte öffentlicher Meinungsbildung: das Arenamodell

4.1 Akteure in der Arena

4.2 Prozesse im Forum und auf der Galerie

5 Bezüge und Abgrenzungen zu Habermas’ normativer Öffentlichkeitsvorstellung

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das von Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt entwickelte Konzept der Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem systematisch darzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses empirisch orientierte Modell funktioniert, welche zentralen Funktionen und Strukturen der öffentlichen Meinungsbildung es definiert und inwieweit es sich von der normativen Öffentlichkeitsvorstellung nach Habermas abgrenzt.

  • Systemtheoretische Verortung der Öffentlichkeit
  • Funktionsmodell der öffentlichen Meinungsbildung (Input, Throughput, Output)
  • Differenzierung der Öffentlichkeitsebenen (Encounters bis Massenmedien)
  • Struktur des Arenamodells und Akteursrollen
  • Kritische Auseinandersetzung mit normativen Anforderungen an den Diskurs

Auszug aus dem Buch

2.2 Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem

Öffentlichkeit stellt also ein eigenes System in der Gesellschaft dar, dem zwei Grundannahmen unterstellt: Es ist ein „intermediäres System“, das eine Vermittlerfunktion einnimmt und es ist ebenso ein „Kommunikationssystem“, in dem „eine[…] bestimmte Art von Wissen“ erzeugt wird – die öffentliche Meinung (Gerhards/Neidhardt 1990: 12). Öffentlichkeit ist ein eigenständiges System, dass sich von anderen Systemen abgrenzt, jedoch mit ihnen insofern verknüpft ist, als dass sich die anderen Teilsystem über Öffentlichkeit beobachten und austauschen können (vgl. Lünenborg 2005: 32; Wimmer 2007: 108; Gerhards 1994: 88).

Als Kommunikationssystem, das eine Verbindung zwischen Bürgern, Teilsystemen und politischem System darstellt, hat Öffentlichkeit bestimmte Aufgaben, damit die Kommunikation zwischen diesen Teilen vonstatten gehen kann. Der Austausch zwischen den verschiedenen Instanzen erfolgt in drei verschiedenen Prozessen, deren genauer Ablauf und Bedeutung im nächsten Kapitel erläutert werden. In diesen Prozessen werden „Themen und Meinungen“ im „Input“ aufgenommen, im „Throughput“ verarbeitet und im „Output“ weitergeben um Handlungen nach sich zu ziehen (Gerhards/Neidhardt 1990: 6; vgl. Neidhardt 1994: 8; Scheufele 2003: 84). Als Ergebnis der Kommunikation entsteht öffentliche Meinung, sodass man Öffentlichkeit auch als „Ort der öffentlichen Meinung“ bezeichnen kann (Wimmer 2007: 107).

Öffentlichkeit hat dabei drei Grundmerkmale inne, die vorausgesetzt sind, damit der Prozess öffentlicher Meinungsbildung ablaufen kann. Im Kommunikationssystem Öffentlichkeit muss zunächst Offenheit herrschen, sodass jeder zumindest als Zuschauer oder Zuhörer teilnehmen kann. Auch alle Themen oder Meinungen müssen prinzipiell aufgenommen werden können, wenn auch nicht alle aufgenommen werden, denn es ist die Aufgabe der Öffentlichkeit relevante Informationen zu filtern (3.1) (vgl. Gerhards/Neidhardt 1990: 15; Gerhards 1994: 84; Wimmer 2007: 109). Zweitens muss in der Öffentlichkeit Gleichheit herrschen, d. h. es werden keine besonderen Voraussetzungen verlangt um an der Kommunikation teilzunehmen. Daraus ergibt sich, dass sich in der Öffentlichkeit über „Laienkommunikation“ ausgetauscht werden muss, die für jeden verständlich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die theoretische Unschärfe der Begriffe „Öffentlichkeit“ und „öffentliche Meinung“ und führt in das Konzept von Gerhards und Neidhardt ein.

2 Entwicklung eines Öffentlichkeitsbegriffs: Definition und Grundlagen: Dieses Kapitel verortet die Öffentlichkeit als intermediäres Teilsystem der modernen Gesellschaft, das zwischen Bürgern und Politik vermittelt.

3 Funktionen und Strukturen der öffentlichen Meinungsbildung: Hier wird das kybernetische Phasenmodell der Öffentlichkeit vorgestellt, das durch die Phasen Input, Throughput und Output geprägt ist.

4 Orte öffentlicher Meinungsbildung: das Arenamodell: Das Kapitel analysiert, wie Akteure in Arenen um Aufmerksamkeit konkurrieren und welche Rollen Publikum und Medien dabei einnehmen.

5 Bezüge und Abgrenzungen zu Habermas’ normativer Öffentlichkeitsvorstellung: Eine kritische Gegenüberstellung zum Habermas'schen Idealbild, wobei das empirische Modell von Gerhards und Neidhardt als realistischere Alternative diskutiert wird.

6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit öffentlicher Meinungsbildung zusammen.

Schlüsselwörter

Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, intermediäres System, Kommunikationssystem, Arenamodell, politische Kommunikation, Meinungsbildung, Massenmedien, Diskursivität, Akteure, Transparenzfunktion, Validierungsfunktion, Orientierungsfunktion, Gerhards und Neidhardt, Habermas

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Öffentlichkeits- und Medientheorie von Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt und analysiert ihr Modell der Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die systemtheoretische Einordnung der Öffentlichkeit, der Prozess der öffentlichen Meinungsbildung in einem Phasenmodell und die Rollenverteilung innerhalb von Kommunikationsarenen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Modell von Gerhards und Neidhardt detailliert darzustellen, seine Leistungsfähigkeit empirisch greifbar zu machen und die Unterschiede zu normativen Theorien, insbesondere denen von Habermas, herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die wesentliche wissenschaftliche Positionen und Modelle der Kommunikationswissenschaft vergleichend gegenüberstellt und systematisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden das Phasenmodell (Input, Throughput, Output), die Ebenen der Öffentlichkeit, das Arenamodell sowie die spezifischen Funktionen für das politische System behandelt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Intermediarität, kybernetische Funktionen (Transparenz, Validierung, Orientierung), Laienkommunikation sowie das Spannungsfeld zwischen idealer Diskursivität und machtvoller Interessenpolitik.

Wie unterscheiden Gerhards und Neidhardt bei den Öffentlichkeitsebenen?

Sie differenzieren zwischen einfachen „Encounters“ (Interaktionen zwischen Anwesenden), organisierten Veranstaltungen und der technisch vermittelten, reichweitenstarken Massenmedienöffentlichkeit.

Warum kritisieren die Autoren das Modell von Habermas?

Sie empfinden Habermas' Modell als zu stark normativ belegt und unrealistisch, da es von einer Rationalität und einem Partizipationswillen ausgeht, die in der komplexen modernen Realität oft nicht gegeben sind.

Welche Rolle spielt das Publikum in diesem Konzept?

Das Publikum fungiert als „öffentlichkeitskonstituierende Bezugsgruppe“. Es ist jedoch oft passiv und übt Einfluss primär durch die Vergabe von Aufmerksamkeit aus, statt selbst aktiv am Diskurs teilzunehmen.

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Details

Title
Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem
Subtitle
Funktionen und Prozesse der öffentlichen Meinungsbildung nach Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt
College
Free University of Berlin  (Institut für Publizisti- und Kommunikationswissenschaft)
Course
Öffentlichkeit und öffentliche Meinung
Grade
1,7
Author
Bachelor of Arts Sophia Schulze (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V275481
ISBN (eBook)
9783656681991
ISBN (Book)
9783656682035
Language
German
Tags
öffentlichkeit kommunikationssystem funktionen prozesse meinungsbildung jürgen gerhards friedhelm neidhardt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Sophia Schulze (Author), 2011, Öffentlichkeit als intermediäres Kommunikationssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275481
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