Gegen Ende der siebziger Jahre legte die US-amerikanische Regierung den Schwerpunkt ihrer energiepolitischen Reformen auf das Aufspüren und Ausnutzen von Energieeinsparpotentialen. Dies erfolgte angesichts des erneuten drastischen Ölpreisanstiegs und der, verglichen mit anderen westlichen Industriestaaten, deutlich höheren Energieintensität der amerikanischen Volkswirtschaft. Um Investitionen in energieeffizienzsteigernde Maßnahmen anzuregen, wurden nachhaltige Steuervergünstigungen eingeräumt. Neben dem für alle privatwirtschaftlichen Investitionen gewährten Steuerkredit in Höhe von zehn Prozent der Investitionssumme war bis zum Jahr 1983 zusätzlich eine Steuerabzugsmöglichkeit von weiteren zehn Prozent für Investitionen in bestimmte energieeffizienzsteigernde Technologien verfügbar.
In dieser schriftlichen Ausarbeitung soll eine Übersicht über die Grundlagen des Contracting gegeben werden. Hierzu werden zunächst die Entstehung sowie der Ursprung des Contracting behandelt. Anschließend geht es um die Marktsituation und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Contractings.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Entstehung und historische Entwicklung
1.3 Ursprung
2 Markt und Rahmenbedingungen
2.1 Marktpotenzial
2.2 Anbieter
2.3 Zugang zum Markt durch die Partner
2.3.1 Marktzugang
2.3.2 Marktpartner
2.4 Risiken
2.4.1 Bonitätsrisiko
2.4.2 Betriebsrisiko
2.4.3 Technisches Risiko
2.5 Wirtschaftlichkeit
2.6 Der Energieberater
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Grundlagen des Contracting, analysiert die historische Entstehung sowie die gegenwärtige Marktsituation und beleuchtet die ökonomischen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen für Contracting-Dienstleistungen.
- Historische Entwicklung und Ursprung des Contracting-Konzepts
- Anbieterstrukturen und Marktzugang
- Identifikation und Bewertung projektspezifischer Risiken
- Wirtschaftlichkeitsfaktoren und Interessenkonstellationen
- Die Rolle und Vorgehensweise externer Energieberater
Auszug aus dem Buch
1.3 Ursprung
Contracting basiert auf einer Idee des schottischen Erfinders James Watt. „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter (Energie) für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“ (James Watt, 1736–1819)
In Deutschland wurde ab etwa 1980 betriebswirtschaftliche Modelle basierend auf dem in den USA verwendeten Performance-Contracting entwickelt. Erste Modelle des Wärme - Contractings entstanden. Im folgenden Jahrzehnt entwickelte sich der Anbieter – Markt. Fast 500 Anbieter traten in den 1990er Jahren auf dem Markt auf, eine ganze Reihe davon sind zwischenzeitlich wieder verschwunden. In der Branche hat ein Konzentrationsprozess eingesetzt, den die leistungsfähigsten Unternehmen (Umsätze > 80 Mio. € p.a.) überstanden haben. Hier besonders die Firmen Siemens und Honeywell.
Nach drei Jahrzehnten kontinuierlich steigender Primärenergieverbräuche hat sich der Verbrauchsanstieg in der Bundesrepublik Deutschland seit 1973 deutlich verlangsamt. Zugleich ist das Bruttosozialprodukt in den alten Bundesländern um mehr als 50% angewachsen, hat die Anzahl von Haushalten um mehr als 5 Millionen zugenommen und ist die Ausstattung mit Verbrauchsaggregaten – insbesondere Kraftfahrzeuge – deutlich gestiegen. Damit hat die Energieintensität - gemessen als Primärenergieverbrauch je 500,- € Bruttoinlandsprodukt – der deutschen Volkswirtschaft um etwa 31% abgenommen.
Den Auslöser für verstärkte Energieeinsparanstrengungen bildete die mit der Ölkrise 1973/74 ausgelöste Verknappung des Energieangebotes und die damit einhergehenden drastischen Energiepreisverteuerungen. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich zur momentanen Zeit beobachten, nachdem durch den Hurrikan „Kathrina“ Ölreserven der USA betroffen waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Grundlagen des Contractings ein und skizziert sowohl die historische Entwicklung des Modells in den USA als auch die Anfänge in Deutschland.
2 Markt und Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Anbietergruppen, die Risikokategorien bei Contracting-Projekten sowie die wirtschaftlichen Faktoren, die den Markterfolg beeinflussen.
Schlüsselwörter
Contracting, Energieeffizienz, Energiedienstleistungen, Contracting-Modelle, Marktpotenzial, Bonitätsrisiko, Betriebsrisiko, Technisches Risiko, Energieberater, Projektfinanzierung, Wärmeliefer-Contracting, Energieeinsparung, Wirtschaftlichkeit, Anlagenbau, Effizienzrevolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Contracting als moderne Energiedienstleistung, beleuchtet dessen Entstehungsgeschichte und analysiert die heutigen Marktbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Historie, der Marktstruktur, der Risikobewertung, den ökonomischen Rahmenbedingungen und der beratenden Unterstützung durch Energieexperten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Contracting-Konzept zu vermitteln, die ökonomischen Probleme zu identifizieren und die praktische Umsetzung in der Energiewirtschaft aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine strukturierte Übersicht und Analyse, die sowohl historische Daten als auch betriebswirtschaftliche Aspekte der Risikoverteilung und Preiskalkulation bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil stehen die verschiedenen Akteure (Contractoren), die spezifischen Marktrisiken (Bonitäts-, Betriebs- und technische Risiken) sowie die Rolle der Energieberater im Mittelpunkt.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Schlagworten zählen Contracting, Energieeffizienz, Contracting-Modelle, Marktrisiken, Energieberater und Wirtschaftlichkeitsanalyse.
Welchen Einfluss haben Stromversorger auf den Contracting-Markt?
Der Autor weist darauf hin, dass Stromversorger durch ihre monopolistische Stellung und spezifische Preisstrukturen den Marktzugang für Contracting-Anbieter teilweise erschweren können.
Warum ist die Einbindung eines Energieberaters laut Autor sinnvoll?
Energieberater fungieren als neutrale Treuhänder, die durch Transparenz, neutrale Ausschreibungen und professionelle Vertragsgestaltung sicherstellen, dass der finanzielle Nutzen den Beratungsaufwand deutlich übersteigt.
Wie werden die Risiken zwischen Contractor und Nutzer aufgeteilt?
Die Aufteilung erfolgt so, dass jeder Projektpartner jene Risiken übernimmt, die er am ehesten beeinflussen kann, wobei vertragliche Vereinbarungen und Sicherheiten, wie Bürgschaften, eine zentrale Rolle spielen.
Welche Bedeutung hat das „Interessenvergleich“-Modell für Contracting-Projekte?
Die Tabelle zeigt, dass eine Übereinstimmung der ökonomischen Interessen von Contractor und Nutzer bei der Minimierung von Bau- und Betriebskosten die Voraussetzung für ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt ist.
- Quote paper
- Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), Dipl.-FM (GEFMA) Tobias Neth (Author), 2007, Grundlagen des Contracting. Entstehung und Marktbedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/275001